München/Wetter: Isar-Hochwasser nach Unwetter - Stadt ergreift erste Maßnahmen | München - tz.de
Oberhaching/München: Hochwasser am Deininger Weiher – Biergarten geflutet | Oberhaching
Starke Regenfälle setzten der Isar im Stadtgebiet München zu. Erste Schutz-Maßnahmen wurden bereits ergriffen.

München – Totholz treibt im Wasser, zahlreiche Uferflächen sind überschwemmt. Nach den ergiebigen Regenfällen der vergangenen Stunden ist der Isar-Pegel in München auf mehr als drei Meter angestiegen. Damit wurde die zweite von insgesamt vier Meldestufen des Hochwassernachrichtendienstes erreicht. Am späten Montagnachmittag hatte die Marke noch bei etwa 1,20 Meter gelegen. Bis Dienstagabend könnte sich der Wasserstand Prognosen zufolge auf bis zu 3,50 Meter erhöhen. „Die Intensitäten lassen überwiegend nach, jedoch können punktuell noch höhere Abflussreaktionen ausgelöst werden“, ordnete der Hochwassernachrichtendienst Bayern die Lage am Vormittag ein.

Angesichts des Dauerregens in München stellt sich die Frage, ob auch an der Isar Hochwasser-Gefahr besteht? Nach Informationen des Hochwassernachrichtendienstes Bayern spannt sich die Lage in München derzeit an. Am Dienstagvormittag stand der Isar-Pegel bei knapp drei Metern über dem Pegelnullpunkt, um 14.15 Uhr waren es 339 Zentimeter. Damit ist bereits die zweite von insgesamt vier möglichen Hochwasser-Warnstufen erreicht. Montagmittag waren es noch etwa 120 Zentimeter.

Die Stadt München hat derweil erste Maßnahmen ergriffen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Der Flauchersteg und einige Radwege wurden abgesperrt, mobile Toiletten und Abfall-Container sind aus dem Uferbereich entfernt worden. Bei einem Pegelstand von 2,20 Meter oder mehr sei dies ein übliches Prozedere, erklärte das Baureferat. Obdachlose, die am Isar-Ufer lagern, wurden aufgefordert, den gefährdeten Bereich zu verlassen.

Bislang seien im Stadtgebiet aufgrund des Hochwassers noch keine erwähnenswerten Einsätze angefallen, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr. Etwas prekärer gestaltet sich die Lage in anderen Teilen des Freistaats. In unserem News-Ticker halten wir Sie über die Wetter-Kapriolen in Bayern auf dem Laufenden.

In den Landkreisen Kelheim, Landshut, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau, Rosenheim und Garmisch-Partenkirchen herrschte schon am Mittag Warnstufe drei. Örtlich könne die höchste Hochwassermeldestufe vier erreicht werden, hieß es. Dann drohen Überschwemmungen bebauter Gebiete in größerem Umfang.

Jahrgang 1977. In München Politikwissenschaft, Neuere Geschichte und Volkswirtschaftslehre studiert, parallel dazu die studienbegleitende Journalistenausbildung am ifp – Institut zur Förderung des publizistischen Nachwuchses – absolviert. Bei der SZ bereits zu Schulzeiten als freier Mitarbeiter, fest seit 2003: Zuerst als Volontär, dann gut fünf Jahre lang Berichterstattung über die bayerische Landespolitik. Von 2010 an zuständig für das Thema des Tages im Lokalteil, von 2013 bis 2019 stellvertretender Leiter des Ressorts München-Region-Bayern. Jetzt in dessen Online-Welt unterwegs.

Tom Soyer, Jahrgang 1963, (sehr gerne) Münchner, schreibt seit 1982 für die SZ und gehört der Redaktion seit 1991 an. Hat für mehrere SZ-Redaktionen in der Region und in München gearbeitet, teils als deren Leiter, und ist inzwischen als “Leseronkel” nicht nur für Leserbriefe im Lokalteil zuständig, sondern auch Vermittler zwischen Redaktion und Leserinnen/Lesern. Über die SZ hinaus engagiert bei der “Vereinigung deutscher Medien-Ombudsleute”, als Sportler und Bluesrock-Musiker. Weil die freiheitliche Demokratie einen unabhängigen Qualitätsjournalismus, aber auch wachsame und mündige Mediennutzer braucht, besucht er regelmäßig Schulklassen und diskutiert bei diesen “SZ-Werkstattgesprächen” über verlässliche Medienquellen und journalistische Berufspraxis.

Teils musste die Feuerwehr ausrücken. In mehreren Gemeinden liefen Keller voll, ein andermal waren ein Baum umgestürzt oder die Fahrbahn verschmutzt. In Bad Tölz wurden laut Bayerischem Rundfunk an der Isar Hochwassersperren errichtet; in Peißenberg wurde vorsorglich das Sandsack-Befüllen begonnen.

Weil das Wasser der Isar stetig steigt, hat die Stadt München am Dienstag den Flauchersteg gesperrt. Vor der Brücke hängen Bäume und viel Totholz im Wasser; Mitarbeiter der Stadt versuchen, von der Brücke aus das Holz zu bergen – was schwierig ist angesichts der starken Strömung. Wie das städtische Baureferat wissen lässt, ist dies das übliche Procedere nach dem Münchner Hochwasserschutzplan. Demnach werden die Rad- und Fußwege bei einem Pegelstand von 2,20 Meter oder mehr gesperrt, steigt das Wasser weiter, auch die Stege und Brücken wie an der Marienklause und am Flaucher. Dies alles sei am Montagabend und Dienstagvormittag geschehen.

Wegen der starken Regenfälle ist der Pegel der Isar in München seit Montagabend steil gestiegen. Maß er da noch etwa 1,20 Meter, so waren es am Dienstagvormittag bereits mehr als drei Meter. Das ist aber noch nicht dramatisch, damit war erst die zweite von insgesamt vier Warnstufen des Hochwassernachrichtendienstes erreicht. Der ging in einer Prognose davon aus, dass der Pegel bis zum Abend auf mehr als 3,50 Meter steigen könnte, womit aber die Schwelle zur dritten Stufe noch nicht überschritten würde.

München – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Montag eine offizielle Unwetterwarnung für München und Süddeutschland herausgegeben, die voraussichtlich auch noch bis Mittwoch bestehen wird. In der bayerischen Landeshauptstadt herrscht aktuell die dritte von vier möglichen Warnstufen.

Gleichwohl ist die Lage an der Isar beeindruckend: Schon ab einem Pegel von gut zwei Metern werden die Uferflächen der Isar geflutet, am Dienstag stand auch der Radweg an der Ostseite teilweise unter Wasser und wurde im Bereich der Tierparkbrücke und des Flaucherstegs gesperrt. Unter den Brücken rauschte das Wasser eindrucksvoll. Bis Dienstagmittag habe es infolge des Hochwassers aber keine nennenswerten Einsätze in der Stadt gegeben, hieß es bei der Feuerwehr.

Der Münchner Hochwasserschutzplan sieht vor, dass Rad- und Fußwege ab einem Pegelstand von 220 Zentimetern gesperrt werden. Sollte der Pegel weiter ansteigen, sperrt die Stadt dann auch Stege und Brücken wie an der Marienklause oder dem Flaucher.

Bei entsprechenden Warnungen informiert die Stadt laut Baureferat auch Obdachlose, die möglicherweise an der Isar lagern, und fordert sie zum Gehen auf. Verlassene Camps müssen bei einem drohenden Hochwasser sofort geräumt werden. Außerdem werden aus dem Uferbereich mobile Toiletten und Abfallcontainer entfernt.

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Zu einem größeren Einsatz musste die Feuerwehr am Deiniger Weiher bei Straßlach-Dingharting ausrücken. Dort stauten sich die Fluten an einer Spundwand, das Wasser bedrohte eine Gaststätte. Die Terrasse des Biergartens stand bereits unter Wasser. Kräfte der Feuerwehr schnitten Löcher in die Spundwand und pumpten zugleich Wasser aus dem Weiher ab. Dabei kam eine Hochleistungspumpe der Berufsfeuerwehr München und eine weitere des ABC-Zugs München-Land zum Einsatz, wie die Sprecherin des Landratsamtes München, Christine Spiegel, berichtete.

Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller könnten überflutet werden. Überörtliche Verkehrsverbindungen müssen eventuell gesperrt werden und es ist vereinzelt der Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.

Für München hat der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung “vor ergiebigem Dauerregen” herausgegeben. Am Dienstagvormittag prognostizierte er, dass bis Mittwochfrüh noch einmal 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen dürften.

Weiter südlich, im Alpenvorland, ist die Lage jedoch drastischer: Tief "Axel" sorgt mit seinen heftigen Regenfällen derzeit dafür, dass hier die Pegelstände teilweise gefährlich hoch ansteigen.

Im Voralpenland sollen noch einmal bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. An der Loisach ist die Lage kritisch, auch an Isar und Donau besteht Überschwemmungsgefahr.   Von Kassian Stroh