Voll auf die Zehn - Werder Bremen
Werder-Schock: Pizarro fehlt wochenlang
Seit neun Pflichtspielen ist der SV Werder ungeschlagen und will diese Serie am Wochenende unbedingt fortführen – am besten mit einem Sieg. Doch gegen Bayer 04 Leverkusen am Sonntag, 17.03.2019, um 13.30 Uhr (ab 13.15 Uhr im betway Live-Ticker auf WEREDR.DE) wird diese Aufgabe alles andere als einfach. Sie haben für mich, nach Bayern, den besten Kader der Liga. Das wird ein sehr spannendes Spiel, betont Florian Kohfeldt am Freitag. Alle relevanten Aussagen, Daten und Fakten zum Auftritt bei der Werkself, lest ihr wie gewohnt im Vorbericht.

Das letzte Duell: Im Hinspiel musste der SVW eine schmerzhafte Niederlage im Weser-Stadion hinnehmen. Die Gäste übernahmen kurz nach dem Anpfiff die Spielkontrolle und konnten durch Kevin Volland früh in Führung gehen. Die Grün-Weißen taten sich danach schwer und kamen offensiv kaum zu Chancen. Kurz vor der Halbzeit konnte die Werkself mit einem Doppelschlag durch Julian Brandt und Karim Bellarabi eine Drei-Tore-Führung mit in die Kabine nehmen. Nach dem Wiederanpfiff keimte die Hoffnung am Osterdeich nochmal auf. Durch Pizarro und Osako konnte Werder in der 60. und 62. Spielminute zum Anschluss treffen. Doch die Hoffnungen auf ein Comeback wurden durch Kai Harvertz schnell zerschlagen, in dem der Youngstar einen Konter eiskalt vollendete. Danach hatte die Werder-Defensive den Faden verloren und kassierte zwei weitere Gegentreffer. Die Mannschaft von Florian Kohfeldt verlor am 9.Spieltag mit 2:6 gegen Leverkusen (zum Spielbericht).

Der Cheftrainer zum Spiel: Florian Kohfeldt erwartet im Vergleich zum Hinspiel eine von der Spielanlage veränderte Leverkusener Mannschaft. Das Konterspiel ist nicht mehr das Spiel von Bayer. Ich finde ihren Ansatz Fußball zu spielen sehr attraktiv. Sie kombinieren viel und sind sehr gut aufeinander abgestimmt, analysiert Werders Übungsleiter. Was sich zum Hinspiel nicht verändert hat, ist die hohe Geschwindigkeit, die die Leverkusener im Angriffsspiel aufbauen können. Sie suchen schnell das Tempo und haben auch die Spieler, die dafür prädestiniert sind, betont Kohfeldt.

Das Personal: Unter der Woche verletzte sich Claudio Pizarro beim Werder-Training am Oberschenkel und fällt für mehrere Wochen aus (zur Extrameldung). Auch Yuya Osako wird es nicht in den Kader für das Leverkusen-Spiel schaffen. Bei Yuya hat das nichts mit der Verletzung zu tun, sondern dass er lange raus war, erklärt Kohfeldt am Freitag auf der offiziellen Pressekonferenz. Sonst sind alle Spieler einsatzbereit und auch Fin Bartels, der vergangene Woche sein langersehntes Comeback feierte, hat die Belastungen gut verkraftet und ist definitiv ein Kandidat für den Kader, so der Werder-Coach.

Der Gegner: Die Werkself geht als zweitbeste Rückrundenmannschaft in die Partie. Die Mannschaft von Peter Bosz konnte sechs der letzten acht Spiele gewinnen und fand vor allem in der Offensive zurück zu alter Stärke. Satte 20 Tore konnten die Leverkusener im Jahr 2019 schießen. Damit ist Bayer nach einem durchwachsenen Start in die Saison 2018/2019 wieder auf dem Kurs Richtung Europa. Die Rheinländer haben sechs Punkte Vorsprung auf den SV Werder, wodurch das Spiel am Sonntag sowohl für Leverkusen als auch Werder wegweisend sein kann.

Spieler im Fokus: Der Mann für die Tore heißt bei der Werkself Kevin Volland. Der Angreifer konnte in der Rückrunde bereits fünf Treffer erzielen und kommt insgesamt auf elf Saisontreffer. Damit ist der 26-Jährige der Top-Torschütze in Leverkusen und bereitete außerdem sieben Tore vor. Volland konnte bei der TSG 1899 Hoffenheim den Schritt zum Bundesliga-Profi vollziehen und wechselte im Sommer 2017 nach Leverkusen. Dort ist Kevin Volland der gesetzte Stürmer und nicht aus dem Angriffsspiel wegzudenken.

Die Schiedsrichter: Deniz Aytekin pfeift das Sonntagsspiel. Die letzte grün-weiße Partie, die Aytekin leitete, war der 3:1-Sieg gegen Wolfsburg am 22. Spieltag der vergangenen Saison. Dem 40-jährigen Betriebswirt aus Oberasbach wird an den Seitenlinien von Christian Dietz und Eduard Beitinger assistiert. Vierter Offizieller ist Christian Leicher. Video-Schiedsrichter sind Günter Perl und Patrick Alt.

Das ganze Paket: Für alle Grün-Weißen auf Ballhöhe! Ab 13.15 Uhr berichtet WERDER.DE mit dem betway Live-Ticker aus der BayArena! Die Partie in Leverkusen gibt es als Einzelspiel live im Eurosport-Player. Zudem können alle WERDER.TV-Abonennten die Partie unmittelbar nach Spielende re-live sowie ebenfalls kurz nach Abpfiff die Highlights der Begegnung auf WERDER.TV sehen!

Werder Bremen droht im Kampf um den Einzug ins internationale Fußball-Geschäft ein langfristiger Ausfall seiner Stürmer-Legende Claudio Pizarro. Wie der Bundesligist am Freitagmorgen mitteilte, wird der 40-Jährige wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel “nach derzeitigem Stand” mehrere Wochen nicht zur Verfügung stehen. Wann der Peruaner wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, werde sich nach dem Heilungsverlauf richten, hieß es.

“Er wird am Wochenende definitiv nicht spielen. Wir gucken dann in der Ländespiel-Pause, wie es sich entwickelt. Ich hoffe, dass er zum Pokalspiel wieder zur Verfügung steht”, erklärte Coach Florian Kohfeldt. Werder gastiert am Sonntag (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) bei Bayer Leverkusen. Hernach geht es für die Nationalspieler erst einmal zu ihren Auswahlmannschaften, bevor für sie am 30. März wieder der Erstliga-Alltag mit der Partie gegen Mainz 05 auf dem Programm steht. Am 3. April kämpfen die Bremer auf Schalke um den Einzug ins Pokal-Halbfinale.

Für Werder trifft es sich im Alter besonders gut. Drei Bremer führen die Liste der ältesten Bundesliga-Torschützen an. Auf Platz eins: Claudio Pizarro.

Im Hinrunden-Duell mit Bayer (2:6) hatte Pizarro nach seiner Einwechslung mit dem Tor zum 1:3 noch einmal Hoffnungen auf eine Aufholjagd der Hanseaten geweckt. Es war der erste Saisontreffer des vom 1. FC Köln an die Weser zurückgekehrten Publikumlieblings. Inzwischen sind zwar “nur” zwei Tore in der Bundesliga dazugekommen. Dennoch hat der 40-Jährige durch seine Präsenz auf dem Platz und seine mitreißende Art einen enorm hohen Wert für die Mannschaft. Am vergangenen Spieltag gegen Schalke (4:2) gehörte der Fußball-“Methusalem” sogar wieder einmal zur Startelf – zum dritten Mal in dieser Serie. Der für ihn eingewechselte Martin Harnik dürfte nun gegen die Werkself in die Anfangsformation rutschen.

Neben Pizarro muss Kohfeldt im Duell mit den unter Coach Peter Bosz wiedererstarkten Rheinländern auch auf die Innenverteidiger Sebastian Langkamp und Milos Veljkovic (Gelbsperre) verzichten. Für Letzterem wird Marco Friedl in die Startelf rücken. Jener Friedl, der beim 2:6-Heimdesaster eine ganz schlechte Figur abgab. Kohfeldt hält dennoch große Stücke auf die Bayern-Leihgabe. “Ich finde es schade, dass das Hinspiel-Ergebnis immer an ihm festgemacht wird. Ihm die Schuld zu geben, ist unfair. Er wird am Sonntag spielen und ist, wie alle anderen, bereits jetzt komplett fokussiert”, sagte der Werder-Trainer.

Eine weitere Pleite gegen den direkten Konkurrenten um die Europa-League-Plätze dürfen sich die Hanseaten eigentlich nicht erlauben. Bereits jetzt beträgt ihr Rückstand auf die Werkself sechs Zähler. Es ist also der perfekte Moment für Werder, sich für die Packung vor eigenem Publikum zu revanchieren.

Im Alter von 21 Jahren wechselt Claudio Pizarro 1999 für eine Ablösesumme von umgerechnet 1,5 Millionen Euro vom peruanischen Vizemeister Alianza Lima in die Bundesliga zu Werder Bremen.

Der Stürmer startet an der Weser durch: Bei seinem dritten Ligaeinsatz für Werder steuert er drei Treffer zum 7:2-Erfolg in Wolfsburg bei.

Mit Sturmpartner Ailton (l.) funktioniert das Zusammenspiel bestens: 22 Tore erzielt das südamerikanische Duo, Pizarro kommt dabei in seiner Premierensaison auf zehn Treffer.

Pizarro trifft und trifft und zeigt sich dabei auch kreativ im Torjubel (r., mit Razundara Tjikuzu). In seiner zweiten Bremer Saison verdoppelt der Peruaner seine Trefferbilanz aus dem Vorjahr nahezu: 19 Tore schlagen zu Buche.

Pizarros Treffer am 17. Februar 2001 gegen Schalke 04 wird zum “Tor des Monats” gekürt: Der Werder-Stürmer nimmt eine hohe Flanke artistisch mit dem Spann an und lupft den Ball – ehe der den Boden berührt – über Schalke-Keeper Oliver Reck hinweg ins Tor.

Nach 56 Spielen (29 Tore) für Werder wechselt Pizarro (Foto: untere Reihe l.) für umgerechnet 8,2 Millionen Euro zum Rekordmeister FC Bayern. Mit den Münchnern gewinnt er 2001 den Weltpokal – der erste Titel seiner Karriere.

Pizarro zeigt sich auch bei den Bayern treffsicher: Jeweils 15 Tore gelingen ihm in den beiden ersten Jahren in München.

Mit den Münchnern feiert Pizarro (l., mit Samuel Kuffour und Owen Hargreaves) 2003 auch das Double aus Meisterschaft und Pokal. Zünftig wird das im Rathaus zelebriert.

Nicht nur der Bayern-Look steht Pizarro: Auch in der peruanischen Landestracht nebst Panflöte gibt der Fußballer eine gute Figur ab.

Für die Nationalelf seines Heimatlandes debütiert der Stürmer bereits vor seinem Wechsel nach Deutschland. Von 1999 bis 2015 läuft er 81 Mal für Peru auf und erzielt dabei 20 Tore.

Nach sechs Jahren endet Pizarros Engagement in München – das Bayern-Angebot, seinen Vertrag zu verlängern, schlägt der Peruaner aus. Ablösefrei geht er 2007 nach England zum FC Chelsea.

Dort kommt der Stürmer aber nicht richtig zum Zuge: Meist wird er nur eingewechselt. Nach nur einer Saison kehrt der 29-Jährige auf Leihbasis zu Werder Bremen zurück.

Es wird ein furioses Comeback an der Weser: Mit 17 Treffern ist er der erfolgreichste Bremer Saison-Torschütze – als Krönung folgt der Pokalsieg 2009 (Foto: 2.v.l.).

Zunächst geht es nach London zurück, doch Bremen gelingt es, Pizarro für drei Jahre fest zu verpflichten. Der Stürmer rechtfertigt das Vertrauen und ist weiter Leistungsträger. Beim 4:1 am 23. Oktober 2010 gegen Mönchengladbach avanciert er mit seinem 134. Treffer zum besten ausländischen Torschützen der Ligageschichte.

Pizarro (r.) ist Rennpferde-Fan und Fachmann. Hier posiert er unter anderem mit Teamkollege Tim Borowski (l.) und dem gemeinsamen Pferd “Black Arrow”.

Zur Saison 2012/2013 wechselt Pizarro ablösefrei erneut zum FC Bayern München. Der Peruaner gilt zwar nur noch als Ergänzungs-Stürmer, ist aber da, wenn er gebraucht wird: Im September 2012 avanciert er gegen Wolfsburg zum Ausländer mit den meisten Bundesliga-Einsätzen, im März 2013 gelingen ihm gegen den HSV (9:2) erstmals vier Treffer in einer Partie.

2014/2015 bleibt der Champions-League-Sieger von 2013 erstmals ohne Bundesligator (13 Einsätze), darf aber seine sechste Meisterschaft mit den Münchnern feiern.

Mit Pizarro (o.) als Kapitän scheitert die peruanische Nationalelf im Sommer 2015 erst im Halbfinale der Copa América – das Team wird am Ende Turnierdritter.

Zurück in München wird der Stürmer (r., mit Karl-Heinz Rummenigge) am 29. August offiziell verabschiedet.

Doch ans Aufhören mag der Routinier nicht denken: Pizarro schließt sich zum dritten Mal Werder Bremen an.

Mit seinem 102. Treffer kürt sich der Peruaner zum erfolgreichsten Bundesliga-Torjäger der Bremer Vereinsgeschichte.

Am Saisonende hat “Piza” 14 Tore für Bremen erzielt und großen Anteil daran, dass die Hanseaten hauchdünn die Klasse halten. Der Peruaner bleibt Werder zudem treu und verlängert seinen Vertrag um ein Jahr.

In der Saison 2016/2017 läuft es aber längst nicht mehr rund beim Stürmer-Oldie. Immer wieder fällt er wegen Verletzungen aus, kommt lediglich auf 19 Einsätze (nur drei über 90 Minuten) und ein Tor. Im Juni 2017 endet das Kapitel Werder. Der Club verlängert den auslaufenden Vertrag des Stürmers nicht mehr.

Beendet ist seine Karriere damit aber nicht. Ende September 2017 holt der 1. FC Köln Pizarro, der einen Vertrag bis zum Saisonende unterschreibt.

Unglaublich, aber wahr: Im Sommer 2018 kehrt der Peruaner erneut nach Bremen zurück. Das fünfte Engagement des Ausnahmestürmers an der Weser. Es soll wirklich das letzte vor dem Karriereende sein.

Im November 2018 wird dem unermüdlichen Stürmer eine besondere Ehre zuteil. Der Peruaner erhält für seine herausragende Fußball-Karriere den Sport-Bambi. “Es ist eine unvergessliche Anerkennung. In meinem Kopf ist nur ein Wort: Danke!”, sagt der 40-Jährige bei seines Dankesrede.

Aber der Oldie ist noch lange nicht satt: Am 16. Februar trifft er zum 1:1 in Berlin und avanciert mit 40 Jahren und 136 zum ältesten Torschützen der Bundesligageschichte.

Claudio Pizarro hat Fußball-Geschichte geschrieben: Mit 40 Jahren und 136 Tagen ist der Werder-Stürmer der älteste Torschütze in der Bundesliga-Historie. Audio (01:58 min)