SCP-Sportchef Krösche bestätigt Kontakt zum 1. FC Nürnberg - Neue Westfälische
FCN:Neuer Sport-Vorstand beim 1.FC Nürnberg?: Krösche sagt nicht nein
Der 1. FC Nürnberg sucht noch immer nach einem Sportvorstand. Per Nilsson ist nach wie vor ein Thema, doch inzwischen war auch Paderborns Sport-Geschäftsführer Markus Krösche zu Gesprächen in der Stadt. Die Personalie hat ein Plus – aber auch einen Haken.

Die Stimmung? Gelöst, gutgelaunt – und der Begriff “1. Liga” fällt in der Gesprächsrunde auffällig häufig, und dies ohne nachdenkliche oder wehmütige Zwischentöne. Letzteres mag ein Stück weit erstaunen, denn im Mittelpunkt steht schließlich mit dem FCN das seit 20 Spieltagen sieglose Schlusslicht der Liga. Andererseits ist es auch ein durchweg positiver Anlass, der die von der bekannten und bekennenden FCN-Sympathisantin Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein geleiteten Gesprächsrunde zusammenführt: Der Club und sein Haupt- und Trikotsponsor Nürnberger Versicherung verkünden in dessen Zentrale, dass die seit 2016 bestehende Partnerschaft um weitere drei Jahre bis 2022 verlängert wird.

Der SCP-Geschäftsführer steht im Kontakt mit den Franken, die wohl noch zwei weitere Kandidaten in der Hinterhand haben

Eine Meldung, die nicht überrascht, schließlich hat Dr. Armin Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Nürnberger Versicherung, bereits zu Beginn des Jahres wenig Zweifel daran gelassen, dass der Konzern den im Juni auslaufenden Vertrag verlängern würde – unabhängig von der Ligazugehörigkeit.

NÜRNBERG – Mehr als fünf Wochen ist es nun her, seitdem der 1. FC Nürnberg seinen Sportvorstand Andreas Bornemann beurlaubt hat. Seitdem war es sehr ruhig am Valznerweiher – doch nun könnten die Verhandlungen Fahrt aufnehmen. Drei Kandidaten sollen es dem Aufsichtsrat dabei besonders angetan haben.

Welche Liga Zitzmann jedoch als die einzige passende für den 1. FCN ansieht, daraus macht er keinen Hehl: “Wir spielen in der Versicherungsbranche in der 1. Liga, und diesen Anspruch leiten wir auch für diese Partnerschaft ab.” Und der sich anbahnende Abstieg? Der wäre dann eben ein “kurzfristiges” Abbiegen von dem anvisierten Weg des Vereins, mittelfristig gesehen wieder fix dem etablierten Bundesliga-Zirkel anzugehören.

Noch drei Kandidaten sollen im Rennen sein – Auch Per Nilsson ist Kandidat – 20.03.2019 07:49 Uhr

„Ich bin Kaufmann, und deswegen liegt die Option 2. Liga ganz oben auf dem Stapel auf meinem Schreibtisch.“Nürnbergs Finanzvorstand Niels Rossow

“Bei diesem Ziel wollen wir den Club unterstützen”, so Zitzmann. Rund zwei Millionen Euro wird sich das 1884 gegründete Unternehmen mit der Nürnberger Burg als Wahrzeichen dieses Vorhaben pro Jahr kosten lassen, umgekehrt erwartet der Konzern von der unverändert “großen Strahlkraft des Vereins” zu profitieren. Wie sehr dem gebürtigen Nürnberger und ehemals hochklassigen Amateurfußballer der Club am Herzen liegt, wird auch dadurch deutlich, dass er einen Appell an die Unternehmen in der Region richtet, sich ebenfalls beim Club zu engagieren. “In dieser Beziehung hat der FCN im Vergleich zu anderen Bundesligisten Nachholbedarf”, so Zitzmann.

Ein Umstand, der dem seit nunmehr gut einem halben Jahr tätigen FCN-Finanzvorstand Niels Rossow ebenfalls ein Dorn im Auge ist und den er dementsprechend ändern will. Im Verhältnis zum Hauptsponsor indes kann der 41-Jährige überhaupt nichts erkennen, was es zu korrigieren gilt. “Unser Zusammenarbeit ist von großem Vertrauen geprägt”, betont Rossow das, was man gemeinhin bei solchen Anlässen eben sagt. Wobei das Verhältnis zwischen den beiden Partnern auch wirklich richtig gut ist, bislang hat es noch nichts gegeben, was es ansatzweise hätte trüben können.

Apropos trüb. Der Blick Rossows ist sehr klar und nicht von Durchhalteparolen vernebelt, was die unmittelbare Zukunft anbelangt. “Ein kleines Fünkchen Hoffnung glimmt noch, wenn ich sehe, wie die Mannschaft auftritt. Aber ich bin Kaufmann, und deswegen liegt die Option 2. Liga auch ganz oben auf dem Stapel auf meinem Schreibtisch.” Eine Option, die ihm finanziell keinerlei Bauchschmerzen bereitet. Alles wäre solide durchgeplant und das Ziel Wiederaufstieg und die schwarze Null, eigentlich zwei sich selbstausschließende Dinge, laut Rossow machbar.

Bleibt die Frage, wer ihn dabei auf der sportlichen Führungsebene unterstützen wird? Nach der folgerichtigen Trennung von Andreas Bornemann herrscht da ein Vakuum, was Rossow ebenso wenig anficht wie der Umstand, dass der FCN dadurch fast schon sechs wertvolle Wochen verloren hat, was die Planungen für die kommende Saison anbelangt. “Der Aufsichtsrat sucht sehr akribisch. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen eine tolle Lösung präsentieren können”, so der Finanzvorstand.

Und die könnte Markus Krösche heißen. Der 38-Jährige Sport-Geschäftsführer des Zweitligisten Paderborn steht auf dem Zettel des FCN ganz oben, war am Dienstag auch zu Gesprächen in Nürnberg. Er bestätigt auch, in Kontakt mit den Franken zu stehen, mehr aber nicht. Einen großen Haken hat das Ganze allerdings: Krösche, der 2017 in Paderborn sein Amt antrat, hat dort einen Vertrag bis 2022.

Im vergangenen Sommer dachte auch der HSV sehr intensiv wie konkret über den als gewieft geltenden und blendend vernetzten Ex-Profi nach, die Ablöseforderung betrug rund eine Million Euro. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Zweitligist ihn nun einfach so ziehen lassen würde, zumal Krösche mit Martin Przondziono seine rechte Hand mitbringen würde – auch deswegen hätte diese Lösung sehr viel Charme, der Club sucht ja zusätzlich zum Sportvorstand noch einen Mann, der eine Ebene tiefer als Kaderplaner oder Sportmanager fungiert. Da ein eingespieltes und nachweislich gut zusammenarbeitendes Duo installieren zu können, wäre ein nicht hoch genug einzuschätzender Vorteil. Und dass Przondziono von 1994 bis 1996 in der 2. Liga schon einmal das Club-Dress trug (19 Einsätze, 2 Tore), ist sicherlich auch nicht von Nachteil.

Aber, wie gesagt, umsonst gibts das Paket garantiert nicht, auch wenn der SC Paderborn keine Summen nennt, besser nennen kann. Elmar Volkmann, Präsident des e.V. und Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, betont jedenfalls, dass er das Ganze sehr wohl mitbekommen hat, bislang aber niemand konkret an den Verein herangetreten sei – weder der Club noch Krösche selbst. “Sollte das passieren, setzen wir uns, wie es in diesem Geschäft üblich ist, zusammen und schauen, ob wir eine Lösung hinbekommen”, so Volkmann.

Weiter im Rennen ist übrigens unverändert auch Ex-Club-Profi Per Nilsson (in Leipzig Assistent von Ralf Rangnick). Stephan Schwarz, Technischer Direktor beim FCA, ist indes kein Thema mehr.

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Die Personalie wird immer heißer!Auf der Suche nach einem neuen Sportvorstand hat der 1. FC Nürnberg Markus Krösche (38) vom SC Paderborn ins Visier genommen (BILD berichtete). Auf Nachfrage sagte der Geschäftsführer Sport der Ostwestfalen gestern gegenüber BILD: Dazu sage ich nichts. Ich habe hier noch Vertrag.

Krösche sagt also nicht NEIN!Das Gleiche gilt für die Verantwortlichen des Clubs. Aufsichtsratsboss Dr. Thomas Grethlein (60) wollte sich zu dem aussichtsreichen Kandidaten auf die Bornemann-Nachfolge trotz mehrfacher Nachfrage gar nicht äußern. Und sagt damit doch eine ganze Menge.

Krösche und der 1.FC Nürnberg, das ist längst weit mehr als nur ein zartes Techtel-Mechtel.⇥ng/rh

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