Viele Talente, kein Erfolg: Was läuft falsch in Leverkusen?
Kimmich will Kai Havertz beim FC Bayern: Das sagt Bayers Sportdirektor Boldt | FC Bayern
Der Wind wehte so kalt in die Buseinfahrt des Leipziger Stadions, dass sich der Held des Abends seine Kapuze tief in das Gesicht zog. Es hat sehr viel Spaß gemacht auf dem Platz. Ich habe mich ziemlich wohlgefühlt, sagte Kai Havertz nach dem 3:0 (3:0) der Nationalelf im Test gegen Russland.

Der 19-Jährige war in seinem ersten Länderspiel von Beginn an einer der besten Deutschen, bereitete ein Tor vor und leitete zahlreiche Angriffe ein. 50 Ballaktionen, eine Passquote von 84 Prozent – vom Erbe Mesut Özils ist sogar schon die Rede. Havertz sagte früher mal, Özil sei ein Vorbild für ihn gewesen, er möge dessen Spielart.

Ruhig ist man in Leverkusen wohl auch, weil die Bosse um Sportchef Rudi Völler und Boldt wissen, dass ein Verkauf von Havertz die Bayer-Kassen mächtig klingeln lassen würde. Schon jetzt beträgt sein Marktwert laut transfermarkt.de satte 55 Millionen Euro. “Da hat der Rudi vertraglich gut vorgesorgt. Für den Verein und den Spieler ist es eine Win-Win-Situation”, sagt Calmund schmunzelnd. “Rudi hatte ihn ja auch schon auf dem Radar, als ihn noch fast keiner kannte.”

Nach dem Rücktritt des Arsenal-Stars aus der Auswahl kann Havertz der neue Kreativdirektor des Teams werden. Während er in den beheizten Mannschaftsbus eilte, brachte sein Kollege Joshua Kimmich den Leverkusener Profi schon bei seinem Klub FC Bayern ins Gespräch. Ich kann ihn nicht kaufen, aber Kai ist ein Spieler, der gut zu uns passen würde, sagte er. Er hat das überragend gemacht, er war für mich der beste Mann auf dem Platz.

Kai Havertz – Der neue Zehner

Das Gesicht der neuen Nationalelf entwickelt sich langsam, und Havertz passt perfekt in das Gefüge. Der Überflieger scheint gerade so richtig in der Nationalelf anzukommen. Auch weil er schon erfahrener ist als die meisten seines Alters. Er kommt bereits auf 65 Spiele in der Bundesliga, schoss für Bayer 04 zehn Tore und bereitete 17 vor – eine für sein Alter enorme Bilanz.

Özils Klub Arsenal und der FC Barcelona sollen starkan Havertz interessiert sein, dessen Vertrag bei Bayer Leverkusen bis 2022 gilt. An seinem großen Abend in Leipzig gab er sich bescheiden. Ich versuche auf dem Platz Spaß zu haben und mein Spiel durchzuziehen, so Havertz.

Von Joachim Löw erhält er viel Lob. Havertz habe eine sehr gute Orientierung, sagte der Bundestrainer. Für 19 Jahre ist er sehr weit. So wie er sich präsentiert hat in den Trainings, das ist schon auffällig gut. Natürlich kann man sich gut vorstellen, dass er eine Schlüsselrolle einnimmt.

“Havertz ist bescheiden und steht mit beiden Füßen auf dem Boden. Er spielt sehr effektiv, schießt Tore, bereitet sie vor, hat eine gute Spielverlagerung und Orientierung”, schwärmt Calmund und fügt hinzu: “Für sein Alter ist er schon sehr weit, ein absolutes Ausnahmetalent. Er ist auf dem Weg, ein perfekter Fußballer zu werden. Lieber Fußballgott, was willst du mehr?”

Joachim Löw begeistern vor allem dessen Zuspiele in die Tiefe und Bewegungen in die freien Räumen. Er ist sehr ballsicher, hat eine wahnsinnig gute Übersicht, erkennt Situationen sehr schnell und will den Ball immer mit nach vorn nehmen, sagt der Bundestrainer. Er nutzt immer die erste Möglichkeit.

Dass zahlreiche europäische Top-Klubs Havertz auf dem Zettel haben, ist indes kein Geheimnis. Noch, so versichert Boldt, blieb das konkrete Interesse am Offensiv-Allrounder aber aus. “Verein, Spieler und Umfeld waren sich bisher einig, dass Leverkusen der richtige Verein ist, daher gab es logischerweise auch keine Anfragen.”

Bei den Bayern endet im Sommer wohl die Ära der Mannschaft um Franck Ribéry und Arjen Robben, die Verträge der Altstars enden im Juni. Havertz könnte Teil der Lösung und auch beim deutschen Rekordmeister das Gesicht eines Umbruches sein. Doch ein Transfer würde viel Geld kosten – laut transfermarkt.de hat der 1,88-Meter-Mann einen Marktwert von 55 Millionen Euro. Wegen seiner langen Vertragslaufzeit dürfte er eine annähernd neunstellige Summe kosten, wenn Leverkusen ihn denn überhaupt abgibt.

Bei der Werkself ist man hingegen unbesorgt, das 19-jährige Eigengewächs nicht halten zu können. “Es gibt keinen Grund, unruhig zu werden. Seine Zukunft liegt in Leverkusen. Hier hat Kai ein Umfeld, wo er sich hervorragend entwickeln kann”, versichert Bayer-Manager Jonas Boldt im Gespräch mit SPORT1.

Sonntag fliegt Havertz mit der Nationalelf nach Dortmund und bereitet sich auf das Spiel in der Nations League am Montag (20.45 Uhr, ARD) in Gelsenkirchen gegen die Niederlande vor. Mit Spannung wird erwartet, ob Löw auch in dem Pflichtspiel auf Havertz und die weiteren jungen Spieler setzt, gegen Russland lag das Durchschnittsalter der Startelf bei 23,9 Jahren, Manuel Neuer und Matthias Ginter waren die einzigen Weltmeister.

Dass aus einem “bisher” auch ein “weiterhin” bleibt, steht für Reiner Calmund außer Frage. Zudem macht der frühere Leverkusen-Manager bei SPORT1 klar: “Die Frage wird nicht sein, ob ihn ein Verein wie die Bayern haben wollen. Die Frage ist, ob Leverkusen ihn abgeben würde.”

Wird das Gerüst aus Havertz, Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner erneut starten? Oder setzt Löw in der Partie wieder auf Thomas Müller? Für den 29-jährigen Weltmeister wäre es das hundertste Länderspiel. Das weiß ich nicht, sagte Löw zur Aufstellung und verweist auf seine vielen Optionen.

Der Einsatz des Dortmunder Mannschaftskapitäns Marco Reus (laboriert an einer Fußprellung) ist weiterhin fraglich. Wir haben etwas gutzumachen gegen die Niederlande, erklärte der Bundestrainer. Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, betont stets, dass es das Wichtigste sei, dass in der deutschen Mannschaft eine Entwicklung erkennbar ist. Er erwarte auch gegen die Niederlande den ein oder anderen jungen Spieler. Havertz brennt auf weitere Einsätze.

Eben das ist aktuell nur schwer vorstellbar, denn ohnehin hat die Werkself das Heft des Handelns in der Hand, da Havertz bei Bayer 04 noch einen Vertrag bis 2022 ohne Ausstiegsklausel besitzt.

Dessen Klubtrainer Heiko Herrlich sieht in ihm das vielversprechendste Talent seit Toni Kroos. Und Havertz Kollege und Freund Julian Brandt sagte kürzlich: Was er spielerisch und technisch leistet, ist teilweise grandios. Kai hat das Talent und Potenzial, meint Brandt, ein Weltstar zu werden.

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Für Calmund steht jedoch außer Frage, dass die “Bayern an so einem Spieler immer interessiert sein müssen”.

Der 19-Jährige war in seinem ersten Länderspiel von Beginn an einer der besten Deutschen, bereitete ein Tor vor und leitete zahlreiche Angriffe ein. 50 Ballaktionen, eine Passquote von 84 Prozent – vom Erbe Mesut Özils ist sogar schon die Rede. Havertz sagte früher mal, Özil sei ein Vorbild für ihn gewesen, er möge dessen Spielart.

Es war an diesem September-Abend in Sinsheim eigentlich schon klar, dass da ein sehr guter Fußballer eingewechselt wurde. Einer, aus dem noch ein sehr, sehr guter werden dürfte – nur konnte Kai Havertz das in den zwei Minuten nicht wirklich zeigen. Er kam im Freundschaftsspiel gegen Peru für Timo Werner in die Partie und weil kurz darauf schon Schluss war, wird Havertz Premiere in der Nationalmannschaft nur in Erinnerung bleiben, weil diese zwei Minuten in der Statistik eben hochoffiziell als “erste Länderspielminuten” stehen werden. Zwei Monate später hat ihn Bundestrainer Joachim Löw dann länger als 120 Sekunden kicken lassen, am Donnerstag gegen Russland, zum ersten Mal von Anfang an. Aber dieses zweite Länderspiel war natürlich sein wahres Debüt. Denn es war das erste Spiel, bei dem er zeigen konnte: Deutschland hat da einen richtig feinen Spielmacher.

Nach dem Rücktritt des Arsenal-Stars aus der Auswahl kann Havertz der neue Kreativdirektor des Teams werden. Während er in den beheizten Mannschaftsbus eilte, brachte sein Kollege Joshua Kimmich den Leverkusener Profi schon bei seinem Klub FC Bayern ins Gespräch. Ich kann ihn nicht kaufen, aber Kai ist ein Spieler, der gut zu uns passen würde, sagte er. Er hat das überragend gemacht, er war für mich der beste Mann auf dem Platz.

Kai Havertz Abi ist schwieriger als Champions League Anzeige Das Gesicht der neuen Nationalelf entwickelt sich langsam, und Havertz passt perfekt in das Gefüge. Der Überflieger scheint gerade so richtig in der Nationalelf anzukommen. Auch weil er schon erfahrener ist als die meisten seines Alters. Er kommt bereits auf 65 Spiele in der Bundesliga, schoss für Bayer 04 zehn Tore und bereitete 17 vor – eine für sein Alter enorme Bilanz.

Was für ein außerordentlich begabter Fußballer der Leverkusener Havertz mit seinen erst 19 Jahren und 65 (!) Bundesligaspielen schon ist, zeigte er auf dem Platz quasi ununterbrochen. Toni Kroos, Julian Draxler und auch Marco Reus fehlten – dadurch rückte er ins Zentrum. Er dirigierte mit Übersicht, bestimmte das Tempo, bewegte sich gut, hatte seine Mitspieler immer im Blick und spielte genau die richtigen Pässe auf das vor ihm wirkende Sturmtrio Sané, Gnabry und Werner. Eine gute Flanke von Havertz hätte schon in der 23. Minute die Führung bringen können – wenn dem Kopfball von Sané nicht Präzision und Druck gefehlt hätten. Beim Tor zum 3:0 funktionierte diese Art von Zusammenspiel besser: Einer von vielen präzise ausgeführten Pässen von Havertz aus der Zentrale in die Spitze wurde von Gnabry vollendet.

Özils Klub Arsenal und der FC Barcelona sollen starkan Havertz interessiert sein, dessen Vertrag bei Bayer Leverkusen bis 2022 gilt. An seinem großen Abend in Leipzig gab er sich bescheiden. Ich versuche auf dem Platz Spaß zu haben und mein Spiel durchzuziehen, so Havertz.

Es war überhaupt ein Abend, der in eine Phase fällt, an die man sich vermutlich als Zeit des Umbruchs erinnern wird. Bisher hing Löw ja noch sehr an seinen Weltmeistern von 2014, in Leipzig aber zeigte sich erneut sein Reformwille. Löw sprach nach dem 3:0 gegen einen wenig auffälligen Gegner auffällig offensiv über die Vertreter der Jahrgänge 1995/96. Spieler wie Joshua Kimmich, Leroy Sané, Serge Gnabry und Werner. “Die Jahrgänge 1995/96 sind schon sehr, sehr gut”, sagte Löw über sie. Und: Es sei “sehr gut vorstellbar, dass diese beiden Jahrgänge auf Dauer mal das Gerüst unserer A-Nationalmannschaft bilden werden”. Aber es stand eben auch der derzeit führende Vertreter des Jahrgangs 1999 im Fokus, mit ebenso auffälligen Fähigkeiten als Gerüstbauer.

Von Joachim Löw erhält er viel Lob. Havertz habe eine sehr gute Orientierung, sagte der Bundestrainer. Für 19 Jahre ist er sehr weit. So wie er sich präsentiert hat in den Trainings, das ist schon auffällig gut. Natürlich kann man sich gut vorstellen, dass er eine Schlüsselrolle einnimmt.

Anna Dreher, Jahrgang 1989, ist Redakteurin im Ressort Sport. Sie studierte in Tübingen, San Diego und München. Vor und während der Studienzeit Praktika und Mitarbeit bei verschiedenen Print-, Online- und Rundfunkmedien im In- und Ausland. Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Für den Sport der Süddeutschen Zeitung das erste Mal 2010 geschrieben und von 2016 an volontiert. Aufgrund ihrer chilenischen Wurzeln immer noch etwas sauer auf den Fußballgott, dass Brasilien bei der WM 2014 im Achtelfinale im Elfmeterschießen gewonnen hat. Begeisterte Tennisspielerin, Langstreckenläuferin und Snowboarderin.

Joachim Löw begeistern vor allem dessen Zuspiele in die Tiefe und Bewegungen in die freien Räumen. Er ist sehr ballsicher, hat eine wahnsinnig gute Übersicht, erkennt Situationen sehr schnell und will den Ball immer mit nach vorn nehmen, sagt der Bundestrainer. Er nutzt immer die erste Möglichkeit.

Joachim Löw lobt nach dem Sieg gegen Russland die beiden Youngsters Kai Havertz und Serge Gnabry. Außerdem blickt der Bundestrainer auf das kommende Spiel gegen die Niederlande.

Bei den Bayern endet im Sommer wohl die Ära der Mannschaft um Franck Ribéry und Arjen Robben, die Verträge der Altstars enden im Juni. Havertz könnte Teil der Lösung und auch beim deutschen Rekordmeister das Gesicht eines Umbruches sein. Doch ein Transfer würde viel Geld kosten – laut transfermarkt.de hat der 1,88-Meter-Mann einen Marktwert von 55 Millionen Euro. Wegen seiner langen Vertragslaufzeit dürfte er eine annähernd neunstellige Summe kosten, wenn Leverkusen ihn denn überhaupt abgibt.

Sonntag fliegt Havertz mit der Nationalelf nach Dortmund und bereitet sich auf das Spiel in der Nations League am Montag (20.45 Uhr, ARD) in Gelsenkirchen gegen die Niederlande vor. Mit Spannung wird erwartet, ob Löw auch in dem Pflichtspiel auf Havertz und die weiteren jungen Spieler setzt, gegen Russland lag das Durchschnittsalter der Startelf bei 23,9 Jahren, Manuel Neuer und Matthias Ginter waren die einzigen Weltmeister.

Herthas Nachwuchsleiter Social-Media-Schulungen schon für Neunjährige Wird das Gerüst aus Havertz, Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner erneut starten? Oder setzt Löw in der Partie wieder auf Thomas Müller? Für den 29-jährigen Weltmeister wäre es das hundertste Länderspiel. Das weiß ich nicht, sagte Löw zur Aufstellung und verweist auf seine vielen Optionen.

Der Einsatz des Dortmunder Mannschaftskapitäns Marco Reus (laboriert an einer Fußprellung) ist weiterhin fraglich. Wir haben etwas gutzumachen gegen die Niederlande, erklärte der Bundestrainer. Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, betont stets, dass es das Wichtigste sei, dass in der deutschen Mannschaft eine Entwicklung erkennbar ist. Er erwarte auch gegen die Niederlande den ein oder anderen jungen Spieler. Havertz brennt auf weitere Einsätze.

BVB-Jungstar Moukoko & Co. 13 Jahre, 167.000 Follower – Das Geschäft mit den Fußballkindern Dessen Klubtrainer Heiko Herrlich sieht in ihm das vielversprechendste Talent seit Toni Kroos. Und Havertz Kollege und Freund Julian Brandt sagte kürzlich: Was er spielerisch und technisch leistet, ist teilweise grandios. Kai hat das Talent und Potenzial, meint Brandt, ein Weltstar zu werden.

Joshua Kimmich lobt die Leistung von Kai Havertz von Bayer 04 Leverkusen. Er würde den jungen Shootingstar gerne beim FC Bayern München sehen.

Update vom 17. November: Sportdirektor Jonas Boldt geht davon aus, dass Supertalent Kai Havertz dem Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen noch lange erhalten bleibt. "Es gibt keinen Grund, unruhig zu werden. Seine Zukunft liegt in Leverkusen", sagte Boldt gegenüber Sport1.

Der 19-Jährige Havertz besitzt bei Bayer noch einen Vertrag bis 2022. An dem Mittelfeldspieler sollen aber mehrere europäische Topklubs interessiert sein. Nationalspieler Joshua Kimmich bezeichnete Havertz nach dessen starkem Auftritt im Länderspiel gegen Russland (3:0) als "einen für die Bayern". Boldt bleibt aber gelassen. "Verein, Spieler und Umfeld waren sich bisher einig, dass Leverkusen der richtige Verein ist, daher gab es logischerweise auch keine Anfragen", sagte Boldt.

Leipzig – Die deutsche Nationalmannschaft war kaum wiederzuerkennen. Zumindest in der ersten Hälfte nicht. Gegner Russland wusste an diesem Donnerstagabend stellenweise nicht, wo vorne und hinten ist. Mit 3:0 gewann das DFB-Team in der Red Bull Arena in Leipzig gegen den Gastgeber der letzten WM. Sicher, ein Sieg in so einem Freundschaftsspiel sollte nie zu hoch gehängt werden, zumal Gegner Russland auf einige Leistungsträger verzichten musste.

Dennoch zeigte diese Partie, was mit der nächsten deutschen Generation möglich ist. Leroy Sané, Serge Gnabry, Joshua Kimmich, sie alle haben das Potenzial, den Weltmeister von 2014 wieder in den Kreis der Top-Nationen zu hieven. Doch einer ragte besonders heraus an diesem Abend: Kai Havertz. Der Leverkusener bereitete den dritten Treffer durch Gnabry mustergültig vor und lieferte auch sonst eine starke Partie ab. 

Auch Mitspieler Kimmich, der zusammen mit dem 19-Jährigen die Strippen im Mittelfeld zog, war begeistert. Und zwar so sehr, dass er Havertz gleich mal beim FC Bayern ins Gespräch brachte. 

Direkt nach Abpfiff stand Kimmich in der Mixed Zone. Und dann kam sie, die Frage nach diesem hochveranlagten Havertz. Wäre der nicht etwas für den FCB? „Ich kann ihn nicht kaufen, aber Kai Havertz ist ein Spieler, der gut zu uns passen würde“, betonte Kimmich. Mehr noch, Havertz „war der beste Mann auf dem Platz“, schwärmte der Bayern-Verteidiger weiter. 

Da trifft es sich um so besser, dass Uli Hoeneß erst kürzlich einen großen personellen Umbruch im kommenden Sommer angekündigt hat. Stars wie Franck Ribéry und Arjen Robben dürften ihre letzte Saison an der Säbener Straße bestreiten und auch andere Profis könnten die Münchner im Sommer verlassen. Hoeneß‘ klare Botschaft an die Mannschaft: Im Sommer wird geschaut, wer noch was taugt und wer nicht. 

Taugt denn der Havertz was? Mit Sicherheit. Schenkt man den vielen Medienberichten aus England und Spanien Glauben, ist halb Europa an dem Mittelfeld-Ass interessiert. Wen wundert‘s? Auch bei Bayer 04 spielt er groß auf, obwohl sein Team vor allem in der Liga den eigenen Ansprüchen hinterherläuft.

Mit elf Scorerpunkten in 16 Spielen hat Havertz einen maßgeblichen Anteil daran, dass es nicht noch übler für das Team von Trainer Heiko Herrlich aussieht. Und das alles mit gerade einmal 19 Jahren! 

Unter anderem soll laut dem Mirror der FC Arsenal Kai Havertz auf dem Zettel haben. Auch der FC Barcelona schaut mit mehr als nur einem halben Auge auf Leverkusen. Schließlich ist nicht erst seit dieser Saison bekannt, dass dort ein echtes Juwel heranwächst. Und Juwele haben natürlich ihren Preis. 

Der Vertrag des Spielmachers läuft noch bis 2022, eine Ausstiegsklausel existiert wohl nicht. Heißt: Wer Havertz aus Leverkusen holen möchte, muss tief in die Geldbörse greifen. Von einem dreistelligen Millionenbetrag ist die Rede. Da das Interesse entsprechend groß ist, darf sich Leverkusen auf ein Wettbieten der europäischen Schwergewichte freuen. Ob auch der FC Bayern dazu gehören wird, bleibt abzuwarten. Wenn es nach Kimmich ginge, würde Havertz jedenfalls in der nächsten Saison das Münchner Dress tragen.