Paderborn gewinnt 5:1 beim 1. FC Heidenheim
2. Fußball-Bundesliga: Niederlage in Dresden – Ingolstadts Krise verschärft sich
Der SC Paderborn hat das 150. Zweitligaspiel des 1. FC Heidenheim gründlich vermiest. Mit 5:1 triumphierte die Elf von Steffen Baumgart in einer mit offenem Visier geführten Zweitligapartie beim FCH und beendete somit zwei Serien: Nach vier sieglosen Spielen feierte Paderborn wieder einen Dreier, Heidenheim musste nach sechs ungeschlagenen Partien wieder eine Niederlage einstecken.

Heidenheims Trainer Frank Schmidt verhalf Multhaup zu dessen Startelf-Debüt in Liga zwei, für ihn musste Andrich auf der Bank Platz nehmen. Ansonsten vertraute Schmidt den gleichen Spielern, die vor der Länderspielpause beim 1:1 auf St. Pauli begonnen hatten.

Mit dem Auswärtserfolg im Südwesten springt das Team von Trainer Steffen Baumgart (46) auf Rang 7. Wir hatten ein, zwei Situationen zu überstehen. Jetzt freuen wir uns über die drei Punkte, erklärte Baumgart.

Paderborns Trainer Steffen Baumgart musste kurzfristig auf Gueye verzichten, für ihn kam Michel zu seinem Comeback nach Achillessehnenverletzung. Die zweite Änderung im Vergleich zum 4:4 gegen Holstein Kiel: Vasiliadis ersetzte Gjasula in der Mittelfeldzentrale.

Mit 5:1 überrollt der Aufsteiger die Gastgeber aus Heidenheim. Christopher Antwi-Adjei (24) eröffnet den Tor-Rausch, ehe Philipp Klement (26), Sven Michel (28) und zweimal Sebastian Vasiliadis (21) knipsen.

Von Beginn an entwickelte sich ein enorm offensiv geführtes Zweitligaspiel mit besten Möglichkeiten auf beiden Seiten: Nach einem zu kurz geratenen Rückpass von Dräger stand Schnatterer alleine vor Zingerle, schob den Ball aber denkbar knapp am Tor vorbei (10.). Auf der Gegenseite hatte der FCH wiederum Glück, dass ein wuchtiger Abschluss von Michel von der Unterkante der Latte knapp vor die Torlinie prallte (18.). Auch im weiteren Verlauf ging es munter hin und her auf der Ostalb: Sowohl Vasiliadis für Paderborn (20.) als auch Multhaup (26.) für Heidenheim vergaben vorzeigbare Schusschancen.

Fünf Tore in Heidenheim – damit demonstriert der Ex-Bundesligist seine überragende Angriffs-Kraft: Mit 31 Toren in 14 Partien stellen die Ostwestfalen einen neuen Vereinsrekord in der 2. Liga auf.

Den Torreigen eröffneten dann die offensiv etwas gefälligeren Gäste: Im Anschluss an eine abgewehrte Ecke blieb Dräger aus der Distanz noch an der Heidenheimer Abwehr hängen, der Ball prallte aber zu Antwi-Adjej, der Maß nahm und aus rund 20 Metern sehenswert zur Führung traf (30.). Und die Gäste legten prompt nach – erneut durch einen technisch hervorragenden Distanztreffer: Klement zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern ins rechte Toreck (36.). Zwei sehr feine Treffer der Paderborner, allerdings auch jeweils begünstigt durch FCH-Schlussmann Müller, der beide Schüsse noch mit den Fingern berührte, jedoch nicht mehr abwehren konnte.

Entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Derby am Freitag! Dann kommt ausgerechnet die kriselnde Arminia (seit 7 Spielen sieglos) nach Paderborn…

Heidenheim aber blieb im Spiel und drückte auf den Anschlusstreffer, den Multhaup zunächst zweimal binnen kürzester Zeit vergab (40., 43.), ehe der Startelf-Debütant den Ball im vierten Versuch dann doch noch im Tor versenkte: Nach einer Chip-Flanke von Thomalla stand der Offensivmann am zweiten Pfosten völlig frei und markierte sein erstes Zweitligator (44.). Das Chancenfestival der ersten 45 Minuten schloss erneut Antwi-Adjej ab, der in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs gleich zweimal an Müller scheiterte.

Die vielen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem genesenen Sven Michel gestellt hatten, waren mit der Bekanntgabe der Aufstellung beantwortet. Der SCP-Angreifer war nicht nur mit nach Heidenheim gereist, er stand nach seiner neunwöchigen Auszeit auch gleich wieder in der Startelf, wo er den Platz des nicht für den Kader nominierten Senegalesen Babacar Guèye einnahm. Der zweite und letzte Tausch, den Trainer Steffen Baumgart im Vergleich zum 4:4 gegen Kiel vornahm, betraf das defensive Mittelfeld. Dort bekam Sebastian Vasiliadis den Vorzug vor Klaus Gjasula. Das wäre bekanntlich schon gegen Kiel der Fall gewesen, wenn sich der 21-Jährige vor zwei Wochen nicht beim Aufwärmen leicht verletzt hätte.

Der spielfreudige Antwi-Adjej eröffnete chancentechnisch auch den zweiten Durchgang mit einem Schlenzer knapp am Tordreieck vorbei (53.). Mit zunehmender Spieldauer riss aber die Heimelf das Spielgeschehen immer weiter an sich, Schnatterers Schuss aus hervorragender Position blieb an Drägers Rücken hängen (61.). Der Ausgleichstreffer gelang der Schmidt-Elf allerdings nicht, stattdessen erhöhte Paderborn – allerdings unter gütiger Mithilfe von FCH-Schlussmann Müller. Eine Flanke von Dräger konnte der Keeper nicht festhalten und legte so auf für Michel, der schnell reagierte und aus kurzer Distanz das 1:3 markierte (71.).

Apropos Winkel: Das – aus SCP-Sicht – rechte obere Dreieck hatte bis dahin noch keinen Ball aus nächster Nähe gesehen, aber Philipp Klement sorgte dafür, dass sich das änderte und erhöhte in der 36. Minute mit einem seiner gefürchteten Freistöße und seinem neunten Treffer auf 2:0 für die Gäste. Keeper Leopold Zingerle durfte sich in dieser Phase aufs Jubeln konzentrieren und bekam vor der Pause doch noch mehr Arbeit, als ihm lieb sein konnte. Zweimal (41., 43.) entschied er das direkte Nahdistanzduell mit Maurice Multhaup für sich. Bei der dritten Auflage war Paderborns Nummer eins gegen Heidenheims viel zu freie Nummer 17 aber ohne Chance (44.).

Der Treffer brach den Heidenheimer Widerstand – und Paderborn konnte seine spielerische Klasse ausspielen. Vasiliadis stellte zunächst nach feiner Kombination über Michel und Tekpetey auf 1:4 (79.) und köpfte in der Nachspielzeit noch eine Dräger-Flanke zum 1:5-Endstand in die Maschen (90.+2) – der Schlusspunkt der Partie, die das Ende zweier Serien bedeutete: Heidenheim verließ den Platz nach zuletzt sechs ungeschlagenen Spielen wieder als Verlierer, Paderborn feierte nach vier sieglosen Partien wieder einen Dreier.

Wenige Augenblicke nach Wiederbeginn sorgten die Hobby-Pyrotechniker unter den FCH-Fans für eine Spielunterbrechung. Der Nebel vor seinem Tor war aber längst wieder verzogen, als Zingerle der zweite Gegentreffer drohte, doch der scharfe Schnatterer-Schuss blieb schon am Rücken von Mohamed Dräger hängen (61.). Die Gastgeber hatten nun deutlich mehr vom Spiel, wollten ihre Serie von sieben Pflichtspielen ohne Niederlage ausbauen und wurden kalt erwischt. Eine Flanke von Dräger bekam Kevin Müller nicht unter Kontrolle und Michel staubte bei seinem Comeback zum 1:3 ab (71.).

Heidenheim will sich am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) beim SV Sandhausen für die Heimpleite rehabilitieren, Paderborn empfängt bereits am Freitagabend (18.30 Uhr) Arminia Bielefeld.

Dass diese Einschätzung auf die Offensive wie die Defensive zutrifft, zeigten die ersten Minuten in der Voith-Arena. Zunächst verfehlte ein von Philipp Klement abgegebener und abgefälschter Schuss nur knapp das Heidenheimer Gehäuse (5.), dann wurde es auf der anderen Seite des Feldes ganz eng. Einen viel zu kurzen Rückpass von Mohamed Dräger schnappte sich Marc Schnatterer, doch der Kapitän traf nur den Außenpfosten (10.).

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Der Ausgleich in der Rubrik der Alutreffer ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Sven Michel traf sechs Minuten später die Unterkante der Latte (16.). Das entscheidende Stückchen genauer zielte dann Christopher Antwi-Adjei, der das Spielgerät in der 30. Minute von der Strafraumkante in den Winkel beförderte und neben der Führung auch sein erstes Saisontor feierte.

Auch im achten Spiel unter Trainer Alexander Nouri gab es für Ingolstadt keinen Erfolg. St. Pauli verspielte seinen Sieg kurz vor Schluss – und Paderborn schoss Heidenheim ab.

Heidenheims Trainer Frank Schmidt musste im Heimspiel des Achten gegen den Zehnten auf seinen Toptorjäger Robert Glatzel (sieben Treffer in zehn Spielen) verzichten, empfing den SCP aber auch unabhängig davon mit viel Respekt: Der SC Paderborn ist eine unberechenbare Mannschaft. Wer den 1. FC Köln auswärts mit 5:3 schlägt, ist zu allem in der Lage.

Der FC Ingolstadt hat auch das achte Spiel unter Trainer Alexander Nouri in der 2. Bundesliga nicht gewinnen können. Nach dem 0:2 (0:2) gegen Dynamo Dresden steht Nouri in seiner Ingolstädter bei nun drei Punkten aus acht Spielen.

Bekannt dafür, im Verteidigen von Führung nicht die Verlässlichsten zu sein, entschieden sich die Paderborner dazu, den Abstand noch zu erhöhen. Nach Vorarbeit von Bernhard Tekpetey war Vasiliadis zur Stelle und stellte auf 1:4 (79.). Damit nicht genug. Vasiliadis legte Sekunden vor dem Schlusspfiff noch das 1:5 nach.

Nach zuletzt drei Unentschieden in Folge, denen vier Niederlagen vorangegangen waren, verloren die Schanzer die Partie und bereits nach fünf Minuten Phil Neumann. Der Innenverteidiger sah die Rote Karte, nachdem er einen Elfmeter verursacht hatte. In den weiteren Sonntagspartien besiegte Paderborn Heidenheim 5:1 (2:1) und Regensburg trennte sich 1:1 von St. Pauli.

Heidenheim (WB). Fußball-Zweitligist SC Paderborn 07 hat sich in beeindruckender Manier aus der Länderspielpause zurückgemeldet. Fünf Tage vor dem OWL-Duell gegen Arminia Bielefeld gewann der SCP seine Partie beim 1. FC Heidenheim mit 5:1 (2:1) und verbesserte sich mit dem höchsten Saisonsieg auf den siebten Platz.

Nach dem frühen Platzverweis verwandelte Dresdens Patrick Ebert den Elfmeter zum 1:0 (7. Minute). Als Moussa Koné, der bereits den Strafstoß herausgeholt hatte, zum 2:0 traf (16.), war das Spiel aus Ingolstädter Sicht schon fast gelaufen.

Der Tabellenletzte wollte sich aber nicht ergeben – und kam gerade in der zweiten Hälfte zu guten Chancen. Dresdens Torwart Markus Schubert und einige Verteidigerbeine verhinderten aber, dass Ingolstadt der Anschlusstreffer gelang.

St. Pauli hat einen Erfolg bei Jahn Regensburg in der Schlussphase verspielt. In Regensburg reichte ein Treffer von Henk Veerman (39.) nicht für einen Auswärtssieg. Der eingewechselte Sebastian Stolze glich die Hamburger Führung kurz vor Schluss (87.).

Das Spiel machten in beiden Hälften die Regensburger. Insgesamt 27 Schüsse gab der neue Tabellenachte in Richtung des Tores von St. Pauli ab. Lediglich sechsmal ging der Ball jedoch auf das Tor.

St. Pauli kletterte durch den Punkt auf den dritten Platz, kann am Montag aber wieder auf Platz vier Rutschen. Dazu reicht Union Berlin im Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV (20 Uhr, TV: Sky; Liveticker auf SPIEGEL ONLINE) ein Punkt.

Der SC Paderborn hat Heidenheims Serie von sieben Spielen ohne Niederlage gebrochen. Christopher Antwi-Adjei (30.) und Philipp Klement (35.) sorgten mit einem Doppelschlag für eine Zwei-Tore-Führung. Trotz des Anschlusstreffers von Maurice Multhaup direkt vor der Halbzeit (44.) und zehn Schüssen auf das Paderborner Tor kam Heidenheim nicht zum Ausgleich.

Vielmehr fielen die Tore ab der 70. Minute auf der Heidenheimer Spielhälfte. Sven Michel (71.) und Sebastian Vasiliadis (79., 90.+2) sorgten für den klaren Erfolg. Durch den Sieg hat Paderborn nur noch drei Punkte Rückstand auf den Dritten, St. Pauli.