Mannheim ist besser! Ice Tigers verlieren Viertelfinal-Auftakt - Nordbayern.de
DEL Playoffs: EHC Red Bull München mit Zittersieg – Adler Mannheim souverän
MANNHEIM – Sieben Tore kassiert, zwei geschossen und einen weiteren Verteidiger verloren: Beim zumeist sehr einseitigen 2:7 im ersten Viertelfinalspiel in Mannheim bewiesen sich die Thomas Sabo Ice Tigers zwischendurch aber auch selbst, dass sie den Adlern in den Playoffs durchaus noch ein unangenehmer Gegner sein können.

Lorenz, Sepp, Guttowski, Kuhl, Kreis, Richer, Müller, Corbet, Hecht, Arendt. Allein an der Anzahl der Spieler, deren Trikotnummern nicht mehr vergeben werden, zeigt sich, warum sich der Mannheimer ERC ungeniert Traditionsverein nennen darf. Und natürlich liefen auch an diesem Mittwoch im März 2019 die Szenen aus dem Friedrichspark über den Videowürfel, erst sepia eingefärbt, dann schwarz-weiß, am Ende bunt und mittendrin eine Jubelszene aus dem Linde-Stadion. Die Finalserie 1999 hat die Adler Mannheim und die Ice Tigers zusammengebracht. Selbst 20 Jahre später ist davon noch etwas zu spüren.

Im Stadion am Friedrichspark wird mittlerweile Inline-Hockey gespielt. Das Linde-Stadion existiert nur noch in der Erinnerung der Fans, die dort gefeiert, gefroren und geweint hatten. Zwei Hauptdarsteller von einst aber sind übriggeblieben. Pavel Gross, 1999 Kapitän, und Martin Jiranek, damals Topscorer der Ice Tigers, stehen sich in der Viertelfinalserie als Trainer gegenüber. Nicht mehr auf Augenhöhe wie einst auf dem Eis, aber immerhin gelang es Jiranek und seinen Ice Tigers, den überlebensgroßen Favoriten ein wenig zu ärgern. 20 Minuten lang. 40 Minuten später hatte der alles dominierende Punkterundensieger das erste von maximal sieben Spielen mit 7:2 (1:1, 3:1, 2:0) gewonnen.

Münchens Justin Shugg (71. Minute) sorgte gegen Berlin in der Neuauflage des letztjährigen DEL-Finals in der Verlängerung für den vielumjubelten Siegtreffer. Der Hauptstadt-Club schnupperte in der regulären Spielzeit noch an einer Überraschung. Sean Backman (45. Minute) und Brendan Ranford (48.) brachten die Gäste zweimal in Führung. Doch Frank Mauer (46.) und Shugg (55.) sorgten jeweils für den Ausgleich. In der Extraspielzeit war erneut Shugg erfolgreich.

Nach dem einseitigen ersten Drittel aber stand es in der SAP-Arena 1:1. Nur 1:1. Die Adler waren da bereits hochüberlegen, auch weil die Ice Tigers ihr Vorhaben, der Strafbank diesmal fern zu bleiben, nicht umsetzen konnten. Das dritte Power-Play nutzte Andrew Desjardins (12. Minute). Auf der anderen Seite aber glich Patrick Reimer, ebenfalls in Überzahl, aus (16.). Sollte der Plan gewesen sein, die ersten Attacken der Adler zu überstehen und selbst eine der wenigen Chancen zu nutzen (tatsächlich hatten die Gäste drei), ging er auf.

Die Adler Mannheim und Meister EHC Red Bull München haben die Auftaktspiele in den Viertelfinal-Playoffs der Deutschen Eishockey Liga gewonnen. Hauptrunden-Sieger Mannheim bezwang am Mittwoch die Nürnberg Ice Tigers deutlich mit 7:2 (1:1, 3:1, 3:0). München tat sich gegen die Eisbären Berlin sehr schwer und siegte erst nach Verlängerung 3:2 (0:0, 0:0, 2:2, 1:0). Die jeweils zweiten Spiele der Serie finden am Freitag (19.30 Uhr) in Nürnberg und Berlin statt.

Die Favoritenfrage stellte sich nicht, als in der Hauptrunde selten überzeugende Ice Tigers am Mittwoch bei in der zurückliegenden DEL-Punkterunde sehr oft überzeugenden Mannheimern antraten. Nürnberg hatte in der Hauptrunde alle vier Spiele gegen den Liga-Primus verloren. Und auch in den bisherigen acht Playoff-Serien gegen die Kurpfälzer stets den Kürzeren gezogen. Hoffnung darauf, dass es diesmal besser läuft, machten die Nürnberger in der Quadratestadt nur bedingt.

Nach dem ersten Seitenwechsel führte Mannheim dann vor, was sie trotz der unverminderten Qualität von Titelverteidiger München zum ersten Meisterschaftsanwärter macht: Markus Eisenschmied ließ dem erneut unfehlbaren Niklas Treutle mit einem ansatzlosen Handgelenkschuss an den Innenpfosten keine Chance (23.), Desjardins schloss einen Konter ab (24.) und noch einmal Eisenschmied beendete eine weitere Druckphase mit einem weiteren präzisen Schuss (25.). Jiranek nahm sofort eine Auszeit, in der er vor allen Spielern hin- und hertigerte. Doch die Ansprache kam zu spät: In 119 Sekunden hatten die Adler die erste Partie der Serie für sich entschieden. Das war nichts anderes als der von vielen erwartete Spielverlauf. Ärgerlich war aber, dass es eben nicht nur der Mannheimer Druck war, dem die Ice Tigers nicht stand halten konnten. Auch wenn sie nicht von Adlern umzingelt waren, gelang ihnen kaum einmal ein geordneter Spielaufbau. Wenn die ersten beiden Pässe saßen, wurde es hingegen sofort gefährlich für Mannheim Torhüter Dennis Endras.

Schiedsrichter: Jamie Koharski (USA)/Andre Schrader (Essen) Zuschauer: 11.801 Tore: 1:0 Desjardins (11:27), 1:1 P. Reimer (15:42), 2:1 Eisenschmid (22:38), 3:1 Desjardins (23:57), 4:1 Eisenschmid (24:37), 4:2 Pföderl (38:19), 5:2 L. Adam (45:19), 6:2 Huhtala (53:50), 7:2 Desjardins (59:28) Strafminuten: 8 + 10 Desjardins / 10

Zum Playoffs-Auftakt muss der EHC Red Bull München lange um den Sieg zittern. Erst in der Verlängerung setzen sich die Münchner durch. Mannheim siegt souverän.

Schiedsrichter: Stephan Bauer (Nürnberg)/Daniel Piechaczek (Ottobrunn) Zuschauer: 4130 Tore: 0:1 Backman (44:33), 1:1 Mauer (45:36), 1:2 Ranford (47:05), 2:2 Shugg (54:26), 3:2 Shugg (70:08)Strafminuten: 6 / 12

Was für ein mühevoller Playoff-Auftakt für den EHC Red Bull München. Im ersten Spiel mühten sich die Münchner in eigener Halle zu einem 3:2-Erfolg nach Overtime gegen die Eisbären Berlin.

Bis zum ersten Tor mussten die Zuschauer lange ausharren. Erst im Schlussdrittel landete der Puck zum ersten Mal im Netz. Aus Münchner Sicht allerdings auf der falschen Seite. Sean Backman war es, der die Eisbären überraschend in Führung brachte (45.). Aber die Münchner glichen fast im Gegenzug durch Frank Mauer aus (46.).

„Soeben hat uns dieses Amateur-Video von einem unbekannten Flugobjekt über der Eishockeystadt Mannheim erreicht, das unsere Säule vor Eingang D getroffen hat. Ersten Vermutungen zufolge handelt es sich um einen überdimensional großen Puck, der mit dem hoch ansteckenden Playoff-Virus infiziert sein soll. Bei ersten Anzeichen von akutem Playoff-Fieber legen Sie umgehend ihre blaue Schutzausrüstung an und versammeln Sie sich ab 18.00 Uhr an der SAP Arena“, posten die Adler auf ihrer Facebook-Seite.

Ein richtiger Playoff-Fight mit brenzligen Situationen vor beiden Toren hielt die Zuschauer in Atem. Zuerst belohnten sich wieder die Hauptstädter. Diesmal war es Brendan Ranford, der für die erneute Führung sorgte (48.). Die Hausherren holten nun zunehmend die Brechstange raus, um sich zumindest noch in die Verlängerung zu retten.

Adler-Coach Pavel Gross wendet sich vor Spiel eins der Viertelfinal-Serie noch einmal an die Fans. „Wir brauchen die Fans auf jeden Fall. Sie können in den Playoffs ein Riesenfaktor werden. Vor allem, wenn es unentschieden steht oder man zurückliegt. Man kann viele Sachen dadurch beeinflussen – auch den Gegner“, sagt der 50-Jährige in einem Video, das die Adler auf ihren sozialen Kanälen veröffentlicht haben.

In der 55. Minute war es dann Justin Shugg, der für das erlösende 2:2 sorgte. Die Entscheidung musste also in der Overtime fallen.

Die Verlängerung war genauso umkämpft wie die drei Drittel davor. Die Berliner hatten sogar die besseren Chancen, konnten aber keinen Nutzen aus den Fehlern der Hausherren ziehen. In der 71. Minute wurde Shugg dann endgültig zum Münchner Matchwinner. Erst rettete er München in die Verlängerung, dann sorgte er mit seinem zweiten Treffer für den glücklichen Sieg.

Hauptrundensieger Adler Mannheim hat eine zehntägige Pause gut überstanden und zum Auftakt des Playoff-Viertelfinals in der DEL den ersten Sieg eingefahren. Gegen Lieblingsgegner Nürnberg Ice Tigers feierte die Mannschaft von Trainer Pavel Gross einen 7:2 (1:1, 3:0, 3:1)-Erfolg und ging in der Serie best of seven mit 1:0 in Führung.

Die Adler-Fans sind vor dem Beginn der Playoffs sehr optimistisch. In einer MANNHEIM24-Umfrage glauben 79,73 Prozent, dass Marcus Kink und Co. den achten Meister-Titel nach Mannheim holen. 11,16 Prozent erwarten die Vize-Meisterschaft, 5,24 Prozent rechnen mit einem Aus im Halbfinale, nur 3,87 Prozent meinen, dass die Adler bereits im Viertelfinale gegen Nürnberg ausscheiden.

Ein Dreierpack binnen zwei Minuten des Mitteldrittels ebnete den Weg zum K.o. der Nürnberger, die sich über den Umweg Fischtown Pinguins Bremerhaven in die Playoffs gespielt hatten. Zweimal Markus Eisenschmid und Andrew Desjardins sorgten für eine 4:1-Führung der Mannheimer.

Das erste Playoff-Spiel der Adler Mannheim wird nicht im Free-TV übertragen. Wenn Du die Partie gegen die Thomas Sabo Ice Tigers live verfolgen willst, brauchst Du ein Abo von Magenta Sport. Der kostenpflichtige Anbieter überträgt alle Spiele der Playoffs live. Einen kostenlosen Audio-Stream findest Du im Adler-Webradio von Radio Regenbogen.

Zuvor hatte Patrick Reimer die Adler-Führung durch Desjardins ausgeglichen. Leonhard Pföderl sorgte noch einmal für den Anschluss zum 2:4, ehe Luke Adam, Tommi Huhtala und erneut Desjardins alles klar machten. Nürnberg ist für die Adler ein gern gesehener Gegner in K.o.-Spielen, bei bislang acht Aufeinandertreffen behielten sie stets die Oberhand.

Unglücklich für die Gäste: Nur Sekunden nachdem Pföderl die große Chance auf den dritten Treffer vergibt, fälscht Luke Adam (46.) einen Schuss von Thomas Larkin zum 5:2 ab. Die Ice Tigers haben nicht mehr viel entgegenzusetzen – Tommi Huhtala (54.) und wieder Desjardins (60.) bauen die Führung noch auf 7:2 aus.

In den ersten beiden Viertelfinals am Dienstag hatte es ebenfalls deutliche Siege gegeben. Die Augsburger Panther bezwangen die Düsseldorfer EG 7:1, der ERC Ingolstadt feierte einen 6:2-Auswärtssieg bei den Kölner Haien. Der zweite Spieltag der Serie best of seven findet am Freitag (ab 19.25 Uhr auf SPORT1 im FREE-TV und Liveticker) statt.

Zweite Pause in der SAP Arena: Die Adler Mannheim führen nach dem zweiten Drittel mit 4:2 gegen die Nürnberg Ice Tigers. Zweimal Eisenschmid (23./25.) und Desjardins (24.) bringen die Hausherren komfortabel in Führung. Nürnberg verkürzt kurz vor der Pausensirene. Gleich geht es weiter mit dem letzten Drittel.

Adler Mannheim – Nürnberg Ice Tigers 7:2 (1:1, 3:1, 3:0)Tore: 1:0 Desjardins (11:27), 1:1 Reimer (15:42), 2:1 Eisenschmid (22:38), 3:1 Desjardins (23:57), 4:1 Eisenschmid (24:37), 4:2 Pföderl (38:19), 5:2 Adam (45:19), 6:2 Huhtala (53:50), 7:2 Desjardins (59:28)Zuschauer: 11.801Strafminuten: Mannheim 8 plus Disziplinar (Desjardins) – Nürnberg 10Playoff-Stand: 1:0

 Red Bull München – Eisbären Berlin 3:2 (0:0, 0:0, 2:2, 1:0) n.V.Tore: 0:1 Backman (44:33), 1:1 Mauer (45:36), 1:2 Ranford (47:05), 2:2 Shugg (54:26), 3:2 Shugg (70:08)Zuschauer: 4130Strafminuten: München 6 – Berlin 12Play-off-Stand: 1:0

Augsburger Panther – Düsseldorfer EG 7:1 (1:0, 2:0, 4:1)Tore: 1:0 White (10:48), 2:0 McNeill (25:38), 3:0 Schmölz (32:08), 4:0 White (44:23), 5:0 Sezemsky (49:05), 6:0 Valentine (52:35), 6:1 Barta (53:29), 7:1 Sezemsky (55:59)Zuschauer: 6139 (ausverkauft)Strafminuten: Augsburg 26 plus Disziplinar (McNeill) plus Disziplinar (Trevelyan) plus Disziplinar (Payerl) pkus Disziplinar (Ullmann) plus Disziplinar (Valentine) – Düsseldorf 28 plus Diszplinar (Buzas)Playoff-Stand: 1:0   Kölner Haie – ERC Ingolstadt 2:6 (0:2, 2:1, 0:3)Tore: 0:1 Mashinter (12:34), 0:2 Elsner (16:25), 0:3 Ramoser (23:29), 1:3 Akeson (29:14), 2:3 Akeson (30:17), 2:4 Greilinger (42:55), 2:5 Garbutt (46:58), 2:6 DAmigo (51:00)Zuschauer: 9645Strafminuten: Köln 18 plus Disziplinar (Müller) – Ingolstadt 16 plus Disziplinar (Ramoser)Playoff-Stand: 0:1