Kehrt Jürgen Kohler zum SV Waldhof Mannheim zurück? - SWR
Waldhof-Präsident Bernd Beetz in BILD: 2. Liga spätestens in 5 Jahren!
Fußball | 3. Liga Kehrt Jürgen Kohler zum SV Waldhof Mannheim zurück? teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen per Mail teilen Jürgen Kohler, Fußball-Weltmeister 1990 und ehemaliger Profi des SV Waldhof Mannheim, steht offenbar kurz vor einer Rückkehr zu seinem Ex-Klub. Das deutete Präsident Bernd Beetz an.

“Mit Jürgen Kohler sind wir im Gespräch, ohne schon Genaueres vereinbart zu haben.” Das sagte Waldhof-Präsident Beetz im Interview mit der “Bild”-Zeitung auf die Frage, ob es in dem Klub Überlegungen gebe, ehemalige Profis einzubeziehen. Mannheim hatte kürzlich den lang ersehnten Aufstieg in die 3. Liga geschafft.

Zuletzt hatte der 53-Jährige Kohler als Interimscoach Regionalligist Viktoria Köln in die 3. Liga geführt. Danach musste er seinen Platz auf der Trainerbank wieder räumen. Als Nachfolger Kohlers wurde Pavel Dotchev vorgestellt.

Waldhof Mannheim war die erste Profi-Station in der erfolgreichen Fußballer-Karriere Kohlers (105 Länderspiele für Deutschland). 1982 wechselte Kohler in die Jugendabteilung des Vereins und erhielt als 18-Jähriger einen Profi-Vertrag. Zwischen 1984 und 1987 absolvierte Kohler 95 Spiele für den SVW. Dabei gelangen dem Verteidiger sechs Tore.

Waldhof-Präsident Beetz äußerte sich in dem Interview auch zu erfreulichen Auswirkungen des Aufstiegs der Mannheimer. “Es gibt positive Signale von Sponsoren. Wir werden einen neuen Trikot-Sponsor bekommen. Wir sind wieder in der ARD-Sportschau. Außerdem stehen wir erstmals nach 16 Jahren wieder im DFB-Pokal. Der schlummernde Riese wacht auf. Der Mythos Waldhof lebt.”

Der Präsident, der als Mäzen bereits einige Millionen Euro in den Verein gesteckt hat, freut sich vor allem “auf Spiele wie gegen Kaiserslautern, Braunschweig oder Uerdingen. Wir hatten in der Regionalliga einen Schnitt von etwa 6.000 Zuschauern. Jetzt müssten 8.000 bis 9.000 Zuschauer drin sein”.

Voller Optimismus denkt Beetz an die Zukunft des SV Waldhof. “Ich sehe den SVW in fünf Jahren in der Zweiten Liga. Das ist mein Traum.”

Nach 16 Jahren kehrt der SV Waldhof Mannheim zurück in den bezahlten Fußball, steigt in die Dritte Liga auf. Zum großen BILD-Interview kommt Präsident und Mäzen Bernd Beetz (68) in Waldhof-Trainingsjacke: Die trage ich eigentlich immer hier, auch bei Spielen. Das gibt mir das Gefühl, dabei zu sein.BILD: Spüren Sie schon die Auswirkungen des Aufstiegs?Beetz: Ja, es gibt positive Signale von Sponsoren. Wir werden auch einen neuen Trikot-Sponsor bekommen. Das Image des Vereins hat sich wesentlich verbessert. Wir sind wieder in der ,Sportschau. Wir hatten bei der Übertragung des Steinbach-Spiels fast 500 000 Zuschauer, mehr als parallel die Zusammenfassung der Bundesliga. Außerdem stehen wir erstmals nach 16 Jahren wieder im DFB-Pokal. Das Interesse ist wieder da. Der schlummernde Riese wacht auf. Der Mythos Waldhof lebt.BILD: Ihre nächsten Ziele?Beetz: Wir wollen die Euphorie im Umfeld und im Verein mitnehmen, um uns in der Dritten Liga zu etablieren. Dann wollen wir weiter aufbauen. Die Vierte Liga war ein finanzielles Blutbad. Die Dritte Liga wird auch kein Zuckerschlecken. Die ist ja mehr durch Insolvenzen geprägt. Aber es gibt ein bisschen mehr Geld. Wir hoffen, dass wir mit den Einnahmen die Ausgaben decken können. Sportliches Ziel ist erst mal ein einstelliger Tabellenplatz.

BILD: Auf was freuen Sie sich in der Dritten Liga?Beetz: Auf Spiele wie gegen Lautern, 1860 München, Braunschweig oder Uerdingen. Das werden super Spiele, in denen wir jeweils ein volles Haus haben werden. Wir hatten in der Regionalliga einen Schnitt von etwa 6000 Zuschauern. Jetzt müssten 8000 bis 9000 Zuschauer drin sein.BILD: Wo sehen Sie den SVW in fünf Jahren?Beetz: Sicher in der Zweiten Liga! Das ist auch mein Traum.BILD: Wie würden Sie Ihre Rolle beschreiben?Beetz: Als Kapitalgeber trägt man das Risiko. Ich habe dem Verein in den letzten drei Jahren Planungssicherheit gegeben und das Risiko abgefedert. Wenns läuft und nach oben geht, sind alle erfreut. Wenns nach unten geht, ist der Kapitalgeber ganz alleine und hat das Risiko. Nach der Katastrophe um das Uerdingen-Spiel (Abbruch wegen Zuschauer-Ausschreitungen, die Red.) war ich in der Pflicht, das Risiko abzufedern. Da waren die Einnahmen um 50 Prozent eingebrochen. Es geht ja nicht, dass die Angestellten, Spieler und Trainer dann nur noch die Hälfte verdienen. Wir haben das Risiko als Familie jetzt drei Jahre getragen und haben mit Viertliga-Einnahmen Drittliga-Strukturen finanziert. Das ist meine Funktion, mit den Begriffen Mäzen oder Geldgeber kann ich nichts anfangen.

BILD: Sehen Sie sich durch den Aufstieg in Ihrem Engagement bestätigt?Beetz: Ja! Wir sind jetzt auf dem richtigen Weg. Ich habe immer an den Waldhof geglaubt. Das ist mir ein Herzens-Projekt. Der Verein versucht schon fast zwei Jahrzehnte, in den Profi-Fußball zurück zu kommen. Jetzt haben wir es geschafft. Das war mir mein Engagement von der emotionalen Befriedigung wert. Aufsteigen macht Spaß.BILD: Was, wenn Sie keine Lust mehr auf Waldhof haben?Beetz: Ich werde immer Lust auf Waldhof haben. Der große Krisen-Test war nach den Vorfällen gegen Uerdingen. Ich glaube, da hätten nur wenige weitergemacht. Das war für mich aber keine Frage. Auch wenn mir was passieren sollte, ist die Familie, ist mein Sohn da, der das weiterführen würde. Ziel ist, dass der Verein so auch unabhängig von uns wird.BILD: Gibts wie in anderen Klubs auch die Überlegung, ehemalige Profis einzubeziehen?Beetz: Ja, die gibt es. Mit Jürgen Kohler sind wir schon im Gespräch, ohne schon Genaueres vereinbart zu haben.