Glanztat mit Wirkung: So verhalf Bredlow dem Club zum Sieg
2:0, 0:7, 3:0 – Sechs Punkte und eine Klatsche – 1. FCN macht Club-Fans gaga
So etwas schafft nur der 1.FC Nürnberg! Erst Fußball-Himmel, dann Fussball-Hölle und wieder zurück in den Himmel. Das alles in nur sieben Tagen! Die irre Berg-und Talfahrt der Franken. Zwei Heimsiege gegen Hannover (2:0) und Düsseldorf (3:0). Dazwischen in Dortmund die höchste Bundesliga-Pleite (0:7) der Vereinsgeschichte.

Und nicht nur die. Trainer Michael Köllner (48): “Sechs Punkte aus der englischen Woche sind natürlich überragend. Da nimmt man schon mal ein 0:7 in Kauf. Aber sich für jedes einzelne Spiel immer zu emotionalisieren, das ist schwer. In Dortmund haben wir das nicht geschafft.” Die Gaga-Tage haben den Club-Coach jedenfalls nachdenklich gemacht: “Da kommt man schon ins Überlegen, ob so etwas Woche für Woche noch jahrelang machbar ist.”

Sein Team hat jedenfalls beeindruckende Comeback-Qualitäten bewiesen. Stürmer Federico Palacios (22), Torschütze zum 3:0: “Wir haben heute ein sehr gutes, fast schon perfektes Spiel gemacht, wir standen hinten sicher und haben vorne unsere Tore gemacht. Das schaffen nach so einem Spiel wie in Dortmund nicht viele Mannschaften.”

Ein Erfolgsgeheimnis: Vor dem Düsseldorf-Spiel gab es keine Analyse des BVB-Debakels. Kapitän Hanno Behrens (28): “Wir hatten auch gar keine Zeit, um uns damit zu beschäftigen.” Und genau das war auch gut so. Palacios sagt: “Wir wollten nicht mehr nach hinten blicken, sondern nur noch vorne. Das ist uns gut gelungen.”

“Extrem gut” tue das, sagte Bredlow anschließend. “Wir haben zwei Heimspiele diese Woche gehabt und beide zu Null gewonnen.” So gesehen ist die englische Woche als erfolgreich zu bewerten, trotz der historischen 0:7-Klatsche. Heimsiege gegen Hannover (2:0) und nun Düsseldorf bringen trotzdem sechs Punkte aus drei Partien oder, wie Bredlow es formuliert, “eine Ausbeute, die wir uns so erträumt hatten”.

Auch weil die Mannschaft schnell lernt. Köllner: “Es ging vor allem darum, wieder Stabilität rein zu bekommen. Deswegen haben wir auch einen etwas anderen Spielansatz gewählt.”

In der Tat wirkte das FCN-Spiel deutlich sachlicher und nüchterner als zuletzt. Dafür aber gnadenlos effektiv. Den Fans, die die Mannschaft schon direkt nach der Dortmund-Klatsche gefeiert hatten, hat es trotzdem gefallen. Torjäger Mikael Ishak (25): “Wir wollten ihnen unbedingt etwas zurückgeben. Denn Dortmund war schon etwas peinlich.”

„Es tut immer noch extrem weh, wenn man es sich anguckt, vor allem für mich, sieben Dinger, das hat echt wehgetan.“Fabian Bredlow kann das 0:7 gegen Dortmund nicht abhaken

Revanche geglückt! Nürnberg gewinnt das Aufsteiger-Duell gegen Düsseldorf 3:0, rächt sich für das 2:3 am letzten Zweitliga-Spieltag.

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Mission erfüllt. Auch wenn die Club-Fans nach so einer irren Woche sich irgendwie gaga fühlen dürften…

NÜRNBERG – Sieben Stück bekam Fabian Bredlow gegen Borussia Dortmund eingeschenkt – so ein Erlebnis kann sich für einen Torhüter zu einem Trauma entwickeln. Gegen Düsseldorf schien der Keeper aber wieder zu gewohnter Stärke zurückzufinden und avancierte gar zur Schlüsselfigur beim 3:0-Erfolg.

Trainer Michael Köllner kehrte nach seinem gescheiterten Experiment Fünferkette zur gewohnten Viererformation zurück, doch seine auf vier Positionen veränderte Mannschaft wirkte zu Beginn noch verunsichert von der Klatsche beim BVB. Düsseldorf gab den Ton an, ohne jedoch das Tor des 1. FCN in Gefahr zu bringen. (Ergebnisse und Spielplan)

Sich selbst wieder größer machen – das war die Übung, um die es für Nürnbergs beste Fußballspieler ging am Samstag im Max-Morlock-Stadion. Drei Tage, nachdem sie von Borussia Dortmund kleingespielt worden waren beim 0:7, sollten sie gegen Fortuna Düsseldorf beweisen, dass diese sieben Gegentore tatsächlich nur einer sehr miesen Laune des Schicksals zu verdanken waren.

Dann brach Leibold auf der linken Seite in den Fortuna-Strafraum ein und wurde von Startelf-Debütant Lukebakio ohne Not zu Fall gebracht. Nach einem kurzen Dialog mit dem etatmäßigen Nürnberger Elfmeterschützen Ishak, der im August bei Hertha BSC (0:1) vom Punkt gescheitert war, verwandelte Behrens sicher in die Tormitte.

In Dortmund wollte der Club seine Bundesliga-Reife endgültig unter Beweis stellen. Doch die Vorstellung im Westfalenstadion misslang hilfslosen Nürnbergern gegen einen unbarmherzigen BVB komplett. Eine Niederlage beim Champions-League-Dauergast ist immer drin, aufgrund ihrer immensen Höhe wird diese in der Noris jedoch nachhallen. Die Bilder eines völlig verkorksten Abends!

Angetrieben von Ondrej Petrak im defensiven Mittelfeld, der in Dortmund wegen einer im Flugzeug (!) erlittenen Nackenblessur gefehlt hatte, legte Nürnberg nach rund 20 Minuten seine Zurückhaltung ab. Lukas Mühl (20.) und Leibold (24.) hatten erste Gelegenheiten.

33 Minuten lang ist ihnen das dann leidlich gelungen am Samstag, Nürnberg glänzte nicht, aber Nürnberg führte immerhin 1:0, als Tim Leibold ein Freistoß weit in der Düsseldorfer Hälfte so grandios misslang, dass Sekunden später der Düsseldorfer Dodi Lukebakio auf dem langen Weg alleine auf das Nürnberger Tor zu war. Zwischen Luekbakio und dem Ausgleich, der womöglich die Nürnberger Irritationen noch einmal vergrößert hätte, stand nur noch Fabian Bredlow. Der Torwart, der in Dortmund in den Minuten 9, 32, 49, 58, 74, 85 und 88 jeweils ein Gegentor hatte quittieren müssen. Der Spieler, der vielleicht am meisten hatte leiden müssen in den Tagen nach dem 0:7.

Diesmal, beim 3:0 gegen Düsseldorf, musste Bredlow kein Gegentor hinnehmen, diesmal wehrte er den Schuss von Dodi Lukebakio großartig ab und gab seinen Kollegen erst die Möglichkeit, sich zunächst geistig zu sammeln und dann später mit körperlicher Wucht noch einmal zwei Treffer zu erzielen. Wie diese Rettungstat gelingen konnte, wurde der Sieben-Gegentore-Torwart Bredlow später gefragt. Relativ einfach, so sagte das Bredlow, “ich habe gesehen, dass er sich den Ball zu weit vorlegt und dann habe ich mich groß gemacht.”

Die Führung gab dem Club Sicherheit, auch wenn Düsseldorf keinesfalls geschockt wirkte. Pechvogel Lukebakio vergab die große Chance zum Ausgleich, als er bei einem Konter an dem stark reagierenden Torhüter Fabian Bredlow scheiterte (33.).

Nach der 0:7-Pleite gegen Borussia Dortmund hat Michael Köllner eine Reaktion von seiner Mannschaft gefordert – und er bekam sie. Sein Team konterte Fortuna Düsseldorf mit zum Teil sehenswerten Kombinationen aus und siegte am Ende verdient mit 3:0.