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Stevens und seine Strategie vor dem Schalker Spiel in Nürnberg
Der 1. FC Nürnberg spielt stark im Bundesliga-Abstiegsduell gegen den FC Schalke, doch er verpasst den enorm wichtigen Sieg – auch wegen einer umstrittenen Torentscheidung, die für Riesenfrust sorgt. Ebenfalls unglücklich trotz des Duselpunkts: S04-Coach Stevens.

Verärgert waren Huub Stevens und Boris Schommers gleichermaßen. Der niederländische Trainer-Routinier war nach einer frustrierenden Leistung im Abstiegsduell auf seine Schalker Mannschaft sauer. Nürnbergs Jungcoach musste beim 1:1 (0:0) am Freitagabend seine Empörung über ein von Schiedsrichter Robert Kampka verwehrtes Tor verarbeiten.

“Wir haben heute das beste Spiel gemacht, seitdem ich hier Trainer bin”, sagte Schommers unmittelbar nach Abpfiff bei “Eurosport” und stellte fest: “Wir haben zwei Punkte verloren.” Nürnberg habe “im Prinzip alles richtiggemacht”. Die Franken hätten “mehr Spielanteile” und “mehr Chancen” gehabt, außerdem gab es “eine Fehlentscheidung gegen uns”. Schommers bezog sich mit dieser Aussage auf die 43. Minute, in der Behrens ein Tor aberkannt worden war. Was war passiert? Bei einer Flanke aus dem Halbfeld hatte Caligiuri sich einen Stockfehler erlaubt und Behrens die Tür geöffnet. Der FCN-Kapitän setzte nach, spitzelte den Ball ganz knapp vor dem herauseilenden Nübel weg und schob ein. Schiedsrichter Kampka entschied jedoch auf Foulspiel – und gab den Treffer nicht.

"Das ist eine klarste Fehlentscheidung, die darf auf diesem Niveau nicht passieren", kritisierte Schommers die in der 43. Minute versagte Anerkennung eines Treffers seines Kapitäns Hanno Behrens. Es sei "extremst bitter, dass so eine Fehlentscheidung auf diesem Niveau passiert". "Das war Verarschung, dafür habe ich kein Verständnis. Das war ein klares Tor", schimpfte der verhinderte Torschütze nach dem Spiel bei Eurosport über den Unparteiischen: "Ich berühre den Torwart nicht, das Bein ist nicht gestreckt. Das ist ein klares Tor, ich konnte es in dem Moment gar nicht glauben."

“Behrens spielt klar den Ball, berührt Nübel überhaupt nicht”, so Schommers: “Wie man da überhaupt pfeifen kann? Sicherlich eine klare Fehlentscheidung, die uns nicht geholfen hat.” Ähnlich hatte es Behrens gesehen. “Ich bin nur am Ball, berühre ihn nicht”, erinnerte sich der Mittelfeldmann und wies darauf hin, dass er “nicht mit den Stollen voraus” gespielt habe, sondern “mit der Spitze am Ball” war. “Mir soll bitte jemand erklären, was da das Foul ist”, fragte der 29-Jährige und klagte über das Schicksal. Nürnberg sei nicht das “erste Mal” vom Pech verfolgt worden. In dieser Rückserie sei viel zusammengekommen, es sei “irgendwo immer gegen uns” gelaufen. “Ich habe da keine Worte”.

Behrens hatte nach einer verunglückten Rückgabe von Schalkes Daniel Caligiuri den Ball am Torraum vor Schlussmann Alexander Nübel vorbeigespitzelt und die vermeintliche Führung erzielt. Doch der Schiedsrichter hatte die Partie bereits unterbrochen, offenbar wegen gefährlichen Spiels von Behrens – deshalb konnte auch der Videoschiedsrichter trotz der äußerst umstrittenen Entscheidung nicht korrigierend eingreifen.

So aber sei der VAR überflüssig, Schommers kann jedenfalls nicht “verstehen, wofür wir diese Technik besitzen”, wenn man sie nicht anwendet. Eine neuerliche Begutachtung der Fernsehbilder hätte wohl gezeigt, dass es kein Foul von Behrens war, ergo ein regulärer Treffer. “Jeder, der diese Bilder sieht, wird das zu 100 Prozent sehen – nur der Schiedsrichter nicht”, flüchtete sich Schommers ein wenig in Sarkasmus: “Ganz ehrlich: Heute hätte es nur einen Gewinner geben müssen.”

Und für die Nürnberger kam es noch schlimmer: Fassungslos mussten die "Club"-Fans nur vier Minuten nach der Aufregerszene mitansehen, wie ihr Kapitän mit einem Foulelfmeter an dem hervorragenden Nübel scheiterte. Es war eine von vielen aussichtsreichen Torchancen der Franken gegen wie ein Absteiger auftretende Schalker.

Sowohl Schommers als auch Behrens wunderten sich darüber, warum Kampka überhaupt so schnell gepfiffen hatte. “Da habe ich kein Verständnis für”, sagte Behrens und fragte: “Wieso wartet er nicht?”. Schommers wunderte sich ebenfalls über den schnellen Pfiff des Unparteiischen, gerade in Zeiten des Videoassistenten, der einem die Möglichkeit bietet, “zu jeder Zeit so etwas zu korrigieren”, sei dies wenig nachvollziehbar.

Sport 13.04.19 Schommers hadert mit Schiedsrichter "Das ist eine klarste Fehlentscheidung" Einmal waren die Nürnberger in der 82. Minute durch Yuya Kubo dann doch erfolgreich. Bitter: Nur drei Minuten später lenkte Schalkes Matija Nastasic einen Schuss von Omar Mascarell ins Nürnberger Tor ab und sorgte für den aus Schalker Sicht glücklichen Endstand, der die Hoffnungen des FCN auf eine Rettung gehörig dämpfte. Als "absolutes Dreckstor" titulierte Offensivspieler Sebastian Kerk folglich den Ausgleich.

Das Remis allein am nicht gegeben Treffer festzumachen, wäre falsch, das weiß auch Schommers. Vier Punkte waren laut dem Coach für das Resultat ausschlaggebend: “Wir sind am Schiedsrichter, am Elfmeterpunkt, an unserer Chancenverwertung und leider auch an einem überragenden Nübel gescheitert. Der hat in der zweiten Halbzeít einfach überragend gehalten.”

"Wir haben nur einen Punkt gewonnen, darüber bin ich in erster Situation enttäuscht", räumte Schommers ein. "Ich bin aber auch sehr stolz auf die Mannschaft, dass es der 1. FC Nürnberg schafft, gegen den FC Schalke 04 so ein Spiel auf den Platz zu bringen. Das ist schon beachtlich." Für Schommers war es das "beste Spiel" seiner Mannschaft unter seiner Leistung.

Gut gespielt und nicht gewonnen – der 1. FC Nürnberg erlebte am Freitagabend ein Déjà-vu. Wie schon in Stuttgart zeigte der Club auch gegen Schalke eine gute Leistung, doch wieder reichte es nicht zum Dreier. FCN-Trainer Boris Schommers machte vier Punkte für die gefühlte Niederlage aus – einer davon: Schiedsrichter Dr. Robert Kampka.

Sport 13.04.19 Stevens zum Remis gegen den Club "Kann mir vorstellen, dass die Fans enttäuscht sind" Von so einer Einschätzung seines eigenen Teams war Stevens weit entfernt. Der Vizemeister der vergangenen Saison wurde nach dem Remis von seinen Fans ausgepfiffen. Und dafür hatte Stevens Verständnis. "Es war ein schlechtes Spiel von unserer Seite. Ich bin mit beiden Halbzeiten nicht zufrieden, das war zu wenig", kritisierte der als Retter verpflichtete 65-Jährige bei Eurosport. "Wir haben keine gute Leistung gebracht, da müssen wir ehrlich sein."

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Für Stevens lag der vor allem in der ersten Hälfte blutleere Auftritt daran, dass der "Gegner aggressiver und besser war. Dann verlierst du deine Zweikämpfe, kommst nicht ins Spiel und dann kommen Zweifel auf." Zweifel seien jedoch ein "schlechter Ratgeber. Du darfst nicht zweifeln." Die Hoffnung auf den Klassenerhalt geben die Nürnberger indes nicht auf – auch wenn sie mit 18 Punkten Vorletzter bleiben. Die Schalker dagegen haben neun Zähler mehr als der "Club".

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Huub Stevens hat ein neues Feindbild entdeckt: die ganze Welt. Sein Pendant Boris Schommers begnügt sich mit dem nächsten Gegner: Schalke. Nürnberg hofft im Abstiegskampf noch immer auf die Wende.

Nürnbergs Trainer Boris Schommers hat den von Schiedsrichter Robert Kampka nicht gegebenen Treffer durch Hanno Behrens beim Remis gegen Schalke 04 scharf kritisiert. “Das ist eine klarste Fehlentscheidung, die darf auf diesem Niveau nicht passieren”, meinte Schommers nach dem 1:1 (0:0) im Bundesligaspiel am Freitagabend. Behrens kam Ende der ersten Hälfte am Torraum vor Schalkes Schlussmann Alexander Nübel an den Ball und erzielte die vermeintliche Führung. Fußball-Referee Kampka erkannte den Treffer jedoch nicht an.

Im Zitterduell mit Schalkes angestacheltem Verschwörungstheoretiker Huub Stevens will Trainer-Neuling Boris Schommers das Aus seiner Nürnberger im Abstiegskampf abwenden. In seinem erst achten Bundesligaspiel als Chefcoach dürfte eine Niederlage gegen die Königsblauen um den reaktivierten Routinier aus den Niederlanden alle Hoffnungen auf die ersehnte Rettung zerstören.

Nach der Miniserie von vier Punkten aus zwei Partien setzen die Franken im Freitagsspiel (20.30 Uhr/F.A.Z.-Liveticker und Eurosport 2) gegen den FC Schalke 04 aber auf einen weiteren Schritt aus dem Keller der Fußball-Bundesliga. Wir glauben alle noch dran. Wir müssen so weitermachen, wie wir das in den letzten Partien gemacht haben. Das Spiel gegen Schalke wird für beide sehr wichtig, betonte Stürmer Mikael Ishak vor dem 29. Spieltag.

“Unter Ansicht der Bilder spielt Hanno Behrens nur den Ball, berührt Nübel überhaupt nicht. Der Schiedsrichter hat eine gute Sicht”, meinte Schommers und hätte sich den Eingriff des Videoassistenten gewünscht. In der Situation der abstiegsbedrohten Franken sei das “extremst bitter, dass so eine Fehlentscheidung auf diesem Niveau passiert.”

Vier Punkte Rückstand hat der Club als Vorletzter auf Relegationsplatz 16, neun Zähler fehlen auf Schalke. Sie haben mehr als genug Qualität, um im Umschaltspiel nach vorne die Tore zu erzielen. Wir müssen höllisch wach sein, mahnte Schommers am Donnerstag. Ich erwarte eine bissige Schalker Mannschaft.

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Eine Rolle mit Lustpotenzial hat Stevens am vergangenen Wochenende nach dem 1:2 gegen Eintracht Frankfurt entdeckt. Nachdem seine Schalker erst durch einen Handelfmeter per Videobeweis in der neunten Minute der Nachspielzeit unterlegen waren, meinte der Niederländer mit verschwörerischer Anspielung: Die ganze Welt ist gegen uns. Aber es ist geil, dagegen zu kämpfen.

Stevens hat kein kleines Feindbild für sich entdeckt. Ein Trainer mit rund 25 Jahren Berufserfahrung und alleine zwei gelungenen Rettungsmissionen beim VfB Stuttgart denkt aber wohl in größeren Maßstäben. Mit seinen Schalkern sieht sich der 65-Jährige auf einem Weg, der den abgestürzten Vizemeister jedenfalls in eine weitere Erstligasaison führt. Ich finde, dass wir Schritte in die richtige Richtung machen, sagte Stevens vor seinem fünften Pflichtspiel als Hoffnungsträger. Ich weiß nicht, ob das reicht.

Die Siegchancen schätzt Stevens zumindest öffentlich auch eher verhalten ein. Fifty-fifty, denke ich, sagte er. Ich weiß nicht, wie Nürnberg drauf ist, ich bin da nicht in der Kabine.

Einen Dreier konnte der Niederländer bislang holen – genauso wie Schommers. Der Nachfolger von Michael Köllner hat es in seiner Zeit bei den Franken aber insbesondere geschafft, die Defensive um den formstarken Torwart Christian Mathenia zu stabilisieren. Nur sieben Gegentore in sieben Partien kassierten die Nürnberger unter Schommers. Diese positive Entwicklung ist nicht zu übersehen.

Weitere mögliche Einblicke wollte der 40-Jährige in dieser Woche aber nicht gewähren und ließ am Valznerweiher unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren. Wir müssen alle Möglichkeiten ausnutzen, die uns in diesem Duell einen Vorteil bringen könnten, begründete Schommers, der auf den gelb-gesperrten Offensivspieler Virgil Misidjan verzichten muss.