Spannender Endspurt um die Europacup-Plätze - Heilbronner Stimme
Eintracht Frankfurt: Adi Hütter sagt dem FC Bayern den Kampf an
Endspiel um Platz vier für Bayer Leverkusen Bayer Leverkusen zum Saisonfinale bei Hertha BSC (Sa., 15.30 Uhr)Endspiel um Platz vier und die Teilnahme an der Champions League Schwere Aufgaben für Konkurrenten Mönchengladbach und Frankfurt Neuer Abschnitt Jürgen Brandt ist offenbar ein vielbeschäftigter Mann in diesen Tagen. Er kümmert sich für seinen Sohn Julian, Nationalspieler von Bayer Leverkusen, um die Transfergeschäfte. Kürzlich, so berichtete zumindest “Sportbild”, hat er sich mit Dortmunds Sportvorstand Michael Zorc getroffen, beim BVB soll Brandt hoch im Kurs stehen. Auch mit den Bossen von Tottenham hat er angeblich schon verhandelt, meldete der Daily Mirror. Ein Trip nach Liverpool stand eigentlich auch noch auf dem Programm, aber die Reds sollen zwischenzeitlich das Interesse verloren haben an Leverkusens Jungstar, der mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von 25 Millionen Euro als Schnäppchen des Transfersommers gilt.

Es kann aber auch gut sein, dass Brandt in Leverkusen bleibt. Der Nationalspieler, dessen Vertrag noch bis 2021 gültig ist, gab vor dem Saisonfinale ein erneutes Bekenntnis zum Klub ab. “Stand jetzt bin ich auch nächste Saison zu 100 Prozent hier. Ich weiß genau, was ich an Leverkusen habe”, sagte Brandt der “Bild”-Zeitung. Doch zugleich ließ er durchblicken, dass sein Verbleib auch davon abhängt, ob er mit Bayer 04 in der kommenden Saison in der Champions League spielt, und nicht in der deutlich weniger schillernden Europa League: “Die Champions League ist ein gewichtiger Grund.”

Die Spanier überweisen den Frankfurtern demnach 60 Millionen Euro, von denen zwischen 18 und 20 Millionen an den vorherigen Jovic-Klub, Benfica Lissabon, gehen. Das ist vertraglich so vereinbart und nicht unüblich. Der 21-Jährige soll in Spanien einen Sechsjahresvertrag erhalten. Eine Bestätigung seitens der Eintracht steht weiter aus, Sportvorstand Fredi Bobic deutete aber im Gespräch mit dem „Kicker“ an, dass es einige Abgänge geben wird. „So finanzieren wir uns. Wir müssen immer Transferüberschüsse erzielen, und das werden wir tun.“ Es sei jedoch nicht geplant, „alle unsere Leistungsträger“ zu verkaufen. „Aber realistisch gesehen ist es so, dass sich andere Klubs mit unseren Topspielern beschäftigen. Wir werden immer eine Fabrik für die großen Vereine sein.“

Für den Werksclub steht im letzten Saisonspiel am Samstag (18.05.2019) bei Hertha BSC also einiges auf dem Spiel. Der Einzug in die Königsklasse wäre ein Happy-End für die Leverkusener, die während des gesamten Verlaufs einer wechselvollen Saison tatsächlich kein einziges Mal auf einem Champions-League-Platz standen.

Eden Hazard, der Dribbelfloh des FC Chelsea, wird den englischen Halbfinalgegner der Eintracht verlassen und sich dem spanischen Renommierklub Real Madrid anschließen. Das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Kostenpunkt für die Königlichen: 100 Millionen Euro. Die offizielle Bekanntgabe des Transfers lässt noch auf sich warten. Real, heißt es, warte aus Respekt vor der bevorstehenden Aufgabe der Londoner bis zum 30. Mai mit der Verkündung. Dann ist das Europa-League-Finale, in dem um ein Haar ja der Frankfurter Traditionsklub gestanden hätte, zwischen Chelsea und dem FC Arsenal vorüber. Genauso will der spanische Hauptstadtklub übrigens bei einem anderen umworbenen Stürmer verfahren, mit dem er sich schon über einen Wechsel einig sein soll: Luka Jovic von Eintracht Frankfurt.

Dass sie nun am letzten Spieltag tatsächlich ein “Endspiel” um Platz vier haben, wertete Trainer Peter Bosz, der den Klub in der Winterpause auf Platz neun übernahm, schon als Erfolg: “Als ich im Januar angefangen habe, haben wir darüber noch nicht gesprochen, sagte Bosz, der Bayer wieder auf Kurs gebracht hatte.”Jetzt sind wir so nah dran, jetzt haben wir auch den Willen, es zu schaffen.” Auch Offensivtalent Kai Havertz gab sich entschlossen: “Das ist für uns das wichtigste Spiel des Jahres.”

Video starten, abbrechen mit Escape Bayers Bosz: “Wir wissen nicht, was Hertha macht. Sportschau. 17.05.2019. 00:31 Min.. Das Erste.

Auch wenn Jovic und vielleicht noch ein Leistungsträger, womöglich gar Evan Ndicka, der der Eintracht zu 100 Prozent gehört, für 20, 25 Millionen Euro gehen würde, ist dem Verein nicht bange. Denn die Eintracht gilt mittlerweile als perfekte Plattform, um Spieler wachsen zu lassen, junge Fußballer können sich bestens entwickeln. „Im Markt ist angekommen: Okay, zur Eintracht können wir Spieler bringen, das ist ein überragender Verein, der Spieler auf die nächste Stufe hebt“, sagt Sportchef Bobic. „Das ist eine Win-Win-Situation.“

Nur das ärgerliche 1:1 am vergangenen Spieltag gegen Schalke 04 hat verhindert, dass die Werkself von der Pole Position in den Kampf um den letzten noch freien Champions-League-Platz geht. Nun startet Bayer 04 (55 Punkte, 64:51 Tore) vom Europa-League-Platz fünf ins Fernduell mit den Gladbachern, die nur aufgrund des um zwei Tore besseren Torverhältnisses (55:40) vor ihnen platziert sind, und dem Tabellensechsten aus Frankfurt (54 Punkte, 59:43 Tore).

Die gut informierten Sportzeitungen aus Madrid, „Marca“ und „AS“, schreiben unisono, dass Real vor dem großen Eintracht-Finale am Samstag bei den Bayern (15.30 Uhr), das live in 208 Länder übertragen wird, keine Störfeuer zünden wolle, weil beide Vereine beste Beziehungen zueinander pflegen; der Transfer des Serben soll daher in der kommenden Woche offiziell verkündet werden. Schon längere Zeit halten sich die Spekulationen über den Deal, zuletzt wurde es konkreter. Real war immer Jovics erste Option. 

Gefühlt hat aber Leverkusen die günstigste Ausgangslage, weil die beiden Konkurrenten jeweils gegen die Topklubs aus München und Dortmund antreten, die noch um den Titel streiten. Frankfurt muss sogar auswärts beim Spitzenreiter FC Bayern ran. Für Leverkusens Gegner Hertha steht dagegen überhaupt nichts mehr auf dem Spiel.

Neben Jovic gilt Ante Rebic als heißes Spekulationsobjekt, auch Sebastien Haller hat Begehrlichkeiten geweckt. Die zuletzt etwas ins Stottern gekommene Drei-Mann-Tormaschine ist wertvoll, sie hat einen Marktwert von 130 Millionen – vor der Saison wurde Luka Jovic mit fünf Millionen Euro gelistet. Sicher ist auch, dass die Eintracht nicht alle drei Stürmer ziehen lassen wird, selbst wenn sie am Samstag das europäische Geschäft auf den letzten Metern verzocken sollte. 

Kapitän Lars Bender spricht vor dem Spiel im Olympiastadion von einem “positiven Druck”. Die Leverkusener sollten in Berlin unbedingt punkten, um die punktgleichen Mönchengladbacher zu überholen. Selbst bei einem Gladbacher Sieg gegen den BVB könnte Bayer 04 bei einem entsprechend um zwei Tore höheren Sieg noch vorbeiziehen. Sollten Dortmund und München gewinnen, würde der Werkself ein Unentschieden reichen – und selbst bei einer Niederlage wäre mit entsprechender Schützenhilfe noch der Sprung auf Platz vier möglich.

Bayer-Coach Bosz erteilte allen Rechenspielchen schon vor dem Anpfiff eine Absage. “Unsere Spielweise ist immer darauf ausgerichtet, Tore schießen zu wollen. Es wird nicht von Einfluss sein, was in Gladbach passiert. Es ist immer gefährlich, darauf zu spekulieren. Wir müssen uns auf uns fokussieren.”

Bayer-Keeper Lukas Hradecky sieht sein Team im Fernduell im Vorteil: “Dürfte ich wählen, würde ich lieber in Berlin als gegen den BVB spielen”, sagte er dem “Kicker”.

Mit den Mehreinnahmen will sich der Verein stabilisieren, ein Fundament bauen, das es ihm ermöglichen soll, immer wieder mal die internationalen Plätze anzugreifen. Der Kader, da gibt es keine zwei Meinungen, muss sehr viel breiter aufgestellt werden – gerade in der Spitze. Sonst ist die Gefahr, am Ende einer langen Saison abzuschmieren, stets existent.

Trainer Adi Hütter will sich mit der Eintracht noch für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren