Dank Alario und Goal Control: Bayer bezwingt FCN - kicker
Leverkusen – Nürnberg 2:0: Bosz-Elf siegt zu Hause dank Schiri-Uhr
Bayer 04 Leverkusen hat im Kampf um die internationalen Plätze einen wichtigen Heimsieg gefeiert. Gegen den 1. FC Nürnberg glänzte die Werkself zwar selten, kam durch Tore von Alario und Volland aber zu einem völlig verdienten 2:0-Erfolg. Die Franken hielten gerade defensiv lange Zeit gut dagegen, verharren durch die Niederlage aber auf Tabellenrang 17. Entscheidend für den Leverkusener Erfolg war letztlich auch die Torlinientechnik.

Leverkusens Coach Peter Bosz schickte die gleiche Elf ins Rennen, die beim 1:0 in Stuttgart für den Auswärtssieg gesorgt hatte, Kapitän Bender kehrte zumindest in den Kader zurück und saß auf der Bank.

Eben jener Mittelstürmer, für den Volland auf den linken Flügel wich, war es dann, der die Leverkusener Fans mit einem Treffer besänftigte und ihre Nerven beruhigte. Nach einem der letztlich elf Eckstöße köpfte der Argentinier den Ball wuchtig aufs Tor. Schiedsrichter Guido Winkmann hatte zunächst nicht erkannt, dass der Ball hinter der Linie war, bekam aber dank der Torlinientechnologie den richtigen wie wichtigen Hinweis.

Gleiches Spiel bei den Gästen: Auch Nürnbergs Interimstrainer Boris Schommers nahm im Vergleich zum 1:1 gegen Schalke keine Änderung in seiner Startelf vor.

Der FCN hat am kommenden Spieltag eine sehr schwierige Heimaufgabe gegen den FC Bayern. Umso wichtiger war es für die Franken, dass auch der Tabellen-16. aus Stuttgart verlor. “Es sind nur drei Punkte Rückstand. Es ist nur ein Sieg. Wir geben uns nicht auf”, sagte Patrick Erras dem ARD-Hörfunk. Gleichwohl kritisierte Nürnbergs Mittelfeldspieler, dass “wir nicht mutig genug waren”.

Bei hohen Frühlingstemperaturen in Leverkusen ergab sich das erwartete Bild: Die Heimmannschaft drückte Nürnberg tief in die eigene Hälfte und beherrschte das Spielgeschehen, wurde gegen konzentriert verteidigende Franken aber selten zwingend. Erst Havertz sorgte mit einem Schlenzer, den Mathenia noch an den Innenpfosten lenkte, für ein Ausrufezeichen (17.). Ansonsten stand Nürnberg aber defensiv sehr gut und hatte einige im Ansatz durchaus gefährliche Kontergelegenheiten zu verzeichnen, bis auf einen recht ungefährlichen Abschluss von Löwen (16.) sprang aber auch beim Club nichts heraus.

Die Nürnberger spiegelten das 4-3-3-System von Leverkusens Bosz. Sie begannen auch recht mutig, doch schon nach etwa zehn Minuten gewann die Werkself die Kontrolle über das Spiel. Allerdings gelang es ihr nur ganz selten, Tempo in die Angriffe zu bekommen. “Es war schwierig, weil es auch warm war und der Platz sehr trocken”, fand Bosz Entschuldigungen.

Leverkusen hingegen suchte im ersten Durchgang verzweifelt nach einer Lücke im eng gestaffelten Defensivverbund der Franken, die vor allem das Zentrum diszipliniert verdichteten. Bailey scheiterte mit einem relativ harmlosen Abschluss an Mathenia (31.) – und der Jamaikaner verletzte sich zu allem Überfluss bei dieser Aktion am Oberschenkel. Für ihn kam Alario, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch die zweite gute Möglichkeit des ersten Durchgangs hatte, Mathenia hielt jedoch sicher (45.+3).

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Leverkusen die Schlagzahl, Erras mit einem heldenhaften Tackling gegen den durchgebrochenen Aranguiz (50.) und Mathenia mit einer Flugparade gegen einen Distanzschuss von Weiser (52.) verhinderten aber einen frühen Rückstand der Nürnberger im zweiten Durchgang. Das verdiente 1:0 durften die Hausherren dann dank Goal Control feiern: Alario köpfte eine Brandt-Ecke gekonnt aufs lange Eck, wo Leibold artistisch rettete – allerdings erst hinter der Linie, wie Winkmann sofort mit Blick auf seine Uhr andeutete (61.).

Nürnbergs Coach Boris Schommers ging glimpflich mit seiner Mannschaft um: “Wir haben heute ein gutes, aber kein perfektes Spiel abgeliefert.” Er führte trotz der Niederlage an: “Wir haben gezeigt, dass wir auch gegen eine Topmannschaft punkten können.”

Nürnberg war nun dazu gezwungen, weiter aufzumachen – und das eröffnete Leverkusen Räume zu weiteren Chancen. Mathenia zeigte gegen Havertz Distanzschuss eine Glanztat (69.) und musste auch kurze Zeit später gegen Volland eingreifen (74.), dazu vergab der aufgerückte Tah im Anschluss an eine Ecke eine Riesenchance zum 2:0 (73.). So aber blieb der FCN im Spiel – und hätte beinahe den Spielverlauf noch auf den Kopf gestellt: Nach einer klasse Kombination über Leibold und Pereira kam Löwen am Strafraum freistehend zum Abschluss und schlenzte den Ball nur Zentimeter am rechten Winkel vorbei (84.).

So aber entschied Leverkusen fast im direkten Gegenzug die Partie: Einen verheerenden Fehlpass von Bauer nahm Brandt auf. Der Nationalspieler trieb die Kugel durch die Nürnberger Hälfte, ehe er zu Alario ablegte. Der Argentinier steckte durch für Volland, der den Ball zum 2:0-Endstand in die Maschen spitzelte (86.). Leverkusen bleibt damit im Rennen um die internationalen Plätze, Nürnberg verharrt auf Rang 17.

Für Leverkusen geht es bereits am Freitag (20.30 Uhr) in Augsburg weiter. Der 1. FC Nürnberg empfängt am Sonntag (18 Uhr) den FC Bayern München zum bayerischen Derby.

Kontakt | Jobs | Impressum | Links | Nutzungsbedingungen | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung | zur mobilen Ansicht wechseln

Dennoch durfte man dem Spielverlauf in Leverkusen mit gutem Gefühl folgen – jedenfalls wenn man keine Ambitionen hatte. Leverkusen von Beginn an drückend überlegen und nur aufgrund einer erneut bärenstarken Leistung von Mathenia lange nahe an der Verzweiflung, weil man einfach nicht in Führung gehen wollte. Nach 61 Minuten war es dann aber doch soweit, auch wenn – wieder mal – die Technik zu Rate gezogen werden musste. Der Kopfball von Alario wurde von Leibold hinter der Linie geklärt. Mit bloßem „Menschenauge“ nicht erkennbar, für Goal Control kein Problem. Eine unstrittig verdiente Führung, auch wenn sich der Club Sympathiepunkte für Einsatz und Engagement „gegen den Ball“ verdient hatte. Das 2:0 nach einem Schnitzer von Bauer in der 86. Minute zerstörte dann die letzten Hoffnungen auf einen Lucky Punch zum Punktgewinn in den Schlussminuten.

Bei Leverkusens 2:0 gegen Nürnberg trifft Lucas Alario per Torlinientechnik-Tor, sichert Bayer wichtige Punkte im Kampf um Europa.

Im ‚Abstiegsk(r)ampf‘ der Bundesliga, wie dies der Weser-Kurier konstatiert, haben alle Kandidaten um die Abstiegsplätze die gefühlt nun wirklich aller-aller-allerletzte Chance entweder a) sich endlich entscheidend abzusetzen, b) noch heranzukommen oder c) sich von aller Hoffnung zu verabschieden. Da aber im Schneckenrennen keiner bisher auch nur ansatzweise einen Zwischenspurt einzulegen vermag, könnte das so auch noch bis zum 34. Spieltag weiter gehen. Wer sich gern am Wetten versucht, der kann mit dem bet365 Angebotscode 2019 also noch eine Weile darauf setzen, dass der Club die Klasse hält. Ja sogar Hannover träumt noch vom Klassenerhalt: Ich weiß nicht, ob es das in der Bundesliga schon einmal gegeben hat, dass man mit 14 Punkten immer noch die Chance hat, den Anschluss zu halten. Wir sind immer noch in der Verlosung. (Thomas Doll, Weser-Kurier a.a.O.)

Im Interview spricht Jonathan Tah u.a. darüber, dass das dreckige 1:0 von Stuttgart Bayer 04 mehr geholfen habe, als ein klarer Sieg.

Das 2:0 von Leverkusen hat an dieser These grundsätzlich nicht viel verändert, weil der VfB Stuttgart zeitgleich in Augsburg sage und schreibe 6:0 unterging. Ob dies auch für Hannover noch gilt, wird deren Spiel am Sonntag in Berlin zeigen. Die allergrößten Optimisten im fränkischen Lager werden sogar sagen: Bei der Tordifferenz vier Tore gut gemacht! Und tatsächlich ist da der VfB nun 8 Tore schlechter als der Club bei drei Punkten Vorsprung. Ein einziger Sieg trennt den VfB und den FCN zwischen Hoffen (Relegation) und Bangen (direkter Abstieg). Doch dazu müsste der Club eben auch mal gewinnen – und das ist eben so eine Sache, wenn man die ganze Saison noch kein einziges Mal auswärts gewonnen hat und die verbleibenden beiden Heimspiele gegen Bayern München und Borussia Mönchengladbach zu bestreiten sind…

Das Siegzeichen gibt Schiedsrichter Guido Winkmann in der 61. Minute: Nach Alario-Kopfball und einer Rettungsaktion von Leibold auf der Linie deutet der Schiri auf seine Uhr. Dort zeigt ihm das Hawk-Eye-System an, dass Leibolds langes Bein zu spät kam. Kurz vor Schluss legt Alario (BILD-Note 1) dann noch für Volland das 2:0 auf (86.).

Anstoß: 15:30 Uhr / Stadion: BayArena, Leverkusen Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken) FCN-Bilanz: 7 Siege / 6 Remis / 6 Niederlagen Historische Spiele: 2:5 gegen Schalke 04 Assistenten: Bandurski (Oberhausen), Blos (Deizisau) Vierter Schiedsrichter: Alt (Heusweiler) Zuschauerzahl: vor. 30.000 (davon 1.700 Gästefans)

Bis dahin verteidigt Nürnberg gut, hält auch dank Torwart Mathenia lange die Null. Der lenkt eine Havertz-Rakete an den Pfosten (17.).

Nürnberg ist zwar weiter 17., hat jetzt aber das klar bessere Torverhältnis als der VfB Stuttgart, auf den der Club weiter nur drei Punkte Rückstand hat.

Kaderoptionen: Bredlow (Tor), Goden, Margreitter, Fuchs, Ilicevic, Jäger, Kubo, Misidjan, Petrak, Rhein, Tillman, Palacios, Salli

Vor der Pause haben beide Teams Glück, dass Schiri Winkmann zweimal nicht auf Elfmeter entscheidet: Erst stürzt Nürnberg-Stürmer Ishak über Sven Bender, auch für Tahs Foul vorher gibts keinen Pfiff (27.). Dann schießt Leverkusens Havertz aus einem halben Meter Bauer an die Hand (39.).

Mathenia – Bauer, Mühl, Ewerton, Leibold – Erras – Löwen, Behrens – Matheus Pereira, Kerk – Ishak

Bei einer ähnlichen Situation hatte Leverkusen noch vor zwei Wochen gegen Leipzig (2:4) einen Elfmeter gegen sich bekommen. Klub-Legende Stefan Kießling bei Sky: Dann muss man den heute auch pfeifen. Und das geht mir auf den Sack.

Wer gegen Unterhaching eine Meisterschaft verspielt … – Das Interview & die Pressekonferenzen

Dank der Schiri-Uhr durfte sich Bayer trotzdem über einen Sieg freuen! Sport-Direktor Simon Rolfes bei Sky über das 1:0 nach Ecke: Nürnberg hat das gut verteidigt. Aber Standards gehören auch dazu.

Anzeige: Aktuelle Trikots und Fashion der 1. Bundesliga findest du bei uns! BILD Shop – Hier kaufen Fans!