Kommunalwahl Mannheim 2019: Grüne und SPD im vorläufigen Endergebnis gleichauf | Mannheim - mannheim24.de
Prognose für Gemeinderatswahl in Karlsruhe: Grüne weit vorne
Mannheim – Am Sonntag (26. Mai) wird bei der Kommunalwahl in Mannheim der Gemeinderat neu gewählt. Das vorläufige Endergebnis steht fest und es stehen zwei Parteien gleichauf:  

Update vom 27. Mai um 6:30 Uhr: Nach der Auszählung aller 199 Stimmbezirke gibt es nun ein Endergebnis für die Kommunalwahl in Mannheim. Hierbei liegen die Grünen und die SPD gleichauf mit nur ein paar Stimmen Unterschied. Dahinter positioniert sich mit etwas Abstand die CDU. Sowohl die CDU als auch die SPD haben bei dieser Wahl viele Stimmen verloren. Die AfD bleibt unter 10 Prozent. Bei den kleineren Parteien holt ‚Die Partei‘ die meisten Punkte. 

Die Grünen haben die CDU als stärkste Kraft in der Stuttgarter Regionalversammlung verdrängt. Die Partei steigerte sich laut dem vorläufigen Ergebnis von 17,1 Prozent im Jahr 2014 auf jetzt 24,3 Prozent. Die CDU stürzte von 35,0 auf 24,2 Prozent ab. Auf den dritten Platz kamen die Freien Wähler mit 14 Prozent (2014: 14,9), gefolgt von der SPD mit 12,5 Prozent (2014: 17,1). Die AfD erhielt 9,2, die FDP 7,4 und die Linke 4,4 Prozent.

Die Wahlbeteiligung liegt bei 49,7 Prozent. Einen neuen Rekord gibt es bei der Briefwahl: etwa 39.000 Anträge sind dieses Jahr dafür gestellt worden. „Das ist eine erfreuliche Botschaft. Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt Europa und ist zudem eine Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements der Stadträte“ , erklärt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Die Region Stuttgart umfasst seit 1974 neben der Landeshauptstadt die umliegenden Kreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr. Dort leben zusammen 2,8 Millionen Menschen, von denen 1,7 Millionen ab 16 Jahren zur Regionalwahl aufgerufen waren. Das Regionalparlament, das seit 1994 direkt gewählt wird, hat je nach Zahl der Ausgleichsmandate mindestens 80 Sitze, höchstens 96.

Auch für die Europawahl ist die Auszählung beendet. Hier ist das Ergebnis klarer als auf kommunaler Ebene. Die Grünen gewinnen mit einem Zuwachs von 11,9 Prozent im Vergleich zu 2014. Genau diese Anzahl Stimmen hat die SPD in dieser Zeit verloren, ist nun die drittstärkste Partei. Dazwischen liegt die CDU, die auch viele Stimmen einbüßt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 58,3 Prozent.

In der künftig 88-köpfigen Regionalversammlung haben die Grünen 22 Sitze – einen mehr als die CDU (21). Die Freien Wähler erhalten 12 Sitze, die SPD 11. Die AfD kommt auf 8 Sitze und die FDP auf 7. Die Regionalräte entscheiden unter anderem über die Regional- und Verkehrsplanung (S-Bahn), Wirtschafts- und Tourismusförderung und Abfallentsorgung.

Update vom 26. Mai, 18:30 Uhr: Nach einer ersten Prognose des SWR landen die Grünen bei der Kommunalwahl in Mannheim mit 26,5 Prozent (+10,2) in Mannheim weit vorne. Verlierer der Wahl sind laut Prognose die SPD mit 19,5 Prozent (-7,9), die CDU holt nur 18 Prozent (-8,1). Die AfD legt um 2,7 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent zu, 6,5 Prozent (-2,8) stimmen für die Freie Wähler/Mannheimer Liste, 6,5 Prozent (+2) für die FDP. Die Linke holt 6 Prozent (-0,2). Auf sonstige Parteien entfallen 6,5 Prozent (+4).

Alle fünf Jahre wird bei der Kommunalwahl der Gemeinderat neu gewählt. Jede Partei stellt eine Liste mit ihren Kandidaten, die gewählt werden können. In Mannheim sitzen insgesamt 48 ehrenamtliche Mitglieder und der Oberbürgermeister im Gemeinderat. Die Mitglieder vertreten stellvertretend die Interessen der Mannheimer im Gemeinderat und entscheiden über alle Angelegenheiten der Gemeinde. 

Im Land verlieren CDU und SPD nicht nur bei der Europawahl, sondern auch bei der Kommunalwahl massiv Stimmenanteile.

Wahllokale, Stimmzettel, Parteien – hier findest Du die wichtigsten Infos zur Kommunalwahl in Mannheim.

Die Europawahl muss zuerst ausgezählt werden. 2014 kamen gegen 18:40 Uhr die Ergebnisse der ersten kleinen Wahlbezirke und die letzten Ergebnisse gegen 20:45 Uhr. Für die Gemeinderatswahl wird am Wahlabend nur das grobe Stimmzettelergebnis nach Listen ermittelt. Die ersten Einzelergebnisse werden gegen 19:15 Uhr erwartet, 2014 lag das Stimmzettelergebnis gegen 22:20 Uhr vor. 

Die Anteile der Listen werden sich bei der Feinauszählung der Einzelstimmen erfahrungsgemäß noch ändern. Ursache sind insbesondere zusätzliche ungültige Stimmzettel, panaschierte Stimmen und Fehlstimmen. 

Am Sonntag um 18 Uhr findet im Ratssaal in N1 die Darstellung der Wahlergebnisse statt. Die Zwischenstände der Auszählung findest Du ab 18 Uhr auch online auf der Homepage der Stadt Mannheim. 

Du willst wissen, wie die Ergebnisse der anderen Städte Baden-Württembergs aussehen? Hier gibt es alle Infos und Ergebnisse auf einen Blick.  

Auch in Rheinland-Pfalz wird am Sonntag gewählt. Hier findest Du alle Infos zur Kommunalwahl in Ludwigshafen. 

Die Feinauszählung wird ab Montag (27. Mai) um 8 Uhr in den Dienstgebäuden um E 5 und in der Friedrich-List-Schule an PC-Arbeitsplätzen durchgeführt. Das Ergebnis mit Sitzverteilung wird im Laufe des Dienstag erwartet. Nach den Wahlergebnissen in den Stadtbezirken werden die jeweils 12 Sitze der 17 Bezirksbeiräte auf die Listen verteilt.

Nach dem Kreiswahl- und Gemeindewahlausschuss am Montag, 3. Juni, wird das amtliche Endergebnis beider Wahlen bekannt gegeben.

Mit der Kommunal- und Europawahl werden am Sonntag (26. Mai) die Stimmberechtigten gleich doppelt zur Urne gebeten. Wir haben uns diesen richtungsweisenden Entscheidungstag zum Anlass genommen, den Stimmzettel mit den Kandidatenlisten zur Gemeinderatswahl unter die Lupe zu nehmen. Und siehe da – es gibt allerhand Kurioses zu entdecken. Besonders der Name einer potentiellen Stadträtin fällt beim Lesen des Stimmzettels besonders ins Auge! Doch auch die Berufsbezeichung eines Kandidaten bringt die Wähler zum Stutzen. 

Kurz vor den Kommunalwahlen haben Verwaltungsgerichte in mehreren deutschen Städten bei den Wahlplakaten der Parteien „NPD“ und „Der III. Weg“ volksverhetzende Inhalte festgestellt. So reagiert die Stadt Mannheim.   

Auch in Viernheim fielen den Menschen rechte Plakate auf – die Stadt reagiert darauf jedoch nur sehr ausweichend. 

Nach einer Wahlprognose des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag des SWR sind die Grünen der große Wahlsieger der Kommunalwahlen in Karlsruhe. Genaue Ergebnisse werden allerdings erst am Montagabend vorliegen. Allerdings entspricht die Prognose den Ergebnissen der Europawahl.

Nach einer aktualisierten Wahlprognose haben die Grünen den Zahlen von heute Nacht zufolge fast genauso viel Sitze im Karlsruher Stadtparlament als CDU und SPD zusammen. Die Christdemokraten kämen auf 17,9 Prozent der Stimmen, die SPD auf 14,6 Prozent. Der aktuellsten Hochrechnung zufolge hat die Öko-Partei in Karlsruhe 30,3 Prozent der Stimmen erreicht. Sie könnte ihr Ergebnis um mehr als zehn Prozentpunkte ausbauen. Auch in Mannheim und Stuttgart wird die Öko-Partei demnach die mit Abstand größte Gemeinderatsfraktion.

Allerdings sind die Ergebnisse der Prognose mit Vorsicht zu genießen. Nach einer ersten Auswertung der unverändert abgegebenen Stimmzettel in Karlsruhe käme die AfD auf 6,5 Prozent, die Linken auf fünf 8,7 Prozent. Klarheit wird es also erst am Montagabend geben, wenn alle Stimmzettel ausgewertet sind.

Im Karlsruher Rathaus hat die Prognose bei den Grünen für Jubelstimmung gesorgt. Fraktionsvorsitzender Johannes Honne erklärte gegenüber bnn.de: „Wahnsinn, dass es so viel für uns geworden ist. Wir haben das Thema Klimaschutz immer hochgehalten, das ist das Ergebnis dabei. Wir sind der Friday-for-Future Bewegung dankbar, aber es haben uns auch die Älteren gewählt.“ Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Michel Brandt, erklärte  zur Kommunalwahlprognose: „Ich bin stolz – man sieht, dass die Arbeit vor Ort was fruchtet.“

Der Karlsruher CDU-Bundestagsabgeordneter Ingo Wellenreuther sagte mit Blick auf die Zahlen: „Das ist natürlich kein gutes Ergebnis! Die Wähler müssen wieder wissen wofür die CDU in Karlsruhe steht. Wir müssen wieder kampagnenfähig werden.“ Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) sagte gegenüber dem SWR: „Wenn das Ergebnis so bleibt, wird es den Gemeinderat gewaltig verändern. Ich hoffe, dass es beim partnerschaftlichen Miteinander bleibt.“

In Karlsruhe erreichen die Grünen nach der Prognose 30,3 Prozent (19,9), die CDU erreicht 17,9 Prozent (26,4), die SPD kommt auf 14,6 Prozent (21,9). In Mannheim geht die Prognose von 24,9 Prozent für die Grünen aus (16,3). Die CDU erreicht demnach 19,3 Prozent (26,1) und die SPD 20,8 Prozent (27,3).  In de Landeshauptstadt Stuttgart kommt die CDU auf 19,5 Prozent, die SPD hat der Hochrechnung von heute Nacht zufolge nur 11,9 Prozent der Stimmen, die Grünen würden 27,5 Prozent der Stimmen erreichen.

Die Wahlbeteiligung könnte in den drei Städten der Prognose zufolge deutlich höher als 2014 sein. Für Stuttgart und Karlsruhe wird mit rund 58 Prozent gerechnet, in Mannheim mit etwa 46 Prozent.

Die Grünen im Mannheimer Gemeinderat sehen in den Themen Klimaschutz und Verkehrswende den Grund für ihr Rekordergebnis. Unsere Themen sind endlich auf der Tagesordnung angekommen, sagte der grüne Gemeinderat Gerhard Fontagnier am Sonntagabend gegenüber der Deutschen Presseagentur. Vermutlich gehe der Zuwachs auch auf viele Stimmen junger Menschen zurück.