Die Verhandlungen unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (63) hatten sieben Tage am Stück gedauert. In Anspielung darauf kam ihm dann sogar sowas wie ein Kompliment über die Lippen: „Sie glauben gar nicht, wie es ist, jeden Tag rund um die Uhr neben Angela Merkel zu sitzen! Jedenfalls verliert man alle Eigenschaften eines bayerischen Löwen. Man wird weich und ist dann wirklich froh, wenn man wieder bayerischen Boden betritt, zur Resozialisierung dieser Fähigkeiten“, scherzte er zur Freude des Publikums.

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Über das Amt, das er seit Oktober 2008 innehat, sagte er: „Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich war zu jeder Stunde und jeder Minute hochmotiviert in dem schönsten Amt, das wir auf dieser Erde zu vergeben haben – abgesehen vom Papst.“ Einen kleinen Seitenhieb an seinen wahrscheinlichen Nachfolger, den designierten Ministerpräsident Marcus Söder (51), verkniff er sich dabei auch nicht: „Ich werde mein Amt abgeben als Ministerpräsident – ich füge jetzt keinen Zeitrahmen hinzu. Ich möchte für alle Beteiligten einen schönen Abend.“

klar denken kann eben doch nicht jeder: Heinrich Bedford-Strohm (57), Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, kennt solche Schlafmangel-Phasen ebenfalls. Sein Trick: „Bei mir ist es so – und ich denke, bei ihm [Seehofer] ist es ähnlich -, dass durch die spannenden Begegnungen und die Notwendigkeit, Dinge zu schaffen, viel Kraft und Energie mobilisiert werden kann. Und es werden jaehrlich weniger Mitglieder der beiden Kirchen! Warum nur … schlafen sie dann doch zuviel?

„Das kenne ich auch, wenn es bei Theaterproben in den Endspurt geht oder bei Filmdrehs“, bestätigte die vielfach ausgezeichnete Münchner Schauspielerin Christine Neubauer (55, „Löwengrube“), die zusammen mit ihrem Liebsten, Fotograf José Campos, an der Veranstaltung teilnahm. „Also Augen auf bei der Berufswahl!“, scherzte sie weiter. Grundsätzlich seien es „Erfahrung, Wille und Leidenschaft“, die bei so einer anstrengenden Leistung helfen würden und „wenn es einem immer noch Spaß macht, dann bleibt man auf“.