Aufstieg doch noch drin! HSV kauft gesamten SC Paderborn auf - DIE WELT
HSV: Klaus-Michael Kühne hätte Wolf am 26. Februar entlassen
Die 16,85 Millionen Euro, die der Paderborner Kader kostet, soll der Milliardär in Briefmarken überwiesen haben (waren noch in der Portokasse). Den Spieler Lewis Holtby, ehemals immerhin mal 11 Millionen Euro wert, gab es mit einem Schleifchen und einer Flasche Sekt gratis dazu.

Die frische Brise tut den zuletzt kriselnden Hamburgern gut: Am letzten Spieltag der Zweitliga-Saison will der ehemalige Dino der Bundesliga, die er in der vergangenen Spielzeit nach 55 Jahren der ununterbrochenen Zugehörigkeit hatte verlassen müssen, nun die Rückkehr in die höchste deutsche Fußballspielklasse perfekt machen.

Das meiste Geld einbringen würde dem HSV ein Verkauf von Douglas Santos – der Brasilianer war einer der wenigen Lichtblicke der Mannschaft (37 Pflichtspiele, zwei Tore, sechs Vorlagen). Aktueller Marktwert des 25-Jährigen: 7,5 Millionen Euro. Bayer Leverkusen soll interessiert sein, sollte Linksverteidiger Wendell (beim AS Rom im Gespräch) die Werkself verlassen. Auch ein Verkauf von Filip Kostic, der an Eintracht Frankfurt noch ausgeliehen ist, könnte helfen – die “Sport Bild” berichtet, dass die Hessen den Serben schon in diesem Sommer fest verpflichten könnten, obwohl Kostic noch bis 2020 ausgeliehen ist. Ein Kostic-Transfer zur Eintracht würde dem HSV dann weitere 6,5 Mio. bringen.

Dabei hatte es am Wochenende noch ganz bitter für den HSV ausgesehen – mit dem 1:4 gegen zu diesem Zeitpunkt noch nicht verkauften Paderborner schien ein weiteres Jahr in der zweiten Liga vorprogrammiert.

2. Bundesliga: 1. FC Magdeburg und MSV Duisburg steigen ab

Auch der vor dem Rauswurf stehende Trainer Hannes Wolf schöpft nach dem Last-minute-Transfer plötzlich wieder frischen Mut: Wir haben 4:1 gegen uns gewonnen. Das ist eine Riesenleistung, wenn man sich überlegt, dass wir gegen einen fast vier Mal so teuren Kader gekickt haben, motivierte er die ehemaligen Spieler des SC Paderborn für das Saisonfinale.

Allerdings sollten die Fans nicht zu viel von dem ehrgeizigen, kampfeswilligen und voll motivierten Underdogteam versprechen: Da es mit der HSV-Raute aufläuft, wird es trotz glänzender Ausgangslage wohl nur zu Relegation reichen.

► Zukunft des Trainers: Dass Hannes Wolf nach dem verpassten Aufstieg weiter im Amt bleibt, scheint aktuell fast ausgeschlossen. Sportvorstand Rolf Becker kündigte bereits an, die Führungsetage werde nun “knallhart analysieren”. Auch Wolf wird dabei auf den Prüfstand gestellt werden. Zuletzt acht Spiele in Folge ohne Sieg, blamable Vorstellungen gegen Magdeburg (1:2 am 28. Spieltag), Ingolstadt (0:3 letzte Woche) und zuletzt gegen Paderborn (1:4) – Hamburg hat den Aufstieg selbst aus der Hand gegeben, Wolf gab dabei selbst kein souveränes Bild ab.

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0 Anzeige Der HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne hat sich erweichen lassen und schenkt den Hamburgern wieder Hoffnung im Kampf um den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga! Wie es heißt, hat der Milliardär den gesamten SC Paderborn erstanden. Im Vergleich zu den Spielern des HSV war das erstaunlich günstig, zeigte sich Kühne angenehm überrascht.

Ganz bittere Wochen in Hamburg: Der HSV hat das große Ziel der Saison verpasst – der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga ist krachend gescheitert. Nach dem Abstieg letztes Jahr ist dieser Rückschlag der nächste Tiefpunkt der langen Vereinsgeschichte. Jetzt müssen die Rothosen eine zweite Saison in der 2. Liga antreten – das Ziel für den Traditionsklub wird aber dasselbe bleiben: Die Rückkehr ins Oberhaus. 

Die 16,85 Millionen Euro, die der Paderborner Kader kostet, soll der Milliardär in Briefmarken überwiesen haben (waren noch in der Portokasse). Den Spieler Lewis Holtby, ehemals immerhin mal 11 Millionen Euro wert, gab es mit einem Schleifchen und einer Flasche Sekt gratis dazu.

Folge für den HSV nun: Die namhaft besetzte Mannschaft wird der Klub so nicht zusammenhalten können – und der letzte (vermeintliche) Vorsprung auf die Zweitligakonkurrenz ist weg. Denn auch die Sponsorengelder werden nicht mehr so üppig ausfallen – im schlimmsten Fall könnten auch Arbeitsplätze in der Geschäftsstelle in der Sylvesterallee gestrichen werden.

Die frische Brise tut den zuletzt kriselnden Hamburgern gut: Am letzten Spieltag der Zweitliga-Saison will der ehemalige Dino der Bundesliga, die er in der vergangenen Spielzeit nach 55 Jahren der ununterbrochenen Zugehörigkeit hatte verlassen müssen, nun die Rückkehr in die höchste deutsche Fußballspielklasse perfekt machen.

Das könnte aber noch längst nicht alles sein. Auch etablierte Größen wie Kapitän Aaron Hunt, Defensivspieler Gotoku Sakai (beide seit 2015 im Verein) oder der aktuell dauerverletzte Verteidiger Kyriakos Papadopoulos könnten den Klub verlassen –  die Hierarchie in der Mannschaft würde damit ordentlich durcheinandergewirbelt werden.

Lutz Pfannenstiel Der verzogene Fußballprofi wird herangezüchtet Anzeige Dabei hatte es am Wochenende noch ganz bitter für den HSV ausgesehen – mit dem 1:4 gegen zu diesem Zeitpunkt noch nicht verkauften Paderborner schien ein weiteres Jahr in der zweiten Liga vorprogrammiert.

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Auch der vor dem Rauswurf stehende Trainer Hannes Wolf schöpft nach dem Last-minute-Transfer plötzlich wieder frischen Mut: Wir haben 4:1 gegen uns gewonnen. Das ist eine Riesenleistung, wenn man sich überlegt, dass wir gegen einen fast vier Mal so teuren Kader gekickt haben, motivierte er die ehemaligen Spieler des SC Paderborn für das Saisonfinale.

Allerdings sollten die Fans nicht zu viel von dem ehrgeizigen, kampfeswilligen und voll motivierten Underdogteam versprechen: Da es mit der HSV-Raute aufläuft, wird es trotz glänzender Ausgangslage wohl nur zu Relegation reichen.

Nach dem verpassten Wiederaufstieg werden auf den HSV schwere Zeiten zukommen – die sogar den bisherigen Tiefpunkt der Vereinsgeschichte in den Schatten stellen könnten.

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Der Hamburger SV kann die sofortige Rückkehr in die Bundesliga nach dem desaströsen Spiel beim SC Paderborn abhaken. Die Fans ließen ihrem Frust nach dem Spiel freien Lauf.

Doch jetzt könnte es noch schwerer werden für die Hamburger – aus vielen Gründen. So geht es nun weiter mit der Mannschaft von (Noch-)Trainer Hannes Wolf:

Klaus-Michael Kühne (81) sieht einen klaren Verantwortlichen für den verpassten Aufstieg des HSV: Trainer Hannes Wolf (38).

Ich habe Aufsichtsrat und Vorstand der HSV Fussball AG sowie den Präsidenten des Hamburger Sportverein e.V. am 26. Februar dieses Jahres schriftlich empfohlen, den Trainer auszuwechseln, weil sich mit dem in Regensburg verlorenen Spiel der Niedergang für mich abzeichnete und er durch falsche Entscheidungen des Trainers gekennzeichnet war, teilte der HSV-Investor in einem schriftlichen Statement mit.

Kühne weiter: Ich habe das Erfordernis eines Trainerwechsels anschließend mehrfach thematisiert. Die fehlende Handlungsbereitschaft der einschlägigen Gremien war aus meiner Sicht verhängnisvoll. Dass der Aufstieg nicht gelingen würde, war mir schon vor mehreren Wochen klar.

Ein Seitenhieb in Richtung Sport-Vorstand Ralf Becker (48). Der hatte fünf Wochen vor der Pleite gegen Regensburg Wolf noch einen Freifahrtschein ausgestellt. Bei der Mitgliederversammlung im Januar sprach Becker eine Anti-Rauswurf-Garantie für den Trainer aus: Sie können es jetzt aufschreiben: Hannes Wolf ist in zwölf Monaten noch Trainer des HSV.

Kühne, der den HSV Anfang des Jahres wochenlang bezüglich der besprochenen Vereinbarung zu den Namensrechten am Volksparkstadion und zum Abkauf zahlreicher riskanter Vertragsklauseln, hängen gelassen hatte, fordert jetzt einen klaren Neustart.

Der Milliardär schreibt: Ich hoffe, dass nach mutigen Personalentscheidungen eine gänzlich neue Mannschaft aufgebaut wird. Das wird ein hartes Stück Arbeit werden, denn die Konkurrenz ist auch in der 2. Bundesliga sehr groß. Aber nur ein Neuanfang mit vielen frischen, engagierten Spielern kann zu Aufbruchsstimmung und einer neuen Moral führen.