Paderborn dicht vor dem Aufstieg - HSV verspielt Rückkehr - Rheinpfalz.de
Pleite gegen Paderborn: Aufstiegs-K.o.für den HSV
Zwei Doppelpacker desillusionieren den HSV. Van Drongelen hatte kurz Hoffnungen geweckt. Hier geht es zum Liveticker.

Die Hamburger haben den Wiederaufstieg fast sicher verpatzt. Nach dem 1:4 in Paderborn und dem gleichzeitigen Sieg von Union Berlin (3:0) glaubt niemand mehr an ein Fußball-Wunder. Bei drei Punkten Rückstand und der katastrophal schlechteren Tordifferenz gegenüber Union darf in Hamburg weiter für die 2. Liga geplant werden.

Paderborn. Mit einem deutlichen 4:1-Sieg setzt sich der SCP gegen den Hamburger SV durch. Mit dem Heimsieg, gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um die Aufstiegsplätze, ist dem SCP der Relegationsrang nicht mehr zu nehmen. Vor 15 000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler Arena erzielten Sebastian Vasiliadis (25./46. Minute) und Christopher Antwi-Adjej (81./86.) die Treffer für Paderborn. Rick van Drongelen traf für die Hamburger (71.). Mit dem Sieg bleibt der SCP weiterhin auf Rang zwei und einen Punkt vor Union Berlin. Die Eisernen siegten im Ostduell mit 3:0 gegen Magdeburg. Damit entscheidet sich erst am letzten Spieltag, ob der SCP direkt aufsteigt oder gegen den VfB Stuttgart in die Relegation muss. Für den HSV dagegen ist jeglicher Traum vom Aufstieg dahin. Selbst ein Sieg im letzten Spiel wird nicht ausreichen, um das Torverhältnis gegenüber Berlin aufzuholen. Das Spiel jetzt live im NW-Ticker:

SC Paderborn – HSV im Liveticker: Mickel vertritt Pollersbeck im Tor

Torwart Tom Mickel (30): Mickel: Mein traurigstes Spiel als Profi. Wir haben alle unsere Ziele verpasst. Wir haben in zahlreichen Spielen nicht die richtige Mentalität gehabt. Wir müssen uns hinterfragen, ob wir immer alles gegeben haben. Wer für diesen Verein spielt, der muss Herz, Liebe und Leidenschaft zeigen. Das ist nicht immer passiert.”

Auf Anhieb klappte dann aber der Sprung zurück in die zweite Liga. Und das mit einer beeindruckenden Bilanz: Als Tabellenzweiter sammelte die Mannschaft von Steffen Baumgart 83 Punkte, schoss auf dem Weg zurück in die Zweitklassigkeit überragende 90 Tore. Auch in der laufenden Saison gehört die Mannschaft zur Angriffselite der Liga. Nur der 1. FC Köln hat auf seinem Weg zur Zweitliga-Meisterschaft mehr Tore geschossen als Paderborn. 15 der insgesamt 71 SCP-Treffer gehen auf das Konto von Mittelfeldmann Philipp Klement. Darüber hinaus hat der 26-Jährige zehn Tore aufgelegt. Dass mit Bernard Tekpetey, Sven Michel (jeweils 10 Tore) und Christopher Antwi-Adjej (8) drei weitere SCP-Akteure regelmäßig treffen, spricht für die Gefährlichkeit und die Flexibilität, die Paderborn vor dem gegnerischen Tor heraufbeschwören kann.

26. Minute: Unglaublich, wie Paderborns Pröger ohne Gegenwehr aus 14 Metern abziehen darf, den Mickel-Abklatscher vollstreckt Vasiliadis zum 1:0.

Und doch ist da nicht nur Euphorie. Denn in Ostwestfalen ist nicht nur die Erinnerung an den größten Triumph der Vereinsgeschichte noch lebendig. Sondern ebenso auch die an den sportliche Kollaps, den die Paderborner anschließend erlebten. Mit dem postwendenden Abstieg aus dem Oberhaus begann der freie Fall des SCP. Paderborn wurde durchgereicht. Ungebremst und mit eingeklemmtem Gaspedal ging es bis in die Tiefen des Tabellenkellers der dritten Liga, als Schlusslicht war der sportliche Abstieg nicht zu vermeiden. Und wäre 1860 München nach der Saison 2016/17 nicht die Lizenz verweigert worden – Paderborn wäre in der Versenkung verschwunden. Ob sich der Verein von diesem Tiefschlag erholt hätte? So blieb der Klassenerhalt am grünen Tisch. Und damit begann in Ostwestfalen der Wiederaufbau.

46. Minute: Nach Katastrophen-Rückpass von Santos vernascht Vasiliadis HSV-Verteidiger Lacroix, vollendet zum 2:0.

Die Benteler-Arena, die Heimspielstätte des SC Paderborn, ist ausverkauft und das Medieninteresse groß. Mit dem angeschlagenen Hamburger SV und dessen angeschlagenem Trainer Hannes Wolf ist am vorletzten Spieltag der Zweitliga-Saison allerdings kein Nobody zu Gast in Ostwestfalen. Der HSV kämpft im Spitzenspiel des 33. Spieltages aber um seine wohl letzte Chance, den Abstieg der Vorsaison doch noch irgendwie als schnell korrigierten Betriebsunfall verkaufen zu können. Verliert der HSV in Paderborn, wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seine Pirouetten auch in der kommenden Spielzeit in der Zweitklassigkeit vollführen.

Das HSV-Tor von van Drongelen (71.) nach Santos-Ecke kommt zu spät. Ein Doppelschlag von Antwi-Adjei (81./85.) zerstört Hamburgs letzte Aufstiegsträume

Der Sport-Tag:Zweitliga-Schock für den HSV: Paderborn führt, Union auch

Der HSV krönt seine Pleiten-Rückrunde, holt in 16 Spielen mickrige 16 Punkte. Die Pleite in Paderborn war das achte sieglose Ligaspiel in Serie.

11 Uhr: Der Tabellendritten Union, der wie Hamburg 53 Punkte hat und damit einen Zähler weniger als Paderborn, und der 17. Magdeburg – aus Paderborner Sicht ist klar, wem der geneigte Fan in dieser Partie die Daumen drücken sollte.Für Magdeburg könnte eine Niederlage zudem bereits die Rückkehr in die 3. Liga bedeuten, wenn gleichzeitig Ingolstadt gegen Darmstadt gewinnt. Doch Trainer Michael Oenning hat trotz der schwierigen Prüfung noch nicht aufgegeben. Die Chance lassen wir uns nicht wegreden. Es liegt an uns, was daraus zu machen, sagte der Coach. 

Keiner rechnet mehr mit uns. Das heißt, wir können jetzt ganz, ganz viel gewinnen. Darin steckt eine Chance, rechnete Noch-Trainer Hannes Wolf (38) vergeblich. Trotz Vertrags bis 2020 dürfte Wolfs Zeit in Hamburg bereits wieder abgelaufen sein.

16.54 Uhr: Der SCP hat alles im Griff. Nicht nur den HSV, sondern auch die Aufstiegschancen. Mit einem Sieg in Dresden in der kommenden Woche (Sonntag, 15.30 Uhr) wären die Paderborner definitiv zum zweiten Mal nach 2014 wieder Bundesligist. Bei einem Remis bräuchte der SCP Rückendeckung vom VfL Bochum, der Union Berlin zu Gast hat. Und sonst so? Gleich dreimal hat Philipp Klement die Chance auf 3:0 zu erhöhen. Aber Paderborns Regisseur scheitert erst per Kopf und dann zweimal per Fuß.

Der SCP gewinnt: 4:1 gegen den HSV

HSV-Sportvorstand Ralf Becker (48): Unsere Fans sind bundesligareif, die Mannschaft leider nicht.

10.45 Uhr: Es ist sehr wahrscheinlich die letzte Saison an der Pader für SCP-Manager Markus Krösche. So oder so geht es wohl für ihn in die erste Liga, und zwar nach Sachsen. Doch bisher gibt es bei RB Leipzig noch ungeklärte Personalfragen. 10.20 Uhr: Im Sport werden ja gerne Statistiken bemüht. Die sieht für den SCP was Hamburg betrifft allerdings nicht ganz so rosig aus. Was Paderborn dieses Mal besser machen will, erklärt Philipp Klement im Video:

Noch im Sommer 2017 war der Verein im Tabellenkeller und stieg nur nicht in die Regionalliga ab, weil 1860 München die Lizenz entzogen wurde.

Trainer Steffen Baumgart (47) vorm Aufstieg-Kracher: Offenes Visier, voll nach vorne, mit Spaß am Fußball. Butter bei die Fische – wir wollen aufsteigen, das ist einfach so. Sonntag soll in Dresden der zweite Bundesliga-Aufstieg nach 2014 perfekt gemacht werden.

HSV-Endspiel in Paderborn – Trainer Wolf: Wir haben nichts mehr zu verlieren

Union Berlin träumt weiter vom Aufstieg. Nach dem zweiten Sieg aus den letzten acht Spielen kommen die Unioner rechtzeitig zurück in die Erfolgsspur.

Trainer Urs Fischer (53) setzt im Vergleich zum 1:2 in Darmstadt mit Hübner, Mees und Polter auf drei Neue. Top-Start: Union nutzt seine erste Torchance, Prömel (8.) staubt per Kopf zum 1:0 ab.

SCP gegen HSV: Die Chronik zum Spiel und allem Drumherum

Top-Stürmer: Nach Andersson-Flanke vollendet Polter mit links zum 2:0 (31.). Polter, der aktuell im Trennungszoff mit Ehefrau Denise steckt, küsst wie immer beide Unterarme, auf denen er die Namen seiner Kinder Lenox (4) und Sophie (6) eintätowiert trägt. Polter macht in der Nachspielzeit noch das 3:0.

HSV-Kapitän Aaron Hunt – der Tausendsassa des HSV

Die Entscheidung im Tabellen-Keller: Mit Verlierer Magdeburg und Duisburg (3:4 gegen Heidenheim) stehen zwei Absteiger fest.