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Bundesliga, 1. FSV Mainz 05 – Robin Zentner: Damit musst du umgehen können
Er wurde mit einem Spiel berühmt. Die ganze Fußball-Welt amüsierte sich, als Robin Zentner (24) vor gut einem Jahr beim 1:1 in Gladbach Ball und Elfmeterpunkt verwechselte, ein unglaubliches Luftloch schlug.

Jetzt spricht der Mainz-Torwart, der nach Müllers Verletzung wieder im Bundesliga-Tor steht, über die Nachwirkungen der Szene, seine Ambitionen und sein Leben außerhalb des Fußballs.

Eigentlich beschäftigt es mich nicht mehr. Es ist in den Hintergrund getreten, weil seitdem so viel passiert ist. Aber natürlich wird mich die Szene immer verfolgen.

Den gab es immer mal wieder. Wenn wir einen neuen Spieler haben, wird das Video erst mal wieder in die WhatsApp-Gruppe hochgeladen. Aber da darf man sich nicht ärgern lassen. Ich kann darüber lachen.

Als die Entscheidung fiel, dass Florian im Tor steht, war ich natürlich enttäuscht, weil ich mir mehr erhofft hatte. Aber dann gilt es, die Situation so anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Nicht den Kopf hängen zu lassen und wenn es so weit ist – und man sieht ja, wie schnell das gehen kann – seine Leistung zu bringen.

Dazu war es zum einen viel zu kurzfristig, zum anderen will ich mich durchsetzen. Ich will bei Mainz 05 erster Torwart sein, das ist mein klares Ziel. Ich bin seit 2006 im Verein und habe einfach gemerkt, wie viel Spaß es macht, hier Bundesliga zu spielen.

Ich gucke mir viel bei anderen Torhütern ab, auch wenn ich Spiele im Fernsehen schaue. Keiner ist perfekt, aber von vielen kann man etwas lernen.

Ich bin in Rüdesheim geboren, aber ich wohne mein Leben lang in Eltville. Ich bin also Rheingauer, aber Mainz ist zumindest sportlich meine Heimat. Nach dem Abi habe ich verschiedene Fernstudiengänge ausprobiert. Derzeit mache ich eins zum geprüften Fitness-Coach. Außerdem versuche ich, Gitarre zu lernen. Aber damit tue mich schwer. Ich habe gefühlt recht dicke Finger, selbst wenn ich die Handschuhe ausziehe.

Ich hoffe, dass es nach dem Sieg gegen Bremen jetzt so weitergeht und wir uns nicht wie so oft nach einem guten Spiel wieder die Punkte klauen lassen. Wie letzte Saison in Freiburg, als wir zwei unnötige Tore gefangen haben und den Sieg hergeschenkt haben.

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Weil Stammkeeper Florian Müller wegen einer Sprunggelenkverletzung noch rund drei Wochen ausfällt, wird Robin Zentner auch am Samstag in Freiburg den Kasten des 1. FSV Mainz 05 hüten. Nervosität ist dem 24-Jährigen mittlerweile ein Fremdwort, schließlich liegt sein Bundesliga-Debüt bereits über ein Jahr zurück.

Vom 10. bis zum 24. Spieltag der vergangenen Saison stand Zentner ununterbrochen zwischen den Mainzer Pfosten. Unvergessen bleibt sein zweites Pflichtspiel, bei dem er sich weltberühmt machte: Auswärts in Gladbach schlug er ein Luftloch, als er den Elfmeterpunkt fälschlicherweise mit dem Ball verwechselte. Er wollte schießen, doch da war nichts; der Ball rollte hinter ihm. So wurde der Keeper zum Internet-Star.

Zentner und die Mainzer Verantwortlichen haben das Missgeschick längst abgehakt, bereits wenige Tage später folgte die Vertragsverlängerung bis 2021. Heute hat der Schlussmann bereits 17 Bundesligaspiele für die Rheinhessen absolviert und steht seit Müllers wieder auftretender Verletzung einmal mehr im Fokus. Bereits gegen Hertha BSC (0:0; kicker-Note 3) und im Pokal in Augsburg (2:3 n.V.; 2,5) machte er seine Sache gut, ebenso vergangene Woche gegen Werder Bremen (2:1; 2,5). Zentner ist körperlich robust, strahlt im Eins-gegen-eins eine unheimliche Ruhe aus und zeigt sich auf der Linie mit guten Reflexen.

Inklusive des morgigen Auftritts in Freiburg (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) bietet sich Zentner in den kommenden drei Wochen die Gelegenheit, sein Talent weiter unter Beweis zu stellen. Selbstbewusst trat der Torwart nach dem Bremen-Spiel vor die Mikrofone und betonte: “Ich weiß, was ich kann, und ich weiß, dass ich nicht nervös sein muss. Es war ja nicht mein erstes Spiel.” Bereits dreimal musste Trainer Sandro Schwarz zwischen Müller und Zentner wechseln, vergangene Spielzeit unter anderem wegen des Ausfalls von René Adler insgesamt viermal. Angesprochen auf das Wechselspiel im Tor sagt Zentner: “Ich nehme es, wie es kommt. In diesem Job musst du damit umgehen können, dass du mal spielst und mal nicht.”

Fußballerisch hat der Mann, der ein Fernstudium als Fitnesscoach begonnen hat, zwar noch Luft nach oben. Doch knüpft er weiter an seine bisherigen Leistungen an, könnte der Kampf um die Nummer 1 schon bald wieder heißer werden.

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