Prozess in Mannheim um Dopingmittel - Freisprüche und Geldstrafen - SWR
Dopingmittel aus Untergrundlabor – 81-Jährige und zwei Männer stehen in Mannheim vor Gericht
Zwei Männer mussten sich am Donnerstag vor dem Mannheimer Amtsgericht verantworten, weil sie Dopingmittel produziert und verkauft haben sollen. Doch die Beweislage war laut Gericht dürftig.

Die Richterin sagte am Donnerstag, es gebe viele Vermutungen, aber keine Beweise. Damit meinte sie eine Vielzahl von Abhörprotokollen, die aber keine konkreten Geschäfte mit Dopingmitteln beweisen konnten. Die beiden 23 und 31 Jahre alten Männer waren angeklagt, weil sie von Ende 2014 bis Mitte 2016 in einem Untergrundlabor im Raum Mannheim Dopingmittel hergestellt haben sollen. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Sein Komplize bekam für den Handel und Konsum der Dopingmittel eine Geldstrafe von 2.000 Euro. Er gab zu, Doping-Mittel für den Eigenkonsum hergestellt zu haben.

Insgesamt ging es um knapp 50 Ampullen Doping-Mittel für Kraftsportler. Die sollten die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft an verschiedene Sportler verkauft haben, um bei ihnen den Kraft- und Muskelaufbau zu fördern. Die Präparate sollten unter anderem verschreibungspflichtiges Testosteron enthalten haben.

Auch die 81-jährige Großmutter eines Angeklagten saß auf der Anklagebank, weil in ihrer Wohnung in Ludwigshafen gut 20 Ampullen der unerlaubten Mittel gelagert wurden. Deshalb musste auch sie sich laut Staatsanwaltschaft im Prozess verantworten – wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Handel mit Dopingmitteln und verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Die 81-Jährige sagte vor Gericht aus, dass sie nichts vom illegalen Inhalt des Pakets gewusst habe. Das bestätigte auch einer der Angeklagten. Die Richterin sprach sie frei – aufgrund der dürftigen Beweislage.

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Zwei Männer sollen in einem Untergrundlabor im Raum Mannheim illegal Dopingmittel hergestellt haben, die Großmutter des einen Verdächtigen hat die Taten wohl gefördert. Nun stehen alle drei vor Gericht.

Mannheim – Vor dem Amtsgericht Mannheim müssen sich zwei Männer und eine 81-jährige Frau am Donnerstag wegen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz verantworten.

Die Präparate, die unter anderem verschreibungspflichtiges Testosteron enthalten haben sollen, seien in der Wohnung der angeklagten Großmutter des 23-Jährigen gelagert worden. Sie habe von den Taten zumindest teilweise gewusst und diese so gefördert. Das Urteil wurde noch am Donnerstag erwartet. (Aktenzeichen: 7 Ls 681 Js 32634/15 jug.)