Kinderpornos: Polizist aus dem Kreis Paderborn suspendiert - Radio Bielefeld
Kinderporno-Skandale bei Polizei in NRW und München
Ermittlungen in NRW: Bei den Untersuchungen zum Polizeiskandal von Lügde hat das NRW-Innenministerium nun einen weiteren Fall aufgedeckt. (Symbolfoto) (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Ein Polizist aus Paderborn wurde mit kinderpornografischem Material erwischt. Der Beamte wurde am vergangenen Freitag suspendiert. Das bestätigte das NRW-Innenministerium t-online.de.

Nach dem Missbrauchsskandal in Lügde sind Ermittler in Nordrhein-Westfalen einem weiteren Polizisten auf der Spur. Demnach wurde ein 53 Jahre alter Schutzpolizist der Kreispolizei Paderborn mit kinderpornografischem Material ertappt. Bisher fanden die Ermittler jedoch keine Verbindungen zu dem Fall in Lügde. Das teilte eine Sprecherin des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen t-online.de am Dienstag mit. 

Zuvor hatte der TV-Sender RTL ein Interview mit dem NRW-Innenminister Herbert Reul veröffentlicht. “Ich bin total fassungslos über das, was da passiert ist. Für mich gehören solche Leute nicht mehr in die Polizei”, sagte er und berichtete über den neu aufgedeckten Fall.

Die Sprecherin des NRW-Innenministeriums ergänzte: Als Schutzpolizist sei der Mann “in keiner Weise mit Ermittlungsführung betraut”. Die Polizei in Paderborn äußerte sich anfangs nicht zu den Ermittlungen.

Am Dienstagnachmittag veröffentlichte die Kreispolizeibehörde Paderborn eine Pressemitteilung. Darin war die Rede von einer “schwerwiegenden Straftat”. Dass diese im Zusammenhang mit Kinderpornografie steht, wurde in der Mitteilung nicht erwähnt. 

In der Mitteilung hieß es nur: Nachdem sich Hinweise gegen den Mitarbeiter der Kreispolizeibehörde Paderborn in der vergangenen Woche erhärtet haben, wurde der Beamte umgehend vom Dienst suspendiert. “Der Polizist darf … bis auf Weiteres die Dienststelle nicht mehr betreten. Zudem musste er seine Dienstwaffe und den Dienstausweis abgeben”, hieß es weiter.

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Paderborn/München – Nächster Skandal bei der Polizei NRW! Bei einem Beamten (53) in Paderborn wurden laut RTL Kinderpornos gefunden. Er wurde bereits am Freitag vom Dienst suspendiert. Seine Dienstwaffe musste er abgeben. Auch in München gibt es einen Fall bei der Polizei – dort geht es sogar um Missbrauch.

Auf die Spur des Polizisten in NRW kamen die Ermittler laut RTL im Zuge eines Verfahrens in Hessen. Dort hatte ein Verdächtiger weit mehr als 100 E-Mails mit kinderpornografischem Inhalt verschickt, unter anderem auch an den Polizeihauptkommissar in NRW. Laut Ministerium war er als Schutzpolizist eingesetzt.

Der Fall wurde 2018 an die Polizei in NRW weitergegeben, daraufhin wurden dort die Ermittlungen aufgenommen. Das Haus des Verdächtigen wurde durchsucht, Handy und Computer beschlagnahmt. Dabei fand man das kinderpornografische Material.

NRW-Innenminister Herbert Reul (66, CDU) zu RTL: Ich bin total fassungslos über das, was da passiert ist. Für mich gehören solche Leute nicht mehr in die Polizei.

Derzeit steht die Polizei NRW bereits stark in der Kritik wegen der Ermittlungen zu den Missbrauchsfällen von Lügde. Nachdem mehrere Beweise verschwunden sind, wurde auch in diesem Rahmen ein Polizist vom Dienst suspendiert. Zwischen beiden Fällen besteht laut RTL aber keine Verbindung.

Ausgerechnet ein Polizeibeamter, in dessen eigenen Fällen schon dreimal Beweise verschwanden, war zeitweise Leiter der Ermittlungskommission im Fall Lügde – in dem ebenfalls Beweise verschwanden (155 CDs und DVDs).

Ausgerechnet ein Beamter, in dessen Fällen schon mehrfach Beweise verschwanden, ermittelte auch im Missbrauchsfall von Lügde.

Die bayerische Polizei hat momentan ebenfalls mit einem Skandal zu kämpfen. Kripo und LKA ermitteln gegen einen Beamten aus dem Münchner Umland wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen sowie des Verbreitens pornografischer Schriften.

Am 14. März wurde der Polizist festgenommen, seine Wohnung durchsucht. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II erging Haftbefehl. Zeitgleich hat das Polizeipräsidium Oberbayern Nord den Tatverdächtigen vom aktiven Polizeidienst suspendiert.

Ein Polizist aus dem Münchner Umland sitzt wegen sexuellen Missbrauchs in U-Haft. Die Ermittler gehen von mindestens zwei Fällen aus.