Bayer 04 zieht das große Los
Bender: \”Die Tage hast du halt mal dabei\”
nBayer verliert seinen Rang hinter den enteilten Bayern wieder. Nach 120 Minuten im DFB-Pokal hat Hertha BSC mehr Puste und gewinnt. Die Leverkusener rutschen sogar aus den Champions-League-Plätzen.

Nun hat auch Bayer Leverkusen der Fluch von Tabellenplatz zwei ereilt: Mit 120 Pokal-Minuten in den Knochen kassierten die Rheinländer am Karnevalssamstag eine 0:2 (0:1)-Heimniederlage gegen Hertha BSC und rutschten sogar aus den Champions-League-Plätzen. Vor zwei Wochen beim 2:0 gegen den FSV Mainz 05 hatte Bayer als erst zweiter Tabellenzweiter in dieser Bundesliga-Saison nach Bayern München ein Spiel gewonnen.

Dardais Maurermeister sind inzwischen ausgesprochener Favoritenschreck, sie gewannen schon in Leipzig und trotzten dem FC Bayern München und Borussia Dortmund im Olympiastadion ein Remis ab. Nun betonierten sie die Laufwege der beweglichen Bayer-Angreifer zu. Darüber hinaus griffen sie früh an, verhinderten so ein sauberes Passspiel der „Werkself“ – und dass diese in die gefährlichen Zonen vordringen konnte. „Die Hertha hat sehr unangenehm agiert“, meinte Mittelfeldspieler Julian Baumgartlinger. Ein Phänomen, welches dem Team von Trainer Heiko Herrlich schon beim mühsamen 2:0 gegen Mainz sowie dem 0:0 in Freiburg Probleme bereitet hatte. „Wir sind eben kein klassischer Tabellen-Zweiter. Dazu fehlt meiner jungen Mannschaft noch ein wenig“, sagte Herrlich.„Wir konnten unsere Schnelligkeit nicht ausspielen“

Bender: \”Die Tage hast du halt mal dabei\”

Die Hertha feierte am 22. Spieltag durch Tore von Valentino Lazaro (43.) und Salomon Kalou (58.) dagegen den erlösenden ersten Rückrunden-Sieg. Damit sind die Berliner, die zuletzt vor zehn Jahren in Leverkusen gewannen, einer abermaligen Europacup-Teilnahme nun näher als der Abstiegszone. Auf Leverkusen haben die Hauptstädter nur noch fünf Punkte Rückstand.

„Sie haben die Räume sehr clever eng gemacht. Wir hätten wahrscheinlich noch ewig spielen können und dennoch kein Tor erzielt“, sagte Leverkusens Innenverteidiger Sven Bender nach dem 0:2 (0:1). Wäre die „Werkself“ nach hinten ebenso stabil aufgetreten, hätte es wohl zumindest zu einem Punkt gereicht. Zwei individuelle Fehler von Benjamin Henrichs und Jonathan Tah aber ließen die Gäste von der Spree nach Treffern von Valentino Lazaro (43.) sowie Salomon Kalou (58.) ihren ersten Sieg in Leverkusen seit fast zehn Jahren feiern. Damals war Pal Dardai bei der Hertha noch als Spieler aktiv. „Heute waren wir einfach gut vorbereitet“, sagte der 41-Jährige aus Pecs.

Bei Bayer saß der angeschlagene Shootingstar Leon Bailey wie Charles Aránguiz zunächst nur auf der Bank, Kapitän Lars Bender fehlte wegen eines Faserrisses im Adduktorenbereich. Dafür stand Pokal-Matchwinner Karim Bellarabi wieder in der Startelf. Bei den Gästen kehrte Rune Jarstein nach drei Spielen Zwangspause ins Tor zurück und wurde gleich zu einem Garanten des Sieges.

Bayer wollte mit Blick auf den Kräfteverschleiß vom Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen (4:2 n.V.) schnell für klare Verhältnisse sorgen und drängte die Berliner zunächst in die Defensive. Lucas Alario, der an einer Hereingabe Bellarabis vorbeirutschte (6.), und Thanos Retsos, der mit einem Kopfball an Jarstein scheiterte (9.), verpassten aber die frühe Führung.

Danach gelang es den Gästen, die Partie etwas zu beruhigen. Vor allem die Außenbahnen, auf denen Retsos und Julian Brandt links sowie Bellarabi rechts immer wieder für Gefahr gesorgt hatten, bekam die Hertha nun dicht. Und setzte selbst immer mehr Nadelstiche: Kalou verfehlte in der 42. Minute noch knapp, Sekunden später erzielte Lazaro nach schönem Pass von Vladimir Darida sein erstes Bundesliga-Tor im 17. Einsatz.

Bayer 04 Leverkusen - Hertha BSC
Bayer 04 Leverkusen – Hertha BSC

Zur Pause erwarteten viele schon Bailey, doch Bayer-Coach Heiko Herrlich nahm zunächst keine Änderungen vor. Doch im Spiel seines Teams war ein regelrechter Bruch, Fehlpässe und überhastete Aktionen prägten das Spiel, Hertha hatte in dieser Phase alles im Griff. Dann musste in Berlins Innenverteidiger Jordan Torunarigha der zweikampfstärkste Spieler verletzt vom Feld und Herrlich brachte doch Bailey (57.), stellte auf ein 3-4-3-System um. Doch ein grober Schnitzer von Nationalverteidiger Jonathan Tah, den Kalou eiskalt nutzte, durchkreuzte Sekunden später alle Pläne.

Die Hertha feierte dagegen im fünften Spiel den erlösenden ersten Rückrunden-Sieg und ist nun einer erneuten Europacup-Teilnahme wieder näher als der Abstiegszone. „Jetzt haben wir den Kritikern, sagen wir es mal nett, entgegengewirkt”, sagte Fabian Lustenberger. Vor allem erspielen sich die Berliner nach dem Sieg bei Vizemeister RB Leipzig langsam aber sicher einen Ruf als Favoritenschreck. Und Torschütze Lazaro plante schon den nächsten Coup: „Das nächste Auswärtsspiel ist bei den Bayern. Schauen wir mal, was da geht.” (dpa)

Zu einer abermaligen Aufholjagd fehlte Bayer nun die Kraft. Selbst ein Geschenk nahmen die Leverkusener nicht an: Jarstein hatte den Ball nach einem Rückpass in die Hand genommen, Baileys Freistoß aus sechs Metern schlug Fabian Lustenberger von der Linie, den Nachschuss setzte Kevin Volland aus zwei Metern an die Latte (72.). Und so sangen die Berliner Fans am Karnevalssamstag im Rheinland: „Berlin feiert Karneval. Berlin feiert überall.“

Allerdings meist angeführt von Leon Bailey. Doch auch der Jamaikaner erlebt seine erste kleine Schwächperiode, überzeugte in keinem der drei Spiele in dieser Woche wie zuvor. Gegen die Hertha kam er, zudem angeschlagen, erst nach knapp einer Stunde ins Spiel. Und so ereilte nun auch Bayer der Fluch von Tabellenplatz zwei. Vor zwei Wochen beim 2:0 gegen den FSV Mainz 05 hatte Bayer als erst zweites Team als Tabellenzweiter in dieser Bundesliga-Saison nach Bayern München ein Spiel gewonnen.

Eine Niederlage, mehrere Sichtweisen

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Für Abwehrchef Sven Bender war die verdiente Niederlage gegen die Hertha aber einfach nur das Ergebnis einer schlechten Tagesform. Die Ausrede der schweren Beine und der mentalen Belastung wollte der Ex-Nationalspieler nicht gelten lassen. „Es hat vielleicht so ausgesehen, aber so angefühlt hat es sich nicht”, erklärte er: „Es haben nur drei oder vier Spieler alle drei Spiele in dieser Woche gemacht. Außerdem sind wir Profis, die müssen das wegstecken.”

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Favoritenschreck Hertha: „Schauen, was bei den Bayern geht”

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Ein Rückschlag war die Niederlage gegen Berlin gewiss. Vom unter Trainer Heiko Herrlich eingeschlagenen Weg abrücken will die Werkself aber nicht. Julian Brandt betonte noch einmal die Wichtigkeit der Verpflichtung des 46-Jährigen. “Man muss den Hut vor dem Trainer ziehen”, erklärte Brandt. Die Mannschaft, die Herrlich vergangenen Sommer vorgefunden habe, sei “ein kleiner Schrotthaufen” gewesen. Brandt lobte zudem die wiederentdeckte taktische Flexibilität, die das Team in dieser Saison auszeichne. Zudem sei die Herangehensweise von Herrlich einzigartig. “Alles, wofür er lebt, bringt er in die Mannschaft. Er ist bodenständig und nimmt sich selbst nicht zu wichtig. Das überträgt er auf das Team.”

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Während eine Heimniederlage in der vergangenen Saison wohl dazu geführt hätte, gleich den Trainer, die Spieler und die Klubführung zu hinterfragen, nahmen die Fans der Werkself das 0:2 am Samstag gegen Berlin vergleichsweise nüchtern zur Kenntnis. Der Tenor: “Kann passieren, weiter geht’s.” Diesen Kredit beim eigenen Anhang hat sich die Werkself in den vergangenen Monaten durch kontinuierlich starke Leistungen erspielt. Innerhalb der Mannschaft zogen die Profis von Bayer 04 jedoch unterschiedliche Schlüsse aus der zweiten Niederlage im neuen Jahr.

Bayer verliert seinen Rang hinter den enteilten Bayern wieder. Nach 120 Minuten im DFB-Pokal hat Hertha BSC mehr Puste und gewinnt. Die Leverkusener rutschen sogar aus den Champions-League-Plätzen.

Das Hinspiel war eine knappe Angelegenheit gewesen, der Gast hatte sie letztendlich mit 2:1 für sich entschieden.

Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt
Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt

Sowohl Bayer als auch Hertha BSC schickten eine veränderte Anfangsformation auf das Feld: Coach Heiko Herrlich stellte Retsos, Volland, Baumgartlinger und Brandt auf – Havertz, Nascimento Borges, Aránguiz und Bailey mussten weichen. Aufseiten der Equipe von Trainer Pál Dárdai machten Kraft, Skjelbred und Esswein Platz für Maier, Jarstein und Lustenberger.

Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt
Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt

Kurz vor dem Halbzeitpfiff schockte Valentino Lazaro Bayer 04 Leverkusen, als er mit der Vorarbeit von Vladimir Darida das Führungstor für Berlin erzielte (43.). Es waren die Gäste, die zur Pause eine Führung ihr Eigen nannten. Kurz nach dem Wiederanpfiff verließ Jordan Torunarigha von der Hertha den Platz. Für ihn spielte Per Skjelbred weiter (54.). Salomon Kalou schraubte das Ergebnis in die Höhe, als er eine Vorlage von Peter Pekarík zum 2:0 zugunsten von Hertha BSC verwertete (58.). Schlussendlich reklamierte die „Alte Dame“ einen Sieg in der Fremde für sich und wies Leverkusen in die Schranken.

Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt
Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt

In den letzten fünf Spielen war für Bayer noch Luft nach oben. Sieben von 15 möglichen Zählern sammelte der Gastgeber ein. Die Werkself rutscht mit dieser Niederlage auf den fünften Tabellenplatz ab.

Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt
Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt

Nach vier sieglosen Spielen ist Berlin wieder in die Erfolgsspur eingebogen. Trotz der drei Zähler macht die Hertha im Klassement keinen Boden gut. Als Nächstes steht für Bayer 04 Leverkusen eine Auswärtsaufgabe an. Am Samstag (15:30 Uhr) geht es gegen den Hamburger SV. Hertha BSC tritt bereits einen Tag vorher gegen den 1. FSV Mainz 05 an (20:30 Uhr).

Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt
Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt

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Bayer 04 Leverkusen Herrlich ärgert sich über den fehlenden nächsten Schritt
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Sowohl Bayer als auch Hertha BSC schickten eine veränderte Anfangsformation auf das Feld: Coach Heiko Herrlich stellte Retsos, Volland, Baumgartlinger und Brandt auf – Havertz, Nascimento Borges, Aránguiz und Bailey mussten weichen. Aufseiten der Equipe von Trainer Pál Dárdai machten Kraft, Skjelbred und Esswein Platz für Maier, Jarstein und Lustenberger.

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Kurz vor dem Halbzeitpfiff schockte Valentino Lazaro Bayer 04 Leverkusen, als er mit der Vorarbeit von Vladimir Darida das Führungstor für Berlin erzielte (43.). Es waren die Gäste, die zur Pause eine Führung ihr Eigen nannten. Kurz nach dem Wiederanpfiff verließ Jordan Torunarigha von der Hertha den Platz. Für ihn spielte Per Skjelbred weiter (54.). Salomon Kalou schraubte das Ergebnis in die Höhe, als er eine Vorlage von Peter Pekarík zum 2:0 zugunsten von Hertha BSC verwertete (58.). Schlussendlich reklamierte die „Alte Dame“ einen Sieg in der Fremde für sich und wies Leverkusen in die Schranken.

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In den letzten fünf Spielen war für Bayer noch Luft nach oben. Sieben von 15 möglichen Zählern sammelte der Gastgeber ein. Die Werkself rutscht mit dieser Niederlage auf den fünften Tabellenplatz ab.

Spiel gegen Bayer Leverkusen Hertha, einfach mal DREIst sein!

Nach vier sieglosen Spielen ist Berlin wieder in die Erfolgsspur eingebogen. Trotz der drei Zähler macht die Hertha im Klassement keinen Boden gut. Als Nächstes steht für Bayer 04 Leverkusen eine Auswärtsaufgabe an. Am Samstag (15:30 Uhr) geht es gegen den Hamburger SV. Hertha BSC tritt bereits einen Tag vorher gegen den 1. FSV Mainz 05 an (20:30 Uhr).