Schott-Spieler Silas Schwarz (links) hatte mehrere gute Tormöglichkeiten. Foto: hbz/Jörg Henkel

MAINZ – Ach, wenn doch jetzt Saisonstart wäre… Spielstark, lauffreudig, geschlossen, taktisch top eingestellt, Defensiv-Leader Jonas Raltschitsch hält den Laden zusammen, Janek Ripplinger trifft, die Mittelfeldreihe marschiert und die nötige Prise Matchglück gibts auch – der TSV Schott Mainz zeigte beim 3:0 (1:0)-Sieg gegen Eintracht Stadtallendorf, dass er in der Regionalliga allemal mithalten kann. In dieser Form, in dieser Besetzung. Doch die Sektkorken knallten bei den treuen Helfern nicht, weil der Klassenerhalt eingetütet wurde, sondern weil es das letzte Spiel auf der Bezirkssportanlage in Mombach war. Die letzten Heimpartien der Saison spielen die Schottler im Bruchwegstadion.

Ich bin komplett angetan von der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, sagt TSV-Trainer Sascha Meeth, es hat mich begeistert, wie wir die Torchancen herausgespielt haben. Ich freue mich, dass wir uns hier so verabschieden. Vor dem Seitenwechsel war die Schott-Elf deutlich überlegen. Nach flachem Aufbau durchs Zentrum, nach diagonalen Verlagerungen und nach schnellen Gegenstößen kam sie immer wieder zwingend in den Strafraum. Ilias Soultani kam im Zentrum durch und legte quer auf Ripplinger, der den Ball zum 1:0 ins leere Tor schob (19.) – eine Pausenführung, die deutlich höher hätte ausfallen können, hätte Silas Schwarz bei seinen Flachschüssen aufs lange Eck genauer gezielt (6., 31.), hätte Soultani frei auf Hrvoje Vincek zulaufend das Duell mit dem Keeper gewonnen (39.).

Typisch für diese Saison wäre es gewesen, hätte der Gegner in solchen Phasen aus dem Nichts den Ausgleich geschossen. Doch statt Elfmeter gab es Gelb wegen Schwalbe für Laurin Vogt (37.). Er sucht mein Bein, fädelt ein. Manche geben den Elfmeter, manche nicht, sagt Schott-Verteidiger Jan Just. Keeper Niklas Reichel parierte die erste dicke Gäste-Chance aus dem Spiel heraus stark im Eins-gegen-Eins gegen Del Angelo Williams (45.). Auf der Gegenseite machten die Mainzer nach einem Konter den Deckel drauf, Schwarz startete durch und legte quer ins Zentrum, Ripplinger schob den Ball ins lange Eck (63.) – Saisontreffer Nummer sieben des vor Weihnachten noch komplett verhinderten Torjägers. Es gab noch einige weitere Chancen, ehe zusehends die Kräfte schwanden. Doch während die Hessen durch Erdinc Solak (67.) und Ghani Wessam Abdul (89.) die Latte trafen, setzte Jan Just nach einer kurz ausgeführten Ecke und Necmi Gürs scharfem Flachpass den Schlusspunkt (90.+2).

Wir haben viele Spiele zu Hause gut gespielt und dominiert, hätten viel mehr Punkte haben können, sagt der erneut emsige Arif Güclü, am Anfang haben wir ein bisschen gebraucht, um in die Liga reinzukommen. Jetzt gelte es, in den letzten vier Spielen gegen das Top-Trio und beim VfB Stuttgart II noch einmal alles rauszuhauen, um die Klasse eventuell doch noch zu halten.

Nachdem Mainz nach 56 und 61 Minuten zwei weitere Chancen vergeben hatte, sorgte Ripplinger (63.) dann für das vorentscheidende 2:0. Erst danach taute die Eintracht offensiv auf und baute Druck auf, ein 20 Meter-Schuss von Solak (68.) landete aber nur an der Latte. Und auch nach 88 Minuten lag der Anschlusstreffer in der Luft, doch auch Abdul Ghanis Versuch traf nur die Schotter Querlatte. Stattdessen fing sich die Eintracht in der Nachspielzeit noch den dritten Treffer ein, Jan Just (90.+2) sorgte für den 3:0-Endstand.

TSV Schott Mainz: Reichel – Just, Raltschitsch, Streker (70. Günes), Schlosser – Schwarz, Mairose – Güclü, Soultani (81. Gür), Huth (61. Kern) – Ripplinger.

Nach 37 Minuten wurde Laurin Vogt im Strafraum klar gelegt, der Elfmeterpfiff war praktisch nur Formsache. Doch zum Entsetzen Stadtallendorfs entschied Schiedsrichter Zorn auf Schwalbe und zeigte Vogt sogar den gelben Karton. “Ich haben schon viel gesehen, aber das war ein absolutes Unding”, ärgerte sich Schlick. Danach stand erneut Vincek im Mittelpunkt und rettete seiner Eintracht bei prächtigen Paraden gegen Güclü (39.) und Ripplinger (44.) den knappen Pausenrückstand.

Die Sorgen wachsen

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MAINZ – (mcs). Eintracht Stadtallendorf hat seinen Negativlauf in der Fußball-Regionalliga Südwest auch beim Tabellenvorletzten nicht stoppen können. Im Aufsteigerduell beim TSV Schott Mainz setzte es für das Team von Trainer Dragan Sicaja eine bittere 0:3 (0:1)-Schlappe. Nach der fünften Niederlage in den letzten sechs Partien liegen die Herrenwalder weiterhin nur hauchdünn vor den möglichen Abstiegsrängen.

MAINZ – (red). Es scheint, als möchte sich im Kampf um den Klassenerhalt wirklich niemand vorzeitig aufgeben. Nicht nur, dass der TSV Schott Mainz sein Heimspiel gegen Stadtallendorf mit 3:0 gewann. Auch Hessen Kassel setzte sich gegen den FSV Frankfurt durch (2:0), die TuS Koblenz nahm zumindest einen Punkt aus Hoffenheim mit (2:2). Und sogar Schlusslicht Röchling Völklingen durfte einen 2:0-Heimerfolg gegen die Stuttgarter Kickers bejubeln. Einen Stolperer leistete sich Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken mit dem 1:2 bei der Reserve des VfB Stuttgart.

Die Luft wird immer dünner. Auch gegen den Tabellenvorletzten der Regionalliga Südwest Schott Mainz kann die Stadtallendorfer Eintracht nicht punkten. So unterlag die Sicaja-Elf am Samstagnachmittag auswärts mit 0:3.

Tore: 1:0 N. Wähling (6.), 1:1 Glockner (55./Foulelfmeter), 2:1 N. Wähling (62.), 2:2 Hombach (90.+2).

Alles andere als begeistert: Eintracht-Trainer Dragan Sicaja sah am Samstagnachmittag eine weitere Niederlage seiner Mannschaft.

Tore: 1:0 Bravo-Sanchez (15./Foulelfmeter), 2:0 Bravo-Sanchez (88./Foulelfmeter).

Die nächsten Spiele: Stadtallendorf – Freiburg II (Di., 18.30), Ulm – Steinbach (Di., 18.30), Worm. Worms – Kassel (Fr., 19), FSV Frankfurt – Elversberg (Sa., 14), Mainz 05 II – Völklingen (Sa., 14), Mannheim – Schott Mainz (Sa., 14), Stadtallendorf – Hoffenheim II (Sa., 14), Stuttg. Kick. – Freiburg II (Sa., 14), Koblenz – Steinbach (Sa., 14.00), Walldorf – Ulm (So., 14), Saarbrücken – Offenb. (So., 15).

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