Bayern strauchelt - Leibold vergibt Matchball für Nürnberg - sportschau.de
Bundesliga im Liveticker: 1. FC Nürnberg – FC Bayern München
Bayern München ist auf dem Weg zum 29. deutschen Meistertitel überraschend ins Straucheln geraten.

Der schwache Tabellenführer konnte die Steilvorlage von Schalke 04 nicht nutzen und baute durch ein glückliches 1:1 (0:0) beim 1. FC Nürnberg seinen Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund drei Spieltage vor Saisonende nur auf zwei Punkte aus. Nach dem Treffer von Matheus Pereira (48.) rettete “Joker” Serge Gnabry (75.) die erschreckend schwachen Gäste vor einer Blamage. Tim Leibold schoss einen Nürnberger Foulelfmeter an den Pfosten (90.+1) – es war der dritte vergebene Strafstoß der Franken in Folge.

Auf der Gegenseite scheiterte Kingsley Coman kurz vor Schluss mit einem Alleingang (90.+5). Bei einem Sieg hätten sich die Münchner schon am nächsten Wochenende die Schale sichern können.

Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia trauerte dem vergebenen Sieg nach: “Bis zur 75. Minute war das ein perfekter Tag für uns. Es ist einfach schade, dass wir uns nicht belohnen. Das macht aber auf jeden Fall Mut für die nächsten Spiele.”

Kovac erhöhte danach das Risiko und brachte James für Javi Martinez (57.). Doch auch nach der Hereinnahme des Kolumbianers änderte sich nichts daran, dass sich die Münchner gegen die defensiv sehr gut postierten Franken schwertaten. In der 72. Minute nahm Kovac James aufgrund von Wadenproblemen wieder vom Feld. Wenige Minuten später gelang den Münchern mit etwas Glück das 1:1: Nach einer Flanke von Coman wollte Bauer vor Gnabry klären, doch der Ball prallte vom linken Bein des Nationalspielers über Mathenia hinweg ins Tor (75.).

Bayern-Trainer Niko Kovac verwies bei seiner Analyse zunächst auf das kraftraubende Pokal-Halbfinale vom Mittwoch in Bremen und auf die intensive Atmosphäre, für die Nürnberger Fans gesorgt hätten. Er gab aber auch zu: “Es ist total ärgerlich. Wir hätten hier und heute einen Matchball erspielen können. Wir haben zwar Chancen gehabt, aber wir müssen glücklich sein, dass wir hier einen Punkt mitgenommen haben.”

Audio starten, abbrechen mit Escape Niko Kovac: "Nicht die Leistung abgerufen, die wir brauchen" Sportschau. 28.04.2019. 03:17 Min.. ARD. Von Florian Weber (BR).

Am 31. Spieltag bahnte sich eine Entscheidung an – oben wie unten. Der Stoff, aus dem man in den Medien Woche für Woche die angeblich „spannendste Bundesliga aller Zeiten“ bastelte, schien auf der Zielgeraden genau so die Puste auszugehen wie den Verfolgern der Bayern und den Abstiegskandidaten. Dortmund, furios in die Liga gestartet, leistet sich nicht den ersten, aber vermeintlich den entscheidenden Patzer – ausgerechnet gegen Schalke. Und mit dem Sieg der Stuttgarter hat die wohl letzten Hoffnungen der anderen im Tabellenkeller auf den Relegationsplatz wohl zerstört – trotz Sieg der Hannoveraner.

Unglücklich für den Club: Das Fernduell um die deutsche Meisterschaft hielt er durch seine starke kämpferische Leistung im 191. bayerisch-fränkischen Derby spannend – der Punkt wird für den neunmaligen deutschen Meister freilich zu wenig sein, um die Klasse zu halten: Nürnberg liegt nun fünf Zähler hinter dem am Samstag siegreichen VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Der neunte Absturz des Rekordabsteigers in die zweite Liga dürfte damit nicht mehr zu verhindern sein.

Die letzten Hoffnungen der Liga ruhten also auf den Schultern des 1. FC Nürnberg. Nur mit einem Sieg des Underdog in diesem einst ruhmreichen Derby wäre der Club weiter im Rückspiegel des VfB und auch Dortmund könnte noch seriös auf die Meisterschaft hoffen. Doch welche Argumente hat der Club? Da wird es schon schwierig. Couragierte Leistungen gegen den Ball führten auch gegen die direkte Konkurrenz nur einmal zum Dreier, einfach weil man die wenigen Chancen in der Regeln vorne nicht zu nutzen weiß und hinten eben nicht alles wegverteidigen kann. Das Remis sollte das noch einmal belegen.

Audio starten, abbrechen mit Escape Hanno Behrens: "Wir sind stolz auf uns" Sportschau. 28.04.2019. 01:23 Min.. ARD. Von Florian Weber .

Der FC Bayern München kann aus der Vorlage der Dortmunder, dem 2:4 im Revier-Derby am Samstag gegen Schalke, kein großes Kapital schlagen, nur ein Pünktchen bei Aufsteiger 1. FC Nürnberg holen – 1:1. Nach der Führung des Tabellen-Vorletzten durch Matheus Pereira (48.) trifft der eingewechselte Serge Gnabry zum Ausgleich (75.). Kurz vor Ende setzt Tim Leibold einen Elfmeter an den Pfosten. Nur ein Punkt für Bayern – und nur ein Punkt mehr als der BVB. Die Bayern sind nun zwei Zähler vorne, hatten sich sicher mehr ausgerechnet.

Club-Coach Boris Schommers war dennoch stolz auf sein Team: “Wir haben einen Punkt gewonnen. Wir haben hier über 90 Minuten auf Augenhöhe gespielt, haben ganz wenig zugelassen. Wir sind nicht in Ehrfurcht erstarrt, wir haben auch versucht, spielerische Lösungen zu finden. Wenn du hinten raus in der 90. Minute über einen Elfmeter die Möglichkeit hast, das Spiel zu gewinnen, wäre es für uns der absolute big point gewesen. Die Mannschaft glaubt noch an sich, auch wenn der Rückstand noch größer geworden ist.”

Der FC Bayern München kann den Patzer des BVB nicht nutzen und kommt gegen Aufsteiger Nürnberg nicht über ein Unentschieden hinaus. Der SPORTBUZZER zeigt, wie die Bayern-Stars in Form waren. 

Kovac hadert mit Bayern-Wackler in Nürnberg: “Wir haben noch drei Endspiele”

Peinlich für den FC Bayern: Weil seine Anhänger Feuerwerksraketen auf das Spielfeld schossen, pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler die zweite Halbzeit erst mit einigen Minuten Verspätung an. Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Max-Morlock-Stadion dominierte der FC Bayern nach einer kurzen Aufwärmphase das zunächst Spiel, schnürte die wacker verteidigenden Gastgeber zunehmend ein, zeigte bei seinen Angriffen allerdings erschreckend wenig Einfallsreichtum.

Seine lange Zeit beste Chance entsprang fast folgerichtig einem Freistoß: Club-Torhüter Mathenia lenkte den von David Alaba getretenen Ball mit den Fingerspitzen gerade noch an die Latte (23.). Erst nach einer Stunde war er beim Schuss von Leon Goretzka wieder gefordert (60.), kurz darauf lenkte er auch einen Freistoß des eingewechselten James an die Latte (69.). Die Nürnberger kamen zunächst nur selten in die Nähe des Münchner Strafraums, ihre Offensivbemühungen waren zu zaghaft.

Erst in der 35. Minute brachte der gute Pereira ein Schüsschen in die Richtung des Münchner Tores zustande, Sekunden später bügelte Sven Ulreich gegen Eduard Löwen gerade noch einen eigenen Patzer aus: Der Torhüter hatte einen Rückpass falsch eingeschätzt. Nach dem Treffer von Pereira war Nürnberg für kurze Zeit am Drücker, die Bayern wankten, fingen sich aber wieder. Ideenreicher wurden sie nicht. Kovac hatte ein wenig überraschend Gnabry zunächst auf der Bank gelassen.

Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Max-Morlock-Stadion dominierte der FC Bayern nach einer kurzen Aufwärmphase das zunächst Spiel, schnürte die wacker verteidigenden Gastgeber zunehmend ein, zeigte bei seinen Angriffen allerdings erschreckend wenig Einfallsreichtum. Seine lange Zeit beste Chance entsprang fast folgerichtig einem Freistoß: Club-Torhüter Mathenia lenkte den von David Alaba getretenen Ball mit den Fingerspitzen gerade noch an die Latte (23.). Erst nach einer Stunde war er beim Schuss von Leon Goretzka wieder gefordert (60.), kurz darauf lenkte er auch einen Freistoß des eingewechselten James an die Latte (69.).

Bayern nutzen BVB-Patzer nicht – Glückliches 1:1 gegen Nürnberg

Neben dem Nationalspieler nahm Arjen Robben Platz, der Niederländer stand erstmals seit dem 27. November vergangenen Jahres wieder im Kader. Ohne Gnabry fehlte den Bayern Tempo auf dem rechten Flügel, auch der von Beginn an spielende Goretzka entfaltete in zentraler Position nur wenig Wucht und Ideen. Kovac korrigierte seinen Fehler, brachte Gnabry (46.) für den schwachen Thomas Müller und James für Javi Martinez (57.). Mit Erfolg. Allerdings: James musste – offenbar an der Wade verletzt – wieder ausgewechselt werden.

Der FC Bayern tritt nun am kommenden Samstag gegen Hannover 96 an. Nürnberg spielt zeitgleich beim VfL Wolfsburg.

Das war nicht meisterlich. Mit ernster Miene mühte sich Niko Kovac, die verschenkte Vorentscheidung des FC Bayern im Meisterschaftskampf der Bundesliga möglichst schnell hinter sich zu lassen. Abhaken, weiter gehts. Wir haben jetzt noch drei Endspiele, sagte der Münchner Trainer nach einem verrückten 31. Spieltag. Mit viel Glück wendete der deutsche Rekordchampion am Sonntag eine drohende Derby-Pleite beim 1:1 gegen den Fast-Absteiger 1. FC Nürnberg ab. Doch der siebte Meistertitel in Serie bleibt ein hartes Stück Arbeit. Die Münchner vergrößerten den Vorsprung in der Tabelle auf zwei Punkte auf den BVB, vier hätten es sein können.

Mathenia – Ro. Bauer (88. Ilicevic), Mühl, Ewerton, Leibold – Erras – Behrens, Löwen (82. Margreitter) – Pereira, Ishak (72. Tillman), Kerk

Die Münchner Spieler verließen das Max-Morlock-Stadion ebenfalls verstimmt. Wir haben uns mit der Ausgangsposition mehr erhofft, sagte Thomas Müller angesichts der Dortmunder Niederlagen-Vorlage. Trotzdem habe sich tabellarisch die Ausgangsposition verbessert, hielt der Kapitän fest. Ein Münchner Zittern im Titelkampf wies Außenverteidiger David Alaba zurück. Nervosität würde ich jetzt nicht sagen. Sicherlich ist irgendwo die Anspannung da.

Ulreich – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Javi Martinez (57. James Rodríguez / 72. Davies) – Goretzka, Thiago – Müller (46. Gnabry), Lewandowski, Coman

Das ist total ärgerlich. Wir hätten hier und heute einen Matchball erspielen können, sagte Kovac. Man habe die Steilvorlage nach der Dortmunder Derby-Pleite nicht nutzen können, ärgerte sich Hasan Salihamidzic. Den Sportdirektor irritierte die gezeigte Leistung.

Der Rekordmeister kann seinen Vorsprung auf vier Punkte ausbauen – und für eine Vorentscheidung sorgen. Gegner 1. FC Nürnberg bräuchte wohl eine Sensation, um weiter auf den Klassenerhalt hoffen zu dürfen.

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