Rumänischer Wahl-Ärger in Nürnberg: BRK im Dauereinsatz - Nordbayern.de
Europawahl in Bochum: Chaos bei Rumänen-Abstimmung
Bochum – Wenn sie an die Urne wollten, hatten sie keine Wahl – sie mussten stundenlang in der Schlange stehen.

In einem buddhistischen Zentrum an der Herner Straße in Bochum konnten am Sonntag in NRW lebende Rumänen ihre Stimme für die Europawahl abgeben. Gleichzeitig ging es um ein Schicksals-Referendum in ihrem Land (keine Briefwahl), dass die Unabhängigkeit der Justiz stärken soll.

Bis zu 1200 Rumänen aus dem ganzen Ruhrgebiet standen in der Schlange. Schon um 10 Uhr morgens musste die Polizei anrücken. Als die Stimmung im Laufe des Nachmittags immer hitziger wurde, forderten die Beamten sogar Verstärkung an.

Wahlen in Stuttgart – Riesiger Wählerstau der Rumänen in Stuttgart

Europawahl-Pannen: In Wuppertal konnte ein Wahllokal nicht pünktlich öffnen, in Bochum wurde ein Gaga-Wahlergebnis veröffentlicht.

► Polizeisprecher Volker Schütte (60) zu BILD: Für jeden Bochumer Polizisten ist es ein ungewohntes Bild, so viele Menschen vor einem Wahllokal zu sehen. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten wurde die Einsatzhundertschaft gerufen.

Erstaunlich: Das rumänische Konsulat hatte die Polizei zwar über das Wahllokal informiert. Mit dem Riesen-Andrang hatten die Organisatoren aber offenbar nicht gerechnet. Und: Die Stadt war nach eigenen Angaben komplett ahnungslos.

Tausende von Wähler stehen vor dem Wahllokal – und müssen sich stundenlang gedulden: Für die Rumänen war die Abstimmung in Stuttgart eine besondere Wahl. Wenn sie überhaupt zum Wählen kamen…

Stuttgart – Lange Schlangen vor den Wahllokalen – die längste aber gab es wohl bei den rumänischen Wählern aus dem Großraum Stuttgart. In der Spitze bis zu 4000 Leute, so die Polizei, wollten im Wahllokal in der Hauptstätter Straße 68 ihre Stimme abgeben. Mit diesem Andrang hatte man wohl nicht gerechnet, so ein Polizeisprecher am Sonntagnachmittag.

Das Wahllokal war angesichts des Andrangs in der Stuttgarter Innenstadt überfordert – mit langen Schlangen vor dem Zugang in der Gerberstraße. Die Polizei musste ausrücken, weil die Wartenden sich auch auf der Fahrbahn der Hauptstätter Straße aufhielten. Wir sind wegen der Verkehrssicherheit an Ort und Stelle, sagt ein Polizeisprecher, die Stimmung ist aber friedlich.

Allerdings spitzte sich die Lage in den Abendstunden zu. Denn auch um 19.15 Uhr, die Abstimmung für Europa war da schon längst gelaufen, standen noch Hunderte Menschen draußen – ohne Aussicht, je bis zum Wahllokal vorzudringen. Die Abstimmung über das Referendum sollte noch bis 21 Uhr möglich sein.

Das ist ein Skandal, sagt etwa eine 44-jährige Frau nach über fünf Stunden in der Schlange, so viele Menschen aus dem ganzen Land sind hierher gekommen, und dann sind beide Wahllokale in einem einzigen Gebäude, und jedes Wahllokal hat nur sechs Wahlkabinen. Die Frau war aus Backnang angereist. Ich stehe hier seit 14 Uhr, sagt sie um 19.15 Uhr, die anderen schon seit den frühen Morgenstunden. Viele glauben, dass der Engpass gewollt sei. Die Stimmung sei schlechter geworden, weil Staatspräsident Klaus Iohannis eine Verlängerung des Referendums gefordert habe, diese aber abgelehnt worden sei.

In der Menge wurden am Abend politische Parolen skandiert. Dass sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren, kam für sie nicht infrage. Wir bleiben hier, sagt die 44-Jährige, bis zum Schluss.