Hooligans schlagen Polizisten krankenhausreif
1500 Fans in München: HFC wehrt sich gegen martialische Berichterstattung
München – Das war keine feine Art. Fans des Halleschen FC randalierten nach dem Spiel beim TSV 1860 München.

Gegen 12.30 Uhr kam es an einer U-Bahn-Station zu Rangeleien. Dabei schlug ein Unbekannter Täter einem Polizisten ins Gesicht und verletzte ihn. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, weil er nicht mehr dienstfähig war. Auch vor dem Gästeblock kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Halle-Fans und der Polizei.

Während des Spiels kam es zu vier Körperverletzungen. Vereinzelt wurden auch pyrotechnische Gegenstände abgebrannt. Insgesamt mussten sieben Tatverdächtige im Alter von 24-47 Jahren festgenommen werden.

Fußballfans sorgen am Münchner Hauptbahnhof für Ärger

Was für ein Spiel in München! Halle holt in einem emotionsgeladenen Drittliga-Spiel ein 1:1 (1:0) bei 1860 München.

Halle will seinen Höhenflug fortsetzen: Heute (14 Uhr, MDR live) sollen bei 1860 München die nächsten Punkte her.

Nach dem Spiel bewarfen Fans des Halleschen FC mehrfach Polizisten mit Flaschen. Das führte zu großen Verzögerungen im Bahnverkehr. Auch ein Fanschal wurde gewaltsam entrissen.

Der TSV 1860 München hat gegen den Halleschen FC nur 1:1 gespielt – sie waren 70 Minuten in Überzahl. Der ausgeknockte Stefan Lex ist auf den Weg der Besserung.

München – Spreu oder Weizen? So hieß Daniel Bierofkas Frage vor diesem 15. Spieltag in der Dritten Liga. Einstweilige Erkenntnis: Seine Löwen sind irgendwas dazwischen. Oder mit einem anderen bekannten Bild ausgedrückt: weder Fisch noch Fleisch.

Ein Sieg aus den letzten neun Punktspielen (2:0 gegen Schlusslicht Braunschweig) – Sechzig tritt nach dem insgesamt siebten Saison-Unentschieden punkt- und spieltechnisch auf der Stelle. Gegen den Halleschen FC reichte es am Samstag trotz knapp 70-minütiger Überzahl nur zu einem 1:1. Ein Elfmeter-Geschenk des heillos überforderten Schiedsrichters Justus Zorn aus Freiburg ermöglichte Phillipp Steinhart in der 66. Minute den Ausgleich. Der zur Halbzeit eingewechselte Stefan Lex war mit Halle-Keeper Eisele zusammengestoßen und musste angeknockt wieder runter. Gästetrainer Torsten Ziegner lag mit seiner Analyse nicht falsch: „1860 hatte keine Lösungen, vor unser Tor zu kommen. Ich glaube nicht, dass sie ohne den Schiedsrichter zu einem Tor gekommen wären.“

Korrekterweise sei angemerkt, dass auch die Führung der Hallenser einem Strafstoß der Kategorie „schlechter Scherz“ entsprang. Erik Weeger hatte Gegenspieler Braydon Manu nur leicht mit dem Oberschenkel berührt – und das auch noch außerhalb des Sechzehners. Trotzdem zeigte Zorn auf den Punkt. Halles Nummer 7 mit dem sehr hübschen Namen Bentley Baxter Bahn machte seine Sache in der 41. Minute besser als eine Viertelstunde zuvor Sascha Mölders auf der anderen Seite. Auch der Platzverweis für Halles Toni Lindenhahn wäre nicht zwingend nötig gewesen. 1860-Präsident Robert Reisinger zur tz: „Ich sage normalerweise nichts über die Schiedsrichter. Aber der Herr am Samstag hat schon sehr unglücklich gepfiffen. Am Schluss hätte Benjamin Kindsvater Elfmeter kriegen müssen anstatt Gelb.“

Was Reisinger über die sportliche Situation der Blauen denkt? „Natürlich wäre ein Sieg gegen Halle schöner gewesen, das ist doch klar. Aber ich empfinde es nicht als Rückschlag, beim Tabellen-Zweiten (Preußen Münster) und gegen den -Vierten unentschieden zu spielen. Wenn Sascha (Mölders) den Elfer versenkt hätte, wäre das Spiel am Samstag anders gelaufen. Dann kannst du mit einem Mann mehr anders auftreten. Jetzt ist Länderspielpause. Dann geht’s in Karlsruhe weiter. Leichter wird’s nicht.“

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Trainer Daniel Bierofka war sichtlich gewurmt ob des verpassten Sieges: „Wenn der Gegner so tief steht, ist es schwierig, Torchancen zu kreieren. Wir waren dann zu ungeduldig“, sagte er zum Thema fußballerische Stagnation. „Momentan sind wir nicht in der Lage, solche Spiele für uns zu entscheiden.“ Die Ersthilfe: „Wir müssen bei den Standards wieder gefährlicher werden. Gerade das war zu Saisonbeginn noch eine Waffe von uns “

Nach zwei freien Tagen geht’s am Dienstag weiter. Am Freitag testen die Löwen gegen den FC Ingolstadt. Anpfiff in Heimstetten ist um 15.30 Uhr. Und Stefan Lex wird auch wieder mitwirken können. „Er weiß den Spielverlauf zwar nicht mehr, aber es geht ihm wieder gut“, gab Bie­rofka Entwarnung.