Schalke bibbert sich zum Glück
FC Schalke 04 gegen Mainz 05: S04 hat das Siegen nicht verlernt
Königsblau durchbricht die Katastrophenstart-Serie, schafft mit dem 1:0 gegen Mainz den ersten Sieg in dieser Bundesliga-Saison. Auch, weil ein unbekannter Schalke-Engel hilft.

Vorm Anpfiff liegen auf jedem Sitz der königsblauen Bank je ein Glücks-Cent. Wer diese dort platziert hat, ist auch während des Spiels ein Rätsel. Pressesprecher Thomas Spiegel zu BILD: Niemand hat es mitbekommen. Klar ist nur: Die Glücks-Cents lagen bereits morgens während der obligatorischen Stadionführungen für Fans dort.

Dem Österreicher war der Goldene Treffer des Nachmittags bereits nach elf Minuten gelungen. Nach einer Flanke von Yevhen Konoplyanka köpfte Schöpf aus kurzer Distanz zum 1:0 ein. “Dass ich so treffe, ist schon ungewöhnlich”, gestand der Mittelfeldmann auf der Vereinswebsite. “Denn eigentlich bin ich nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt.” So ging Schalke jedoch zum ersten Mal in der laufenden Saison in Führung und hatte die Partie anschließend im Griff. Weil Königsblau jedoch einige gute Chancen zur Vorentscheidung liegen ließ, mussten die Anhänger bis zum Schluss zittern – allein Konoplyanka scheiterte zweimal am Querbalken (59./72.).

Trainer Domenico Tedesco (33) bei Sky: Wenn wir die Tore machen, wird es kein Zittersieg. So hatten wir am Ende eine Leidensphase. Die Angst, zu verlieren, hat man gespürt. Jetzt haben die Jungs endlich ein Erfolgserlebnis. Das hatten wir bisher nur künstlich im Training.”

“Die Jungs haben mal ein Erfolgserlebnis”, zog Tedesco ein zufriedenes Fazit. “Wir können uns jetzt ein paar Stunden freuen – das ist wichtig, weil wir das in den letzten Wochen nicht hatten. Deswegen bin ich sehr glücklich für die Mannschaft.” Mit dem Sieg setzte Schalke seine starke Serie gegen Mainz fort: Die letzten fünf Duelle gegen den FSV hat Königsblau alle zu Null gewonnen. Viel Zeit, sich über den ersten Dreier zu freuen, bleibt den Knappen allerdings nicht. Bereits am Mittwoch (18.55 Uhr) geht es in der nächsten englischen Woche in der Champions League bei Lokomotive Moskau weiter.

Tedesco zeigt weiter Mut, setzt auf Viererkette (wie zuletzt erstmals in Freiburg), die Topstars Naldo und 16,5-Mio-Transfer Rudy sitzen draußen. Tedesco bringt Schöpf (für Embolo) und Burgstaller (für Teuchert).

Nach Konoplyanka-Flanke schädelt Schöpf den Ball ins linke Eck – 1:0 (11.). Ein Mainzer Fast-Eigentor von Bell (23.) verhindert Torhüter Müller per Fuß-Abwehr. Doppel-Pech für Konoplyanka: Sein Freistoß (59.) und Seitfallzieher (71.) klatschen gegen die Latte.

“Die letzten zehn Minuten wünsche ich niemandem”, gestand Heidel nach Spielende gegenüber “Sky”. In der Schlussphase warfen die Gäste aus Mainz noch einmal alles nach vorne, Schalke verteidigte die 1:0-Führung mit Mann und Maus. “Man merkt natürlich, dass das Spiel kippt”, so Heidel weiter. “Dann kommt die Angst – ich habe jeden Ball reinfallen sehen. Am Ende war es schon ein Zittersieg.”

Die Situation ist Mist, ich hätte gerne darauf verzichtet. Doch wir sind zuversichtlich, den schweren Bock umzustoßen, lautete die Tedesco-Ansage vor dem Glücks-Cent-Spiel. Mit der sechsten Pleite in Serie hätte er den ewigen Pleiten-Rekord der Liga von Fortuna Düsseldorf (1991/92) eingestellt. Stattdessen wurde die Knappen-Krise erst einmal entschärft.

Im sechsten Anlauf klappte es für den FC Schalke 04 endlich mit den lange ersehnten ersten Punkten der Saison. Im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 gewann Königsblau nach zuvor fünf Niederlagen mit 1:0 und nahm damit etwas Druck vom Kessel. Die Erleichterung über den Befreiungsschlag war nach Spielende bei allen Beteiligten deutlich spürbar.

Manager Christian Heidel: Ich bin tausend Tode gestorben. Die letzten zehn Minuten haben sich angefühlt wie zwei Stunden. Ich habe jeden Ball, der hinten drauf geht, drin gesehen. Wenn die Mannschaft nur halb so nervös wie ich auf der Bank war, kann ich die Schlussphase verstehen.”

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Und Mainz? Verliert dass fünfte Auswärtsspiel in Serie auf Schalke. Quaisons 23-Meter-Schuss rauscht haarscharf vorbei (29.). Außenverteidiger Bussmann macht sein erstes Spiel seit fast 19 Monaten.

„Eigentlich bin ich nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannt.“Schalkes Alessandro Schöpf

Kapitän Bell: Wir haben eine gute zweite Halbzeit gespielt. Da müssen wir einfach ein Tor schießen. Trainer Sandro Schwarz: Wenn wir den Ausgleich machen, dann hätten wir auch gewonnen.

Kollektives Durchatmen beim FC Schalke 04! Die Königsblauen bezwingen vor heimischer Kulisse den FSV Mainz 05 mit 1:0 und holen sich so die ersten Punkte in der laufenden Saison. 

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