1. FC Nürnberg lässt in Leverkusen alle Punkte liegen - BR24
Dank Alario und Goal Control: Bayer bezwingt FCN
Bayer 04 Leverkusen hat im Kampf um die internationalen Plätze einen wichtigen Heimsieg gefeiert. Gegen den 1. FC Nürnberg glänzte die Werkself zwar selten, kam durch Tore von Alario und Volland aber zu einem völlig verdienten 2:0-Erfolg. Die Franken hielten gerade defensiv lange Zeit gut dagegen, verharren durch die Niederlage aber auf Tabellenrang 17. Entscheidend für den Leverkusener Erfolg war letztlich auch die Torlinientechnik.

Leverkusens Coach Peter Bosz schickte die gleiche Elf ins Rennen, die beim 1:0 in Stuttgart für den Auswärtssieg gesorgt hatte, Kapitän Bender kehrte zumindest in den Kader zurück und saß auf der Bank.

Dennoch durfte man dem Spielverlauf in Leverkusen mit gutem Gefühl folgen – jedenfalls wenn man keine Ambitionen hatte. Leverkusen von Beginn an drückend überlegen und nur aufgrund einer erneut bärenstarken Leistung von Mathenia lange nahe an der Verzweiflung, weil man einfach nicht in Führung gehen wollte. Nach 61 Minuten war es dann aber doch soweit, auch wenn – wieder mal – die Technik zu Rate gezogen werden musste. Der Kopfball von Alario wurde von Leibold hinter der Linie geklärt. Mit bloßem „Menschenauge“ nicht erkennbar, für Goal Control kein Problem. Eine unstrittig verdiente Führung, auch wenn sich der Club Sympathiepunkte für Einsatz und Engagement „gegen den Ball“ verdient hatte. Das 2:0 nach einem Schnitzer von Bauer in der 86. Minute zerstörte dann die letzten Hoffnungen auf einen Lucky Punch zum Punktgewinn in den Schlussminuten.

Gleiches Spiel bei den Gästen: Auch Nürnbergs Interimstrainer Boris Schommers nahm im Vergleich zum 1:1 gegen Schalke keine Änderung in seiner Startelf vor.

Im ‚Abstiegsk(r)ampf‘ der Bundesliga, wie dies der Weser-Kurier konstatiert, haben alle Kandidaten um die Abstiegsplätze die gefühlt nun wirklich aller-aller-allerletzte Chance entweder a) sich endlich entscheidend abzusetzen, b) noch heranzukommen oder c) sich von aller Hoffnung zu verabschieden. Da aber im Schneckenrennen keiner bisher auch nur ansatzweise einen Zwischenspurt einzulegen vermag, könnte das so auch noch bis zum 34. Spieltag weiter gehen. Wer sich gern am Wetten versucht, der kann mit dem bet365 Angebotscode 2019 also noch eine Weile darauf setzen, dass der Club die Klasse hält. Ja sogar Hannover träumt noch vom Klassenerhalt: Ich weiß nicht, ob es das in der Bundesliga schon einmal gegeben hat, dass man mit 14 Punkten immer noch die Chance hat, den Anschluss zu halten. Wir sind immer noch in der Verlosung. (Thomas Doll, Weser-Kurier a.a.O.)

Bei hohen Frühlingstemperaturen in Leverkusen ergab sich das erwartete Bild: Die Heimmannschaft drückte Nürnberg tief in die eigene Hälfte und beherrschte das Spielgeschehen, wurde gegen konzentriert verteidigende Franken aber selten zwingend. Erst Havertz sorgte mit einem Schlenzer, den Mathenia noch an den Innenpfosten lenkte, für ein Ausrufezeichen (17.). Ansonsten stand Nürnberg aber defensiv sehr gut und hatte einige im Ansatz durchaus gefährliche Kontergelegenheiten zu verzeichnen, bis auf einen recht ungefährlichen Abschluss von Löwen (16.) sprang aber auch beim Club nichts heraus.

Leverkusen hingegen suchte im ersten Durchgang verzweifelt nach einer Lücke im eng gestaffelten Defensivverbund der Franken, die vor allem das Zentrum diszipliniert verdichteten. Bailey scheiterte mit einem relativ harmlosen Abschluss an Mathenia (31.) – und der Jamaikaner verletzte sich zu allem Überfluss bei dieser Aktion am Oberschenkel. Für ihn kam Alario, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch die zweite gute Möglichkeit des ersten Durchgangs hatte, Mathenia hielt jedoch sicher (45.+3).

Anstoß: 15:30 Uhr / Stadion: BayArena, Leverkusen Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken) FCN-Bilanz: 7 Siege / 6 Remis / 6 Niederlagen Historische Spiele: 2:5 gegen Schalke 04 Assistenten: Bandurski (Oberhausen), Blos (Deizisau) Vierter Schiedsrichter: Alt (Heusweiler) Zuschauerzahl: vor. 30.000 (davon 1.700 Gästefans)

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Leverkusen die Schlagzahl, Erras mit einem heldenhaften Tackling gegen den durchgebrochenen Aranguiz (50.) und Mathenia mit einer Flugparade gegen einen Distanzschuss von Weiser (52.) verhinderten aber einen frühen Rückstand der Nürnberger im zweiten Durchgang. Das verdiente 1:0 durften die Hausherren dann dank Goal Control feiern: Alario köpfte eine Brandt-Ecke gekonnt aufs lange Eck, wo Leibold artistisch rettete – allerdings erst hinter der Linie, wie Winkmann sofort mit Blick auf seine Uhr andeutete (61.).

Foto: Hendrik Schuur „Ex-Cluberer Robert Kovac (zweiter von rechts) zusammen mit den anderen Neuzugängen und dem Trainer-Duo beim Fototermin zur Saison 1996/97 beim TSV Bayer 04 Leverkusen im Sommer 1996 “ / Alle Rechte vorbehalten.

Nürnberg war nun dazu gezwungen, weiter aufzumachen – und das eröffnete Leverkusen Räume zu weiteren Chancen. Mathenia zeigte gegen Havertz Distanzschuss eine Glanztat (69.) und musste auch kurze Zeit später gegen Volland eingreifen (74.), dazu vergab der aufgerückte Tah im Anschluss an eine Ecke eine Riesenchance zum 2:0 (73.). So aber blieb der FCN im Spiel – und hätte beinahe den Spielverlauf noch auf den Kopf gestellt: Nach einer klasse Kombination über Leibold und Pereira kam Löwen am Strafraum freistehend zum Abschluss und schlenzte den Ball nur Zentimeter am rechten Winkel vorbei (84.).

So aber entschied Leverkusen fast im direkten Gegenzug die Partie: Einen verheerenden Fehlpass von Bauer nahm Brandt auf. Der Nationalspieler trieb die Kugel durch die Nürnberger Hälfte, ehe er zu Alario ablegte. Der Argentinier steckte durch für Volland, der den Ball zum 2:0-Endstand in die Maschen spitzelte (86.). Leverkusen bleibt damit im Rennen um die internationalen Plätze, Nürnberg verharrt auf Rang 17.

Mathenia – Bauer, Mühl, Ewerton, Leibold – Erras – Löwen, Behrens – Matheus Pereira, Kerk – Ishak

Für Leverkusen geht es bereits am Freitag (20.30 Uhr) in Augsburg weiter. Der 1. FC Nürnberg empfängt am Sonntag (18 Uhr) den FC Bayern München zum bayerischen Derby.

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Bei Leverkusens 2:0 gegen Nürnberg trifft Lucas Alario per Torlinientechnik-Tor, sichert Bayer wichtige Punkte im Kampf um Europa.

Im Interview spricht Jonathan Tah u.a. darüber, dass das dreckige 1:0 von Stuttgart Bayer 04 mehr geholfen habe, als ein klarer Sieg.

Das Siegzeichen gibt Schiedsrichter Guido Winkmann in der 61. Minute: Nach Alario-Kopfball und einer Rettungsaktion von Leibold auf der Linie deutet der Schiri auf seine Uhr. Dort zeigt ihm das Hawk-Eye-System an, dass Leibolds langes Bein zu spät kam. Kurz vor Schluss legt Alario (BILD-Note 1) dann noch für Volland das 2:0 auf (86.).

Bis dahin verteidigt Nürnberg gut, hält auch dank Torwart Mathenia lange die Null. Der lenkt eine Havertz-Rakete an den Pfosten (17.).

Nürnberg ist zwar weiter 17., hat jetzt aber das klar bessere Torverhältnis als der VfB Stuttgart, auf den der Club weiter nur drei Punkte Rückstand hat.

Vor der Pause haben beide Teams Glück, dass Schiri Winkmann zweimal nicht auf Elfmeter entscheidet: Erst stürzt Nürnberg-Stürmer Ishak über Sven Bender, auch für Tahs Foul vorher gibts keinen Pfiff (27.). Dann schießt Leverkusens Havertz aus einem halben Meter Bauer an die Hand (39.).

Bei einer ähnlichen Situation hatte Leverkusen noch vor zwei Wochen gegen Leipzig (2:4) einen Elfmeter gegen sich bekommen. Klub-Legende Stefan Kießling bei Sky: Dann muss man den heute auch pfeifen. Und das geht mir auf den Sack.

Dank der Schiri-Uhr durfte sich Bayer trotzdem über einen Sieg freuen! Sport-Direktor Simon Rolfes bei Sky über das 1:0 nach Ecke: Nürnberg hat das gut verteidigt. Aber Standards gehören auch dazu.

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