Öffnung des Sarkophags - Live-Ticker zum Nachlesen | Mainz | SWR Aktuell Rheinland-Pfalz | SWR Aktuell - SWR
Mainz: Mysteriöser Leichenfund in uraltem Sarkophag
Forscher haben in einem wohl 1000 Jahre alten Sarkophag in Mainz sterbliche Überreste gefunden. Ob es sich dabei um den 1021 verstorbenen Erzbischof Erkanbald handelt, ist noch unklar. Falls ja, wäre es eine Sensation.

In der Mainzer Johanniskirche haben Forscher die sterblichen Überreste eines Mannes in einem Sarkophag gefunden. Um wen es sich dabei handelt, sei bislang unklar. Doch der Schweizer Archäologe Guido Faccani äußerte nach der Öffnung des Grabes, dass es sich wahrscheinlich um einen Geistlichen handle.

Vor der Öffnung des Grabs hatten der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, an einer ökumenischen Andacht teilgenommen. Angesichts eines Vorgängers als Mainzer Bischofs sei es “bewegend, dass wir Teil einer Glaubensgeschichte sind, die auch in die Zukunft geht”, sagte Kohlgraf. Jetzt sei er gespannt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. “Dies ist auch ein geistliches Erlebnis”, sagte Jung. “Wir sind konfrontiert mit Vergänglichkeit und Hoffnung.”

Dass es sich bei dem Toten um einen Kleriker handeln muss, lässt sich laut Forschern aufgrund von Gewandresten und der Lage des Grabes im Mittelschiff der Kirche mit Blick nach Osten zum Hauptaltar erklären.

Der steinerne Sarg aus dem 11. Jahrhundert war im vergangenen Jahr bei archäologischen Grabungen in der evangelischen Kirche freigelegt worden. Es wird vermutet, dass der Sarkophag das Grab des Mainzer Bischofs Erkanbald sein könnte, der 1021 starb. Damit wäre der Nachweis gelungen, dass St. Johannis der “Alte Dom” von Mainz war – also die erste Kathedrale vor dem später erbauten heutigen Dom, der seit 1036 Bischofssitz ist.

Archäologen öffnen knapp 1000 Jahre alten Sarkophag in Mainzer Kirchetagesschau 12:00 Uhr, 04.06.2019, Axel John, SWR

Identität des Bestatteten noch unklar Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche geöffnet teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen per Mail teilen Forscher haben am Dienstagmorgen einen tausend Jahre alten Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche geöffnet. Sie fanden die Überreste eines Geistlichen.

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Steinmetze des Mainzer Dombauamts hoben am Morgen mit einem Flaschenzug die 700 Kilogramm schwere Steinplatte hoch. Ein Team von 14 Wissenschaftlern begann daraufhin mit der Untersuchung, die sorgfältig dokumentiert wird. Im Anschluss soll der Sarkophag wieder geschlossen werden, um die Totenruhe zu wahren.

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Vermutet wird, dass der frühere Mainzer Erzbischof Erkanbald, der im Jahr 1021 verstorben war, in dem Sarkophag bestattet wurde. Erkanbald war von 1011 bis zu seinem Tod 1021 Erzbischof in Mainz. Bislang vermuten die Forscher aufgrund der Gestaltung des Deckels, dass der Sarkophag etwa 1000 Jahre alt ist. Falls sich Erzbischof Erkanbald in dem Grab befinden sollte, wäre dies eine Sensation: Damit würden die Archäologen um Forschungsleiter Faccani nachweisen, dass St. Johannis der “Alte Dom” von Mainz war. Somit wäre dies die erste Kathedrale vor dem später erbauten heutigen Mainzer Dom, der seit 1036 Bischofssitz war.

In der Mainzer Johanniskirche haben Forscher den tausend Jahre alten Sarkophag gefunden und geöffnet.

Der Sarkophag ist Teil der archäologischen Entdeckungen im Boden der Mainzer St. Johanniskirche. Ein internationales Forscherteam hatte mehr als fünf Jahre lang gegraben und über 400.000 Funde aus der Römerzeit und dem späten Mittelalter gefunden.

Die 700 Kilogramm schwere Steinplatte des Sarkophags wurde mit einem Flaschenzug hochgehoben. Eine Altersbestimmung des “bestatteten Menschen” sei laut Faccani noch nicht möglich. Livebilder von der Öffnung des Sargs zeigten Reste von Textilien sowie die Goldbordüre einer Mitra, des traditionellen Bischofshuts. Offenbar waren auch Goldstreifen an den Armen der sterblichen Überreste zu sehen. Außerdem wurden nach Angaben Faccanis ein Goldstück und Überreste von fein gearbeiteten Stoffschuhen vorgefunden.

“Nicht einmal Zähne sind zu finden. Der Verstorbene wurde bei seiner Bestattung wahrscheinlich mit Ätzkalk übergossen, um den Verwesungsprozess zu beschleunigen.”

Die sterblichen Überreste wurden nach Angaben Faccanis bei seiner Bestattung wahrscheinlich mit Ätzkalk bedeckt, um den Verwesungsprozess zu beschleunigen. Auch weise der Sarkophag im Inneren Bearbeitungsspuren auf, was weiter untersucht werde, sagte Faccani.

Die Archäologen wollen nun weiter forschen, bevor der Sarkophag wieder verschlossen werden muss. Der Inhalt des Sargs könnte sich aufgrund von Sauerstoff verändern. Mithilfe der Radiokarbonmethode (C14-Datierung) soll nun eine zeitliche Einordnung des Leichnams vorgenommen werden. Auch DNA-Untersuchungen der Gewebe und Knochenproben sollen erfolgen. Ende der Woche sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein.

Die Forscher dementierten die zuvor aufgekommene Information, unter dem mutmaßlichen Bischofsgrab befinde sich ein zweiter Sarkophag. “An dieser Stelle dürfte keiner mehr liegen”, sagte Faccani.

Denn hier berühren die Archäologen einen heiklen Punkt: Wenn sich die ersten Verdachtsmomente bestätigen, muss möglicherweise die Stadtgeschichte der alten Dom-Metropole am Rhein umgeschrieben werden. Das Bistum Mainz und das Evangelische Dekanat Rheinhessen, zu dem die Johanniskirche gehört, hatten sich im Vorfeld Erkenntnisse zur Funktion der Kirche im ersten Jahrtausend erhofft. Sie vermuteten, dass sich im Sarkophag die Leiche des Bischofs Erkanbald befindet. Erkanbald war von 1011 bis zu seinem Tod 1021 Mainzer Erzbischof.

Der Sarkophag wurde nur per Zufall bei Sanierungsarbeiten im Mittelschiff der Johanniskirche gefunden: Der Boden wurde vergangenes Jahr für eine Fußbodenheizung aufgegraben. Bereits 400.000 archäologische Fundstücke wurden während der Sanierung ausgegraben.

Der Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sagte, der Sarkophag solle in der Kirche bleiben. Ob er wieder vergraben oder sichtbar ausgestellt wird, sei laut Jung noch unklar. Am Samstag können Besucher den Sarkophag in der Kirche besichtigen.

Das wäre der "definitive Beweis" dafür, dass es in Mainz zwei Dome gebe, sagte der St. Johannis-Dekan Andreas Klodt der "Allgemeinen Zeitung" vor der Öffnung. Die Johanniskirche, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Mainzer Dom liegt, sei damit womöglich der erste entstandene Dom in der Rheinstadt, lange bevor der Mainzer Dom eingeweiht wurde.

Faszinierende Aufnahmen: Hier wird vor laufenden Kameras ein 1000 Jahre alter Sarkophag geöffnet. (Quelle: BuzzBee)

Nach Plänen des Kirchenpräsidenten der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, soll der Sarkophag in der Kirche bleiben. Ob er dazu wieder vergraben oder sichtbar ausgestellt wird, sei noch unklar, sagte Jung. Am Samstag können Besucher den Sarkophag besichtigen – der zum ersten Mal seit 1000 Jahren offen im Licht des uralten Kirchengebäudes liegt.

Spektakuläre Aufnahmen aus der Mainzer Johanniskirche: Hier wird ein 1.000 Jahre alter Sarkophag vor den Augen der Weltöffentlichkeit geöffnet. (Quelle: BuzzBee)

Faszinierende Aufnahmen: Hier wird vor laufenden Kameras ein 1000 Jahre alter Sarkophag geöffnet. (Quelle: BuzzBee)

In der Mainzer Johanniskirche haben Forscher einen tausend Jahre alten Sarkophag geöffnet, der bei Bauarbeiten aufgetaucht war. Nun rätseln die Archäologen, wessen Leichnam darin bestattet wurde.

Der Sarkophag wurde bei Sanierungsarbeiten im Mittelschiff der Kirche entdeckt. Ursprünglich war der Boden für eine Fußbodenheizung aufgegraben worden. Insgesamt wurden bei der Sanierung mehr als 400.000 archäologische Fundstücke ausgegraben.

In der Mainzer Johanniskirche ist am Dienstag ein etwa tausend Jahre alter Sarkophag geöffnet worden. Darin befinde sich ein bestatteter Mensch, sagte der Schweizer Archäologe Guido Faccani. Es sei wahrscheinlich, dass es sich dabei um einen Priester handle. Die Identität des Leichnams blieb zunächst unklar. Eine Datierung wollte Faccani zunächst nicht vornehmen.

Das Bistum Mainz und das Evangelische Dekanat Rheinhessen, zu dem die Johanniskirche gehört, hatten sich im Vorfeld Erkenntnisse zur Funktion der Kirche im ersten Jahrtausend erhofft. Sie vermuteten, dass sich im Sarkophag die Leiche des Bischofs Erkanbald befindet. Erkanbald war von 1011 bis zu seinem Tod 1021 Mainzer Erzbischof.

Mitglieder des Forscherteams dokumentieren den Sarkophag: Bei dem Toten handelt es sich vermutlich um einen Priester. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

Auf Livebildern der Öffnung waren im Sarkophag Reste von Textilien und die Goldbordüre einer Mitra, des traditionellen Bischofshuts, zu sehen. Goldstreifen befanden sich auch an den Armen. Helle Flecken deuteten auf Knochen von Beinen und eines Beckens hin.

Der Sarkophag wurde bei Sanierungsarbeiten im Mittelschiff der Kirche entdeckt. Ursprünglich war der Boden für eine Fußbodenheizung geöffnet worden. Insgesamt wurden bei der Sanierung mehr als 400.000 archäologische Fundstücke geborgen.

Die Öffnung am Dienstag sei reibungslos verlaufen, sagte Faccani. Er und sein Team aus internationalen Archäologen hatten am Morgen den etwa 700 Kilogramm schweren Deckel des Sarkophags mit einem Flaschenzug geöffnet. Das Team rund um Faccani wird nun forschen, bevor der Sarkophag wieder verschlossen wird. 

 Nach Plänen des Kirchenpräsidenten der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, soll der Sarkophag in der Kirche bleiben. Ob er dazu wieder vergraben oder sichtbar ausgestellt wird, sei noch unklar, sagte Jung. Am Samstag können Besucher den Sarkophag besichtigen.

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