Laabs, Oltmer und Ficara trafen für Jeddeloh. In einer ausgeglichenen Partie mit vielen Zweikämpfen war der SSV das effektivere Team.

Oldenburg Der gefeierte Mann war einer, der eigentlich gar nicht auf dem Platz stehen sollte. Als die Spieler des SSV Jeddeloh nach dem hart erkämpften 3:1 (0:0)-Erfolg beim VfB Oldenburg zu ihren Anhängern liefen, war klar, wer die traditionelle Humba anstimmen würde: Felix Bohe. Der 23-jährige Torwart der Ammerländer lieferte mit einem gehaltenen Elfmeter von VfB-Kapitän Thorsten Tönnies in der 61. Minute die wohl spielentscheidende Aktion – und wurde damit zum Jeddeloher Derbyhelden über Nacht.

Treffer bekamen die Zuschauer in Durchgang eins nicht zu sehen. Torlos ging es in die Halbzeit. Kurz nach dem Wiederanpfiff verließ Daniel Franziskus vom VfB Oldenburg den Platz. Für ihn spielte Süleyman Celikyurt weiter (50.). Das 1:0 von Jeddeloh stellte Nils Laabs für den Gast sicher (56.). Keven Oltmer beförderte das Leder zum 2:0 des Aufsteigers über die Linie (63.). Vor 2.410 Besuchern gelang Pascal Richter in der 86. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2 für Oldenburg. Alessandro Ficara stellte wenige Minuten vor dem Schlusspfiff den Stand von 3:1 für den SSV her (90.). Schlussendlich reklamierte der SSV Jeddeloh einen Sieg in der Fremde für sich und wies den VfB in die Schranken.

Denn Bohe, ansonsten die Nummer zwei im SSV-Tor und zuvor nur einmal in der Fußball-Regionalliga eingesetzt, hatte erst am Samstag erfahren, dass Stammkeeper Christian Meyer erkrankt war. Felix hat das überragend gemacht. Er hat viel Ruhe ausgestrahlt und auch bei langen Bällen sicher agiert. Das freut mich unheimlich für ihn, sagte SSV-Trainer Key Riebau.

Treffer bekamen die Zuschauer in Durchgang eins nicht zu sehen. Torlos ging es in die Halbzeit. Kurz nach dem Wiederanpfiff verließ Daniel Franziskus vom VfB Oldenburg den Platz. Für ihn spielte Süleyman Celikyurt weiter (50.). Das 1:0 von Jeddeloh stellte Nils Laabs für den Gast sicher (56.). Keven Oltmer beförderte das Leder zum 2:0 des Aufsteigers über die Linie (63.). Vor 2.410 Besuchern gelang Pascal Richter in der 86. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2 für Oldenburg. Alessandro Ficara stellte wenige Minuten vor dem Schlusspfiff den Stand von 3:1 für den SSV her (90.). Schlussendlich reklamierte der SSV Jeddeloh einen Sieg in der Fremde für sich und wies den VfB in die Schranken.

Stephan Ehlers (VfB): Das war ein ganz anderer Auftritt als in der Hinrunde. Ich sehe schon eine deutliche Entwicklung in der Truppe. Spielentscheidend waren für mich zwei Szenen. Das Foul von Gottschling, durch das wir Daniel auswechseln mussten, und der verschossene Elfmeter. Das hat uns das Genick gebrochen.

Durch die drei Punkte gegen Oldenburg verbessert sich Jeddeloh auf Platz vier. Der SSV ist seit drei Spielen unbezwungen. Mit dem Sieg baut der SSV Jeddeloh die erfolgreiche Saisonbilanz aus. Bislang holte Jeddeloh elf Siege, zwei Remis und kassierte erst sechs Niederlagen. Die Offensivabteilung des SSV funktioniert bislang zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk und schlug bereits 39-mal zu. Am kommenden Samstag tritt der VfB bei der SpVgg Drochtersen/Assel an, während der SSV Jeddeloh drei Tage zuvor den VfB Lübeck empfängt.

Nils Laabs (SSV): Wir haben unsere Vorgaben speziell in Halbzeit zwei gut umgesetzt. Natürlich hat es uns in die Karten gespielt, dass wir unsere erste gute Chance mit einem Tor krönen konnten. Das war für unsere Spielanlage wichtig.

D aniel Franziskus (VfB): Ich hoffe, dass ich am Samstag wieder spielen kann. Nach einem, wie ich meine, unnötigen Foul bin ich umgeknickt. Jeddeloh war wohl die etwas abgeklärtere Mannschaft. Wir waren in einigen Situationen einfach zu lieb.

0 Facebook Twitter Whatsapp Anzeige Der VfB nahm in der Startelf zwei Veränderungen vor und begann die Partie mit Siala und Fazlic statt Bastürk und Aalto. Auch der SSV Jeddeloh tauschte auf sechs Positionen. Dort standen Bohe, Canizalez, Stach, Samide, Bennert und Wegener für Hahn, Schaffer, Meyer, Gnerlich, Ziga und Fredehorst in der Startformation.

Peer-Bent Wegener (SSV): Es war ein enges Spiel, in dem wir zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht haben. Der Rasen war ganz gut, aber der heftige Wind hat es schwer gemacht, vernünftig zu kombinieren.

Pascal Richter (VfB): Unsere Gegentore waren überflüssig. Wir haben in diesen Situationen einfach zu nachlässig gehandelt. Bei meinem Tor hatte ich ein gutes Gefühl. Der Ball kam mir gut auf den Fuß, wobei der Wind auch unterstützte.

Trotz der Niederlage bleibt der VfB Oldenburg auf Platz 14. Der Gastgeber baute die Mini-Serie von zwei Siegen nicht aus.

Kevin Samide (SSV): Es war ein verdienter Sieg für uns. Mit unserer Spielweise haben wir gezeigt, dass wir einen guten Plan hatten. Da viele von uns beim VfB gespielt haben, mussten wir nicht besonders motiviert werden.

Trotz der Niederlage bleibt der VfB Oldenburg auf Platz 14. Der Gastgeber baute die Mini-Serie von zwei Siegen nicht aus.

Nachdem Jeddeloh das Hinspiel deutlich dominiert hatte (2:0), präsentierte sich der VfB dieses Mal auf Augenhöhe. Bei eisigen Temperaturen und böigem Wind neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Viele Zweikämpfe prägten das Spielgeschehen, Torraumszenen waren zunächst Mangelware.

Nils Laabs (56. Minute), Keven Oltmer (63.) und der eingewechselte Alessandro Ficara (90.+1) machten den SSV bei einem Gegentreffer durch Pascal Richter (86.) schlichtweg zum effektiveren Team.

Wir waren heute nicht die schlechtere Mannschaft. Es haben Nuancen entschieden, meinte VfB-Trainer Stephan Ehlers. Wir hatten in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz, waren aber nicht zwingend. Der VfB hatte die größeren Chancen, sagte Riebau.

Die mit Abstand größte Gelegenheit in einem chancenarmen ersten Durchgang hatte Daniel Franziskus. Hugo Magouhi setzte sich stark im Mittelfeld durch und spielte den treffsichersten VfB-Angreifer frei, der jedoch knapp am Tor vorbeischoss (21.).

Kurz nach der Pause musste der Gastgeber wechseln. Franziskus, der von Marcel Gottschling hart gefoult wurde (er sah Gelb) und dabei umgeknickt war, konnte nicht mehr weitermachen – eine klare Schwächung des VfB-Angriffs. In der 56. Minute jubelten dann die Ammerländer. Nach einer Flanke von Oltmer war Laabs frei und köpfte mit seinem elften Saisontor ein – der Treffer fiel zu diesem Zeitpunkt überraschend, da Jeddeloh bis dato kaum torgefährlich geworden war. Das ist die Qualität, die Nils hat. Er braucht nur drei Ballkontakte, dann ist einer drin, sagte Riebau. Er hat eine Effizienz, die uns vielleicht ein Stück weit fehlt, gestand Ehlers ein.

Fünf Minuten später schien Oldenburg die Antwort parat zu haben. Tönnies, der im Sommer vom VfB zum SSV wechselt, wurde im Strafraum gelegt – Elfmeter. Der Kapitän übernahm zur Verwunderung vieler Zuschauer trotz des vor wenigen Tagen verkündeten Transfers die Verantwortung, scheiterte aber mit einem unplatzierten Schuss an Bohe. Ich wollte zeigen, dass ich trotz meines Wechsels aktuell voll hinter dem VfB stehe. Ich war mir sicher, dass ich verwandeln würde, schließlich habe ich bislang keinen Elfmeter verschossen. Für meine Teamkameraden tut mir der Fehlschuss natürlich leid, ärgerte sich Tönnies.

Sein Fehlschuss sollte sich wiederum lediglich zwei Minuten später rächen: Nach einem langen Freistoß von Kevin Samide erhöhte Oltmer per Kopf auf 2:0. Der VfB zeigte zwar weiterhin großen Einsatz und verkürzte durch einen fulminanten 20-Meter-Schuss in den Winkel von Richter, eine Chance auf den Ausgleich hatte er jedoch nicht mehr. Stattdessen machte in Ficara einer der zahlreichen Ex-Oldenburger im SSV-Trikot in der Nachspielzeit den Deckel drauf.

Wir haben gut dagegengehalten. Wir brauchen uns nicht grämen ob dieses Auftritts und werden den Großteil der ausstehenden 16 Spiele erfolgreich gestalten, guckte Ehlers selbstbewusst nach vorn. Riebau hingegen genoss den Augenblick: Ich bin stolz auf die Leistung der Jungs und froh, dass wir am Ende noch das 3:1 nachlegen konnten.

Klettert auf den vierten Platz: Liganeuling Jeddeloh.[Foto: imago/Hübner]

Der SSV Jeddeloh hat in der Regionalliga Nord erneut seine Auswärtsstärke unter Beweis gestellt. Am 27. Spieltag setzte sich die Mannschaft von Trainer Key Riebau vor 2410 Zuschauern 3:1 (0:0) im Nachbarschaftsduell beim VfB Oldenburg durch. Nils Laabs (56.), Keven Oltmer (63.) und der eingewechselte Alessandro Ficara (90.+1) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass der Aufsteiger seit sieben Spielen auf fremden Plätzen ohne Niederlage ist (19 Punkte). Laabs (von 2013 bis 2016) und Ficara (von 2014 bis 2016) haben eine VfB-Vergangenheit.

Für Oldenburg, nur rund 15 Kilometer von Jeddeloh entfernt, traf Pascal Richter (86.). Zuvor war Mannschaftskapitän Thorsten Tönnies (61.) mit einem Foulelfmeter an SSV-Torhüter Felix Bohe gescheitert. Der VfB kassierte nach zwei Siegen in Folge die erste Niederlage und bleibt in der Tabelle auf Platz 14. Liganeuling Jeddeloh kletterte auf den vierten Rang.

Getüftelt hatte Trainer Ralph Hasenhüttl an der Aufstellung seiner Mannschaft für das Spiel gegen den FC Bayern München buchstäblich bis zur letzten Sekunde. Mal eben auf Dreierkette umgestellt und dem Rekordmeister mit einem aggressiven Angriffspressing keinen Zentimeter Raum gelassen – mit Erfolg, wie das Ergebnis zeigt. Taktische Flexibilität zahlt sich eben aus!