Adler Mannheim: Thomas Larkin ist in Nürnberg dabei - Rhein-Neckar Zeitung
Es droht das Aus: Ice Tigers brauchen ein Playoff-Wunder
In den DEL-Playoffs treffen die Thomas Sabo Ice Tigers auf die Adler Mannheim. Mit einem Sieg wären die Adler erster Halbfinalist. München muss in Berlin ran.

Die heiße Saisonphase in der DEL hat begonnen! Die Playoffs sind in vollem Gange (SERVICE: Hier gehts zum Spielplan der DEL-Playoffs).

Adler Mannheim: Thomas Larkin ist in Nürnberg dabei

Im Viertelfinale stehen die vierten Partien der “Best-of-seven”-Serien an. Die Adler Mannheim, Erster der Hauptrunde, haben sich bisher schadlos gehalten und die ersten drei Spiele gegen die Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg für sich entschieden.

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In Duell Nummer vier haben die Adler nun ihren ersten Matchball, mit einem Auswärtssieg könnten die Mannheimer per “Sweep” ins Halbfinale einziehen (ab 19.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM auf SPORT1.de und im DEL-LIVETICKER).

Auf Thomas Larkin können die Adler auf ihrem Weg durch die nächsten Wochen jedenfalls bauen. Das war kurz- und langfristig zunächst nicht sicher. Einmal wegen einer Zehn-Minuten-Strafe vom Sonntag nach einem Check gegen den Kopf von Nürnbergs Chad Bassen, was jedoch kein Ermittlungsverfahren mit einer Straferhöhung nach sich zog. Selbst die meist seltsamen Beurteilungen nach Ansicht von Videobildern durch die unberechenbare DEL-Disziplinarkommission konnte aufgrund der ungewöhnlich tiefen Kopfhaltung des Gegenspielers keine erhöhte Schuld beim Mannheimer Verteidiger feststellen.

Doch die Franken haben sich noch lange nicht aufgegeben und glauben an ihre Chance an ein Comeback. Nürnbergs Coach Martin Jiranek hatte schon nach der 1:4-Pleite in Spiel drei einen Plan für die vierte Begegnung: “Wenn wir ein Spiel gewinnen wollen, müssen wir mehr als ein Tor schießen. Mannheim lässt uns nicht viele Chancen, deswegen müssen wir unsere Powerplays besser nutzen.”

Neuerdings trifft Larkin im Training auf einen Kollegen aus der italienischen Nationalmannschaft: Andreas Bernard, der “Stand-by”-Torhüter der Adler aus der finnischen Liga, witzelte, dass er besser die deutsche Sprache beherrschte als der seit mehr als zwei Jahren in Mannheim beschäftigte Verteidiger. Larkin lässt das nicht auf sich sitzen: “Ich bin in England geboren, habe fast nur im englischsprachigen Ausland gelebt, dagegen ist Andreas aus Südtirol, seinen Slang kann er ja nicht unterdrücken.”

Für die Kölner Haie gilt es unterdessen, den nach drei Spielen verloren Heimvorteil wieder zurückzugewinnen. Beim ERC Ingolstadt muss dafür ein Sieg her, um in der Serie zum 2:2 auszugleichen (ab 19.30 Uhr im LIVETICKER).    

Zum anderen wegen einer komplizierten Handverletzung, die sich der 29-Jährige am 28. Dezember in Krefeld zuzog und deshalb die restlichen 19 Hauptrundenspiele verpasst hat. Die von den Ärzten prognostizierte Ausfalldauer von acht bis zehn Wochen war eine Punktlandung. Am 25. Februar stieg der Doppelstaatsbürger (USA/Italien) wieder ins Mannschaftstraining ein. Voraus gegangen war nach der Operation in Heidelberg eine intensive Zeit im Reha-Zentrum der TSG Hoffenheim in Zuzenhausen.

Titelverteidiger EHC Red Bull München kann sich dagegen zwei Matchbälle besorgen. Bei den Eisbären Berlin (ab 19.30 Uhr im LIVETICKER) könnte der Meister den dritten Sieg einfahren und somit auf 3:1 stellen.   

Es gäbe immer etwas zu verbessern. “Dafür haben wir das Training seit Dienstag auch genutzt”, gibt der Chefcoach preis, wie er die ungewöhnlich lange Zeit zwischen Spiel drei und vier mit der Mannschaft verbracht hat. Als Punkt zum Optimieren hat Gross die fliegenden Wechsel ausgemacht: “Das war schon nach unserem ersten Spiel in Nürnberg das Thema.”

Gleiches gilt für die Düsseldorfer EG. Mit einem Heimsieg gegen die Augsburger Panther (ab 19.30 Uhr im LIVETICKER) würden die Rheinländer in der Serie vorentscheidend auf 3:1 davonziehen. 

Scheinbar unbelastet gibt sich Larkin vor einem Prozess, der wohl im Juni in Schweden auf ihn zukommen wird. Sein heftiger Check, ein “Blindside Hit” an Daniel Paille im Champions-League-Spiel der Adler am 7. November 2017 bei Brynäs Gävle, ist Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Sportrechtlich ist das Foul mit einer Vier-Spiele-Sperre abgeurteilt.

NÜRNBERG – Natürlich muss die Saison der Thomas Sabo Ice Tigers nicht am Freitagabend enden, allerdings müssten sie dazu Geschichte schreiben. Nur ein Sieg im vierten Viertelfinalspiel gegen Mannheim am Freitag (19.30 Uhr/Arena Nürnberger Versicherung) zögerte den Sommer für die Nürnberger Eishockey-Profis noch ein wenig hinaus. Der Kapitän weiß, wie das geht.

Das traf sich deshalb gut, weil am Tag zuvor sein immer stärker werdender “Vertreter” Cody Lampl mit einer Schulterverletzung ausschied. “Ich konnte es nicht abwarten, wieder bei den Jungs zu sein”, war Larkin vor dem Viertelfinale “heiß” auf die fünfte Jahreszeit im Eishockey: “Dine solch lange Verletzung hatte ich noch nie.”

Wenn sich die Saison auf ein letztes Spiel verengt, bleibt oftmals nur noch, den Blick zu weiten. Und zwar sehr weit zu weiten. In Deutschland ist es schließlich noch immer keiner Eishockey-Mannschaft gelungen, einen 0:3-Rückstand in den Playoffs noch in einen Erfolg zu verwandeln. Zur Inspiration müssen sich die Thomas Sabo Ice Tigers Vorbilder in Nordamerika suchen oder zumindest in der eigenen Vergangenheit.

Mannheim. Pavel Gross bleibt unaufgeregt und stellt auch das möglicherweise schon entscheidende Spiel vier in der Viertelfinalserie der Adler gegen die Nürnberg Ice Tigers (Freitag, 19.30 Uhr Nürnberg Arena) unter seine Prinzipien: “Unser Entwicklungsprozess stoppt ja nicht, nur weil jetzt Playoffs sind”, sagt der Trainer.

Viermal muss der Gegner im Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga besiegt werden, ehe man ins Halbfinale einzieht. Best-of-seven nennt sich der Modus, der natürlich, der Name verrät es, einst in den Vereinigten Staaten ersonnen wurde. Seit 99 Jahren wird in der National Hockey League (NHL) der Sieger im Playoff-Format gesucht, seit 80 Jahren werden Serien über maximal sieben Spiele ausgedehnt.

Eis klopfen, Becher sammeln, Strom zählen. Bevor die Lichter in der Arena nach einem Spiel der Thomas Sabo Ice Tigers ausgehen ausgehen, ist viel zu tun.

Tag für Tag tastete sich der 102-fache italienische Nationalspieler dann während der Februar-Spielpause im Einzeltraining mit Fitness-Trainer Ronny Arendt und Assistenztrainer Pertti Hasanan an die Wettkampfpraxis heran und erhielt nach der Abschlussuntersuchung am 4. März grünes Licht.

Die Philadelphia Flyers haben es 2014 geschafft, die Los Angeles Kings ebenfalls. Den New York Islanders ist es 1975 gelungen. Den Anfang aber haben die Toronto Maple Leafs gemacht, allerdings zu einer Zeit, als es die Torhüter noch nicht für nötig erachteten, ihre Gesichter mit Masken zu schützen. In der nordamerikanischen Profiliga NHL wird dieses Quartett vor allem aus einem Grund mystifiziert — weil es 184 anderen Mannschaften nicht gelungen ist, einen 0:3-Rückstand in einer Best-of-seven-Serie noch zu drehen.

In der Deutschen Eishockey Liga gibt es keine einzige Mannschaft, der das gelungen ist. Von den 22 Serien, in die eine Mannschaft mit drei Siegen in Folge gestartet ist, endeten 19 mit einem 4:0, zwei mit 4:1 und immerhin eine mit 4:2, was den Ice Tigers in dieser Woche vielleicht ein bisschen Mut gemacht hat.

Im April 2016 hatten die Ice Tigers zunächst mit 2:6, 1:3 und 0:3 gegen den EHC Wolfsburg verloren, dessen Trainer damals noch Pavel Gross hieß. Der Nürnberger Trainer, der damals Rob Wilson hieß, sagte vor dem vierten Spiel: “Wir sind nicht dumm. Natürlich wissen wir, wie hart das wird. Aber ich glaube, dass die Jungs daran glauben. Ich glaube wirklich daran, dass wir eine Chance haben. Ich glaube wirklich daran.” Drei Jahre später findet sich bei den Ice Tigers niemand mehr, der das mit dieser Bestimmtheit behauptet.

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Das Playoff-Wunder gegen Wolfsburg ist für die Thomas Sabo Ice Tigers wieder greifbar. Kapitän Patrick Reimer sicherte Nürnbergs besten Eishockeyspielern in Wolfsburg den Sieg in der Overtime. Am Sonntag kann die Wilson-Truppe auf eigenem Eis in der Halbfinal-Serie ausgleichen. Bilder, die keine Worte brauchen!

2016 hatten sie offensichtlich wirklich daran geglaubt, in Nürnberg wandelten Kurtis Foster, Matt Murley und Sasa Martinovic einen 2:4-Zwischenstand noch in ein 5:4 um. In Wolfsburg war es dann Patrick Reimer, der den Ice Tigers und ihren Fans in der zweiten Verlängerung kurz vor Mitternacht immerhin noch ein weiteres Heimspiel geschenkt hat. Danach sagte der Nürnberger Kapitän: “Wenn man so eine Mannschaft an seiner Seite hat, die jede Sekunde alles gibt, dann kommt im Kopf keine Müdigkeit auf. Man spricht immer von diesem tollen Momentum. Und das war ganz klar auf unserer Seite. Ich habe keine schweren Beine gespürt. Ich habe mir zu keine Sekunde gedacht, hoffentlich ist es bald vorbei.”