Sancho und Reus verhelfen dem BVB nur zum Sieg - kicker
Bayern München – Eintracht Frankfurt 5:1: Bayern Meister, Hoeneß heult
Borussia Dortmund hat das letzte Auswärtsspiel der Saison gewonnen, doch den großen Wurf verpasst: Durch den parallelen Bayern-Sieg über Frankfurt wurde das 2:0 in Mönchengladbach letztlich bedeutungslos. Ex-Gladbacher Reus nahm den Hausherren die Freude – und die Chance auf die Champions League.

Dieter Hecking stellte nach dem klaren 4:0 beim Club in seinem allerletzten Spiel als Gladbacher Trainer notgedrungen einmal um: Hofmann startete für den gesperrten Neuhaus (5. Gelbe).

Die Bayern beenden die Bundesliga-Saison mit einem Vorsprung von zwei Punkten auf den BVB, der im Dezember noch neun Punkte vor dem Rekordmeister lag. “Das zeigt, was wir geleistet haben, das war eine Energieleistung”, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac am ARD-Miktofon. “Wir sind verdient Meister geworden.” Trotzdem gab es zuletzt Spekulationen über die Zukunft des Trainers. Kovac jedoch geht fest davon aus, auch in der kommenden Saison noch Bayern-Coach zu sein. Man führe ständig Gespräche, erklärte er. “Und wenn ich zwischen den Zeilen interpretiere, dann merke ich, dass das in eine gute Richtung geht.”

FC Bayern mit fünf Toren zur nächsten deutschen Meisterschaft

BVB-Coach Lucien Favre baute sein Team nach dem 3:2 gegen Düsseldorf auf drei Positionen um: Bürki wurde rechtzeitig fit und stand für Hitz zwischen den Pfosten. Reus (nach Rotsperre) und Sancho begannen für Paco Alcacer und Bruun Larsen (beide auf der Bank).

Das Spiel in der Münchner Arena war zuvor nur drei Minuten lang spannend gewesen. Nach dem Frankfurter Ausgleich durch Sébastien Haller (50.) hätte das Spiel kippen können – doch die Bayern reagierten abgezockt und machten mit einem Doppelschlag durch David Alaba (53.) und Renato Sanches (58.) alles klar. Kingsley Coman hatte die frühe Führung für die Münchener erzielt (4.), Ribéry und Robben stellten in ihrem letzten Spiel für den FC Bayern den Endstand her (72./78.).

Den besseren Start in die Partie erwischten die Hausherren, die mit Selbstvertrauen und viel Schwung das Saisonfinale angingen. Den ersten Nackenschlag bekam der BVB nach vier Minuten: Im Parallelspiel gingen die Bayern gegen Frankfurt durch Coman mit 1:0 in Führung. Dortmund näherte sich drei Minuten später durch Reus erstmals gefährlich an, doch der zu unplatzierte Kopfball ging links vorbei (7.). Auf der Gegenseite hatten die VfL-Fans den Torschrei auf den Lippen: Traoré wurde nicht richtig angegriffen, woraufhin der Linksfuß das Leder ans Lattenkreuz donnerte (12.). Wenig später fehlte Hofmanns Distanzschuss nicht viel, das Leder zischte am linken Pfosten vorbei (14.).

In der Folge verflachte die Partie: Gladbach zog sich deutlich weiter zurück, der BVB rannte gegen elf Verteidiger zumeist vergeblich an. Erst in der 37. Minute wachten die Fans wieder auf, weil Reus einen Freistoß aus halblinker Position ans Außennetz setzte. Elvedi ließ kurz darauf eine gute Kopfballchance liegen (40.), womit Dortmund doch noch seine letzte Möglichkeit zur Führung vor der Pause bekommen sollte. Und die saß: Reus brachte das Leder im zweiten Anlauf von links in die Mitte, wo Sancho die Kugel volley rechts im Tor unterbrachte – 1:0 (45.). Nach Ansicht der Videobilder – vor Reus Flanke hatte das Leder womöglich die Torauslinie bereits passiert – blieb Referee Manuel Gräfe bei seiner Entscheidung.

Das änderte sich auch nach der Pause nicht. Nur in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit waren die Bayern nicht ganz wach. Doch nach dem Frankfurter Ausgleich nutzten die Münchener ihre Chancen dann konsequent. Und sie sorgten für emotionale Momente. Als Ribéry und Robben nach gut einer Stunde eingewechselt wurden, spendete das Stadion stehend Applaus. Und die beiden Flügelspieler zahlten es mit ihren letzten Bundesliga-Toren für die Bayern zurück.

Bundesliga, 34. Spieltag Schalke – Stuttgart 0:0 (0:0)   Bremen – Leipzig 2:1 (1:0)   Freiburg – Nürnberg 5:1 (2:0)   Düsseldorf – Hannover 2:1 (0:0)   Bayern – Frankfurt 5:1 (1:0)   Gladbach – Dortmund 0:2 (0:1)   Wolfsburg – Augsburg 8:1 (3:0)   Hertha – Leverkusen 1:5 (1:2)   Mainz – Hoffenheim 4:2 (0:2) Die aktuelle Tabelle Mit enorm viel Schwung kam der BVB aus der Pause, der vom Frankfurter Ausgleich durch Haller (51.) zusätzlich unterstützt wurde. In der 54. Minute war es passiert: Über Sancho, Götze, erneut Sancho und Pulisic kam das Leder zu Reus, der aus kurzer Distanz überlegt rechts unten einschob – 2:0 (54.). Ein paralleler Doppelschlag der Bayern (Alaba und Renato Sanches trafen) nahm den Gästen allerdings die Resthoffnung auf die neunte deutsche Meisterschaft.

“Es war Wahnsinn. Heute feiern wir alle zusammen und nächste Woche setzen wir noch einen drauf”, rief Robben am Stadionmikrofon. Dann können die Bayern beim Pokalfinale in Berlin das Double klarmachen. Ribéry versagte bei seiner Liebeserklärung an die Fans die Stimme. “Dankeschön für alles. Es war eine tolle Zeit”, sagte der ergriffene Franzose und vergoss nicht zum ersten Mal an diesem Tag Tränen.

Dennoch bewiesen die Gäste Moral und drangen weiter unentwegt nach vorne. Sancho brachte die Kugel von links scharf in die Mitte, wo Elvedi das Leder unglücklich an den Innenpfosten abfälschte – von dort sprang es Sommer in die Arme (59.). Anschließend schalteten die Dortmunder allerdings ein paar Gänge runter und ließen das Spiel ausklingen.

Die erste Bierdusche verpasste Arjen Robben dem neuen Meistertrainer Niko Kovac. Im gold-silbernen Konfettiregen feierten die Münchner eine große Meisterparty – und emotionale Abschiede. Kapitän Manuel Neuer reichte die Schale gleich nach der Übergabe an die umjubelten Robben, Franck Ribéry und Rafinha weiter, die München alle drei verlassen werden.

Von den Gladbachern, die angesichts der deutlichen Führung von Bayer 04 Leverkusen in Berlin ebenfalls die Köpfe hängen ließen, kam kaum mehr etwas. Die Fans quittierten das mit lautstarken Pfiffen, allen voran bei der Auswechslung von Hazard (steht beim BVB im Wort) wurde es im Borussia-Park ungemütlich.

Eintracht Frankfurt verlor nicht nur die Partie, die Hessen wären fast auch der große Verlierer des letzten Spieltags geworden. Weil Mainz 05 aber gegen die TSG Hoffenheim nach einem 0:2-Rückstand noch 4:2 gewann, erreichte Frankfurt immerhin noch die Qualifikation zur Europa League und beendet die Bundesliga-Saison auf Rang sieben.

Fußball gab es kaum noch, einzig Guerreiro schoss aus halblinker Position knapp am rechten Pfosten vorbei (83.). So blieb es letztlich beim 2:0 für den BVB, das am Ende wegen des 5:1 in München “nur” für Rang zwei und die damit verbundene Vize-Meisterschaft reichen sollte. Gladbach rutschte durch das Leverkusener 5:1 in Berlin noch auf Platz fünf zurück. In der Königsklasse starten im nächsten Jahr also Bayern, der BVB, Leipzig und Leverkusen.

Während des Spiels hatten die Fans in der Südkurve den Trainer immer wieder mit Sprechchören gefeiert. “Natürlich berührt das einen”, sagte der Bayern-Trainer: “Das Publikum hat ein gutes Gespür – dafür möchte ich mich bei allen bedanken.”

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Der deutsche Meister heißt erneut FC Bayern München. Mit einem souveränen Sieg gegen Eintracht Frankfurt machten die Bayern ihren siebten Meistertitel in Serie klar. In ihrem letzten Spiel trafen auch Robben und Ribéry.

Der Rekordmeister holt sich mit einem 5:1 gegen Frankfurt den siebten Titel in Folge. Da nutzt Konkurrent Dortmund auch sein 2:0-Sieg in Gladbach nichts.

Wieder mal Bayern! Wieder gibts Weißbier! Und wieder schaut der Rest der Liga dem Münchnern beim Feiern zu. Der Rekordmeister macht aus zwischenzeitlich neun Punkten Rückstand auf den BVB am Ende tatsächlich doch noch zwei Punkte Vorsprung.

Mit der Führung im Rücken trat der BVB selbstbewusster auf und suchte die Entscheidung. Reus scheiterte aber an Sommer (52.). Zwei Minuten später machte es der BVB-Kapitän besser und erhöhte nach Vorlage von Christian Pulisic aus kurzer Distanz. Sechs Minuten später lenkte Gladbachs Innenverteidiger Nico Elvedi eine Hereingabe an den eigenen Pfosten.

4. Minute: Der völlig freie Coman macht nach einem Pass von Müller das 1:0. Erstes Tor mit dem ersten Schuss!

Vor 54.022 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Borussia-Park stellte sich die von Watzke erhoffte Leichtigkeit bei den Schwarz-Gelben zunächst aber nicht ein. Die Gäste agierten zögerlich und wirkten nervös. Auch die Rückkehr von Kapitän Marco Reus nach Rotsperre brachte anfangs nicht die erwünschte Sicherheit.

Danach verzweifelt Bayern an Trapp! Der Frankfurt-Keeper entschärft drei hochkarätige Chancen. Das vermeintliche 2:0 von Gnabry nimmt der Video-Schiri wegen Abseits zurück (27.). Dazu trifft de Guzman auch noch die eigene Latte (31.).

Nach der Pause gehts dann richtig rund! Nach Hallers Abstauber-Ausgleich (51.) ist der Titel-Kampf plötzlich doch noch mal spannend – aber nur für zwei Minuten. Denn Bayern kontert direkt mit dem nächsten Abstauber! Alaba nutzt einen Patzer von Trapp (53.). Sanches legt noch das 3:1 drauf (58.).

Gladbach begann nach der bereits feststehenden Europacup-Qualifikation selbstbewusst und war der Führung näher. Ibrahima Traore hatte mit seinem sehenswerten Schlenzer an die Latte Pech (12.), ein Distanzschuss des Ex-Dortmunders Jonas Hofmann verfehlte das Ziel knapp (14.).

Danach große Emotionen in München: Franck Ribéry (36) und Arjen Robben (35) werden unter donnerndem Applaus eingewechselt, machen nach zwölf bzw. zehn Jahren ihr letztes Spiel für Bayern.

Gänsehaut pur in der Allianz Arena! Bei der Einwechslung von Ribéry weint Bayern-Präsident Uli Hoeneß (67) sogar auf der Tribüne. Der Franzose ist für Hoeneß eine Art Zieh-Sohn, er besuchte den Bayern-Präsidenten als einziger Spieler im Gefängnis. Spätestens bei Ribérys traumhaften Solo-Lupfer-Tor zum 4:1 (72.) brechen in München und auch bei Hoeneß dann alle Tränen-Dämme. Er weint hemmungslos!

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Auch Robben bekommt seinen Abschieds-Treffer, schiebt zum 5:1 ins leere Tor (78.). Bayerns Abschieds-Märchen ist perfekt!

Und die wohl emotionalste Halbzeit dieser Bundesliga-Saison geht weiter. Die Bayern-Fans starten Sprechchöre für Trainer Niko Kovac (47). Trotz möglicherweise zwei Titeln (das Pokal-Finale gegen Leipzig steht noch aus) ist immer noch nicht klar, ob er auch nächste Saison an der Linie steht. Der Coach antwortet mit Beifall über dem Kopf und kämpft ebenfalls mit den Tränen.

Der Rest ist eine große Bayern-Party – und auch Frankfurt atmet auf. Die Eintracht darf trotz zuletzt sechs Spielen ohne Sieg in Europa starten – weil ausgerechnet Rivale Mainz gegen Hoffenheim nach 0:2-Rückstand noch 4:2 gewinnt.