Bayer-Endspurt: Die letzten 8 Spiele der Werkself im Check - 90min
Bayer, BVB, Brandt und das 4:4: Boszs tiefe Einblicke
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Sebastian Bergmann Seit Anfang des Jahres ist Peter Bosz Trainer von Bayer Leverkusen. Einzelinterviews hat der 55-Jährige seitdem abgelehnt. Er wolle, sagte er stets, alle Energie darauf verwenden, die zuvor strauchelnde Werkself auf Kurs zu bringen. Das ist ihm gelungen. Zum ersten Mal hat sich der Niederländer jetzt einem exklusiven Kreis von Journalisten geöffnet, um detailliert über seine Idee vom Fußball zu sprechen. Peter Bosz über…

Anfangsphase Nach neun Bundesliga-Spielen als Trainer von Bayer Leverkusen hat Coach Peter Bosz mit der Werkself sechs Siege und drei Niederlagen gesammelt – bei einem Torverhältnis von 21:11.

► Die Wahrheit über sein Aus bei Ajax 2017: Ich wollte bleiben. Aber mit dem Trainerstab, der schon da war, habe ich nicht harmonisch zusammengearbeitet, so wie man es braucht. Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen über die Teamführung. Darüber habe ich mit Geschäftsführer Edwin van der Sar gesprochen, aber er wollte keine Veränderungen vornehmen, die Strukturen nicht ändern. Deswegen ging es für mich dort nicht weiter, daher habe ich gesagt: Ich muss weg!► Sein Scheitern beim BVB: Am Anfang hat es sehr gut funktioniert, wir hatten gut gespielt, die Spiele gewonnen, fast keine Gegentore kassiert. Doch auf einmal war das weg. Das ist schwer zu erklären. Ich glaube, der einzige Der Grund meiner Entlassung war dann letztlich, dass die Ergebnisse fehlten. Das 4:4 nach 4:0-Führung gegen Schalke war die Zusammenfassung meiner Zeit dort.

Parallelen Auch mit dem BVB hatte der Niederländer nach den ersten neun Liga-Spielen sechs Siege auf dem Konto – bei nur einer Niederlage (Tore: 25:7).

Bosz Holland hat in der ersten Hälfte keinen Zugriff bekommen, in der zweiten Halbzeit waren die Rollen vertauscht. Es hat Spaß gemacht, zuzuschauen. Aber ich war natürlich ein bisschen enttäuscht, dass unsere drei Leverkusener nicht gespielt haben.

►Die Entwicklung von Havertz: Kai ist ein sehr spezieller Spieler. Es ist sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten. Er muss schon noch sehr viel dazulernen und ich sehe viele Fehler, die er noch macht und dass er Dinge verbessern kann. Aber er ist erst 19 – es ist unglaublich, wie viele Spiele er schon gemacht hat. Kai ist fast nie verletzt, er arbeitet immer hart und will zuhören, was wir sagen.► Neue Regeln im Fußball: Ich fände einen Timeout manchmal gut. Ich denke, das wird irgendwann kommen. Nicht jetzt, aber vielleicht in fünf bis zehn Jahren. Ich finde auch, dass der Videobeweis richtig gut ist. Alles, was den Fußball ehrlicher macht, ist wichtig.

Bosz Im Fußball gibt es immer Wellenbewegungen – mal ist man obenauf, mal ist man unten. Und das Hoch der deutschen Auswahl hat sehr lange angehalten. Vor drei, vier Jahren haben wir Holländer nach zwei verpassten Endrunden nach Deutschland geschaut, um zu lernen.

Knapp drei Monate ist Peter Bosz (55) Trainer in Leverkusen. Jetzt spricht der Holländer ganz offen über…►Seinen Weg vom Spieler zum Coach: Ich musste in der Regel gegen Spielertypen wie Bergkamp oder Thon spielen. Ich war ein Zerstörer im Mittelfeld, das hat mir Spaß gemacht. Aber als ich 2000 bei Apeldoorn das erste Mal auf der Bank saß, hatte ich eigentlich keine Ahnung, was für ein Trainer ich werden sollte. Ich wusste nicht: Muss ich was aufschreiben? Muss ich aufstehen und schreien? Aber schon nach dem Spiel hatte ich das Gefühl: Wenn wir den Ball haben, kann der Gegner kein Tor machen. Das Gefühl von Offensiv-Fußball war direkt da.

Bosz Ich gehe hier und heute davon aus, dass alle drei auch im kommenden Jahr gemeinsam in Leverkusen spielen. Über Julians Ausstiegsklausel wird momentan viel spekuliert, bei den anderen beiden wird der Verein bestimmen können. Aber Julian hat viel Spaß bei uns. Er spielt hier auf einer neuen Position, die ihm viel Freude bereitet. Auch die anderen sind noch keine fertigen Spieler. Ich hoffe sowohl bei Julian als auch den anderen, dass sie bei uns bleiben. Aber das ist meine Hoffnung als Trainer – bestimmen kann ich es nicht.

Bosz Als ich 2000 als Trainer angefangen habe, hatte ich keine Ahnung, was für eine Art Trainer ich werden würde. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass ich immer ein besseres Gefühl hatte, wenn meine Mannschaft in Ballbesitz war. Denn dann konnte der Gegner kein Tor schießen. Ich wollte also viele gute Fußballer in meinen Teams, die den Ball nicht verlieren. So hat sich meine Idee vom Fußball Schritt für Schritt entwickelt.

Halb Europa jagte ihn. Sein Transfer war ein Coup, sein Start aber schwierig. Jetzt kommt Paulinho in Leverkusen immer besser in Fahrt.

Bosz Mir war klar, dass mein nächster Schritt nach der Station in Dortmund sitzen musste – auch für mich persönlich. Deshalb war mir in den Gesprächen immer wichtig, welche Art von Fußball der Verein spielen lassen will. Und wenn diese Art nicht meiner Spielidee entsprach, musste ich nein sagen. Ich habe häufiger abgesagt – auch namhaften Vereinen.

Bosz Am Anfang hat es sehr gut funktioniert, das hat jeder gesehen. Wir haben guten Fußball gespielt, unsere Spiele überzeugend gewonnen und kaum Gegentore bekommen. Und auf einmal war das alles weg – das ist schwer zu erklären. Aber ins Detail möchte ich nicht gehen. Alles was ich sage, könnte mir auch als Ausrede ausgelegt werden. Letztlich war der Grund für meine Entlassung dort, dass die Resultate nicht gut waren. Insgesamt hatte ich eine schöne Zeit in Dortmund.

Training bei #Bayer04 läuft. Auch heute fehlt der erkrankte Lars #Bender auf dem Platz. pic.twitter.com/bEzBvOki45

Bosz Mein guter Eindruck vor dem Beginn meiner Arbeit hier hat sich bestätigt – wir haben viel Qualität im Kader. Ähnlich wie bei Ajax gibt es niemanden, der die Spielweise in Frage stellt. Bei allen anderen Vereinen hatten zumeist die Torhüter oder Innenverteidiger wegen der offensiven Ausrichtung Sorge. Sie musste ich erst überzeugen. In Leverkusen haben die Spieler die neue Philosophie vom ersten Tag an aufgesogen.

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Bosz Wenn wir den Ball haben, müssen wir das Spielfeld so groß wie möglich machen. Verlieren wir ihn, müssen wir schnell kompakt werden. Das ist auch bei unseren Gegnern der Fall. Wenn wir den Ball verlieren, braucht der Gegner etwa fünf Sekunden, um das Feld wieder groß zu machen. Unser Ziel ist, in dieser Zeit den Ball zurückzuerobern. Wenn uns das nicht gelingt, wird es schwierig, weil wir dann weite Wege gehen müssen – so wie zuletzt beim 1:3 gegen Bremen.

Bosz Hätten wir gegen Bremen gewonnen, hätten wir sie auf neun Punkte distanziert, jetzt sind es nur drei. Deswegen schaue ich nur von Spiel zu Spiel. Es gibt noch viele Mannschaften, die um den sechsten Platz kämpfen, auf dem wir gerade stehen. Wenn sich unsere Spieler bis zum Sommer weiterentwickeln, sich unsere Spielweise weiter verbessert und wir das maximal Mögliche herausholen, wäre ich zufrieden – denn dann stehen wir hoffentlich unter den ersten Sechs.

Bosz Nach dem verlorenen Europa-League-Finale mit Amsterdam wurde mir vorgeworfen, ich hätte keinen Plan B. Mit unserer Spielweise hatten wir es aber mit einer sehr jungen Mannschaft bis ins Endspiel geschafft. Es wäre doch verrückt gewesen, im Finale alles zu ändern. Wenn man Plan A richtig gut macht, braucht man keinen Plan B. Und in Leverkusen benötigen wir noch Zeit, um Plan A zu perfektionieren.

Bosz Beim 4:4 mit Dortmund gegen Schalke habe ich gespürt, dass sich die Partie in eine falsche Richtung entwickelt, konnte es aber nicht stoppen. Eine Auszeit zu nehmen hätte sicher geholfen. Und ich glaube, dass eine Regelanpassung dahingehend auch kommen wird – auch wenn das noch fünf bis zehn Jahre dauern kann. Der Video-Assistent hat dem Fußball schon gutgetan. Alles, was den Sport ehrlicher macht, wird gut sein.

Bosz Das System kann sich ändern, ohne dass sich die Philosophie ändert. Spielen wir mit Karim Bellarabi als Außenspieler, ist es ein anderes System, als wenn Kai Havertz dort spielt. Aber die Offensivphilosophie bleibt dieselbe.

Bosz Er ist ein spezieller Spieler, mit dem es sehr angenehm ist, zu arbeiten. Aber auch er muss noch sehr viel dazulernen. Ich sehe noch Fehler, die er macht. Aber ein 19-Jähriger, der fast 80 Bundesliga-Spiele gemacht hat – das ist unglaublich. Er ist fast nie verletzt, arbeitet hart und hört stets zu. Er weiß, was er kann.

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Seit Anfang Januar arbeitet Peter Bosz als Trainer bei Bayer 04 Leverkusen. Am Montag stellte sich der Niederländer in einem ausführlichen Gespräch den Fragen der Journalisten.

…das 3:2 der deutschen Nationalelf gegen die Niederlande: Es war ein Spiel, das mir Spaß gemacht hat. In der ersten Halbzeit war Deutschland sehr gut, in der zweiten war Holland besser. Und wie die Jungs in der Kabine gesagt haben: Am Ende gewinnt Deutschland…

…über die Entwicklung des Fußballs in den Niederlanden und in Deutschland: Ich muss manchmal lachen. Über das, was wir vor drei, vier Jahren in Holland hatten, diese Diskussion. Alle Trainer sollten mitdenken: Wie kommen wir hier raus? Diese Panik habe ich in den letzten Wochen auch ein bisschen in Deutschland gespürt. Mit den gleichen Themen. Aber in Holland war das damals extrem. Wir waren zweimal nicht bei einer Endrunde. Es hieß, wir sind im Europapokal nicht mehr in der Lage, bis ins Finale zu kommen.

„Und am Ende sind da eine Mutter und ein Vater, die Matthijs de Ligt hervorbringen – und dann ist der Fußball plötzlich wieder gut.“Peter Bosz

Doch meine Meinung ist: Im Fußball gibt es immer Wellenbewegungen. Real Madrid hat drei Jahre nacheinander die Champions League gewonnen, aber dieses Jahr läuft es nicht in der Liga und auch nicht in der Champions League. Das passiert halt im Fußball. Deshalb muss man auch keine Panik haben. Es ist unmöglich, die ganze Zeit oben zu sein. Real Madrid und Deutschland waren schon sehr lange oben. Und deshalb sind für mich auch Lionel Messi und Cristiano Ronaldo unglaublich, die schon so lange dabei sind – und immer ganz oben. Es wurde über alles diskutiert, wir haben in den Niederlanden nach Deutschland geschaut, wie es hier gemacht wird. Und am Ende sind da eine Mutter und ein Vater, die Matthijs de Ligt hervorbringen – und dann ist der Fußball plötzlich wieder gut. Das war nicht alles, aber es hilft dem holländischen Fußball, wenn da Frenkie de Jong, Matthijs de Ligt und viele andere große Talente sind. Am Ende sind gute Spieler das Wichtigste. Und bei 17 Millionen Einwohnern kann es schon auch mal passieren, dass Eltern keinen de Ligt bekommen.

…über seine Philosophie: Viele Wege führen nach Rom. Mein Weg ist vielleicht ein anderer als der, den andere nehmen, aber die kommen vielleicht auch an. Es ist schon bemerkenswert: Als Spieler war ich ein Zerstörer. Ich habe immer gegen den Zehner gespielt, und es hat mir Spaß gemacht. Wirklich. Ich musste gegen Bergkamp spielen oder gegen Olaf Thon, gegen den Spielmacher des Gegners. Als ich dann im Jahr 2000 Trainer wurde, hatte ich keine Ahnung, was für ein Fußball-Trainer ich werden soll. Keine Ahnung. Mein erstes Spiel war ein Freundschaftsspiel gegen Feyenoord Rotterdam. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun musste. Muss ich jetzt etwas aufschreiben? Muss ich jetzt schreien? Keine Ahnung.

Aber nach dem Spiel hatte ich das Gefühl: Wenn der Gegner den Ball hat, dann kann etwas Falsches passieren. Wenn wir den Ball haben, dann nicht. Daraus hat sich entwickelt, dass ich gerne den Ball habe, weil der Gegner dann kein Tor machen kann. Nur wenn ich den Ball verliere. Und wie verliere ich den Ball nicht? Wenn ich gute Fußballer in der Mannschaft habe. Also brauche ich gute Fußballer. So hat sich das entwickelt.

…über Bayer 04 als erste Station nach dem Aus in Dortmund: Ich wusste, dass nach meiner Zeit in Dortmund der nächste Schritt klappen musste. Für mich persönlich. Als ich mit dem Verein gesprochen habe, war es wichtig: Was will der Verein? Wenn er gesagt hätte, wir wollen Umschaltfußball spielen, dann hätte ich Nein gesagt, weil das System nicht zu meinen Vorstellungen passt. Ich habe nach meiner Zeit in Dortmund häufiger Nein gesagt. Man sieht dann auch oft, wenn man mit einem Verein spricht, mit vom Namen her guten Vereinen, dass sie keine konkrete Vorstellung haben, wie sie Fußball spielen wollen. Wirklich!

…über die Trainerauswahl von Vereinen: Es ist schwierig. Wenn wir einen Spieler haben wollen, beobachten wir ihn im Stadion, per Video. Man kann alles sehen über einen Monat oder ein Jahr. Aber wie scouten Vereine Trainer? Meistens sagen die Vereine: War er erfolgreich? Dann müssen wir den nehmen.

…über seine Wanderschaft als Spieler und Trainer über viele Vereinsstationen: Ich habe jedes Mal als Spieler oder als Trainer einen guten Schritt nach vorne machen können. Wenn die Möglichkeit kam, einen Schritt vorwärts zu machen, habe ich ihn gemacht. Nur den Wechsel von Ajax zu Dortmund habe ich nicht gemacht, weil es ein Schritt nach oben war. Ich wäre gerne bei Ajax geblieben, aber das war nicht möglich. Damals konnte ich nicht wirklich harmonisch mit meinem Trainerstab zusammenarbeiten. Der Trainerstab war bis auf meinen Co-Trainer schon da. Sie hatten eine ganz andere Vorstellung, wie man eine Mannschaft führen muss. Das hat nicht funktioniert. Und ich habe Ajax-Geschäftsführer Edwin van der Saar schon nach zwei, drei Monaten gesagt, dass das so auf Dauer nicht erfolgreich sein kann. Ich habe dann Ajax die Wahl gelassen: Können wir das ändern? Dann müssen wir einen Schnitt machen. Ganz einfach. Edwin hat dann gesagt: Das können wir nicht machen. Und dann musste ich gehen. Wenn Ajax gesagt hätte, sie wollen mich gerne behalten, wäre ich bei Ajax geblieben.

…über seine Zeit beim BVB: Ich möchte dazu nicht so viel sagen. Wir haben am Anfang gut gespielt, überzeugend gewonnen, fast keine Gegentore bekommen. Und auf einmal war das weg. Aber ich will das nicht erklären. Wenn ich es aus meiner Sicht erkläre, sagen andere Leute vielleicht, das ist eine Ausrede oder Quatsch. Der einzige Grund, warum ich letztlich entlassen wurde, war, weil die Resultate nicht gut waren. Das lag vor allem daran, dass Marco Reus verletzt war. Dann hat sich auch Lukasz Piszczek verletzt, der für mich sehr wichtig war. Er war mein einziger Leader in der Verteidigung. Reus konnte nach der Winterpause wieder spielen, aber ich glaube nicht, dass die Resultate viel besser waren nach der Winterpause, und das Spiel auch nicht.

…das 4:4 mit dem BVB gegen Schalke: Das war verrückt. Wir haben 4:0 zur Halbzeit geführt und dann noch 4:4 gespielt. Auch wenn wir die Rote Karte gegen Aubameyang hatten – mit meiner Leverkusener Mannschaft hätten wir dieses Spiel auch zu zehnt nicht 4:4 gespielt. Da bin ich mir ziemlich sicher. Doch dieses Spiel war die Zusammenfassung meiner Zeit in Dortmund.

„Es ist erst zum zweiten Mal, dass die Spielweise intern nicht infrage gestellt wurde.“Bosz über Leverkusen

…den Leverkusener Kader: Ich hatte zu einigen Vereinen Nein gesagt, weil ich im Kopf noch müde war, aber auch, weil der Kader nicht so gut war wie der hier in Leverkusen. Und diese Einschätzung hat sich bestätigt. Der Kader ist talentiert, da ist Qualität und es macht Spaß, mit diesen Spielern zu arbeiten. Es ist erst zum zweiten Mal, dass die Spielweise intern nicht infrage gestellt wurde. Bei allen anderen Vereinen haben meistens die Innenverteidiger oder Torhüter gesagt: Wenn wir so offensiv spielen, mit so viel Raum in unserem Rücken, ist das überhaupt möglich? Was passiert, wenn wir einen Fehler machen? Es waren immer die gleichen Zweifel. Das ist auch kein Problem. Aber es braucht Zeit, um die Spieler zu überzeugen. Am Ende sind sie alle überzeugt. In Leverkusen habe ich mehr Theorie, mehr Videositzungen gemacht als je zuvor, doch die Spieler haben das aufgesogen. Das macht Spaß, mit jungen Spielern zu arbeiten, die besser werden wollen. Auch die erfahrenen Spieler wie die Bender-Zwillinge sind interessiert. Man sieht ja, ob das echt ist. Das macht mir Riesenspaß.

…über die Zukunft der deutschen Nationalspieler Kai Havertz, Julian Brandt und Jonathan Tah über das Saisonende hinaus in Leverkusen: Für mich ist es schwer zu sagen, ob sie nächstes Jahr noch gemeinsam hier spielen. Ich weiß es nicht. Ich gehe aber davon aus, dass sie da sind. Über Julians Ausstiegsklausel wird momentan viel diskutiert, die anderen haben keine. Da bestimmt der Verein. Und so wie ich es sehe, macht es Julian Spaß bei uns. Ich glaube, dass ist für ihn auch wichtig. Er hat Spaß auf seiner neuen Position und dort schon viel gelernt. Sie sind aber alle drei noch nicht fertig. Also hoffe ich, dass die Drei gemeinsam noch mindestens ein Jahr bleiben. Aber als Trainer kann man nur hoffen, man kann nicht bestimmen.

…über einen Plan B: Ich sage immer, wenn man Plan A richtig gut macht, braucht man keinen Plan B. Wir brauchen die Zeit im Training immer noch, um unseren Plan A zu perfektionieren.

…ein Time-out im Fußball: Das wäre gut. Und ich glaube, das wird mal kommen. Das kann noch fünf oder zehn Jahre dauern, denn der Fußball ist sehr konservativ. Aber das könnte eine neue Regel sein.

…Kai Havertz: Kai ist ein sehr spezieller Spieler, und es ist sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten. Aber er muss auch noch viel dazu lernen. Ich sehe noch einige Dinge, die er verbessern muss. Doch das ist normal, wenn man 19 ist. Er hat schon über 70 Bundesligaspiele mit 19 Jahren. Das ist unglaublich. Er ist fast nie verletzt, arbeitet immer hart, möchte immer zuhören, was wir sagen. Er weiß, was er kann.

…den “Vorteil”, in der Liga aus den Pokalwettbewerben ausgeschieden zu sein: Wir sind Sportler und wollen alles gewinnen. Und wir müssen auch lernen, viele englische Wochen zu spielen. Das ist auch möglich. Unser Spiel kann sehr intensiv sein. Aber wenn wir es richtig gut machen, brauchen wir weniger Sprints, weil wir weniger Ballverluste haben. Die Spieler lernen aus diesen Spielen. Für mich ist das Ausscheiden negativ, weil der Entwicklungsprozess für die Spieler mit diesen Spielen schneller ginge. Auch wenn wir dann mit unserem Kader auf ein oder zwei Positionen Probleme bekommen hätten, aber das hätten wir gelöst.

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