Arturo Vidal im Trikot des FC Bayern: Der Chilene spricht über seine Zukunft. (Quelle: imago)

Im Sommer kommt Leon Goretzka vom FC Schalke 04 zum Rekordmeister. Plant Arturo Vidal schon seinen Abgang? Der Chilene äußerte sich nun zu seiner Zukunft.

Arturo Vidal will sich weiter beim FC Bayern München durchsetzen. Dies erklärte der Chilene im Interview mit “Sport 1”. “Ich denke nicht an einen Wechsel. Ich fühle mich hier super wohl”, erklärte Vidal. Nach der Verpflichtung von Schalkes Leon Goretzka, der im Sommer zum Rekordmeister kommt, war schon über einen Abgang des 30-Jährigen spekuliert worden.

Der Grund: Durch den Goretzka-Transfer herrscht ein Über-Angebot an Mittelfeldspielern bei den Bayern. “Ich spiele sicherlich aus gutem Grund in dieser Mannschaft”, sagte Vidal nun aber. Und: “Ich gehöre sicherlich auch aus gutem Grund zu den Weltbesten auf meiner Position.” 

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Vidal betonte zudem seine aktuelle Form: “Ich weiß nicht, ob ich hier schon einmal so gut war. Klar ist: Ich fühle mich sehr gut, vor allem körperlich. Und ich habe keine Probleme mit Verletzungen.”

Der chilenische Nationalspieler hat in München noch einen Vertrag bis 2019. Vidal war 2015 für 37,5 Millionen Euro von Juventus Turin zu den Bayern gewechselt.

Was Bayern-Profi Vidal dem knallharten Goretzka voraus hat

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München – Arturo Vidal wird beim FC Bayern immer stärker und holt sich Lob von den Bossen. Von einem Abschied im Sommer will er nichts wissen. Ganz im Gegenteil.

Am Samstag aber zeigte der 23-Jährige, dass er nicht nur einstecken, sondern auch austeilen kann. Vor dem 1:1 der Schalker grätschte er den Ball an Jerome Boateng vorbei, holte die Abwehrkante anschließend von den Beinen. Während der Boss sich mit Schmerzen auf dem Boden wälzte, spielten die Gäste den Angriff zu Ende. Goretzka säbelte bei seinem Seitfallzieher am Leder vorbei, legte Franco Di Santo den Ausgleich damit etwas glücklich auf. Goretzka zu seiner Flugeinlage: „Da war ich etwas übermotiviert. Aber im Training ist mir so etwas schon häufiger gelungen.“ 

Einem Typen wie Arturo Vidal mangelt es von Natur aus nicht an Selbstvertrauen.

In den 90 Minuten zuvor hatten der Schalker und seine zukünftigen Mitspieler sich nichts geschenkt. Arturo Vidal hieß Goretzka schon mal in München willkommen, säbelte ihn im Mittelfeld um und handelte sich dafür seine fünfte Gelbe Karte ein. Der Schalker, ganz Profi, wollte in die Szene nicht zu viel hineininterpretieren. Er meinte nur: „Das ist ein Stück weit sein Spiel, aber es war kein böses Foul. Alles gut.“ Der Chilene hat trotzdem eine Woche frei, er muss den Trip des Rekordmeisters nach Wolfsburg nicht mitmachen. 

So zufrieden mit sich wie nach dem 2:1 gegen Schalke 04 war der Mittelfeld-Kämpfer des FC Bayern in seinen bislang zweieinhalb Jahren in München aber nur selten. 

München – Arturo Vidal ist im Angriffsmodus. Das signalisiert nicht nur sein imposantes neues Rückentattoo. Auch auf dem Platz tut der "Krieger" (Vertrag bis 2019) aktuell alles, um seine Einsatzzeit im Bayern-Mittelfeld zu legitimieren. Gerüchten, er überlege nach dem Goretzka-Transfer einen vorzeitigen Abschied aus München, schiebt Vidal jetzt entschieden einen Riegel vor und spricht sogar von Vertragsverlängerung. 

“Ich spiele sicherlich aus gutem Grund in dieser Mannschaft. Und ich gehöre sicherlich auch aus gutem Grund zu den Weltbesten auf meiner Position”, sagte Vidal mit einem Augenzwinkern.

Klar ist: Vidal spielt eine starke Rückrunde, kommt in 18 Einsätzen auf sechs Tore und zwei Assists. Das registriert auch sein Trainer Jupp Heynckes, der Vidal schon bei Bayer Leverkusen kennen und schätzen gelernt hatte. Er hat den Chilenen nach einer eher schwächeren Phase unter Carlo Ancelotti wieder auf Top-Niveau gehievt. 

Der Chilene hatte im Duell mit Königsblau die meisten Zweikämpfe gewonnen (28), die zweitbeste Passquote aufgestellt (88,7 Prozent) und hinter Thomas Müller und Joshua Kimmich die meisten Kilometer in seinem Teams abgespult (11,22). 

"Ich denke nicht an einen Wechsel. Ich fühle mich hier super wohl", sagte Vidal noch dem 2:1-Sieg gegen Schalke zu Sport1. Und weiter: "Natürlich würde ich gerne verlängern! Das ist eine Option. Auch meine Kinder sind hier sehr glücklich." 

Werte, die einen echten “Krieger” auszeichnen – und deutlich machen: Vidal kämpft ungeachtet der ständigen Abschiedsgerüchte um seinen Verbleib beim deutschen Rekordmeister.

“Ich denke nicht an einen Wechsel. Ich fühle mich hier super wohl”, betonte Vidal auf SPORT1-Nachfrage.

Der 30-Jährige ging sogar noch einen Schritt weiter und sprach von einer Verlängerung seines 2019 auslaufenden Vertrags: “Natürlich würde ich gerne verlängern! Das ist eine Option. Auch meine Kinder sind hier sehr glücklich.”

Vidals Zukunft in München war besonders nach der Verpflichtung von Schalkes Mittelfeld-Juwel Leon Goretzka in Frage gestellt worden. Zuletzt berichteten einige Medien, der Klub plane ab Sommer ohne ihn – um Platz für die jungen Wilden wie Goretzka zu schaffen. Ein möglicher Abnehmer sei der FC Chelsea.

Sportlich liefert Vidal dem Rekordmeister derzeit tatsächlich keine Gründe, einen vorzeitigen Abschied zu forcieren. Der Vertrag des Chilenen läuft bis 2019. Wie man in München langfristig mit ihm plant, wird wohl auch mit der Zukunft von Jupp Heynckes zusammenhängen. Sollte der Trainer bei den Bayern bleiben, wird er sich womöglich für einen Verbleib seines Schützlings stark machen.

“Ich weiß nicht, was manche Zeitungen schreiben”, sagte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach dem Schalke-Spiel zu den Spekulationen um Vidal. “Habe ich das schon mal gesagt? Nein!”

Aus sportlicher Sicht spricht jedenfalls wenig für einen Vidal-Verkauf. Spätestens seit dem Rückrunden-Start überzeugt er auf ganzer Linie. So sehr, dass Trainer Jupp Heynckes gar nicht mehr auf seinen Lieblingsspieler verzichten kann.

“Arturo ist ein Vollprofi. Er hat gegen Schalke wieder eindrucksvoll bewiesen, dass er einer der Führungsspieler bei uns”, schwärmte auch Salihamidzic.

So sieht es auch Vidal selbst. “Ich weiß nicht, ob ich hier schon einmal so gut war”, sagte der 30-Jährige. “Klar ist: Ich fühle mich sehr gut, vor allem körperlich. Und ich habe keine Probleme mit Verletzungen. Das hilft mir.”

Vielleicht so sehr, dass die Bayern ihm im Sommer nicht die Tür zeigen, sondern einen neuen Vertrag anbieten.