Sarotti-Mohr im Kreuzfeuer: In Mannheim entbrennt heftige Debatte - FOCUS Online
“Sarotti-Mohr” im Kreuzfeuer: Emotionale Debatte um Alltagsrassismus
“Mohrenköpfe”, “Mohrenstraße”, “Mohren-Apotheke” – sind das harmlose, historisch gewachsene Bezeichnungen oder diskriminierende Überbleibsel aus Kolonialzeiten? In Mannheim macht sich die Diskussion an der Theken-Dekoration eines Kulturzentrums fest.

Am "Sarotti-Mohr" scheiden sich die Geister. Das erfährt gerade das Mannheimer Kulturzentrum Capitol: Über seiner Theke prangen zwei "Mohren"-Embleme, die in der Quadratestadt zu erbitterten Diskussionen führen.

Der Begriff Mohr hat nach Überzeugung einer Unternehmenssprecherin keinen negativen Beigeschmack. Anders bewertet das der Sprachwissenschaftler Henning Lobin. Mohr habe sich seit dem 19. Jahrhundert von einem eher neutral verwendeten Wort in ein abfälliges verwandelt. Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) sagt: Das kann man zum einen daran erkennen, dass das Adjektiv, das in Textkorpora am häufigsten mit Mohr kombiniert wird, kohlpechrabenschwarz lautet, zum anderen an der Tatsache, dass es heute offensichtlich andere, neutralere Wörter zur Bezeichnung schwarzer Menschen gibt. Wer Mohr sage, übe zugleich indirekt Kritik daran, dass man dieses und weitaus beleidigendere Wörter zur Bezeichnung von Menschen nicht mehr verwenden dürfe.

Sarotti-Mohr in Mannheim: Wo ist das Problem, die Figuren abzuhängen?

Für die einen ist der kleine schwarze Kerl mit Pluderhose, Schnabelschuhen und Tablett eine süße Kindheitserinnerung an Schokoladengenuss – für andere ist der "Sarotti-Mohr" kolonialrassistisches Symbol und Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen.

Stromausfall zwischen Leutkirch, Kißlegg und ArgenbühlLeutkirchVon Schwäbische ZeitungErneut ist bei Bauarbeiten in der Region der Strom ausgefallen. Am Dienstagvormittag um 8.08 Uhr biss laut Netzte BW ein Bagger bei Tiefbauarbeiten im Westen Leutkirchs in ein 20 000-Volt-Erdkabel der Netze BW, das in Richtung Bad Wurzach führt. Der Kurzschluss sorgte im nahe gelegenen Umspannwerk dafür, dass alle Abgänge des Trafos beschädigt wurden, an dem das Mittelspannungsnetz für das Umland von Leutkirch hängt. Betroffen vom Stromausfall waren Anschlüsse von Aichstetten bis Ratzenried und von Kißlegg bis Kimratshofen (Altusried).

Auslöser der Debatte war eine Veranstaltung zum Thema Alltagsrassismus im vergangenen Oktober, bei der Teilnehmer die Dekoration im Foyer beanstandeten. Allein im Internet prallen inzwischen Argumente zu Hunderten aufeinander.

Alltagsrassismus? Der Sarotti-Mohr gerät ins KreuzfeuerBaden-WürttembergVon Deutsche Presse-AgenturAm Sarotti-Mohr scheiden sich die Geister. Das erfährt gerade das Mannheimer Kulturzentrum Capitol: Über seiner Theke prangen zwei Mohren-Embleme, die in der Quadratestadt zu erbitterten Diskussionen führen. Für die einen ist der kleine schwarze Kerl mit Pluderhose, Schnabelschuhen und Tablett eine süße Kindheitserinnerung an Schokoladengenuss — für andere ist der Sarotti-Mohr kolonialrassistisches Symbol und Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen.

Den Kritikern der Dekoration wird krankhafte politische Korrektheit vorgeworfen. Schwarze Menschen beschweren sich wiederum darüber, immer wieder erklären zu müssen, was Rassismus ist. Das Thema wühlt auf – auch mehr als 100 Jahre nach Erfindung der Werbe-Figur.

Der “Sarotti-Mohr” im Kulturzentrum “Capitol”. (Foto: dpa) 9. April 2019Deutsche Presse-AgenturAm Sarotti-Mohr scheiden sich die Geister. Das erfährt gerade das Mannheimer Kulturzentrum Capitol: Über seiner Theke prangen zwei Mohren-Embleme, die in der Quadratestadt zu erbitterten Diskussionen führen. Für die einen ist der kleine schwarze Kerl mit Pluderhose, Schnabelschuhen und Tablett eine süße Kindheitserinnerung an Schokoladengenuss — für andere ist der Sarotti-Mohr kolonialrassistisches Symbol und Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen.

Deren rassistische Deutung weist der Produzent der Sarotti-Schokolade, die Firma Stollwerck aus Norderstedt, zurück. "Aus unserer Sicht gibt es keine Veranlassung, die Marke Sarotti in diese fragwürdige Interpretation zu bringen", heißt es in einem Statement des Unternehmens, das zur belgischen Baronie-Gruppe gehört.

Ein beleuchtetes Werbeschild mit der Abbildung eines sogenannten Sarotti-Mohr steht auf der Preistafel der Theke im Foyer des Mannheimer Kulturzentrums Capitol. (Foto: dpa) Durch den Erhalt werde Rassismus reproduziert. Auch das Antidiskriminierungsbüro Mannheim betrachtet die Sarotti-Werbung als ein inakzeptables Paradebeispiel von wiederkehrender Alltagsdiskriminierung. Gemeinsam mit Karakul kritisiert der Verein, dass dem Beratergremium — neben der Moderatorin und Autorin Mo Asumang — zu wenige schwarze Menschen angehört haben.

Doch ganz unberührt von öffentlicher Diskussion agiert das Unternehmen nicht: Seit 2004 gibt es den "Sarotti-Mohren" als Markenzeichen gar nicht mehr. Aus dem "Botschafter des guten Geschmacks" in Diener-Habitus wurde ein auf einer Mondsichel balancierender "Magier" mit goldener Haut, der nach den Sternen greift.

Teurer Wohnraum: Wie eine bedürftige Mutter doch noch Glück hatteRavensburgVon Lena MüssigmannStefanie (Name von der Redaktion geändert) steht strahlend in der Tür ihrer Wohnung in einem Vierfamilienhaus in der Ravensburger Schussensiedlung und bittet hinein: Durch einen schmalen Flur geht sie in die helle Küche mit Esstisch und weiter ins kleine Wohnzimmer. Ein Ecksofa bestimmt den Raum. An der Wand hängt ein Fernsehbildschirm. Den wenigen verbliebenen Platz nimmt ein Wäscheständer ein. Die Wohnung ist klein, aber für Stefanie großes Glück.

Der Begriff "Mohr" hat nach Überzeugung einer Unternehmenssprecherin keinen negativen Beigeschmack. Anders bewertet das der Sprachwissenschaftler Henning Lobin. "Mohr" habe sich seit dem 19. Jahrhundert von einem eher neutral verwendeten Wort in ein abfälliges verwandelt.

Was macht das Capitol angesichts der Unversöhnlichkeit der Ansichten? Nach sechs Veranstaltungen zum Thema Kein Platz für Rassismus mit 700 Teilnehmern haben die Betreiber entschieden, die Figuren weiter zu zeigen. Ihre Haltung wird aber verändert. Sie soll zum Symbol für unseren Wunsch werden, mit unseren Gästen dauerhaft im Gespräch zu bleiben. Weiter heißt es: Eine Irritation des Betrachters ist hier gewünscht und beabsichtigt, diese soll den Dialog anregen.

Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) sagt: "Das kann man zum einen daran erkennen, dass das Adjektiv, das in Textkorpora am häufigsten mit "Mohr" kombiniert wird, "kohlpechrabenschwarz" lautet, zum anderen an der Tatsache, dass es heute offensichtlich andere, neutralere Wörter zur Bezeichnung schwarzer Menschen gibt."

Auslöser der Debatte war eine Veranstaltung zum Thema Alltagsrassismus im vergangenen Oktober, bei der Teilnehmer die Dekoration im Foyer beanstandeten. Allein im Internet prallen inzwischen Argumente zu Hunderten aufeinander. Den Kritikern der Dekoration wird krankhafte politische Korrektheit vorgeworfen. Schwarze Menschen beschweren sich wiederum darüber, immer wieder erklären zu müssen, was Rassismus ist. Das Thema wühlt auf — mehr als 100 Jahre nach Erfindung der Werbe-Figur.

Ganz neu ist die Debatte um den Sarotti-Mohr nicht. Polarisieren tut sie noch immer. Das erfährt gerade das Mannheimer Kulturzentrum Capitol: Über seiner Theke prangen zwei Mohren-Embleme, die in der Quadratestadt zu erbitterten Diskussionen führen.

Ähnliche Diskussionen wie in Mannheim gab es auch andernorts schon: In Frankfurt hatte der Ausländerbeirat im vergangenen Jahr – vergeblich — die Umbenennung zweier Mohren-Apotheken gefordert. In den Niederlanden sind der Stein des Anstoßes die schwarz geschminkten Zwarten Pieten (Schwarzer Peter), die Helfer des Nikolaus. Für viele sind sie ein rassistisches Symbol, für andere gehört die Figur zur niederländischen Identität wie Tulpen und Käse.

Für die einen ist der kleine schwarze Kerl mit Pluderhose, Schnabelschuhen und Tablett eine süße Kindheitserinnerung an Schokoladengenuss – für andere ist der Sarotti-Mohr kolonialrassistisches Symbol und Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen.

Auch die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) sieht das Capitol auf dem falschen Weg. Es versuche, es allen recht zu machen. Da fühlen sich Leute diskriminiert, wo ist das Problem, die Figuren abzuhängen?, fragt Verbandssprecher Tahir Della. Auch ohne sie lasse sich weiter über Rassismus debattieren, etwa auch über die Mohrenstraßen in vielen deutschen Städten.

Auslöser der Debatte war eine Veranstaltung zum Thema Alltagsrassismus im vergangenen Oktober, bei der Teilnehmer die Dekoration im Foyer beanstandeten. Allein im Internet prallen inzwischen Argumente zu Hunderten aufeinander. Den Kritikern der Dekoration wird krankhafte politische Korrektheit vorgeworfen. Schwarze Menschen beschweren sich wiederum darüber, immer wieder erklären zu müssen, was Rassismus ist. Das Thema wühlt auf – auch mehr als 100 Jahre nach Erfindung der Werbe-Figur.

Deren rassistische Deutung weist der Produzent der Sarotti-Schokolade, die Firma Stollwerck aus Norderstedt, zurück. Aus unserer Sicht gibt es keine Veranlassung, die Marke Sarotti in diese fragwürdige Interpretation zu bringen, heißt es in einem Statement des Unternehmens, das zur belgischen Baronie-Gruppe gehört.

Deren rassistische Deutung weist der Produzent der Sarotti-Schokolade, die Firma Stollwerck aus Norderstedt, zurück. Aus unserer Sicht gibt es keine Veranlassung, die Marke Sarotti in diese fragwürdige Interpretation zu bringen, heißt es in einem Statement des Unternehmens, das zur belgischen Baronie-Gruppe gehört.

Doch ganz unberührt von öffentlicher Diskussion agiert das Unternehmen nicht: Seit 2004 gibt es den Sarotti-Mohren als Markenzeichen gar nicht mehr. Aus dem Botschafter des guten Geschmacks in Diener-Habitus wurde ein auf einer Mondsichel balancierender Magier mit goldener Haut, der nach den Sternen greift.

Der Begriff Mohr hat nach Überzeugung einer Unternehmenssprecherin keinen negativen Beigeschmack. Anders bewertet das der Sprachwissenschaftler Henning Lobin. Mohr habe sich seit dem 19. Jahrhundert von einem eher neutral verwendeten Wort in ein abfälliges verwandelt.

Baden-WürttembergWieder legen Hochzeitsgruppen den Verkehr lahm – Polizei hat alle Hände voll zu tunDie Situation drohte zu eskalieren: Die Beamten waren am Wochenende gleich zwei Mal im Großeinsatz, weil Hochzeitsgesellschaften massiv über die Stränge schlugen.

Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) sagt: Das kann man zum einen daran erkennen, dass das Adjektiv, das in Textkorpora am häufigsten mit Mohr kombiniert wird, kohlpechrabenschwarz lautet, zum anderen an der Tatsache, dass es heute offensichtlich andere, neutralere Wörter zur Bezeichnung schwarzer Menschen gibt. Wer Mohr sage, übe zugleich indirekt Kritik daran, dass man dieses und weitaus beleidigendere Wörter zur Bezeichnung von Menschen nicht mehr verwenden dürfe.

Baden-WürttembergAlltagsrassismus? Der Sarotti-Mohr gerät ins KreuzfeuerMohrenköpfe, Mohrenstraße, Mohren-Apotheke — sind das harmlose, historisch gewachsene Bezeichnungen oder diskriminierende Überbleibsel aus Kolonialzeiten?

Ähnliche Diskussionen wie in Mannheim gab es auch andernorts schon: In Frankfurt hatte der Ausländerbeirat im vergangenen Jahr – vergeblich – die Umbenennung zweier Mohren-Apotheken gefordert. In den Niederlanden sind der Stein des Anstoßes die schwarz geschminkten Zwarten Pieten (Schwarzer Peter), die Helfer des Nikolaus. Für viele sind sie ein rassistisches Symbol, für andere gehört die Figur zur niederländischen Identität wie Tulpen und Käse.

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Was macht das Capitol angesichts der Unversöhnlichkeit der Ansichten? Nach sechs Veranstaltungen zum Thema Kein Platz für Rassismus mit 700 Teilnehmern haben die Betreiber entschieden, die Figuren weiter zu zeigen. Ihre Haltung wird aber verändert. Sie soll zum Symbol für unseren Wunsch werden, mit unseren Gästen dauerhaft im Gespräch zu bleiben. Weiter heißt es: Eine Irritation des Betrachters ist hier gewünscht und beabsichtigt, diese soll den Dialog anregen.

Baden-WürttembergLand will Abschuss von Kormoranen erleichternFischer am Bodensee sehen ihn als Bedrohung, Naturschützer pochen auf seinen Schutzstatus. Die Landesregierung will künftig mehr Abschüsse auf den Vogel genehmigen lassen.

Ruhan Karakul befürchtet eine karnevaleske Verzerrung der Figur, etwa durch antirassistische Aufkleber. Die Co-Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Deutschland hat als einziges Mitglied im Beratergremium des Capitols für einen Verzicht auf die Retro-Werbung plädiert. Durch den Erhalt werde Rassismus reproduziert.

Auch das Antidiskriminierungsbüro Mannheim betrachtet die Sarotti-Werbung als ein inakzeptables Paradebeispiel von wiederkehrender Alltagsdiskriminierung. Gemeinsam mit Karakul kritisiert der Verein, dass dem Beratergremium – neben der Moderatorin und Autorin Mo Asumang – zu wenige schwarze Menschen angehört haben.

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Auch die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) sieht das Capitol auf dem falschen Weg. Es versuche, es allen recht zu machen. Da fühlen sich Leute diskriminiert, wo ist das Problem, die Figuren abzuhängen?, fragt Verbandssprecher Tahir Della.

Mit Spannung wird erwartet, mit welcher Haltung das Kulturzentrum die Mohren in den nächsten Wochen präsentieren wird. Bislang ist noch keine Idee des Capitol-Kreativteams an die Öffentlichkeit gedrungen.

Auch ohne sie lasse sich weiter über Rassismus debattieren, etwa auch über die Mohrenstraßen in vielen deutschen Städten. Mit Spannung wird erwartet, mit welcher Haltung das Kulturzentrum die Mohren in den nächsten Wochen präsentieren wird. Bislang ist noch keine Idee des Capitol-Kreativteams an die Öffentlichkeit gedrungen.

FriedrichshafenSchiffe der Weißen Flotte fahren wieder auf dem BodenseeLeinen los: Auf dem Bodensee starten die Schiffe der Weißen Flotte in die neue Saison. Alle Infos im Überblick.

0 Anzeige Ganz neu ist die Debatte um den Sarotti-Mohr nicht. Polarisieren tut sie noch immer. Das erfährt gerade das Mannheimer Kulturzentrum Capitol: Über seiner Theke prangen zwei Mohren-Embleme, die in der Quadratestadt zu erbitterten Diskussionen führen.

Baden-WürttembergMillionenschaden bei Brand in FirmengebäudeDie Löscharbeiten dauerten bis in die Nacht. Die Polizei sieht keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Für die einen ist der kleine schwarze Kerl mit Pluderhose, Schnabelschuhen und Tablett eine süße Kindheitserinnerung an Schokoladengenuss – für andere ist der Sarotti-Mohr kolonialrassistisches Symbol und Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen.

Auslöser der Debatte war eine Veranstaltung zum Thema Alltagsrassismus im vergangenen Oktober, bei der Teilnehmer die Dekoration im Foyer beanstandeten. Allein im Internet prallen inzwischen Argumente zu Hunderten aufeinander. Den Kritikern der Dekoration wird krankhafte politische Korrektheit vorgeworfen. Schwarze Menschen beschweren sich wiederum darüber, immer wieder erklären zu müssen, was Rassismus ist. Das Thema wühlt auf – auch mehr als 100 Jahre nach Erfindung der Werbe-Figur.

Der Mann war am Abend zuvor gegen 21.15 Uhr von Passanten in Wendlingen in stark angetrunkenem Zustand auf der Straße liegend aufgefunden worden.

Deren rassistische Deutung weist der Produzent der Sarotti-Schokolade, die Firma Stollwerck aus Norderstedt, zurück. Aus unserer Sicht gibt es keine Veranlassung, die Marke Sarotti in diese fragwürdige Interpretation zu bringen, heißt es in einem Statement des Unternehmens, das zur belgischen Baronie-Gruppe gehört.

Doch ganz unberührt von öffentlicher Diskussion agiert das Unternehmen nicht: Seit 2004 gibt es den Sarotti-Mohren als Markenzeichen gar nicht mehr. Aus dem Botschafter des guten Geschmacks in Diener-Habitus wurde ein auf einer Mondsichel balancierender Magier mit goldener Haut, der nach den Sternen greift.

Der Begriff Mohr hat nach Überzeugung einer Unternehmenssprecherin keinen negativen Beigeschmack. Anders bewertet das der Sprachwissenschaftler Henning Lobin. Mohr habe sich seit dem 19. Jahrhundert von einem eher neutral verwendeten Wort in ein abfälliges verwandelt.

Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) sagt: Das kann man zum einen daran erkennen, dass das Adjektiv, das in Textkorpora am häufigsten mit Mohr kombiniert wird, kohlpechrabenschwarz lautet, zum anderen an der Tatsache, dass es heute offensichtlich andere, neutralere Wörter zur Bezeichnung schwarzer Menschen gibt. Wer Mohr sage, übe zugleich indirekt Kritik daran, dass man dieses und weitaus beleidigendere Wörter zur Bezeichnung von Menschen nicht mehr verwenden dürfe.

Ähnliche Diskussionen wie in Mannheim gab es auch andernorts schon: In Frankfurt hatte der Ausländerbeirat im vergangenen Jahr – vergeblich – die Umbenennung zweier Mohren-Apotheken gefordert. In den Niederlanden sind der Stein des Anstoßes die schwarz geschminkten Zwarten Pieten (Schwarzer Peter), die Helfer des Nikolaus. Für viele sind sie ein rassistisches Symbol, für andere gehört die Figur zur niederländischen Identität wie Tulpen und Käse.

Was macht das Capitol angesichts der Unversöhnlichkeit der Ansichten? Nach sechs Veranstaltungen zum Thema Kein Platz für Rassismus mit 700 Teilnehmern haben die Betreiber entschieden, die Figuren weiter zu zeigen. Ihre Haltung wird aber verändert. Sie soll zum Symbol für unseren Wunsch werden, mit unseren Gästen dauerhaft im Gespräch zu bleiben. Weiter heißt es: Eine Irritation des Betrachters ist hier gewünscht und beabsichtigt, diese soll den Dialog anregen.

Rassismus Der Traum der Aktivisten vom afrodeutschen Beethoven Ruhan Karakul befürchtet eine karnevaleske Verzerrung der Figur, etwa durch antirassistische Aufkleber. Die Co-Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Deutschland hat als einziges Mitglied im Beratergremium des Capitols für einen Verzicht auf die Retro-Werbung plädiert. Durch den Erhalt werde Rassismus reproduziert.

Auch das Antidiskriminierungsbüro Mannheim betrachtet die Sarotti-Werbung als ein inakzeptables Paradebeispiel von wiederkehrender Alltagsdiskriminierung. Gemeinsam mit Karakul kritisiert der Verein, dass dem Beratergremium – neben der Moderatorin und Autorin Mo Asumang – zu wenige schwarze Menschen angehört haben.

Auch die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) sieht das Capitol auf dem falschen Weg. Es versuche, es allen recht zu machen. Da fühlen sich Leute diskriminiert, wo ist das Problem, die Figuren abzuhängen?, fragt Verbandssprecher Tahir Della.

Auch ohne sie lasse sich weiter über Rassismus debattieren, etwa auch über die Mohrenstraßen in vielen deutschen Städten. Mit Spannung wird erwartet, mit welcher Haltung das Kulturzentrum die Mohren in den nächsten Wochen präsentieren wird. Bislang ist noch keine Idee des Capitol-Kreativteams an die Öffentlichkeit gedrungen.