Aufstieg perfekt: SC Paderborn schafft Durchmarsch in die Bundesliga - sportschau.de
SC Paderborn: Irre Szene bei Bundesliga-Rückkehr! Profi dachte, er steigt doch nicht auf
Das zweite Bundesliga-Abenteuer kann starten: Der SC Paderborn verlor am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga zwar bei Dynamo Dresden mit 1:3, folgte aber nach dem 2:2 von Union Berlin in Bochum dank der besseren Tordifferenz dem 1. FC Köln als Tabellenzweiter ins Oberhaus.

Damit gelang den Ostwestfalen der zweite Bundesliga-Aufstieg nach 2014 und der Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga. Philipp Klement (10.) brachte Paderborn in Führung, ehe Baris Atik (18./37./63.) den achtmaligen DDR-Meister per Dreierpack auf die Siegerstraße führte.

Paderborn setzt damit seine abenteuerliche Reise seit dem Bundesligaabstieg 2015 fort. Die Mannschaft war sportlich vor zwei Jahren schon in die Regionalliga abgestiegen, ehe durch die fehlende Lizenz für 1860 München doch noch ein Platz in Liga drei für den SC frei war. Mit Trainer Steffen Baumgart zeigte die Mannschaft herzerfrischenden Offensiv-Fußball und stieg mit 90 erzielten Treffern in der Vorsaison wieder in die 2. Liga auf. Jetzt folgt ein Jahr später der nächste Aufstieg.

Der SC Paderborn war anfangs spielerisch überlegen, hatte mehr individuelle Klasse und ging nach einer Einzelaktion von Klement verdient in Führung. Alles sah nach einem einfachen Gang ins Oberhaus aus. Doch Dresden hielt mit Kampf dagegen und hatte Glück beim Ausgleich. Nach Atiks Fernschuss prallte der Ball vom Pfosten an den Rücken von SCP-Keeper Zingerle und von dort ins Tor.

“Es fühlt sich sehr gut an”, sagte Atik nach seinem Gala-Auftritt: “Wir haben an uns geglaubt. Heute konnten wir befreit aufspielen.”

Ärgern dürften sich die Spieler von Union Berlin, die den Paderborner Patzer nicht nutzen konnten. Sie spielten nur 2:2 beim VfL Bochum, bleiben aber immerhin vor dem Hamburger SV auf Platz drei. Die Unioner treffen am Donnerstag, 23. Mai, und Montag, 27. Mai, in der Aufstiegsrelegation nun auf den Bundesliga-16. VfB Stuttgart.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart, der auf dieselbe Startelf wie beim grandiosen 4:1 in der Vorwoche gegen den Hamburger SV setzte, trieb seine Elf immer wieder nach vorne. Vor dem Tor agierten die Paderborner aber plötzlich zu verspielt, nicht zwingend genug. Nach einem bösen Schnitzer von Sven Michel am gegnerischen Strafraum startete erneut Atik zum Konter und schob zum 2:1 ein.

Audio starten, abbrechen mit Escape Baris Atik: "Wir haben an uns geglaubt" Sportschau. 19.05.2019. 01:19 Min.. ARD. Von Andreas Hönig.

Denn Baumgart arbeitet beim Auf-Ab-Ab-Ab-Auf-Aufsteiger:2014: Aufstieg in die Bundesliga.2015–2017: Paderborn steigt in die 2. und 3. Liga ab. Sportlich sogar in die 4. Liga. Nur die fehlende Lizenz von Konkurrent 1860 München bewahrt den Verein vor dem Sturz in die Regionalliga. Ab dann geht der Fahrstuhl wieder nach oben. Trainer Baumgart gelingt 2018 erst der Aufstieg in die Zweite Liga – und jetzt ein Wunder.

Durchmarsch à la Paderborn

Paderborn kam gut aus der Kabine und drängte auf den Ausgleich. Es folgt eine Ecke auf die nächste doch Uwe Hünemeier und Christopher Antwi-Adjei vergaben aus kurzer Distanz. In der 61. Minute fiel dann aber die Entscheidung aus Sicht der Gastgeber durch Atiks dritten Streich.

Nach Schlusspfiff rannten die Paderborner erstmal in die Kabine und warteten auf das Ergebnis aus Bochum. Dann kam die Info: Union konnte in Bochum nicht gewinnen. Die Paderborner liefen jubelnd über den Rasen. Die Aufstiegsparty in Paderborn wird am Montag (20.05.2019) im Rathaus der Stadt steigen, da alle nach Dresden mitgereisten Fans auch die Möglichkeit haben sollen, mit der Mannschaft in der Heimat zu feiern.

Den Kickern aus Paderborn, die nach ihrer 1:3-Niederlage in Sachsen noch zwei Minuten auf den Nägel kauen mussten, ehe auch in Bochum Schluss war, bleibt diese Psycho-Tour erspart. Stattdessen wurden in Dresden flugs die Aufstiegsshirts hervorgeholt. Angreifer Sven Michel stammelte selig: Dass ich mit 29 Jahren noch mal in die Bundesliga komme, ist unglaublich. Da brauche ich ein paar Tage, um das zu verstehen. Und Trainer Steffen Baumgart gab einen Stoßseufzer von sich: Ich hasse Niederlagen, aber die heute ist mir egal. Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass aufgeregte Paderborner Fans vor dem Rathaus der Stadt demonstrierten. Lasst den SCP nicht untergehen! lautete damals die Botschaft auf ihrem Transparent. An diesem Montag wird es an derselben Stelle ab 19 Uhr wieder einen Menschenauflauf geben – in Ermangelung eines Rathausbalkons steigt die Party dann auf einer Bühne.

Wiegers – Dumic, J. Müller (81. L. Röser), Hamalainen (73. Mar. Hartmann) – Burnic, Nikolaou – Wahlqvist, Atik, Kreuzer (67. Möschl) – Kone, Duljevic

Zwei Bundesliga-Aufstiege in fünf Jahren – das klingt nicht ungewöhnlich. Außergewöhnlich ist allerdings, was in dieser Zeit geschah. Von ganz oben – im September 2014 reiste Paderborn mal als Bundesliga-Spitzenreiter zu den Bayern – bis sehr weit unten war in diesen Jahren alles dabei. Und der bittere Gang in die Regionalliga blieb dem sportlich abgestiegenen Klub im Mai 2017 nur erspart, weil 1860 München keine Lizenz für die dritte Liga erhielt. Wir hatten damals ein doppelt blaues Auge mit Kieferbruch, zeichnet Markus Krösche ein sehr anschauliches Bild vom damaligen Zustand des SCP. Als der Klub am 11. Mai 2014 mit dem 2:1 gegen den VfR Aalen vor eigenem Publikum erstmals die nationale Beletage enterte, war dies für den gebürtigen Hannoveraner zugleich das letzte Spiel in seiner aktiven Laufbahn gewesen.

Zingerle (46. Ratajczak) – Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins – Gjasula (68. Zolinski) – Pröger (68. Tekpetey), Klement, Antwi-Adjej – S. Michel, Vasiliadis

Der SC Paderborn feiert – trotz Niederlage in Dresden Quelle: Imago Bei ihrem ersten Coup vor fünf Jahren hatten die Paderborner ihr Glück noch selbst auf den Füßen, diesmal aber wanderten ihre bangen Blicke im Stadion von Dynamo Dresden nach Bochum. Dort hatte Konkurrent Union Berlin aus einem 0:2 kurz vor Schluss binnen drei Minuten ein 2:2 gemacht. Ein weiterer Treffer hätte die Köpenicker direkt ins Fußball-Oberhaus katapultiert. Doch der gelang ihnen nicht – deshalb müssen sie in der Relegation nun gegen den Bundesliga-16. Stuttgart antreten.

1:3 in Dresden verloren, trotzdem jubelten die Paderborn-Profis am Ende über den direkten Bundesliga-Aufstieg – (zwischenzeitlich) bis auf einen: Philipp Klement (26).

Dresden. Riesenjubel in Paderborn- im spannenden Saisonfinale ließ sich der SC Paderborn zunächst nicht irritieren und gaben schon früh die Richtung vor. Mit seinem 16. Saisontreffer brachte Philipp Klement die Gäste in der 11. Minute in Führung, allerdings kamen die Gastgeber durch einen Doppelpack von Baris Atik noch vor der Pause zum 2:1, der überragende Atik traf sogar zum 3:1. Am Ende reichte es aber für die Ostwestfalen, die um fünf Tore besser liegen als die punktgleichen Berliner. Dresden bleibt also ein gutes Aufstiegspflaster. Im Vorjahr sicherte sich Fortuna Düsseldorf durch einen 2:1-Sieg im Rudolf-Harbig-Stadion den vorzeitigen Aufstieg. Paderborn setzte seine abenteuerliche Reise seit dem Bundesligaabstieg 2015 fort. Die Mannschaft war sportlich schon in die Regionalliga abgestiegen, ehe durch die fehlende Lizenz für 1860 München doch noch ein Platz in Liga drei für den SC frei war. Mit Trainer Steffen Baumgart zeigte die Mannschaft herzerfrischenden Offensiv-Fußball und stieg mit 90 erzielten Treffern wieder in die 2. Liga auf. Dort setzte sich Paderborn kurz vor dem Saisonfinale auf einem direkten Aufstiegsplatz fest. „Jetzt wollen wir auch aufsteigen”, hatte Baumgart nach dem 4:1-Erfolg gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende gesagt. Die große Aufstiegssause gibt es erst am Montag in Paderborn. Man wollte allen Fans, auch denen, die mit nach Dresden gereist sind, die Chance auf die Teilnahme an der Aufstiegsfeier auf dem Rathausplatz geben. Da es keinen Rathaus-Balkon in Paderborn gibt, wird auf einer eigens errichteten Bühne gefeiert. Die Mannschaft wollte am Sonntagabend mit dem Flugzeug zurück nach Ostwestfalen fliegen. “Wir hatten es heute verdient, dass der Fußballgott auf unserer Seite war”, sagt SCP-Stürmer Sven Michel nach dem Spiel.Mit Material von der dpa. Der NW-Liveticker zum Nachlesen:

Aufstieg des SC Paderborn perfekt

Kurz nach Spielschluss in Dresden: Liga-Konkurrent Union spielt noch in Bochum. Es steht 2:2, die Nachspielzeit läuft. Nur ein später Union-Siegtreffer würde Paderborn noch in die Relegation schicken.

Der SC Paderborn ist zurück in der Bundesliga. Erst zum zweiten Mal in der Klubgeschichte werden die Paderborner in der kommenden Saison in der ersten Liga spielen. Letztes Jahr stieg man als Zweiter der 3. Liga auf – nun gelang der Durchmarsch.

Jetzt stehen 17 von 18 Bundesliga-Teilnehmern der kommenden Saison fest. Paderborn schafft den Durchmarsch, Union nur 2:2 in Bochum.

Wieder Bundesligist: Der Wahnsinns-Weg des SC Paderborn 07

Klement ist zu dieser Zeit in den Katakomben. Bei Sky verrät er wenig später: Der Schiri (Sven Jablonski, Anm. Red.) hat mir im Kabinengang gesagt, dass es 3:2 für Union steht. Ich habe mich mental schon auf die Relegation vorbereitet.

Die Aufklärung dann wenig später, als Klement zurück ins Stadion kommt. Als ich die anderen gesehen habe, wusste ich dann auch, was los ist.

Beim Interview kann Klement dann schon wieder lachen, trägt das Aufsteiger-Shirt. Aber die Falsch-Information vom Schiri dürfte ihm einen ordentlichen Schreck eingejagt haben …

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