Schiedsrichter Gerach zeigt beim 1:3 zwischen Uerdingen und Osnabrück Nerven - RP Online
Dreimal aus der Distanz: VfL weiter auf Kurs
Der VfL Osnabrück hat beim KFC Uerdingen den fünften Sieg in Folge eingefahren und damit einen neuen vereinsinternen Drittligarekord aufgestellt. Die Niedersachsen gewannen beim KFC mit 3:1 und haben damit einen weiteren großen Schritt in Richtung Zweitligaaufstieg gemacht. Unterdessen muss Uerdingen mit sieben Zählern Vorsprung bei fünf noch ausstehenden Partien die Abstiegsränge auch weiterhin im Blick halten.

Nach dem 3:1 in Lotte musste Uerdingens Trainer Frank Heinemann zwei Wechsel vornehmen: Erb hatte gegen Lotte die fünfte Gelbe gesehen und fehlte gesperrt, Matuschyk zog sich einen Syndesmoseriss zu. Es begannen Maroh und Pflücke.

VfL Osnabrück: “Nie mehr Dritte Liga!”

Zwei Wechsel nahm auch VfL-Coach Daniel Thioune nach dem 1:0 gegen Braunschweig vor: Konrad und Girth rotierten auf die Bank, Trapp und Pfeiffer liefen von Beginn an auf.

Nach dem späten Osnabrücker Sieg im Hinspiel hatte Uerdingens suspendierter Schorch zu Protokoll gegeben, dass es im Rückspiel “richtig knallen” würde. Dieser Knall blieb – aus Sicht des KFC – allerdings aus. Denn nachdem Pflücke nach schnellem Antritt am Abschluss gescheitert war (4.) brachte Alvarez die Gäste in Front, indem er einen Freistoß über die Mauer und ins Tor zirkelte (6.).

Zwar zeigte sich Uerdingen von dem frühen Rückstand wenig beeindruckt, blieb im Abschluss aber zu unpräzise. So produzierte Dorda eine Bogenlampe (15.) und Aigner schob in der besten Szene ein Zuspiel von Maroh am Tor vorbei (16.). In der Folge fand die Partie hauptsächlich im Mittelfeld statt – beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Die Hausherren ließen beim letzten Zuspiel in die Spitze die nötige Präzision vermissen, um den Spitzenreiter vor Probleme zu stellen.

Im zweiten Durchgang konnte sich Osnabrück bei Körber bedanken, der zunächst ein Pflücke-Zuspiel vor Beister wegspitzelte (51.) und dann einen Schuss von Pflücke parierte (53.). Wenig später entschied Osnabrück die Partie dann in kürzester Zeit: Ouahim ergrätschte sich den Ball und schlenzte das Leder ins Tor (55.), ehe Blacha nur vier Minuten später per Distanzschuss auf 3:0 stellte (59.).

Erst in der Schlussphase erhielt Uerdingen noch einmal Oberwasser: Nachdem Aigner von Ajdini per Bodycheck gestoppt worden war, verkürzte Beister per Foulelfmeter auf 1:3 (78.). Anschließend musste Engel, nachdem er sich bei einem Duell mit Beister verhakt hatte, mit Rot vom Platz (80.). Doch trotz Überzahl und der Hereinnahme von Osawe für Maroh (84.) gelang Uerdingen der Anschlusstreffer nicht mehr, denn Körber klärte vor Lukimya (90.) und Aigners Schuss aus zweiter Reihe geriet zu hoch (90.+3). Und so kann der VfL mit dem fünften Drittligasieg in Folge nicht nur einen neuen Vereinsrekord feiern, sondern es rücken auch die Aufstiegsfeierlichkeiten in immer greifbarere Nähe.

Uerdingen empfängt am Montag (19 Uhr) Braunschweig. Für Osnabrück geht es bereits am Samstag (14 Uhr) gegen Aalen weiter.

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Ein Tor schöner als das andere – der VfL Osnabrück hat die Auswärtsspartie beim KFC Uerdingen am Sonntag zu einer ersten kleinen Aufstiegsparty gemacht. Die Niedersachsen siegten am Sonntag in Duisburg mit 3:1 (1:0) und die zahlreich mitgereisten Fans sangen lautstark: “Nie mehr Dritte Liga, nie mehr, nie mehr!” Es war der 20. Saisonsieg der Lila-Weißen im 33. Spiel – bei nur drei Niederlagen. “Im Aufstiegsrennen tut uns das natürlich gut”, sagte Trainer Daniel Thioune. “Die Spiele werden weniger, die Punkte werden mehr, es läuft optimal für uns.” Der Vorsprung auf den Relegationsrang drei beträgt weiter zwölf Punkte. Für Ärger sorgte eine fragwürdige Rote Karte für Osnabrücks Konstantin Engel.

Dreimal traf der VfL Osnabrück beim KFC Uerdingen – ein Tor war beim 3:1-Erfolg schöner als das andere. Für die Niedersachsen ist der Aufstieg in die Zweite Bundesliga nun schon ganz nah.

Tore: 0:1 Alvarez (6.) 0:2 Ouahim (55.) 0:3 Blacha (59.) 1:3 Beister (78., Foulelfmeter) KFC Uerdingen: Benz – Großkreutz (71. Bittroff), Lukimya, Maroh (84. Osawe), Dorda – Konrad, Pflücke – Beister, Krempicki (62. Kefkir), R. Rodriguez – Aigner VfL Osnabrück: Körber – Ajdini, Susac, M. Trapp, K. Engel – Ouahim (86. Konrad), Blacha, Taffertshofer, Heider (73. Farrona Pulido) – Alvarez (64. Amenyido), Pfeiffer Zuschauer: 6301 Weitere Daten zum Spiel

Die Partie brauchte keine Anlaufzeit – besonders Uerdingens Patrick Pflücke nicht. Der Mittelfeldspieler schnappte sich tief in der eigenen Hälfte den Ball, sprintete in einem atemberaubenden Tempo los, lief allen davon und stand wenig später frei vor dem Osnabrücker Tor. Er schoss aber drüber (4.). Glück für den VfL.

Nur zwei Minuten später legte sich auf der anderen Seite Marcos Alvarez den Ball zum Freistoß zurecht – und zeigte, wie das mit dem Ball richtig geht. Der 27-Jährige schoss über die Mauer genau ins Eck, Torhüter Robin Benz gab sich geschlagen – 1:0 für Lila-Weiß.

Die Krefelder näherten sich in der Folge langsam wieder über Standards an. Die beste Chance hatte Stefan Aigner, der 126-malige Bundesliga-Spieler wurde aber im letzten Moment noch gestört (16.). Ansonsten ließen beide Mannschaften nur wenig zu. Ulrich Taffertshofer (19.) und Anas Ouahim (48.) versuchten es genauso erfolglos aus der Distanz wie die Krefelder Maximilian Beister (20.) und Pflücke (35./53.). Beister tauchte einmal frei vor VfL-Keeper Nils Körber auf, rutschte aber aus, bevor er schießen konnte (52.).

Der VfL Osnabrück steht vor der Rückkehr in die Zweite Liga – dank Benjamin Schmedes. Im Sportclub sprach der Sportdirektor über den möglichen Aufstieg und sein Erfolgsrezept. Video (14:48 min)

Wie schon im ersten Durchgang gaben die Niedersachsen auf die Großchance die prompte Antwort. Diesmal in Person von Ouahim. Der Deutsch-Marokkaner eroberte vor dem KFC-Strafraum den Ball, schlug noch einen Haken und schlenzte das Leder unhaltbar zum 2:0 ins lange Eck (55.). Noch schöner machte es wenig später David Blacha: Osnabrücks Mittelfeldstratege zog aus 25 Metern ab und jagte den Ball in den Winkel (59.). Damit hatten Alvarez und Co. ihrem Gegner, der eigentlich den besseren Eindruck gemacht hatten, den Zahn gezogen.

Mehr als ein verwandelter Foulelfmeter von Beister (77.) war nicht mehr drin für die Hausherren, obwohl sie zehn Minuten in Überzahl spielten. Beister bekam im Zweikampf im Fallen unglücklich den Fuß von Engel in den Schritt. Für Schiedsrichter Timo Gerach offenbar eine Tätlichkeit. Eine fragwürdige Entscheidung, die aber nichts mehr am Osnabrücker Sieg änderte.

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