Paderborn überrascht in Kiel - HSV patzt und bleibt Zweiter - BNN - Badische Neueste Nachrichten
2. Liga: HSV und Union Berlin patzen, SC Paderborn weiter furios
Vier Wochen vor Saisonende in der 2. Fußball-Bundesliga bleibt der Aufstiegskampf nervenaufreibend. Erster Verfolger des zweitplatzierten Hamburger SV ist nun der SC Paderborn – auch, weil der 1. FC Union erneut nicht siegt. Für Schlusslicht MSV Duisburg siehts nicht mehr ganz so düster aus.

Der SC Paderborn hat im Kampf um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga ein weiteres nachhaltiges Achtungszeichen gesetzt. Das Team von Trainer Steffen Baumgart gewann das Verfolgerduell der 2. Liga mit 2:1 (0:0) bei Holstein Kiel und verbesserte sich vier Spieltage vor Saisonschluss auf Relegationsrang drei.

Genau wie der HSV wartet auch Union Berlin nach dem Remis in Fürth seit fünf Spielen auf einen Dreier und musste Platz drei einem Kontrahenten überlassen. Die erste dicke Chance hatten die Hausherren. Green stand komplett blank, schoss aber Gikiewicz an. Ohnehin waren die Franken zu Beginn das bessere Team. Doch binnen weniger Minuten kippte die Partie. Zunächst gingen die Berliner durch einen Treffer von Mees in Führung. Nur kurz darauf verlor Keita-Ruel die Nerven, als er Kroos nach einem Foul einen heftigen Stoß versetzte. Die Spielvereinigung gab sich aber deswegen nicht geschlagen und glich nach einer Ecke durch einen Kopfball von Caligiuri aus. Wenig später war auch die numerische Mehrzahl der Gäste dahin: Rapp sah ebenfalls die Rote Karte. Die zehn Berliner mussten sich mit einem Punkt begnügen – zu wenig, um Platz drei zu verteidigen.

HSV rennt vergeblich an – SCP überholt Union

Der SC Paderborn rund um Jamilu Collins (m.) und Philipp Klement (r.) ist auf den dritten Platz der 2. Fußball-Bundesliga gesprungen.

Kai Pröger (57.) und Christopher Antwi-Adjei (82.) erzielten vor 13.129 Zuschauern im Kieler Holstein-Stadion die Tore für die Ostwestfalen. Masaya Okugawa (47.) hatte die "Störche", die ihre Aufstiegsambitionen nach der dritten Heimniederlage wohl abschreiben müssen, in Führung gebracht. Die beiden offensivstarken Vertretungen lieferten sich wie schon beim 4:4 im Hinspiel einen offenen Schlagabtausch. Nach dem stürmischen Beginn beruhigte sich die Partie etwas, weil sich beide Teams weitestgehend neutralisierten.

Jahn Regensburg bekommt es mit dem 1. FC Magdeburg zu tun. Beim SSV erhielt zuletzt Torwart Weis seine Bewährungschance und wusste beim 2:2 in Berlin zu gefallen (kicker-Note 2, Spieler des Spiels). Gut möglich also, dass ihn Trainer Achim Beierlorzer auch gegen den FCM aufbieten wird. Die Gäste aus der Elbestadt reisen mit personellen Problemen an: Innenverteidiger Erdmann fehlt gesperrt (10. Gelbe), Angreifer Türpitz verletzt (Muskelverletzung im vorderen linken Oberschenkel). Zudem scheint Stürmer Beck mit seiner Maske nach Jochbein- und Augenhöhlenbruch noch gehemmt. Magdeburg konnte nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen (1/3/3). Regensburg kassierte dagegen nur eine Niederlage in acht Runden (3/4/1).

Die Tore gab es so erst im zweiten Abschnitt. Okugawas Führungstreffer unmittelbar nach der Pause steckten die Paderborner ungerührt weg. Erst traf Pröger aus der Distanz zum Ausgleich. Dann legte Antwi-Adjei mit seinem sechsten Saisontreffer für die beste Rückrundenmannschaft der 2. Liga zum verdienten Sieg nach.

Paderborn mischt weiter die Liga auf, sackte bei Holstein Kiel den nächsten Sieg ein und ist jetzt Dritter. Mit richtig viel Tempo und Spielfreude ging es in die Partie. Das Spiel wogte hin und her. Paderborn investierte zwischenzeitlich mehr, hatte auch die besseren Chancen, doch Kiels Gefährlichkeit blitzte immer wieder auf. Nach dem Wechsel fielen dann auch die Tore. Holstein traf doppelt – einmal wurde Abseits gegeben, einmal nicht. Letztlich waren es zwei ganz enge Entscheidungen und Okugawas Treffer zählte. Doch der freche Aufsteiger drehte die Partie. Pröger und Antwi-Adjej trafen zum 2:1-Sieg für Paderborn, das jetzt mit dem Aufstieg liebäugeln darf.

Das Tor für Aue erzielte Philipp Zulechner nach einem krassen Fehler von Torwart Julian Pollersbeck (43.). Manuel Wintzheimer, der fünf Tage zuvor gegen den 1. FC Köln sein erstes Saisontor erzielt hatte, schaffte den Ausgleich (53.). Die Auer stoppten ihre Serie von zuvor vier Niederlagen.

Der HSV war zwar die spielbestimmende Mannschaft, konnte sich aber nur wenige zwingende Torchancen erarbeiten. Die Abwehrreihe der Auer hatte die HSV-Offensive weitgehend im Griff. Nach dem Ausgleich setzte HSV-Trainer Wolf alles auf Offensive und brachte Lasogga und Hwang sowie schließlich auch Ideen- und Passgeber Hunt. Der Kapitän scheiterte in der 86. Minute per Freistoß an der Latte.

Darmstadt hat den Klassenerhalt so gut wie gesichert. “Kraft für die letzten Wochen” verspricht sich Innenverteidiger Höhn vom jüngsten 1:0 in Magdeburg, muss allerdings im anstehenden Heimspiel gegen Bochum auf Nebenmann Wittek (5. Gelbe) verzichten. Die Lilien hätten mit einem Sieg die Möglichkeit, den VfL zu überholen. Der Revierklub meldete sich mit einem 3:2 über Fürth zurück. “Jetzt sollte Ruhe einkehren”, hofft Stürmer Hinterseer nach schwierigen Wochen. Bochums Top-Torjäger ist in Top-Form und schoss vier Tore in seinen letzten zwei Spielen.

Auch der 1. FC Union Berlin hat einen Big Point im Aufstiegsrennen verpasst. Die Eisernen musste sich trotz zwischenzeitlicher Überzahl bei der SpVgg Greuther Fürth mit einem 1:1 (1:0) begnügen, verloren nach einer Führung zwei wichtige Zähler und rutschten auf den vierten Platz ab. Joshua Mees (35.) sorgte per Kopf für die Führung der Berliner, Marco Caligiuri (67.) glich für die Franken vor 9650 Zuschauern aus.

Fürth hatte ab der 38. Minute nach der Roten Karte für Torjäger Daniel Keita-Ruel aufgrund einer Tätlichkeit an Felix Kroos mit zehn Mann auskommen müssen. In der 70. Minute sah Berlins Nicolai Rapp wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Die Berliner sind jetzt fünf Spiele ohne Sieg, während die Fürther auch im sechsten Spiel in Folge zu Hause ungeschlagen blieben.

Der HSV kam im Rennen um den Aufstieg am 30. Spieltag wieder nicht über ein Remis hinaus. Da auch Union Berlin in Fürth kein Dreier glückte, war Paderborn der große Nutznießer des Spieltags und ist jetzt auf dem Relegationsplatz. Am Ostersonntag versuchen Heidenheim und St. Pauli im direkten Duell, oben dranzubleiben. Köln kann den Aufstieg in Dresden fast schon perfekt machen. Im Kellerduell zwischen Duisburg und Sandhausen fand sich kein Sieger.

Mit einer Aufholjagd gegen den SV Sandhausen hat der MSV Duisburg wieder ein Lebenszeichen gesendet. Im Kellerduell kam das Schlusslicht gegen den SV Sandhausen zu einem 2:2 (0:1) und verließ durch den Punkt zumindest vorübergehend den letzten Platz. Die Führung durch Andrew Wooten (28., 62./Foulelfmeter) glichen Havard Nielsen (71.) und Kevin Wolze (88./Handelfmeter) noch aus.

Duisburg hat vier Spieltage vor Saisonende acht Punkte Rückstand zum Tabellen-15., aber vorerst nur vier zum Relegationsplatz. Dagegen konnte Sandhausen, mit 14 Punkten aus den vergangenen sechs Partien, durch das Remis den Abstand zur Abstiegszone vorübergehend auf vier Zähler vergrößern.

In dem für Duisburg so wichtigen Heimspiel zeigte das Team erst spät die nötige Leidenschaft und kam somit über den einen Punkt nicht hinaus. Lange Zeit mühten sich die "Zebras" vergeblich, um nach dem 0:1 die kompakte Sandhäuser Abwehr vor ernsthafte Probleme zu stellen. Erst in der Schlussphase, als erneut Wooten vom Elfmeterpunkt auf 2:0 für die Gäste erhöht hatte, konnten Nielsen per Drehschuss und Wolze per Handelfmeter den Rückstand noch aufholen.

Steve Breitkreuz (Mitte) im Zweikampf mit Hamburgs Manuel Wintzheimer (rechts). (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga lassen der Hamburger SV und Union Berlin wichtige Punkte liegen. Der SC Paderborn hingegen siegt und klettert auf den Relegationsplatz.

Der Hamburger SV hat auf dem Weg zum Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga erneut gepatzt. Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf musste sich gegen Erzgebirge Aue mit einem 1:1 (0:1) begnügen und liegt nach dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg als Tabellenzweiter nur noch zwei Punkte vor dem SC Paderborn auf dem Relegationsrang.

Philipp Zulechner brachte die Gäste nach zuletzt vier Niederlagen in Serie in Führung (43.). Manuel Wintzheimer (53.) glich für die Hamburger aus, die am Dienstag (20.45 Uhr im Liveticker bei t-online.de) im Halbfinale des DFB-Pokals Bundesligist RB Leipzig empfangen.

Der SC Paderborn hat das Verfolgerduell für sich entschieden und den Aufstiegs-Relegationsplatz erobert. Gegen Holstein Kiel setzte sich das Team von Trainer Steffen Baumgart mit 2:1 (0:0) durch und verdrängte Union Berlin mit 51 Punkten von Rang drei, Kiel liegt mit 46 Punkten auf Platz fünf.

Masaya Okugawa (47.) brachte die Störche kurz nach dem Seitenwechsel in Führung. Kai Pröger (57.) erzielte den Ausgleich. In der Schlussphase traf Christopher Antwi-Adjei (82.) zum 2:1 für Paderborn.

Union Berlin hat in der einen Big Point im Aufstiegsrennen verpasst. Die Eisernen musste sich trotz zwischenzeitlicher Überzahl bei der SpVgg Greuther Fürth mit einem 1:1 (1:0) begnügen, verloren nach einer Führung zwei wichtige Zähler und rutschten auf den vierten Platz ab.

Joshua Mees (35.) sorgte per Kopf für die Führung der Gäste, Marco Caligiuri(67.) glich für die Franken vor 9650 Zuschauern aus. Das Kleeblatt hatte ab der 38. Minute nach der Roten Karte für Torjäger Daniel Keita-Ruel aufgrund einer Tätlichkeit an Felix Kroos mit zehn Mann auskommen müssen. In der 70. Minute sah Berlins Nicolai Rapp wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Der MSV Duisburg hat im Abstiegskampf trotz einer starken Aufholjagd einen womöglich vorentscheidenden Rückschlag kassiert. Im Kellerduell gegen den direkten Konkurrenten SV Sandhausen reichte es für den MSV am Samstag zum Auftakt des 30. Spieltags nur zu einem 2:2 (0:1), die Chance auf die direkte Rettung ist bei sieben Punkten Rückstand auf Sandhausen und Rang 15 gering.

Nach dem 0:2-Rückstand durch einen Doppelpack von Andrew Wooten (28./62., Foulelfmeter) kam Duisburg zwar durch Havard Nielsen (71.) und Kevin Wolze (88., Handelfmeter) zurück ins Spiel, blieb aber letztlich zum sechsten Mal in Serie sieglos.

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