Nürnberg kurz vor dem Abstieg - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung
VfL Wolfsburg – 1. FC Nürnberg 2:0: Wolfsburg siegt nach Club-Klops
Der Club hat nach der Niederlage in Wolfsburg nur noch die theoretische Möglichkeit, sich in der Bundesliga zu halten. Was auch immer der 1. FC Nürnberg anstellte – es blieb enttäuschend bis ungenügend.

Der Mut und die Entschlossenheit, sich noch retten zu wollen, kamen einfach nicht in Sicht: Was auch immer der 1. FC Nürnberg anstellte – es blieb enttäuschend bis ungenügend. Angesichts der 0:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg gibt es nur noch eine theoretische Chance auf eine Rettung.

„Es ist die größte Angst als Fan, dass man solche Spieler wie Roussillon verliert. Aber nach zwei Jahren Abstiegskampf und nun einmal Mittelmaß ist das Reden von Europa ein wenig vermessen. Was Glasner betrifft: Ich beschäftige mich wenig mit dem Österreichischen Fußball, wohl ein Taktiker. Man kann es einfach nicht einschätzen und Vergleiche zu Frankfurts Hütter sind weit hergeholt.“

Die Treffer von Felix Klaus (38. Minute) und Marcel Tisserand (78.) sorgten vor 22.500 Zuschauern für die Entscheidung. Was Wolfsburg auf einen Platz in einem europäischen Wettbewerb hoffen lässt, macht Nürnberg traurig. Den Franken fehlte es eine Woche nach ihrem überraschenden 1:1 gegen Tabellenführer Bayern München an der nötigen Frische und Qualität. Sie können sich nur noch vor dem Abstieg retten, falls der VfB Stuttgart keinen einzigen Punkt mehr holen sollte.

Da war dieser besondere Moment, als aus Unvermögen ein Rückstand wurde und der 1. FC Nürnberg ein Bild des Jammers abgab. Während der Wolfsburger Stürmer Klaus seinen ersten Saisontreffer bejubelte, lag der Torhüter des Gegners mit schmerzverzerrtem Gesicht noch am Boden. Christian Mathenia war vor dem 1:0 mit VfL-Angreifer Admir Mehmedi zusammengeprallt und hatte unfreiwillig den Weg zum Tor freigemacht. Warum? Weil Mathenia nicht resolut genug in den Zweikampf gegangen war. Und weil sein Teamkollege Sebastian Kerk einen verhängnisvollen Rückpass gespielt und dabei Mehmedi übersehen hatte. Wer sich solch einen Lapsus erlaubt, bringt sich um jeglichen Schwung in eigener Sache.

„Ohne etwas Schlechtes über vorherige Spieler zu sagen: Ja, der wartet nicht auf den perfekten Pass, er arbeitet einfach für sein Team. Ein sehr wichtiger Spieler, auch weil Ginczek so lange wieder ausfiel. Auch die Zahlen sprechen für sich, aber er ist vor allem auch ein Sympathieträger.“

Die Nürnberger hatten bei ihrem Kampf gegen die drohende Rückversetzung in die Zweite Bundesliga erschreckend verhalten gespielt. Nur Matheus Pereira deutete im Mittelfeld an, dass er für Aufgaben im zweitklassigen Fußball überqualifiziert ist. Aber auch dem spielstarken Brasilianer blieben Grenzen gesetzt. Unter diesen Umständen war es dem 1.FC Nürnberg nicht vergönnt, den Rückstand auf den VfB Stuttgart und damit den Relegationsplatz zu verkürzen.

„Was will man da „Nein“ sagen? Aber leicht wird es nicht. Die einen sind im Aufwind, die anderen kämpfen ums Überleben. Europa ist das Ziel des Vereins, als Fan will man erstmal nur weg vom Abstiegskampf.“

Krallen sich die Wölfe sogar noch die Champions League?Nach dem 2:0 gegen Nürnberg sind es plötzlich nur noch zwei Punkte auf Platz vier. Verliert der Vierte Frankfurt (Sonntag, 18 Uhr) in Leverkusen, darf Wolfsburg sogar von der Königsklasse träumen.

Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels. Ebenso die offiziellen Pressekonferenzen aus Nürnberg und Wolfsburg.

Nach zuvor zwei Jahren Relegation gehts unter Bruno Labbadia (53) um Europa. Durch den siebten Heimsieg sind die Norddeutschen dick im Geschäft um die Euro-Millionen. Und das ohne echte Abwehr.

Labbadia hat mit Knoche und Tisserand gerade noch zwei gelernte Verteidiger. Der Rest seiner Abwehr ist mit William (Gelbsperre), Brooks, Jung (beide verletzt), Verhaegh (wurde vom Hof gejagt) und Uduokhai (nach Verletzung auf der Bank) draußen.

38. Minute: Nach schlampigem Kerk-Rückpass verliert Torhüter Mathenia das Duell mit Mehmedi. Der Ball springt zu Felix Klaus, der mit rechts ins leere Tor vollendet – 1:0.

Der Gegentreffer von Klaus fiel dennoch völlig unnötig für Nürnberg – weil Sebastian Kerk einen katastrophalen Rückpass auf Christian Mathenia spielte. Der Torwart kam nicht mehr rechtzeitig an den Ball, rasselte mit Admir Mehmedi zusammen und Klaus musste den Ball nur noch ins leere Tor einschieben.

78. Minute: Tisserand sorgt per Kopf für die Entscheidung. Beide Torschützen trafen in der Bundesliga zum ersten Mal.

Gegen die von Verletzungen geplagten Wölfe sorgten Matheus Pereira und Eduard Löwen anfangs für einigen Wirbel, klare Chancen blieben vor 22.512 Zuschauern aber zunächst aus und die Hausherren kamen mit der Zeit dann auch etwas besser ins Spiel. (Das Spiel im LIVETICKER zum Nachlesen)

Nürnberg bleibt ohne Auswärtssieg, hat weiter eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt. Wie so oft unter Übergangs-Trainer Schommers wird eine ansprechende Leistung (Chancen von Kerk/7. und Ishak/65.) nicht belohnt.

Kapitän Hanno Behrens (29): “Wir brauchen zwei Siege. Noch ist es möglich.” Sein Versprechen: “Wir werden uns reinhauen!” Schwacher Trost: Wenigstens konnte der Abstieg am 119. Club-Geburtstag verhindert werden. Vorerst…

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Nächste Chance verpasst, aber immer noch nicht abgestiegen: Der 1. FC Nürnberg darf sich weiter klitzekleine Hoffnungen auf den Klassenerhalt in der Bundesliga machen – die Chancen aber schwinden immer weiter.