Vorschau: Nach der Ära ist vor Mainz 05 - Miasanrot.de
Fürs Mainz-Spiel Sonntag bei Bayern: Schwarz lernt von Klopps Sieg!
Körperliche Präsenz: Jean-Philippe Gbamin (links) im Duell mit dem Gladbacher Lard Stindl. Bild: EPA

Mainz 05 muss zu Bayern München reisen. Ein Punktgewinn scheint da in weiter Ferne. Aber einzelne Mainzer Spieler könnten auf höchstem Niveau ihr Können zeigen.

Ähnliche Vorgaben waren auch von Kapitän Manuel Neuer zu vernehmen, er befürchtet keine Nachwirkungen des Liverpool-Spiels mehr. Der Nationaltorhüter nannte die Aussicht auf den siebten Meistertitel nacheinander vielmehr eine “Riesenchance”. Diese habe man sich mit der erfolgreichen Aufholjagd der vergangenen Wochen hart erkämpft. “Wir stehen wieder vorne. Und das soll so bleiben bis zum letzten Spieltag”, sagte Neuer. Seine eigene Position dürfte er trotz seiner missglückten Rauslauf-Einlage gegen Sadio Mané ein wenig gestärkt sehen, denn nach den Worten von Bundestrainer Joachim Löw ist er weiter die Nummer eins im Nationalteam. So ganz sicher konnte er sich dessen zuletzt ja nicht mehr sein – sein Rivale Marc-André ter Stegen ist nun ein echter Herausforderer.

Im Kader von Mainz 05 gibt es Spieler, die hoch hinaus wollen. Talente, die sich dazu bekennen, in absehbarer Zukunft ganz weit oben mitspielen zu wollen im internationalen Fußball, also dort, wo der FC Bayern, Bundesliga-Tabellenführer und Gegner an diesem Sonntag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Bundesliga-Liveticker und bei Sky) im Auswärtsspiel in München, trotz der deprimierenden Niederlage gegen den FC Liverpool unter der Woche von seinem Selbstverständnis her hingehört.

Trainer Niko Kovac jedenfalls könnte bei aller Enttäuschung zuletzt so seine Premierensaison beim FC Bayern noch erfolgreich gestalten. Kein Wunder also, dass er direkt nach seiner bislang bittersten Niederlage höchste Konzentration auf die nationalen Titel-Optionen einforderte. “Wir haben zwei große Ziele”, sagte Kovac vor diesem 26. Spieltag der Bundesliga. “Wir sind in beiden Wettbewerben voll dabei.” Im Pokal trifft seine Elf bekanntlich im Viertelfinale auf Heidenheim, der Weg ins Finale scheint nicht allzu schwierig zu sein. Liga und Pokal, das sind jetzt fast schon Pflichtaufgaben für die Bayern. Doch wenn man ehrlich ist, hatte es in dieser Spielzeit lange nicht so ausgesehen, als könne es mit dem Double überhaupt klappen.

Diese ambitionierten Fußballer sind vornehmlich jene, die Französisch als Muttersprache verwenden. Torjäger Jean-Philippe Mateta beispielsweise gab im Herbst einmal als Karriereziel aus, Weltmeister werden zu wollen. Da er bereits für die U21 Frankreichs aufläuft, ist der Wunsch immerhin nicht ganz unrealistisch. Ähnlich deutlich sprach auch Jean-Philippe Gbamin im vergangenen Sommer schon von Einsätzen bei Topklubs. Er liebäugelte damals bekanntlich mit einem Wechsel in die Premier League und träumte zumindest insgeheim vom FC Liverpool. Damals lehnte Mainz 05 ein Angebot eines allerdings doch etwas tiefer angesiedelten englischen Vereins ab. Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler akzeptierte die Entscheidung und wollte in der Rolle des Anführers im rot-weißen Trikot noch ein Jahr reifen, ehe sein Arbeitgeber trotz eines noch drei Jahre gültigen Vertrags wohl keine Steine mehr in den Weg legen würde bei einer vergleichbaren Offerte.

Neuer dürfte umso motivierter sein, schließlich kommt es in der Endphase der Saison auch auf ihn als Rückhalt an. Eine “Lebensversicherung” nannte ihn Kovac zuletzt, als solche könnte er auch im Heimspiel gegen Mainz gefragt sein. Heimspiele gegen den FSV sind für die Bayern nicht immer so leicht, zuletzt gab es 2017 ein 2:2 und 2016 gar ein 1:2. Um solche Dellen im Selbstwertgefühl zu vermeiden, brauchen die Münchner ihr bestes Personal. Sie bräuchten aufgrund fehlender Alternativen auf der linken Seite zum Beispiel David Alaba, doch der könnte wegen der Folgen einer Sehnenreizung ausfallen.

Es ist wahr, dass ich im Sommer die Chance hatte, nach England zu gehen und dass ich diesen Schritt gerne gegangen wäre. Aber als klar war, dass der Verein mich halten will, habe ich mich damit arrangiert, sagte Gbamin damals im Interview mit FAZ.NET. Ich kann mich mit dem Projekt hier voll identifizieren. Es ist alles perfekt, ich sehe das als Chance, mich weiterzuentwickeln.

Auch bei Javi Martínez gibt es Probleme: Der Spanier prallte Berichten zufolge am Samstag mit Hummels zusammen und konnte das Training nicht beenden. Für Kovac könnten also erneut Umbauten anstehen, Leon Goretzka wäre eine Option. Der Bayern-Coach sieht die Mainzer als “eine sehr unbequeme Mannschaft”, vehemente Gegenwehr inklusive. 05-Trainer Sandro Schwarz bestätigte diese Einschätzung, schließlich muss sich seine Elf nach zuletzt zwei Pleiten ein wenig aus dem Tief arbeiten. “Wir werden alles rausfeuern, was wir auf dem Schläger haben. Wir fühlen uns gerüstet”, sagte Schwarz.

Die Entwicklung des 2016 nach Mainz gewechselten und in seiner zweiten Spielzeit so überragenden Gbamin stockte freilich im Verlauf seiner dritten Spielzeit am Bruchweg, nachdem der in Frankreich aufgewachsene ivorische Nationalspieler im Herbst noch mit zwei Toren Hinweise auf neue Qualitäten im Torabschluss geliefert hatte. Erst in den letzten Wochen wirkte Gbamin körperlich wieder so präsent wie zu besten Zeiten. Ich komme besser in Schwung und hoffe auf ein gutes Saisonfinale, sagt er. Seinen Stammplatz hatte er trotz der Formdelle stets sicher, da Trainer Schwarz Gbamin als eine seiner drei bis vier unersetzlichen Säulen im Team ansieht.

Noch neun Runden stehen im offenen Titelkampf mit dem BVB an, der sich nach seiner Schwächephase ein wenig gefangen zu haben scheint. Das Dortmunder 3:2 in Berlin war zwar ein Werk der letzten Minuten, aber den Druck auf die Bayern hat es in jedem Fall erhöht. Verlieren wäre im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 am Sonntag (18.00 Uhr/Liveticker SZ.de) eine ganz schlechte Idee. Ein Erfolg und nichts anderes muss her, damit die Tabellenführung wieder an die Bayern geht. Fürs Gefühl, das Wissen um die eigene Stärke, die Heilung der Wunden nach Liverpool.

Einen Matchplan, wie man Bayern schlägt, habe ich nicht geschickt bekommen, sagt Sandro Schwarz (40). Er habe mit seinem Freund Jürgen Klopp nach dessen Sieg mit Liverpool Mittwoch in München lediglich SMS-Kontakt gehabt: Der bestand nur aus Emojis.”Schwarz gibt aber zu, dass er ganz genau geschaut hat, wie Liverpool die Bayern schlägt: Klar fließt auch das Spiel in unsere Vorbereitung mit ein.Schwarz lernt vom Klopp-Sieg für Sonntag (18 Uhr) gegen die Bayern!

Trotz der Niederlage des Rekordmeisters werden sich die Mainzer heute nicht allzu viel ausrechnen in der Allianz Arena. Zwar haben sie mit elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang ein gutes Polster und somit wenig mit dem Abstieg zu tun. Nach oben wird jedoch auch nicht viel gehen. Vielleicht können sie aber doch die schlechte Stimmung in München ausnutzen und ein paar Punkte entführen.

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Das Spiel gegen Mainz wird heute richtungsweisend sein. Wie gehen die Spieler mit der Niederlage im Europapokal um? Sollten die Münchner auch gegen die Rheinländer verlieren und die Tabellenführung wieder abgeben, könnte es noch eine ganz zähe Saison für Niko Kovac und sein Team werden.

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Wichtig: Live-Streams verbrauchen sehr schnell Ihr Datenvolumen. Sie sollten daher auch heute wieder eine stabile WLAN-Verbindung nutzen. Andernfalls könnte Ihr Kontingent rasant aufgebraucht sein. Sie surfen dann für den Rest des Monats mit gedrosselter Geschwindigkeit.

Man kann da keine Schablone drüber legen, sagt der 05-Coach. Es gibt keine Quervergleiche zu den Weltklasse-Spielern von Liverpool.”Dennoch will er das Auswärtsspiel bei den Bayern ähnlich angehen, wie Klopp: Wir müssen mutig sein, frech, nach vorne effektiv. Und wir müssen alles, was wir auf dem Schläger haben, komplett raushauen.Thomas Tuchel schaffte es mit Mainz 2010, Martin Schmidt 2016, Klopp mit Liverpool jetzt: Schwarz wartet noch auf seinen ersten Sieg bei Bayern.

Schiedsrichter bei der heutigen Partie zwischen Bayern und Mainz ist Frank Willenborg. Seine Assistenten sind Arne Aarnick und Holger Henschel. Vierter Offizieller ist Dr. Matthias Jöllenbeck. Videoschiedsrichter in Köln sind Sören Storks und Thorben Siewer.