Drei Tore von Alario: Bayer zieht in die Champions League ein - kicker
Havertz, Brandt & Co.: Bayer Leverkusen droht Star-Flucht
Dank eines 5:1-Erfolgs bei Hertha BSC und der Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund schaffte Bayer Leverkusen am 34. Spieltag noch den Sprung auf Platz vier und sicherte sich damit die Champions-League-Teilnahme 2019/20. In einer Bundesliga-Partie auf überschaubarem Niveau war die Werkself das durchschlagskräftigere Team.

Herthas Coach Pal Dardai verzichtete in seinem letzten Spiel als Hertha-Cheftrainer nach dem 4:3 in Augsburg auf Wechsel in seiner Startformation. In seinem ebenfalls letzten Spiel für die Berliner übernahm indes Ex-Kapitän Lustenberger noch einmal die Kapitänsbinde vom etatmäßigen Spielführer Ibisevic.

Die Leverkusener brauchten eine gewisse Anlaufzeit, ehe sie dem Spiel ihren Stempel aufdrücken konnten. Nach einem Warnschuss von Ibisevic waren die Gäste etwas offensivstärker, ohne jedoch zunächst zu zwingenden Torchancen zu kommen. Anfangs sorgten Fernschüsse von Wendell und Havertz für die größte Gefahr. Nach einem langen Pass von Innenverteidiger Jonathan Tah sprintete Havertz dann aber allein auf Hertha-Torhüter Thomas Kraft zu und ließ diesem mit einem satten Linksschuss vom Torraumeck keine Abwehrchance.

Bayer 04 Leverkusen gewinnt 5:1 bei Hertha BSC: Lucas Alario überragt bei Leverkusener Gala in Berlin

Leverkusens Trainer Peter Bosz tauschte nach dem 1:1 gegen den FC Schalke 04 vor einer Woche einmal: Weiser übernahm für Lars Bender (Bank), der in den Tagen vor der Partie mit muskulären Problemen zu kämpfen gehabt hatte.

Nach dem Seitenwechsel passierte lange Zeit nur wenig. Leverkusen war um Ballsicherheit und Risikominimierung bemüht. Den Berlinern merkte man an, dass es bei ihnen um nichts mehr ging. Das spiegelte sich auch im fast körperlosen Abwehrverhalten beim Treffer von Brandt zum 1:3 wider. Alario machte dann mit einem Kopfball aus kürzester Distanz und einem Treffer aus elf Metern alles klar für die Gäste.

Die Hertha erwischte den etwas besseren Start in der Partie. Ibisevic scheiterte mit einer ersten Kopfballgelegenheit an Hradecky (3.). Die Leverkusener agierten zunächst abwartend, hatten in der 10. Minute durch einen satten Distanzschuss von Wendell, den Kraft im Flug abwehrte, aber dennoch eine gute Gelegenheit. Auch im weiteren Verlauf spielte sich das Geschehen zunächst vor allem im Mittelfeld ab. Nach einer Einzelaktion verzog Havertz vom außerhalb des Strafraums knapp (22.).

Hertha drückte sofort auf den Ausgleich und wurde schnell belohnt: Lazaro bugsierte eine scharfe Hereingabe von Ondrej Duda aus kürzester Distanz über die Linie. Doch auch die Leverkusener erholten sich schnell von diesem Schock und konterten nur vier Minuten später mit der abermaligen Führung durch Alario, der den Ball artistisch am herausstürmenden Kraft vorbeispitzelte.

Nach einer knappen halben Stunde wurde es plötzlich aus heiterem Himmel turbulent: Tah spielte Havertz von der Mittellinie halblinks im Strafraum frei, der Kraft aus recht spitzem Winkel im kurzen Eck überwand (28.). Kurz zuvor hatte sich der Hertha-Keeper nach einem unabsichtlichem Tritt auf den Oberarm von Alario wehgetan. Die Hertha antwortete indes zügig auf den Rückstand. Ibisevic fand fast vor der Torauslinie Duda, dessen Hereingabe in den Fünfmeterraum Lazaro über die Linie drückte (34.). Doch auch Bayer schlug prompt wieder zurück: Wendell spielte Alario frei, der den Ball schließlich – trotz Schubser von Rekik – im Fallen gekonnt über Kraft hinweg ins Tor beförderte (38.).

Kai Havertz erzielte mit seinem 17. Saisontor (28.) zum neunten Mal das so wichtige 1:0 für Bayer – Ligahöchstwert. Einen Dreierpack schnürte Stürmer Lucas Alario (38., 72., 88.), zudem traf Julian Brandt (54.) für Leverkusen. Bei Hertha erzielte Valentino Lazaro im letzten Spiel von Trainer Pal Dardai den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich (34.).

Da Gladbach im Parallelspiel zur Pause gegen Dortmund zurücklag, hatte sich Bayer so bereits zur Halbzeit recht komfortabel auf dem Champions-League-Platz vier eingenistet.

Bayer Leverkusen hat den letzten noch freien Champions-League-Platz erobert. Der Werksklub gewann im Bundesligafinale am Samstag (18.05.2019) sein Auswärtsspiel bei Hertha BSC mit 5:1 (2:1) und kletterte in der Tabelle noch an Konkurrent Borussia Mönchengladbach vorbei auf Rang vier.

Nach ruhigem Beginn in der zweiten Hälfte sorgte ein gelungener Bayer-Angriff schon für die Vorentscheidung: Aranguiz fand am Strafraumrand Brandt, dessen Rechtsschuss mit Effet genau im linken oberen Eck einschlug – Traumtor (54.). Die Partie plätscherte im weiteren Verlauf weitgehend dahin. Während Bayer den Vorsprung verwaltete, auch in dem Wissen, das Dortmund nahezu gleichzeitig das 2:0 in Gladbach erzielt hatte, ging die Hertha nicht mehr mit letzter Konsequenz zu Werke.

Das 4:1 in der 72. Minute entsprang ein wenig dem Zufall: Nach Weiser-Flanke landete ein Klärungsversuch von Lustenberger genau bei Volland, der den Ball bei seinem Volleyversuch aber ebenso wenig richtig traf, wie Alario, zu dem Vollands Abnahme gelangt war. Doch im Nachsetzen konnte der Argentinier aus kurzer Distanz per Kopf dennoch seinen zweiten Treffer des Tages erzielen. Den Schlusspunkt setzte Alario nach Zuspiel von Lars Bender in der 88. Minute – und machte seinen Dreierpack damit perfekt.

Durch den Erfolg schaffte Bayer am 34. Spieltag erstmals in der gesamten Saison 2018/19 den Sprung unter die ersten Vier und sicherte sich so die CL-Teilnahme. Berlin beendet die Saison auf Rang elf.

Bereits vor dem Anpfiff hatte sich Dardai, der von U23-Coach Ante Covic beerbt wird von den Berliner Fans verabschiedet. Auch nach der Partie wurde der scheidende Trainer vom Anhang gefeiert.

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Lars Bender (l.) gratulierte Havertz beim 1:1 gegen Schalke zum Führungstreffer. Es war Havertz Saisontor Nummer 16. Achtmal gelang ihm Bayers 1:0