Die insolvente Paracelsus-Klinikgruppe hat ihr Konzept für die Sanierung vorgestellt. Demnach sollen allein am Standort Osnabrück etwa 50 Stellen gestrichen werden. 30 Beschäftigte müssen im Klinikbereich gehen, 20 weitere in der Konzernzentrale. Das sagte der Generalbevollmächtigte Reinhard Wichels. Treffen wird es neben Verwaltungskräften voraussichtlich Ärzte und medizinisch-technisches Personal. Der Pflegebereich soll ausgespart werden. Derzeit würden Gespräche mit den Betriebsräten geführt, hieß es weiter.

Um die Pleite abzuwenden, werden wohl 400 Mitarbeiter der Paracelsus-Kliniken gehen müssen – 50 davon alleine in Osnabrück.

Das Konzept sieht weitere Schritte vor: So soll unter anderem die Augenheilkunde zurück an den Standort geholt werden. Es sei ein strategischer Fehler gewesen, dass die Augenheilkunde in der Klinik aufgegeben worden sei, so Wichels. Die Klinik müsse verlorengegangene Patienten zurückgewinnen. Auch die ambulante Strahlentherapie und die Urologie sollen wachsen. Zudem solle es eine bessere Verzahnung von ambulanten und stationären Angeboten geben.

Wichels will das Profil der Paracelsus-Klinik am Natruper Holz stärker schärfen: „Kopf, Hals, Nervensystem“ – das sollen in Zukunft die ineinander greifenden medizinischen Schwerpunkte sein. Neurologie, Neurochirurgie, Hals-Nasen-Ohren (HNO), Orthopädie und Augenheilkunde sollen gestärkt werden. Interessant: Die Augenklinik „Visual eins“ hat das Paracelsus-Haus erst im vergangenen Jahr verlassen und am Klinikum einen Neubau bezogen. Wichels will diese Disziplin wieder am Natruper Holz etablieren. Die Frage, wer die Augenheilkunde betreiben soll, beantwortete Wichels nicht.

Im stationären Bereich solle das Profil mit Neurochirurgie, Neurologie, Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohren und Orthopädie weiter geschärft werden. “Das ist ein Konzept, das in sehr vielen Städten von anderen Anbietern erfolgreich betrieben wird”, sagte Wichels.

Der Arbeitsplatzabbau des insolventen Klinikkonzerns Paracelsus wird neben den Standorten in Karlsruhe und Osnabrück auch die Kliniken in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein), Zwickau und Reichenbach (Sachsen) treffen. Das gab der Generalbevollmächtigte Reinhard Wichels gestern nach einer Mitarbeiterversammlung  bekannt, berichtet die Osnabrücker Zeitung (NOZ). In Osnabrück sollen 30 Stellen in der Klinik abgebaut werden, davon 25 im klinischen Bereich und fünf in der Verwaltung. 20 weitere Arbeitsplätze sollen in der Konzern-Zentrale gestrichen werden. Insgesamt werden voraussichtlich rund 400 Arbeitsplätze bei Paracelsus betroffen sein. 190 fallen am Standort Karlsruhe weg, der geschlossen werden soll. Wie es für die anderen betroffenen Kliniken weitergehen soll, will Wichels in den kommenden Tagen mitteilen.

Der Konzern hatte kurz vor Weihnachten Insolvenz in Eigenregie beantragt. Nach Angaben der Paracelsus-Gruppe beträgt das Defizit rund 25 Millionen Euro. Es gebe bereits Gespräche mit potenziellen Investoren, erklärte Wichels. Er sei überzeugt, dass bis Mitte des Jahres die Neuausrichtung der Paracelsus-Gruppe stehe, sagte Wichels. “Wenn wir den Stellenabbau vollzogen haben, werden wir ganz schnell in eine wirtschaftlich tragfähige Situation kommen”, sagte Wichels. Die Defizite seien auf wenige Standorte begrenzt, die meisten Häuser seien wirtschaftlich gesund.

Über die Pläne muss noch der Gläubigerausschuss beraten. Auch ein Einstieg eines Investors sei nicht ausgeschlossen, hieß es. An allen Standorten werden derzeit außerdem Gespräche mit den Betriebsräten geführt. Der Arbeitsplatzabbau in Osnabrück sei hart an der Grenze, so Nicole Verlage, Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Aber: “Uns war bewusst, dass das nicht spurlos vorbeigehen würde. Grundsätzlich befürworten wir, dass die Paracelsus-Kliniken als Konzern bestehen bleiben”, sagte sie. Die Gewerkschafterin hofft vor allem auf einen sozialverträglichen Abbau der Arbeitsplätze und möglichst wenige betriebsbedingte Kündigungen.

Osnabrück (dpa/lni) – Der insolvente Klinikkonzern Paracelsus informiert heute seine Mitarbeiter am Standort Osnabrück über das dortige Sanierungskonzept. Die Krankenhausgruppe hatte kurz vor Weihnachten einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Defizit beträgt rund 25 Millionen Euro. Unter anderem in Osnabrück werden aller Voraussicht nach auch Jobs wegfallen. Bundesweit sollen 400 Stellen abgebaut werden. Darin eingeschlossen ist aber auch die Schließung eines Krankenhauses in Karlsruhe, wo 190 Stellen betroffen sind. In der Unternehmensgruppe arbeiten 5200 Menschen. Paracelsus hat rund 40 medizinische Einrichtungen, viele in Niedersachsen.

Paracelsus-Kliniken legen Sanierungskonzept vor

Bundesweit sollen insgesamt 400 Stellen abgebaut werden. Darin enthalten ist aber auch die Schließung eines Krankenhauses in Karlsruhe, dort sind 190 Stellen betroffen sind. Paracelsus hat rund 40 medizinische Einrichtungen mit 5.200 Mitarbeitern in ganz Deutschland. In Niedersachsen betreibt die Gruppe außer in Osnabrück auch Kliniken in Bad Essen (Landkreis Osnabrück), Bad Gandersheim (Landkreis Northeim) und Langenhagen (Region Hannover). In Bremen gibt es eine Paracelsus-Klinik, in Schleswig-Holstein zwei.

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Bei der Paracelsus-Klinikgruppe fallen deutschlandweit 400 Jobs weg, auch in Osnabrück. Das sagte der Sanierungsbeauftragte am Dienstag. Es gebe aber Gespräche mit Investoren. (13.02.2018) mehr

Osnabrück, Karlsruhe, Henstedt-Ulzburg, Zwickau und Reichenbach sind von den Streichungen betroffen.

Nach der Insolvenzanmeldung wollen die Paracelsus-Kliniken Stellen streichen. Das könnte die Krankenhäuser wieder wirtschaftlich machen.

Henstedt-Ulzburg. Vor allem "bettenferne Stellen"  – sprich: Mitarbeiter in der Verwaltung – sollen dabei  eingespart werden. Von den 60 Stellen sind 20 bereits durch eigenständige Kündigungen der Mitarbeiter weggefallen. 20 Verträge sind zeitlich befristet und laufen aus, die letzten 20 Vollzeitarbeitsplätze werden aus der verbliebenen Mitarbeiterschaft gestrichen. Nach Gesprächen mit dem Betriebsrat soll Ende kommenden Woche feststehen, in welchen Abteilungen welche Personen ihre Kündigung erhalten werden. Diese sollen Ende Februar ausgesprochen werden. Bei einer dreimonatigen Frist stehen die Paracelsus-Mitarbeiter im Juni auf der Straße.

Paracelsus-Kliniken stellen Sanierungskonzept vor

Die insolvente Klinikgruppe Paracelsus will an fünf Standorten in Deutschland Stellen streichen. Betroffen seien die Kliniken in Osnabrück, Karlsruhe, Henstedt-Ulzburg, Zwickau und Reichenbach, sagte der Generalbevollmächtigte Reinhard Wichels am Dienstag in Osnabrück. Auch in der Osnabrücker Konzernzentrale sollen 20 Vollzeitstellen wegfallen. Paracelsus hat deutschlandweit rund 40 medizinische Einrichtungen. In dem Konzern arbeiten 5200 Menschen. Kurz vor Weihnachten beantragte das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung.

Gerettet ist mit dieser Bekanntgabe zunächst der Standort Henstedt-Ulzburg. Und auch die Gynäkologie mit der Geburtsstation wird weiterhin für Schwangere geöffnet sein. Bewegung kann darin möglicherweise erneut kommen, wenn ein Investor die Paracelsus Gruppe kauft und diese Station als zu teuer einschätzt. Aber: "Der Standort bleibt erhalten und auch das Spektrum der Klinik", betonte Geschäftsführer Michael Schlickum.

Paracelsus hatte bereits angekündigt, dass bundesweit 400 Stellen abgebaut werden sollen und das Haus in Karlsruhe geschlossen werden soll. An den einzelnen Standorten laufen derzeit Verhandlungen mit den Betriebsräten. Es gebe aber auch Gespräche mit potenziellen Investoren.

Zurück zu den Wurzeln: Paracelsus-Sanierer Reinhard Wichels will der Klinik am Natruper Holz in Osnabrück ein „schärferes Profil“ geben. Dazu gehört auch, 30 Stellen in der Klinik und 20 in der Konzern-Zentrale zu streichen.

Am Stammsitz Osnabrück sollen in der Klinik 30 Vollzeitstellen und in der Konzernverwaltung 20 Vollzeitstellen wegfallen, sagte Wichels. In Karlsruhe verlieren 190 Menschen ihren Job. Der Stellenabbau an den anderen Standorten entspreche vom Umfang her ungefähr dem in Osnabrück.

„Wenn wir den Stellenabbau vollzogen haben, werden wir ganz schnell in eine wirtschaftlich tragfähige Situation kommen“, sagte Wichels. Die Defizite seien auf wenige Standorte begrenzt, die meisten Häuser seien wirtschaftlich gesund. Bis Mitte des Jahres werde die Neuausrichtung der Paracelsus-Gruppe stehen.