MANNHEIM – Nach zwei Spielen in der DEL-Hauptrunde hatten die Ice Tigers und die Adler aus Mannheim jeweils einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto. Am Freitag, als sich die Erzrivalen in der Quadratestadt begegneten, schlug das Pendel zugunsten der Kurpfälzer aus. Nürnbergs bisherige Bilanz in der noch jungen Saison bleibt damit weiterhin ungenügend.

In Mannheim braucht das Publikum nicht lange, bis es auf Betriebstemperatur ist. Mannheim, das hatten die Fans der Adler am ersten Spieltag der neuen Saison noch einmal auf einem großen Banner festgehalten, ist eine Eishockeystadt. In Nürnberg weiß man das natürlich nur allzu gut und wer es vielleicht kurz vergessen hatte, wurde am Freitagabend beim gemeinsamen Aufeinandertreffen spätestens nach elf Minuten wieder daran erinnert.

Mit rhythmischem Klatschen feuerten die Anhänger der Gastgeber ihre Mannschaft da bereits an – ein rhythmisches Klatschen, wie man es sonst eigentlich nur aus den Schlussminuten einer Partie kennt, die längst entschieden ist. 2:0 stand es zu diesem Zeitpunkt für Mannheim und entschieden, war natürlich: noch nichts.

Routinier Marcel Goc fällt länger aus – Am heutigen Freitag zuhause gegen Nürnberg, Sonntag in Straubing

Mannheim. Der Ärger und die leichte Enttäuschung über den verpassten Heimsieg gegen die DEG zum Saisonauftakt sind verraucht. Der Auftritt der Adler Mannheim beim 5:1 in Augsburg hat das Vertrauen in das neue System von Trainer Pavel Gross gestärkt und die Stimmung aufgehellt. Im Mittelpunkt stand in den letzten Tagen Moritz Seider – der 17-jährige Verteidiger erzielte am Sonntag sein erstes DEL-Tor, bleibt aber auf dem Boden: “Mir sind die drei Punkte wichtiger als mein Tor, ich hoffe, es war nicht mein Einziges”, sagt der Gymnasiast, dem Chad Kolarik sofort den Puck sicherte. Als Seider nach einem Kurzinterview mit Telekom Eishockey in die Kabine kam, lag der Puck schon auf seinem Platz. Inzwischen wird die Hartgummischeibe in der elterlichen Wohnung in Viernheim einen Ehrenplatz bekommen. Seider, der bei seinem Kurzeinsatz im Oktober 2017 als zweitjüngster Spieler in die DEL-Geschichte einging, ist Experten und Scouts zufolge schon weiter als der inzwischen 928-fache NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg (37) im vergleichbaren Alter. Ein schwieriger Vergleich insofern, als Seidenberg erst im Alter von 19 Jahren erste Einsätze vom damaligen Adler-Trainer Bill Stewart erhielt, und das als Stürmer-Notnagel.

Vor der Heimpartie gegen die Nürnberg Ice Tigers (Freitag, 19.30 Uhr) ist Pavel Gross bemüht, den Hype um den Rechtsverteidiger nicht zu groß werden zu lassen. “Moritz ist ein bescheidener Junge, der in jedem Training dazu lernen will, er wird seinen Weg gehen, wenn er weiterhin viel investiert.” Verbesserungsbedarf sieht der Cheftrainer vorerst bei der Athletik, was angesichts des großen Unterschieds zwischen der DNL (Deutsche Nachwuchsliga/U 20) und einer Profiliga nicht verwunderlich ist.

Abgesehen von der neuerlichen Verletzung von Routinier Marcel Goc (Muskelverletzung im Brustbereich, vier Wochen Pause) konnte Gross mit guten Nachrichten aufwarten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kehren Lampl und Huhtala nach kleineren Blessuren zurück. Brent Raedeke feierte aufgrund deren Fehlen in Augsburg sein Saisondebüt, obwohl er fünf Wochen Trainingsrückstand aufwies. Eine langwierige Adduktorenzerrung gestattete dem 28-jährigen nicht ein Vorbereitungsspiel. “Ich war fürs erste zufrieden, Brent ist ein guter Schlittschuhläufer, wenn er auch noch etwas Zeit braucht, um unser System zu verinnerlichen”, ist Gross froh über eine weitere Alternative. Der 2015 von Iserlohn nach Nordbaden gewechselte Raedeke erwartet gegen Nürnberg ein “enges und hartes Spiel, die Spiele gegen sie sind immer Schlachten”.

Eng war es in der letzten Saison gegen den Dauerrivalen in der Tat, drei Partien gingen in die Verlängerung, alle mit dem besseren Ende für die “Greifvögel”. Damals waren die Franken das Team mit den wenigsten Gegentoren. Nach einem Trainerwechsel (Kevin Gaudet für Rob Wilson) und einem teils neu aufgestelltem Team scheint die Ausrichtung inzwischen mit der Verpflichtung der Topscorer Will Acton und Brendan Buck offensiver zu sein. Aufgrund der langfristigen Ausfälle von vier Stammkräften musste der Halbfinalist auch aufgrund der Mehrfachbelastung (Champions-League, Spengler-Cup) bereits personell nachbessern und an das in Köln unehrenhaft entlassene “Schuss-Monster” Shawn Lalonde die zehnte Importlizenz vergeben.

DEL, Freitag 19.30 Uhr: Adler Mannheim – Nürnberg Ice Tigers, Sonntag 16.30 Uhr: Straubing Tigers-Adler.

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