Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche geöffnet | Mainz | SWR Aktuell Rheinland-Pfalz | SWR Aktuell - SWR
Tausend Jahre alter Sarkophag geöffnet
Forscher haben in einem wohl 1000 Jahre alten Sarkophag in Mainz sterbliche Überreste gefunden. Ob es sich dabei um den 1021 verstorbenen Erzbischof Erkanbald handelt, ist noch unklar. Falls ja, wäre es eine Sensation.

In der Mainzer Johanniskirche haben Forscher die sterblichen Überreste eines Mannes in einem Sarkophag gefunden. Um wen es sich dabei handelt, sei bislang unklar. Doch der Schweizer Archäologe Guido Faccani äußerte nach der Öffnung des Grabs, dass es sich wahrscheinlich um einen Priester handle.

Archäologen öffnen knapp 1000 Jahre alten Sarkophag in Mainzer Kirchetagesschau 12:00 Uhr, 04.06.2019, Axel John, SWR

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und “Ziel speichern unter …” auswählen.

Die Öffnung sei reibungslos verlaufen, sagte Faccani. Er und sein Team aus internationalen Archäologen hatten am Morgen den etwa 700 Kilogramm schweren Deckel des Sarkophags mit einem Flaschenzug geöffnet. Das Team rund um Faccani kann den Inhalt nun untersuchen, bevor der Sarkophag, bei dem es sich schließlich um eine Grabstätte handelt, wieder verschlossen wird.

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes Einverstanden erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR. Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich. Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Vermutet wird, dass der frühere Mainzer Erzbischof Erkanbald, der im Jahr 1021 verstorben war, in dem Sarkophag bestattet wurde. Erkanbald war von 1011 bis zu seinem Tod 1021 Erzbischof in Mainz. Bislang vermuten die Forscher aufgrund der Gestaltung des Deckels, dass der Sarkophag etwa 1000 Jahre alt ist. Falls sich Erzbischof Erkanbald in dem Grab befinden sollte, wäre dies eine Sensation: Damit würden die Archäologen um Forschungsleiter Faccani nachweisen, dass St. Johannis der “Alte Dom” von Mainz war. Somit wäre dies die erste Kathedrale vor dem später erbauten heutigen Mainzer Dom, der seit 1036 Bischofssitz war.

Nach Plänen des Kirchenpräsidenten der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, soll der Sarkophag in der Kirche bleiben. Ob er dazu wieder vergraben oder sichtbar ausgestellt wird, sei noch unklar, sagte Jung. Am Samstag können Besucher den Sarkophag besichtigen – der zum ersten Mal seit 1000 Jahren offen im Licht des uralten Kirchengebäudes liegt.

In der Mainzer Johanniskirche haben Forscher den tausend Jahre alten Sarkophag gefunden und geöffnet.

Die 700 Kilogramm schwere Steinplatte des Sarkophags wurde mit einem Kran hochgehoben. Eine Altersbestimmung des “bestatteten Menschen” sei laut Faccani noch nicht möglich. Livebilder von der Öffnung des Sargs zeigten laut Nachrichtenagentur AFP Reste von Textilien sowie die Goldbordüre einer Mitra, des traditionellen Bischofshuts. Offenbar waren auch Goldstreifen an den Armen der sterblichen Überreste zu sehen.

Bei Sanierungsarbeiten in der Mainzer Johanniskirche stoßen Forscher unerwartet auf Relikte aus der Stadtgeschichte: Zwischen mehr als 400.000 Objekten graben sie einen 1000 Jahre alten Sarkophag aus. Unter Zeitdruck machen sich Experten an die Identifizierung der Leiche.

Offenbar entdeckten die Forscher auch unter dem Grab im Mittelschiff der Kirche einen weiteren Sarkophag. Die Archäologen wollen nun weiter forschen, bevor der Sarkophag wieder verschlossen werden muss. Der Inhalt des Sargs könnte sich aufgrund von Sauerstoff verändern. Ende der Woche sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein.

Vor der Öffnung des Grabs hatten der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, an einer ökumenischen Andacht teilgenommen. Angesichts eines Vorgängers als Mainzer Bischofs sei es “bewegend, dass wir Teil einer Glaubensgeschichte sind, die auch in die Zukunft geht”, sagte Kohlgraf. Jetzt sei er gespannt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. “Dies ist auch ein geistliches Erlebnis”, sagte Jung. “Wir sind konfrontiert mit Vergänglichkeit und Hoffnung.”

Der Sarkophag wurde nur per Zufall bei Sanierungsarbeiten im Mittelschiff der Johanniskirche gefunden: Der Boden wurde vergangenes Jahr für eine Fußbodenheizung aufgegraben. Bereits 400.000 archäologische Fundstücke wurden während der Sanierung ausgegraben.

Der Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sagte, der Sarkophag solle in der Kirche bleiben. Ob er wieder vergraben oder sichtbar ausgestellt wird, sei laut Jung noch unklar. Am Samstag können Besucher den Sarkophag in der Kirche besichtigen.

Bedeutungsvolle Öffnung: Der Sarkophag soll mehr als tausend Jahre alt und die letzte Ruhestätte eines Bischofs sein. Bild: Michael Kretzer

Steinmetze des Mainzer Dombauamts hoben am Morgen mit einem Flaschenzug die 700 Kilogramm schwere Steinplatte hoch. Ein Team von 14 Wissenschaftlern begann daraufhin mit der Untersuchung, die sorgfältig dokumentiert wird. Im Anschluss soll der Sarkophag wieder geschlossen werden, um die Totenruhe zu wahren.

In der Mainzer Johanniskirche öffnen Forscher einen bei Grabungen entdeckten Steinsarg. Es wird vermutet, dass darin ein Bischof beigesetzt wurde. An der Untersuchung wirken Anthropologen und Textilwissenschaftler mit.

Bei den gefundenen menschlichen Überresten handelt es sich um einen Geistlichen. Darauf deute eine Goldbordüre am Kopf und im Armbereich des Toten hin, sagte Grabungsleiter Guido Faccani. Eine Identifizierung der Person sei zunächst ebenso wenig möglich wie eine genaue Datierung.

In einem tausend Jahre alten Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche haben Forscher am Dienstag die Überreste eines Geistlichen entdeckt. Darauf deute eine Goldbordüre am Kopf und im Armbereich des Toten hin, sagte Grabungsleiter Guido Faccani nach der Öffnung des Steinsargs. Steinmetze des Mainzer Dombauamts hoben mit einem Flaschenzug die 700 Kilogramm schwere Steinplatte hoch. Ein Team von 14 Wissenschaftlern begann daraufhin mit der Untersuchung, die sorgfältig dokumentiert wird. Danach soll der Sarkophag wieder geschlossen werden, um die Totenruhe zu wahren.

Der steinerne Sarg aus dem 11. Jahrhundert wurde im vergangenen Jahr bei archäologischen Grabungen in der evangelischen Kirche freigelegt. Es wird vermutet, dass der Sarkophag das Grab des Mainzer Bischofs Erkanbald sein könnte, der 1021 starb. Damit wäre der Nachweis gelungen, dass St. Johannis der Alte Dom von Mainz war – also die erste Kathedrale vor dem später erbauten heutigen Dom, der seit 1036 Bischofssitz ist.

Der Sarkophag ist Teil der archäologischen Entdeckungen im Boden der Mainzer St. Johanniskirche. Ein internationales Forscherteam hatte mehr als fünf Jahre lang gegraben und über 400.000 Funde aus der Römerzeit und dem späten Mittelalter gefunden.

Eine Identifizierung der Person sei zunächst ebensowenig möglich wie eine genaue Datierung, sagte Faccani. Im Anschluss an die archäologische Fotografie hätten Anthropologen mit der Untersuchung begonnen. Auch Experten für historische Textilien wirken mit.

Vor der Öffnung des Grabs nahmen der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, an einer ökumenischen Andacht teil. Angesichts eines Vorgängers als Mainzer Bischofs sei es bewegend, dass wir Teil einer Glaubensgeschichte sind, die auch in die Zukunft geht, sagte Kohlgraf. Jetzt sei er gespannt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Dies ist auch ein geistliches Erlebnis, sagte Jung. Wir sind konfrontiert mit Vergänglichkeit und Hoffnung.