Nürnberg ist der bessere Aufsteiger
3:0 gegen die Fortuna! Der Club kontert den BVB-Frust weg
Nürnberg besiegte Lieblingsgegner Düsseldorf mit 3:0. Nach verhaltenem Beginn nutzte der Club seine beste Phase zur Führung, die danach aktivere Fortuna verpasste wenig später den Ausgleich. Nach Wiederanpfiff konzentrierte sich der FCN vornehmlich auf die Defensive und konterte den zu wenig zielstrebigen Kontrahenten aus.

Nürnbergs Trainer Michael Köllner brachte im Vergleich zur 0:7-Klatsche in Dortmund vier Neue: Für Bauer, Erras, Fuchs und Kubo standen Petrak, Löwen, Matheus Pereira und Ishak in der Startelf.

Auch Düsseldorfs Coach Friedhelm Funkel hatte gegenüber der 1:2-Heimniederlage gegen Leverkusen ein Quartett neu an Bord. Lukebakio, Usami (beide Startelfdebüt), Bodzek und Ducksch kamen für Sobottka, Stöger, Raman und Hennings zum Zug.

Vorsichtiges Taktieren stand in Nürnberg zu Beginn auf dem Zettel – von beiden Seiten. Bei überschaubarem Tempo legten die Kontrahenten Wert auf eine sichere Defensive und im Aufbau auf Ballkontrolle. Spielerisch etwas reifer wirkte die Fortuna, den ersten gefährlichen Ansatz verzeichnete aber der Club (Ishak, 12.).

Aus dem Spiel heraus tat sich nicht viel, vielleicht nach einem Standard? Der FCN hatte sich eine Eckballvariante ausgedacht, Mühl verfehlte die Führung nur knapp (20). Es war die Initialzündung für die Franken für mehr Offensivgeist. Petrak (22.) und Leibold (24.) versuchten sich aus der Distanz, ehe Lukebakio den nach vorne geeilten Leibold im Strafraum von den Beinen holte – Elfmeter, den Behrens sicher verwandelte (28.).

Zeit für mehr Initiative der Rheinländer. Doch wirklich energisch setzte die Funkel-Elf den Hausherren zunächst nicht zu. Es war ein schlampig ausgeführter Freistoß von Leibold, der fast zum 1:1 geführt hätte – aber der durchgebrochene Lukebakio scheiterte frei vor Bredlow am Keeper (33.).

Bis zur Pause drehte danach Düsseldorf an der Ballbesitzschraube. Glück für nun abwartend agierende Nürnberger, dass Ayhan seinen Kopfball nicht richtig traf (41.). Bredlow war noch gegen Morales Schlenzer auf dem Posten (42.), dann ging es in die Kabine.

Mit Palacios für Matheus Pereira und einem gefährlichen Distanzschuss von Ducksch (46.) startete der zweite Abschnitt, der ansonsten zunächst wieder verhalten daherkam. Nur Abseitstore hüben wie drüben (Ishak, 54., Ducksch, 57.) durchbrachen viel Ballgeschiebe und zu durchsichtige Angriffsaktionen auf beiden Seiten.

Die Fortuna machte das Spiel gegen einen defensiven wie passiven Club, agierte aber wenig druckvoll. Die Köllner-Elf lauerte auf Konter – mit Erfolg: Behrens schlug den Ball aus der Abwehr, den Bodzek Richtung eigenes Tor verlängerte. Ishak ging auf und davon, behielt frei vor Rensing den Kopf oben und schoss ins linke Ecke ein (64.).

Danach entwickelten die Gäste mehr Zug zum Tor. Gießelmanns Freistoß klärte Margreitter per Kopf (71.), den kernigen Fernschuss des nun immer wieder anschiebenden Verteidigers parierte der zuverlässige Bredlow (74.). Auch Zimmers Fernschuss ging vorbei (77.), ehe Löwen die Entscheidung vorbereitete: Der Mittelfeldspieler trickste Morales vor dem Strafraum aus, steckte auf Palacios durch, der den herausstürzenden Rensing zum dritten Mal überwand (78.).

Damit war die Messe gelesen, Misidjan verpasste sogar noch das 4:0 (83.). Nürnberg hatte auf die Klatsche von Dortmund die richtige Antwort gefunden und siegte verdient, wenn auch etwas zu hoch und bleibt Angstgegner der Fortuna (Letzte 14 Heimspiele im Oberhaus: 13 Siege, ein Remis).

Nürnberg gastiert am kommenden Sonntag (18 Uhr) in Leipzig. Düsseldorf empfängt einen Tag zuvor um 15.30 Uhr Düsseldorf.

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NÜRNBERG – Das 0:7 in Dortmund war ein Albtraum für den Altmeister aus Nürnberg. Beim 3:0 gegen Mitaufsteiger Düsseldorf betreibt der Club jedoch Wiedergutmachung. Kapitän Behrens bringt das Köllner-Team vom Punkt auf Kurs. Im zweiten Durchgang gehts dann schnell und erfolgreich nach vorne.

 Auf diese ganz besondere Bundesliga-Erfahrung hätten sie beim 1. FC Nürnberg sicherlich gerne verzichtet. Sie lernen ja derzeit beim Club diese Liga im Kollektiv größtenteils neu kennen. Seit dem Mittwochabend in Dortmund wissen sie, dass das kein reines Vergnügen sein muss. 0:7 hieß es dort am Ende gegen die Borussia und beim 1. FCN mussten sie sich überlegen, wie man so etwas am besten verarbeitet, wenn man mal so schlecht Fußball gespielt hat.

Das Ergebnis: Mit Fußball spielen. So haben sie das noch in Dortmund alle gesagt und die Macher des Bundesliga-Spielplans hatten so etwas offenbar geahnt – und ließen den Club schon drei Tage später wieder spielen: im Max-Morlock-Stadion vor 36.102 Zuschauern und gegen Fortuna Düsseldorf. Es sollte diese Partie der Aufsteiger auch ein Nerventest für die Mannschaft von Trainer Michael Köllner werden. Bestanden hat der 1. FC Nürnberg den nicht in allen Phasen des Spiels, am Ende aber stand trotzdem ein vom Ergebnis her deutlicher 3:0-Erfolg.

Nach der 0:7-Pleite gegen Borussia Dortmund hat Michael Köllner eine Reaktion von seiner Mannschaft gefordert – und er bekam sie. Sein Team konterte Fortuna Düsseldorf mit zum Teil sehenswerten Kombinationen aus und siegte am Ende verdient mit 3:0.

Auf vier Positionen hatte Köllner seine Mannschaft nach dem Debakel von Dortmund verändert. Patrick Erras, Robert Bauer, Yaya Kubo und Alexander Fuchs mussten auf die Bank, an ihrer Stelle standen Ondrej Petrak,Mikael Ishak, Matheus Pereira und – erstmals in dieser Saison – Eduard Löwen in der Startelf. Zudem kehrte Köllner zum bewährten System mit einer defensiven Viererkette zurück.

Trotz der vielen Veränderungen merkte man dem Club gegen die ebenfalls ordentlich in die Saison gestartete Fortuna das Spiel in Dortmund noch an. Eine Viertelstunde brauchten die Gastgeber, um sich zu orientieren, kamen dann aber doch zu ersten Offensivaktionen. Nach 20 Minuten war es mit Lukas Mühl einer der Innenverteidiger, dessen Schuss nach einer Ecke von Enrico Valentini noch so abgefälscht wurde, dass er links neben dem Pfosten landete. Dennoch war der Club jetzt im Spiel und zeigte erste Ansätze von Mut. Georg Margreitter traute sich nach 26 Minuten einen langen Pass auf Tim Leibold zu. Der hatte den Ball kaum angenommen, da wurde er schon gefoult. Weil Düsseldorfs Dodi Lukebakio bei seinem Foul im Strafraum stand, gab es Elfmeter für Nürnberg. Der Kapitän trat an und traf hoch in die Mitte des Tores. Es war der erste Saisontreffer für Hanno Behrens, es sollte eine Erleichterung für alle sein.

Wie kompliziert es um die Nürnberger Nerven steht, sah man dummerweise fünf Minuten nach dem Führungstreffer. Weit in der Düsseldorfer Hälfte geriet Leibold ein Freistoß so schrecklich, dass sich die Fortuna innerhalb von Sekunden vor das Nürnberger Tor gekontert hatte – Fabian Bredlow rettete glänzend gegen den alleine vor ihm aufgetauchten Lukebakio (33.).

Der Club meldet sich nach der Demütigung in Dortmund imposant zurück. Beim 3:0-Heimsieg gegen Düsseldorf ist eine deutliche Leistungssteigerung aller Akteure dafür verantwortlich, dass der FCN gegen die Fortuna in einem tollen Spiel die Oberhand behält. Doch wie gut waren die Club-Jungs wirklich? Geben Sie ihnen Noten!

In die Pause ging es also mit einer Führung, aber auch mit dem Gefühl, dass diese ersten 45 Minuten das Dortmunder Desaster noch nicht vergessen gemacht hatten. Den Beweis dafür lieferte direkt nach Wiederanpfiff Hanno Behrens: Sein Ballverlust gab Marvin Duksch die Gelegenheit, aus 20 Metern auf das Tor zu schießen. Sein Schuss verfehlte das Ziel nur knapp.

Die Fortuna zeigte nun das gefälligere Spiel, das erste Tor im zweiten Durchgang schoss trotzdem der Club. Allerdings stand Ishak bei seinem Kopfballtreffer (54.) ebenso im Abseits wie drei Minuten später Ducksch bei seinem vermeintlichen Abseitstreffer. Nürnberg wirkte nun einigermaßen ratlos, baute seinen Vorsprung nach 64 Minuten aber dennoch aus. Hanno Behrens beförderte den Ball vom eigenen Strafraum aus mit Wucht nach vorne, der Klärungsversuch von Adam Bodzek auf Höhe der Mittelinie geriet zur Vorlage für Ishak, der Michael Rensing im Fortuna-Tor keine Chance ließ.