Der große Umzug fand 2018 „hiwwe“, in Ludwigshafen, statt. Foto: Kunz

LUDWIGSHAFEN – Rund 150 000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Sonntag in Ludwigshafen den größten Karnevalsumzug der Rhein-Neckar-Region gesäumt. Unter dem Motto „Närrische Route 66 – Wir tun es allen kund, jetzt geht’s erst richtig rund…“ zogen mehr als 3000 Aktive und 99 Fest- und Mottowagen durch die Straßen der Chemiestadt, also „hiwwe“. Besondere Vorkommnisse gab es nach Angaben der Polizei bis zum späten Nachmittag nicht.

In diesem Jahr feierten die Teilnehmer des 66. Fasnachtsumzuges linksrheinisch. Traditionell wechseln sich Ludwigshafen und Mannheim bei der Organisation des Narrenzuges ab. Passend zum Motto der legendären „Route 66“ wurde der Zug von einer Motorradgruppe angeführt. Der Zug, der sich etwa vier Stunden lang durch Ludwigshafen schlängeln sollte, startete um 13.11 Uhr. Teilnehmer und Zuschauer wählten ihre Kostüme überwiegend so, dass sie den kühlen Temperaturen angepasst waren: Neben Mützen und Schals kamen auch wärmende Perücken, wollige Capes und plüschige Tierkostüme zum Einsatz.

Buntes Treiben auf der \”Närrischen Route 66\”

Der närrische Lindwurm zog 5,7 Kilometer vom Goerdeler Platz im Hemshof durch die Innenstadt bis zur Rheinschule im Stadtteil Süd. Musikkapellen, Guggemusiker, Garden, Fußgruppen und Narren auf Fahrzeugen feierten das 66. Jubiläum. Hexen und Teufel sowie Präsidenten, Prinzessinnen und Prinzen von beiden Rheinseiten zogen durch die Ludwigshafener Innenstadt. Rund 800 Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt sorgten für die Sicherheit der Narrhallesen.

„Dieses närrische und kunterbunte Spektakel fordert von den Vereinen und ihren Aktiven einen hohen Einsatz, für den ich mich ganz besonders bedanke. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement würde es keinen Fasnachtsumzug geben“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, die als „Sheriff“ verkleidet war.

Der Zug begann pünktlich um 13.11 Uhr mit Handball-Spielern der „TSG Eulen Ludwigshafen“ im weißen BMW-Cabrio. Passend zum Motto „Route 66“ folgten die Motorräder und die Stretchlimousine des „Rhein Valley Legion Chapter“ und der „Bullets on Wheels“. Erstmals war die Ludwigshafener Berufsfeuerwehr dabei und feierte mit Martinshorn und Konfettiregen mit ihrem Beigeordneten Dieter Feid das 100-jährige Bestehen.

Musikalisch heizten die „Heartliner“, die „Huddelschnuddler“ in ihren Leopardenkostümen, der „Musikverein 1975 Oggersheim“, der „Spielmannszug Lohrbach 2004“ und der „SFZ-Musikzug 1951 Meckesheim“ dem Publikum ein. Mit von der Partie waren nicht nur Mannheimer und Ludwigshafener Karnevalvereine, sondern auch die Prinzenkammer aus Antwerpen, der Karnevalverein 1838 Kaiserslautern, der SV Waldhof Mannheim und die Tanzschule Knöller sowie die Kultur- und Weinbotschafterin Elke König.

Absoluter Hingucker war der mit Blumen geschmückte Motivwagen des Mannheimer Stadtprinzenpaars Marcus I. und Miriam I.. Majestätisch präsentierte sich auch „Feurio Große Carnevalgesellschaft“ aus Mannheim, die auf eine 120-jährige Tradition zurückblicken kann. Mit mehreren Garden und dem Elferratsprunkwagen setzten sie ein Zeichen für die Quadratestadt. Nur 70 Jahre alt sind die „Obbarer Dambludle“, die sich mit ihrer Jubiläumsprinzessin Corinna I. zeigten. Wahrscheinlich die größte Gruppe hatte der Mundenheimer Karnevalverein „Munnemer Göckel“ auf die Strecke gebracht. Rund 140 Fasnachter feierten „66 Jahre Närrischer Hühnerhof“ mit den Tanzmariechen Lea Mack, Ayleen Cheminade und Giuliana Jaquinta.

Zum Abschluss konnten die Umzugsbesucher auf dem Berliner Platz erstmals die Party „LU tanzt“ feiern.

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Ludwigshafen/Mannheim – Er gilt vielen als Höhepunkt der närrischen Zeit in der Metropolregion Rhein-Neckar: Der gemeinsame Fastnachtsumzug der Nachbarstädte Ludwigshafen und Mannheim, der in diesem Jahr auf pfälzischer Seite über die Bühne geht.

Zur 66. Auflage des größten närrischen Lindwurms in der Region werden am Sonntag zwischen 150.000 und 200.000 Besucher in der Chemiestadt erwartet. Über vier Stunden hinweg ziehen unter dem Motto “Närrische Route 66 – Wir tun es allen kund, jetzt geht’s erst richtig rund” 99 Zugnummern mit mehr als 3500 Aktiven durch die Straßen.

“Wir hoffen, dass es nicht regnet”, sagte der Sprecher der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine, der Mannheimer Rainer Holzhauser. “Immer wenn Ludwigshafen dran war, hat es geregnet.”

Laut Deutschem Wetterdienst soll es ein kalter, trüber Tag werden mit vereinzelten Niederschlägen. Die Temperaturen sollen bei ein bis drei Grad Celsius liegen und es werden leichte Schnee- und Regenschauer erwartet.

Vereine aus Ludwigshafen, Mannheim und der Umgebung sind bei dem Zug mit Prinzenpaar, Garde, Fußgruppen, Musikkapellen und teils aufwändig dekorierten Wagen vertreten. Motivwagen nach Mainzer, Kölner oder Düsseldorfer Vorbild mit großen Politiker-Karikaturen sind aber nicht zu erwarten.

Man habe keine großen Werkstätten, in denen man solche Wagen bauen und trocknen lassen könne, sagte der Vorsitzende des Großen Rates der Ludwigshafener Karnevalvereine, Gregor Seelinger.

Stattdessen arbeite man in einer Scheune ohne Heizung. “Wenn es kalt ist, gefriert die Farbe am Pinsel fest.” Zugleich monierte Seelinger, dass die Sicherheitsauflagen immer größer würden.

So sollen in diesem Jahr erstmals an großen Kreuzungen die Zufahrten zur Zugstrecke mit Lastwagen und Bussen abgesperrt werden. “Das kostet einen Haufen Geld”, sagte er. Die Sicherheit sei zwar wichtig, aber: “Es wird nicht mehr bezahlbar”. Und irgendwann verlören die Menschen die Lust.

Er beklagte auch, dass die Wagen am Sonntag früh erscheinen müssten, damit sie vor dem Start um 13.11 Uhr vom TÜV begutachtet werden können. “Wenn ich im Winter morgens von 9 Uhr an bis mittags 13 Uhr stehe, friert mir was ab.” Zwar müsse verhindert werden, dass es zu Unfällen komme. Aber man könne nicht alles im Voraus planen.

Die Sicherheitsvorkehrungen werden großgeschrieben: Entlang der Route sind nach Angaben der Zugveranstalter weit mehr als 800 Polizisten, Feuerwehrleute, Sanitäter und Helfer im Einsatz.

Wie im Rest des Landes auch setzt die Polizei Videokameras und Körperkameras ein. Über Twitter und Facebook wollen die Beamten ergänzend zu den Einsätzen Informationen übermitteln.

Angeführt wird der Zug von Iris Joch, Prokuristin der LUKOM Ludwigshafener Kongress- und Marketing-Gesellschaft mbH, die mit zwei Handballspielern der “Eulen Ludwigshafen” im Cabrio fährt. Es folgt die Motorradgruppe Rhein-Valley-Legion Chapter aus Speyer begleitet von US-Fahrzeugen des Car Club Southwest Germany.

Die Ludwigshafener Berufsfeuerwehr, die ihr 100-jähriges Jubiläum feiert, nimmt mit einem mehr als 66 Meter langen Tross teil, mit dabei eine historische Handlöschkarre. Ab 16.11 Uhr gibt es eine After-Umzugs-Party.

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