Burgstaller dämpft Leverkusens Champions-League-Hoffnungen - kicker online
Bayer Leverkusen: Erstes Endspiel um Julian Brandt verloren
Leverkusen hat die Europa-League sicher, die Champions-League-Ambitionen jedoch erlitten nach einem 1:1 gegen Schalke einen gehörigen Dämpfer. Bayer bestimmte weite Strecken der ersten Hälfte klar, gegen defensive Gäste war die Pausenführung die logische Folge. Mit Wiederanpfiff wehrte sich die Stevens-Elf energisch und verpasste es sogar, das Spiel zu drehen – in einer zweiten Hälfte, bei der der Videobeweis gleich dreimal eine Rolle spielte.

Leverkusens Coach Peter Bosz schickte exakt die Anfangsformation auf den Rasen, die das 6:1 gegen Frankfurt eingefahren hatte.

Irre Burgstaller-Quote in Leverkusen

Schalkes Trainer Huub Stevens vertraute gegenüber dem 0:0 gegen Augsburg mit Boujellab und Burgstaller anstelle von Serdar und Kutucu (nicht im Kader) auf ein neues Duo.

Im ausverkauften Rund erlebten die Fans eine zähe Anfangsphase. Das defensiv kompakte Schalke störte die Kombinationsversuche der sofort das Spiel bestimmenden Bosz-Schützlinge zunächst effektiv und operierte selbst viel mit weiten Bällen, bei denen Burgstaller und Embolo allerdings einen schweren Stand hatten.

Stamboulis dicker Patzer vor dem Strafraum mündete in die erste Chancen der Partie, und die gabs binnen Sekunden: Aranguiz Rechtsschuss krachte an die Latte, Brandts direkter Nachschuss an den Pfosten (12.).

Bayer war das deutlich ballsicherere Team, ließ das Sportgerät zirkulieren und wurde immer überlegener – knapp 80 Prozent Ballbesitz standen bald zu Buche, weil die Königsblauen kaum Entlastung fanden. Es war ein Geduldsspiel gegen die keineswegs sattelfeste Abwehr der Gäste, da sich die Suche nach klaren Möglichkeiten aufgrund fehlender Räume schwierig gestaltete – zudem fehlte es an Genauigkeit im letzten Drittel (Aranguiz, 19., Brandt, 22., Havertz, 28.). Nur selten zeigte sich Schalke vor dem Tor, aufgrund klarer spielerischer Unterlegenheit fast logisch nach einem Standard (McKennie, 24.).

Leverkusener Flügelspiel mündete in die hochverdiente Führung: Brandt flankte von links, der Ball flog abgefälscht von Stambouli nach McKennies Abwehrversuch per Kopf zu Havertz, der aus elf Metern in vorbildlicher Schusshaltung flach an Nübel vorbei vollendete – 16. Saisontor des Youngsters (31.).

Gleichzeitig war dies der Pausenstand, weil Hradecky seine etwas sorglose Abwehr bei Boujellabs guter Gelegenheit vor dem Ausgleich bewahrte (37.).

Bundesliga, 33. Spieltag Leverkusen – Schalke 1:1 (1:0)   Stuttgart – Wolfsburg 3:0 (1:0)   Dortmund – Düsseldorf 3:2 (1:0)   Hannover – Freiburg 3:0 (1:0)   Nürnberg – Gladbach 0:4 (0:0)   Augsburg – Hertha 3:4 (1:0)   Hoffenheim – Bremen 0:1 (0:1)   Leipzig – Bayern 0:0 (0:0)   Frankfurt – Mainz -:- (-:-) Die aktuelle Tabelle Mit Weiser für Lars Bender starteten die Rheinländer in den zweiten Abschnitt, den Schalke deutlich engagierter begann. Bald mit Folgen für die Hausherren: Boujellab schickte Burgstaller auf die Reise, der frei vor Hradecky eiskalt blieb. Das Tor hielt der Überprüfung im Kölner Keller nach Abseitsüberprüfung stand – 1:1 (48.).

Es waren wilde Minuten in der BayArena. Havertz verpasste die erneute Führung (51.), dann gab es Elfmeter nach erneutem Videobeweis, weil Vollands Ellenbogen gegen McKennie zu hoch war. Caligiuri aber scheiterte mit zu unplatziertem Schuss an Hradecky (53.).

Es dauerte eine knappe Stunde, bis sich Bayer wieder einigermaßen fing – Aranguiz (57.) sowie Brandt (60.) verzogen unisono in aussichtsreicher Position. Vorbei aber war es mit der klaren Dominanz aus dem ersten Abschnitt, entschlossene Schalker sorgten für eine völlig offene Partie.

Nach einem Konter fiel Embolo im Strafraumduell mit Tah, Referee Deniz Aytekin zeigte zunächst auf den Punkt. Wieder war Warten angesagt, ehe der Unparteiische nach Ansage aus Köln seine Entscheidung revidierte (72.).

Die Werkself wollte den Sieg in der Schlussphase erzwingen, es fehlte aber an Struktur. Volland (83., 87.) kam noch am besten in Position, aber alles Anrennen blieb vergeblich und so musste sich Bayer mit einem 1:1 zufrieden geben.

Leverkusen, das mit vier Punkten Vorsprung auf den Achten aus Hoffenheim den Einzug in die Europa League geschafft hat, aber nun im Hintertreffen im Rennen um Platz vier liegt, gastiert am Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha. Für Schalke geht es zur gleichen Zeit gegen Stuttgart weiter.

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Rückschlag für Leverkusen – im Kampf um die Champions League. Und um Julian Brandt (23) !Zum 40-jährigen Bundesliga-Jubiläum war im Heimspiel alles angerichtet: Choreo, Legenden wie Zé Roberto und Christoph Daum, die Profis in extra angefertigten Retro-Trikots – und dann nur ein 1:1 gegen Schalke!Das Remis ist auch eine erste Endspiel-Niederlage um Brandt. Denn die Qualifikation für die Champions League hat der Verein nicht in der eigenen Hand. Ohne Königsklasse ist ein Abgang des Nationalspielers sehr wahrscheinlich – da hilft auch die seit gestern sichere Quali für die Europa League nicht. U. a. Dortmund und Juve sind interessiert. Brandt hat eine Ausstiegsklausel (25 Mio Euro).

SO wird das nichts mit der Champions League! Leverkusen patzt im Rennen um die Königsklasse zu Hause, spielt nur 1:1 gegen Schalke.

Brandt zu BamS: Natürlich ist die Champions League ein gewichtiger Grund. Stand jetzt bin ich zu 100 Prozent auch in der nächsten Saison hier. Ich bin fünfeinhalb Jahre hier, weiß genau, was ich an Leverkusen habe.Gegen Schalke leitet er das Führungstor von Havertz (31.) ein. Nach dem Ausgleich von Burgstaller (47.) gibts in der 2. Hälfte vor allem Elfer-Ärger.53. Minute: Volland trifft McKennie mit dem Unterarm. Aytekin gibt Elfmeter. Zweifelhaft! Hradecky hält gegen Caligiuri.

71. Minute: Im Zweikampf mit Wendell kommt Embolo zu Fall, Aytekin pfeift Elfer, nimmt ihn nach Video-Check aber zurück.77. Minute: Baumgartlinger kommt im Zweikampf mit Caligiuri zu Fall. Aytekin winkt ab, ganz ohne Video-Hilfe.Rudi Völler (59) wütend: Herr Aytekin hat heute beschlossen, wenn ein Schalker im Strafraum fällt, Elfmeter zu pfeifen. Ich glaube, jeder hätte sich im Stadion gewünscht, dass er sich die Szene mit Baumgartlinger auch noch anguckt.Schiri Aytekin war zufrieden: Der Video-Beweis hat heute so funktioniert wie er funktionieren soll.

Und Schalke? Trotz des Kampf-Punkts spielt das Team Fußball von früher, muss im Sommer kernsaniert werden. Sport-Vorstand Jochen Schneider (48): Auch die Spiele nach der Rettung sind wichtig für die Personal-Entscheidungen.Unklar, ob Huub Stevens (65) weiter mithilft. Der Interims-Trainer kokettierte nach dem Spiel, ob er in den Aufsichtsrat zurückkehrt: Ich muss mir das überlegen. Die letzten drei Monate haben unglaublich viel Kraft gekostet.