Drogenspürhund war nicht angeleint: Terrier \
Drogenspürhund war nicht angeleint: Terrier “Winnie” musste sterben
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Simon Janssen Ilse Trauten kann die schrecklichen Bilder einfach nicht vergessen. Noch immer steht die 75-Jährige unter Schock wegen der schweren Verletzungen, die ihre Hündin Minnie erleiden musste. Nun wartet sie darauf, dass sie die Asche ihres geliebten Yorkie-Mischlings ausgehändigt bekommt. Was war passiert?

Vergangener Freitag, 14.40 Uhr. Ilse Trauten macht sich mit einer Freundin, die auch Hundehalterin ist, auf den Weg in Richtung Rennbahnpark. Die beiden wollen das schöne Wetter genießen, die Hunde an den Schleppleinen laufen lassen. Doch bis zur Rennbahn sollten sie an diesem Tag nicht mehr kommen.

An der Straßenbahnhaltestelle Stadthalle war ein großes Polizeiaufkommen. Die Beamten machten an diesem Nachmittag zum wiederholten Male Drogenkontrollen in dem Gebiet. Oberhalb der Gleise stand ein Polizist mit einem nicht angeleinten Drogenspürhund. Winnie hat ihn angebellt, das hat sie bei größeren Hunden öfter gemacht, sagt Ilse Trauten. Dann der Schock: Der Polizeihund läuft über die Gleise auf den Yorkie-Mix zu und wirbelt ihn durch die Luft, zerfetzt ihm mit mehreren Bissen den Bauch. Viel Blut fließt auf den Asphalt. Sie hat fürchterlich geschrien. Sie hatte keine Chance. Der Hund war viermal so groß wie sie, sagt die Neusserin. Erst Sekunden später gelang es dem Hundeführer, den Spürhund loszureißen. Doch da war es schon zu spät. Eine Polizistin habe noch versucht, die schlimmen Verletzungen des Hundes zu verbinden. Auch andere Menschen, die den Angriff gesehen haben, fingen an zu weinen, sagt die Seniorin.

Die Feuerwehr fuhr Ilse Trauten und ihre Winnie zu einer nahegelegenen Tierärztin. Dort wurde die kleine Hündin schließlich eingeschläfert. Nun soll sie eingeäschert werden und zu Ilse Trauten nach Hause zurückkehren.

Einsatz in Neuss: Polizeihund attackiert Terrier Unangeleinter Polizeihund verletzt Terrier-HündinHündin muss eingeschläfert werdenBesitzerin will keine Anzeige erstatten Neuer Abschnitt Bei einer Razzia der Polizei in Neuss am Freitag (29.03.2019) hat ein ausgebildeter Rauschgiftspürhund einen Yorkshire Terrier angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Das Tier musste kurz darauf eingeschläfert werden, teilte die Polizei am Montag (01.04.2019) mit.

Video starten, abbrechen mit Escape Terrier von Polizei-Spürhund gebissen. Lokalzeit aus Düsseldorf. 01.04.2019. WDR. Von Frank Büsdorf.

Der Polizeihund habe in einem Gebüsch in der Nähe der Haltestelle “Stadthalle” nach Betäubungsmitteln gestöbert. Die Seniorin Ilse Trauten (75) stieg zu der Zeit gerade mit ihrem Rollator und ihrer angeleinten Terrier-Hündin Winnie aus der Straßenbahn.

Sie wollte mit einer Freundin in der Nähe der Rennbahn Gassi gehen. Die Hündin bellte in Richtung des Diensthundes, woraufhin sich der Spürhund auf den Terrier gestürzt habe.

Trauten zum WDR: “Der Hund hat Winnie den Bauch aufgerissen. Der Besitzer hat noch versucht, den Hund wegzureißen – es ist ihm nicht gelungen.” Noch vor Ort hätten die Polizisten sich um die offenen Wunden der schwer verletzten Hündin gekümmert.

Der Tierarzt musste Winnie später einschläfern. Die Polizei habe sich bei ihr entschuldigt, so Trauten. Die Seniorin will keine Anzeige erstatten: “Das macht meinen Hund auch nicht wieder lebendig.”

Vor drei Wochen sollte Winnie wegen eines Tumors eingeschläfert werden, aber da es ihr wieder besser zu gehen schien, wollte Ilse Trauten wenigstens noch den Frühling mit ihrer Hündin verbringen. Vor elf Jahren hatte sie die Yorkshire Terrier-Hündin aus dem Tierheim adoptiert.