Macht nun den letzten Schritt - Westfalen-Blatt
Hamburger SV: Aaron Hunt nagelt gegen Aufstiegs-Versager
Jubelt so ein Erstligist? Kollektive Paderborner Freude nach einem der zwei Treffer von Sebastian Vasiliadis (Vierter von links). Foto: Oliver Schwabe

Paderborn (WB). Es wäre doch zu schön gewesen: Wie schon 2014 macht der SC Paderborn im eigenen Stadion alles klar und folgt erneut dem Meister 1. FC Köln als zweiter Aufsteiger in die 1. Liga. Das 4:1 gegen den Hamburger SV reichte leider nicht, weil der schärfste Rivale nicht mitspielte. Union Berlin schlug den 1. FC Magdeburg und bleibt dran.

Klublegende Felix Magath reagierte auf die Niederlage mit einem drastischen Saisonfazit. “Was für ein Desaster. Mir blutet das Herz. Der HSV verbleibt in der Zweitklassigkeit. Noch heute Mittag konnte ich mir nicht vorstellen, dass der HSV diese entscheidende Partie am vorletzten Spieltag gegen Paderborn (Aufsteiger aus der 3. Liga!) nicht gewinnt. Jetzt bin ich sprachlos”, schrieb der 67-Jährige, der von 1976 bis 1986 für die Rothosen stürmte und den Klub von 1995 bis 1997 trainierte, bei Facebook.

Aber was ist das für eine Paderborner Perspektive: Der Aufsteiger aus Ostwestfalen fährt am letzten Spieltag nach Dresden und kann aus Sachsen schlimmstenfalls als Dritter zurückkehren. Das wäre der Relegationsplatz und der wäre gleichbedeutend mit zwei weiteren Aufstiegsspielen zur 1. Liga. Ein Umweg zwar, aber dennoch ein großartiger Erfolg. Der SCP dürfte (wie Union) hier mit breiter Brust aufspielen, verlieren kann in diesen Duellen nur der Gegner VfB Stuttgart.

   “Es geht darum, in Ruhe Entscheidungen zu treffen, die für uns alle die größte Wahrscheinlichkeit haben, dass wir nächstes Jahr aufsteigen”, sagte Becker am Sky-Mikrofon. Mit welchem Trainer und welcher Mannschaft das gelingen soll, steht aktuell noch in den Sternen.

Doch das wäre nach 33 Spieltagen und 16 Saisonsiegen nur noch die zweite Option. Trainer und Mannschaft sind ganz dicht dran, schon am Sonntag alles klar zu machen. Ein weiterer Erfolg und der SCP steigt auf. Bei einem Remis müssten die Berliner schon selbst in Bochum gewinnen, um doch noch vorbeizuziehen. Der SC Paderborn bestimmt ganz allein, was am letzten Spieltag geht. Das ist eine fantastische Ausgangsposition. Eine Lage, wie man sie sich schöner nicht malen kann.

Im wichtigsten Saisonspiel ging die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf  mit 1:4 unter. Die Relegation ist aufgrund von drei Punkten Rückstand auf den Drittplatzierten Union Berlin und des um 21 Treffer schlechteren Torverhältnisses nur noch durch ein Wunder zu erreichen.

In der alles entscheidenden Phase muss der SCP nur locker bleiben. Fußballerisch ist das Team von Steffen Baumgart auch Dynamo Dresden deutlich überlegen. Was die Offensivpower oder Geschwindigkeit angeht, sowieso. Deshalb ist die Chance groß, am 19. Mai den letzten Schritt zu machen und erneut Geschichte zu schreiben. Verdient haben es Verein, Mannschaft und Fans. Genau wie 2014.

2 SC Paderborn:  33. Spieltag: Der SC Paderborn gewinnt gegen den Hamburger SV mit 4:1 3 DSC Arminia Bielefeld:  33. Spieltag: SV Sandhausen vs. DSC Arminia (0:3) 4 Kreis Gütersloh:  Handball: Verbandsliga-Aufstieg des TuS Brockhagen 5 Kreis Gütersloh:  Schützenfest der St.-Achatius-Schützenbruderschaft Stukenbrock-Senne Nachrichten-Ticker Mo., 13.05.2019

Bis zum Sonntag Nachmittag hatte es der Hamburger SV trotz erschreckend schwacher Rückrunde noch selbst in der Hand. Ein Sieg beim SC Paderborn – und der HSV wäre als Dritter in den letzten Spieltag gegangen. Es kam alles anders.

Die Hanseaten verbringen nach der 1:4-Pleite in Paderborn auch die kommende Saison in der 2. Liga. Vor allem Kapitän Aaron Hunt (32) war nach dem verpatzen Wiederaufstieg richtig sauer, sagte am Sky-Mikro: Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden. Ich muss aufpassen, was ich sage. Ein paar Sachen sollte ich und muss ich intern machen. Fakt ist, wir haben hier hochverdient verloren, weil wir uns einfach verpisst haben – alle auf dem Platz.

Nach der 1:4-Pleite beim SC Paderborn ist der Hamburger SV am Boden – und hat den Aufstieg praktisch verpasst. Auch HSV-Legende Felix Magath meldet sich zu Wort und schießt gegen seinen Ex-Klub.

Für den Mittelfeldspieler war der Auftritt der Rothosen in Paderborn unbegreiflich: Das Ergebnis sagt alles aus über das ganze Spiel und die ganzen Wochen.

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Der HSV verpatzt den Aufstieg. Nach der Pleite in Paderborn wird es ein weiteres Jahr 2. Liga geben. Union Berlin träumt weiter.

Der Coach: Es ist immer schwierig mit den Motiven der Spieler, wir haben definitiv das, was uns ausgemacht hat, die Stabilität, nicht mehr auf den Platz bekommen. Irgendwann wars dann auch egal, wen du aufstellst, wie du einstellst.

Der Hamburger SV kann die sofortige Rückkehr in die Bundesliga nach dem 1:4 beim SC Paderborn abhaken. Die Fans ließen ihrem Frust nach dem Spiel freien Lauf. (Quelle: SID)

Neben Wolf und Hunt zeigten sich auch weitere Spieler enttäuscht über die Pleite und den verpassten Aufstieg. Innenverteidiger Rick van Drongelen (20) erklärte: Wir haben uns die Saison anders vorgestellt. In der Winterpause hat es ganz anders ausgesehen. Es ist sehr, sehr traurig.

Torhüter Tom Mickel (30), der statt Stammkeeper Julian Pollersbeck (24, grippaler Infekt) das HSV-Tor in Paderborn hütete, sagte: Ich bin sehr enttäuscht. Mein traurigstes Spiel als Profi. Wir haben alle unsere Ziele verpasst. Wir haben in zahlreichen Spielen nicht die richtige Mentalität gehabt. Wir müssen uns hinterfragen, ob wir immer alles gegeben haben. Wer für diesen Verein spielt, der muss Herz, Liebe und Leidenschaft zeigen. Das ist nicht immer passiert.

Felix Magath: Die HSV-Legende schießt nach der Niederlage in Paderborn gegen seinen Ex-Klub. (Quelle: Martin Hoffmann/imago images)

Sportvorstand Ralf Becker (48) fand deutliche Worte zur HSV-Saison: Unsere Fans sind bundesligareif, die Mannschaft leider nicht. Zur Zukunft von Trainer Wolf sagte er bei Sky, es gehe darum, das Beste für den HSV zu entscheiden.

Der MSV Duisburg verabschiedet sich mit einer kuriosen Szene aus der 2. Liga! Mit 3:4 verlieren die Zebras zuhause gegen Heidenheim.

Trotz Katastrophen-Rückrunde (nur vier Siege) und verpatztem Aufstieg nahm einer den Trainer in Schutz. Aaron Hunt erklärte: Man kann in Hamburg nicht alle sechs Monate den Trainer wechseln. Das funktioniert so nicht. Wir Spieler haben es über die Saison aufgrund der Rückrunde nicht gebacken bekommen aufzusteigen und letztlich auch nicht verdient, wenn man so eine katastrophale Rückrunde spielt.