Hängende Köpfe bei Pokalsause:RB Leipzig trauert und plant neuen Angriff - n-tv NACHRICHTEN
FC Bayern gewinnt DFB-Pokal-Finale gegen RB Leipzig
Die Enttäuschung nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale ist riesig: RB Leipzig verpasst den ersten Titel der Vereinsgeschichte. Entsprechend niedergeschlagen haben die Fußballer wenig Lust auf eine ausgelassene Party. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff kündigt aber den nächsten Angriff an.

Es war bereits kurz nach ein Uhr nachts, da erhob RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff das Wort. Die Leipziger hatten 1200 Gäste zur Pokalparty in den Hip-Hop- und House-Club Bricks am Berliner Gendarmenmarkt geladen. Eigentlich war die pompöse Sause gedacht, um in großem Stil den ersten großen Titel für die Leipziger zu feiern. Doch nach der 0:3 (0:1)-Finalniederlage musste Mintzlaff die gesenkten Häupter wieder aufrichten. "Das tut natürlich weh. Aber nach ein, zweimal schlafen wird uns bewusst werden, was wir in dieser Saison erreicht haben. Das soll uns erstmal einer nachmachen", rief Mintzlaff bei seiner kurzen Bankettansprache ins Mikrofon.

Update vom 25. Mai, 15.49 Uhr: Es kribbelt langsam: Im Berliner Olympiastadion laufen schon die Vorbereitungen auf das große Spiel, man erkennt außerdem erste Elemente von Fan-Choreografien. Am Mikrofon spricht Sky-Reporter Torben Hoffmann über mögliche Aufstellungen. RB Leipzig kann in Bestbesetzung antreten, beim FC Bayern wird dagegen Leon Goretzka sicher fehlen. Hoffmann geht davon aus, dass Javi Martinez und Thiago den Part im defensiven Mittelfeld übernehmen. 

Live-Ticker: DFB-Pokalfinale – FC Bayern gegen RB Leipzig in Berlin | Fußball

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Konate (82. Haidara), Orban (70. Upamecano), Halstenberg –  Adams (65. Laimer), Kampl – Sabitzer, Forsberg – Poulsen, Werner – Trainer: RangnickFC Bayern München: Neuer – Kimmich, Süle, Hummels, Alaba – Thiago, Martinez (65. Tolisso) – Gnabry (73. Robben), Müller, Coman (86. Ribéry) – Lewandowski – Trainer: KovacSchiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)Tore: 0:1 Lewandowski (29.), 0:2 Coman (78.), 0:3 Lewandowski (85.)Gelbe Karten: Upamecano/ LewandowskiZuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Es sei ein „buntes und friedliches Miteinander“, berichtete ein Polizeisprecher zum Zusammentreffen beider Fangruppierungen auf dem Breitscheidplatz in der Nähe des Bahnhofs Zoo. Nachdem schon tags zuvor Hunderte Fans beider Teams in die Hauptstadt gereist waren, traf am Samstag um kurz nach 10 Uhr der erste Sonderzug aus München in Berlin-Spandau ein. Die Lage sei ruhig und entspannt, unterstrich eine Sprecherin der Polizei.

Dem "lieben Ralf" (Rangnick) dankte er "für den Spirit, den du gebracht hast". Und die Feiergesellschaft im für 160.000 Euro angemieteten Luxus-Club forderte er auf, "trotzdem Gas zu geben. Lasst es krachen." Der Applaus der RB-Mitarbeiter, Partner und zahlungskräftigen Unterstützer war freundlich, aber bemüht. Wie das eben so ist, wenn man trotz einer Niederlage feiern muss. "Es ist keiner gestorben, sondern wir standen im Pokalfinale", hatte der Klubboss noch im Stadion getröstet.

Berlin – Am Samstag ist es so weit. Niko Kovac könnte mal wieder das Double nach München holen. Zuletzt gelang das im Jahr 2016. Gegen RB Leipzig erwartet ihn allerdings eine schwere Aufgabe. Die Sachsen sind nicht zu Unrecht Dritter in der Bundesliga geworden. Mit Ralf Rangnick wartet auf der anderen Trainerbank ein echter Taktikfuchs, der sich für das Finale bestimmt einiges einfallen lässt. 

Krönung für Kovac! Hat er mit diesem Sieg die Diskussionen um seine Zukunft beendet?

Doch den Spielern, die sich samt ihrer Partnerinnen und Freunden zur Saisonabschlussfeier schick gemacht hatten, war der Frust auch drei Stunden nach Spielschluss anzusehen. "Die Enttäuschung überwiegt momentan, ich weiß nicht, wer Bock hat, richtig zu feiern", sagte Kapitän Willi Orban. Auch Trainer Ralf Rangnick mochte seine Ernüchterung nicht verbergen. Mit schmalen Lippen hatte er sich auf der Tribüne seine Silbermedaille abgeholt, die er sich partout nicht umhängen wollte. Er hat die Pfiffe der Bayern-Fans ertragen und einen flüchtigen Blick auf den goldenen Pokal neben ihm geworfen, mit dem kurz darauf die Bayern posierten. "Wir haben eine außergewöhnlich gute Saison gespielt. Trotzdem ist es heute so enttäuschend, weil wir dieses Spiel nicht zu verlieren brauchen", sagte der Trainer und Sportdirektor. "Schon gar nicht 0:3. Das Ergebnis hat mit dem Spielverlauf nicht viel zu tun. Wir waren die ersten 30 Minuten die klar dominierende Mannschaft, aber wir haben es versäumt, in dieser Phase in Führung zu gehen."

Rangnick sah seine Mannschaft im Endspiel vor 75.000 Zuschauern "absolut auf Augenhöhe". Dieser Eindruck stimmte jedoch nur zum Teil, nämlich jeweils zu Beginn der Halbzeiten, als RB die besseren Gelegenheiten herausspielte. Danach übernahmen die Münchner jeweils dominant, abgezockt, mit viel spielerischer Wucht die Initiative und glänzten dank der individuellen Klasse der Torschützen Kingsley Coman (79.) und Robert Lewandowski, der anders als im Ligaspiel vor zwei Wochen ein tolles Spiel absolvierte und ständig für Gefahr im Leipziger Strafraum sorgte (29., 85.). Insgesamt gab der Rekordmeister 18 zu elf Torschüsse ab, hatte ein klares Chancenplus sowie die besseren Zweikampfwerte (54 Prozent), Passquote (78 Prozent : 69 Prozent), mehr Ballbesitz (57 Prozent) sowieso.

Update vom 25. Mai, 10.45 Uhr: Der FC Bayern ist zu einem leichten Training aufgebrochen. Vom Hotel ging es mit dem Bus zur kleinen Morgeneinheit, viele Fans hatten auf die Stars vor dem Ritz-Carlton am Potsdamer Platz in Berlin gewartet. Joshua Kimmich und Serge Gnabry nahmen sich Zeit für Fotos und Autogramme, Franck Ribéry wurde von den Anhängern mit Sprechchören gefeiert. 

Dennoch hätte die Partie anders laufen können, wenn Rasenballsport sein dominantes und couragiertes Angriffspressing, mit dem sie die Bayern anfangs in Verlegenheit brachten, in Tore hätte ummünzen können. "Du musst deine Gelegenheiten eben nutzen. Wenn du fünf Großchancen gegen die Bayern hast, darfst du die nicht alle liegenlassen", kritisierte Rangnick.

Leipzig präsentierte sich in der lange Zeit ausgeglichenen Partie als Gegner auf Augenhöhe. Nach einer starken Anfangsphase des Herausforderers hatten die Bayern aber Vorteile und verdienten sich den letztendlich deutlichen Sieg. Neben Doppel-Torschütze Lewandowski war Nationaltorhüter Manuel Neuer der Matchwinner. Der 33-Jährige rettete nach sechswöchiger Verletzungspause zweimal glänzend und rechtfertigte damit das Vertrauen von Kovac. “Besser hätte man das Drehbuch gar nicht schreiben können”, sagte Neuer. “Für uns alle war es wichtig, die Saison so abzuschließen, dass wir Doublesieger sind.”

RB feiert in Berlin am BVB-Platz – Fans verteidigen Klub

Die klarste Chance hatte Emil Forsberg kurz nach der Pause (48.), der in den Katakomben des Olympiastadions müde davon berichtete: "Die zweite Ballmitnahme war ein bisschen zu lang, ich bin zu nah an Neuer herangekommen und habe versucht, neben ihn zu schießen. Er hat den Ball super gehalten, erst mit der Zehenspitze und dann der Hand." Auch Yussuf Poulsens gewaltigen Kopfball in der ersten Hälfte nach eine Ecke hatte Neuer pariert und mit einem Weltklasse-Reflex an die Latte gelenkt (11.). Darüber, dass Schiedsrichter Tobias Stieler in der Szene keinen Strafstoß gab, ärgerten sich die Leipziger zu Recht. "Das Foul von Lewandowski an Konaté war ein klarer Elfmeter", monierte Rangnick. Der Referee habe das Spiel zudem "in vielen Kleinigkeiten nicht im Griff gehabt. Aber das soll keine Ausrede sein", sagte RB-Mittelfeldmann Kevin Kampl.

Niko Kovac bedankte sich ganz allein mit einem Megafon bei den Fans, die Spieler hüpften mit dem Pokal im Konfettiregen. Der Trainer hat mit dem FC Bayern den Angriff von RB Leipzig abgewehrt und sein erstes Jahr in München mit dem Double gekrönt. Eine Woche nach der 29. deutschen Fußball-Meisterschaft gewannen die Bayern am Samstagabend mit einem 3:0 (1:0) gegen die Sachsen auch zum 19. Mal den DFB-Pokal. Ein brillanter Kopfball (29. Minute) und ein Konter-Tor von Robert Lewandowski (85.) sowie eine Einzelaktion von Kingsley Coman (78.) entschieden ein packendes Finale

Bayern-Trainer Niko Kovac schreibt Geschichte: Pokalsieg “macht mich froh und stolz”

So mussten die Leipziger die Partie letztlich als Lehrstunde begreifen, um in der kommenden Saison selbst cleverer und torgefährlicher gegen die Münchner zu agieren. Dass RB in drei Vergleichen in dieser Saison kein einziges Tor gegen den FCB erzielte, war kein Zufall. "Man hat gemerkt, dass die Bayern mehr Erfahrung aus ein paar Finals und Titelgewinnen haben", sagte Forsberg. "Wir brauchen diese Erfahrung für das nächste Mal, um zu wissen, was wir besser machen müssen." Bereits am Abend der Niederlage kündigte der Schwede an: "Wir wollen wieder Pokalfinale spielen, wir versuchen nächstes Jahr alles, um wieder hierher zu kommen."

74 322 Zuschauer im ausverkauften Berliner Olympiastadion sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. Vor allem die Trainer standen im Blickpunkt: Kovac, der nach dem Triumph mit Eintracht Frankfurt sein zweites Pokalfinale in Serie gewann, stärkte als Double-Sieger seine Position. Schon am Freitag hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Gerüchten über eine angeblich erwogene Trennung widersprochen. “Ich weiß, dass es nicht einfach ist in unserem Trainer-Job. Deswegen ist so ein Titel sehr schön, sehr wichtig”, sagte Kovac lächelnd.

Geschäftsführer Mintzlaff, einst ein exzellenter Halbmarathon-Läufer, machte im Stadionkeller bereits die Pace für weitere Finalteilnahmen. "Für unseren Verein ist relevant, dass wir das hohe Tempo der Entwicklung beibehalten", sagte der 43-Jährige und kündigte angriffslustig an: "Uns wird die Puste nicht ausgehen, wir sind kampfbereit für die kommende Saison, wollen wieder angreifen, weil uns das hier auch gefallen hat."

Nach der Pause intensivierten die Leipziger ihre Bemühungen noch einmal. Mit einem Schuss vom bis dahin unauffälligen Werner, für den es das letzte Spiel im RB-Trikot gewesen sein könnte, hatte Neuer keine Probleme (49.). Kurz darauf rettete Niklas Süle auf der Linie erneut gegen Werner (57.), danach waren wieder die Münchner am Drücker. Gulacsi parierte gegen Hummels, Thomas Müller schlenzte den Ball neben das Tor (64.). Die Partie war nun komplett offen, beide Teams erspielten sich im Minutentakt Chance um Chance.

RB Leipzig hatte die Tage rund um das Endspiel in Berlin Hof gehalten, eine gewaltige Imagekampagne im Wert von vielen Hunderttausend Euro inszeniert. "Wenn man die letzten zwei Tage durch Berlin gelaufen ist, hat man gesehen, dass RB Leipzig in der Bundesliga angekommen ist", sagte Mintzlaff. "Das ganze Drumherum war für unseren Verein unabhängig vom Ergebnis extremst wichtig. Wir merken, dass eine große Begeisterung entstanden ist."

Bei den Münchnern feierte Corentin Tolisso acht Monate nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback als Einwechselspieler, auch Arjen Robben und Franck Ribéry kamen in ihrem letzten Pflichtspiel für die Bayern als Joker zum Einsatz. “Ich habe versucht, es zu genießen”, sagte Robben. “Ich realisiere noch nicht wirklich, dass es jetzt zu Ende ist.” Die entscheidende Aktion gelang aber Coman, der nach starker Ballannahme und einer sehenswerten Finte fulminant zum 2:0 einschoss. Leipzig versuchte danach noch einmal alles, jedoch ohne Erfolg.

Während sich die Spieler nun in den für viele langen Urlaub verabschieden, wird der Manager in den kommenden Wochen wichtige Weichen stellen, um wieder ein Stückchen zum FC Bayern und zu Borussia Dortmund aufzuschließen. In der kommenden Woche wählt er gemeinsam mit Rangnick einen Nachfolger für den nach Schalke abgewanderten Sportkoordinator Jochen Schneider aus, der peu á peu in Rangnicks Rolle wachsen soll. Kandidat ist Paderborns Sport-Geschäftsführer Markus Krösche. Rangnicks Aufgabenfeld soll neu definiert werden. Zudem kündigte Mintzlaff weitere "junge, hochtalentierte Zugänge" an. "Der Weg, den Abstand zu den Bayern zu verringern, geht nicht über finanzielle Dinge, sondern dass wir weiter auf schlaue Transfers setzen", führte Rangnick aus. "Spieler, die zum Zeitpunkt der Verpflichtung kaum einer kennt, und die wir über gute Trainerarbeit entwickeln."

+++ Friedliche Fan-Feiern vor dem Spiel +++ Im DFB-Pokalfinale trafen am Samstag der FC Bayern München und RB Leipzig aufeinander +++ Bei den Münchnern feiert Nationaltorwart Manuel Neuer ein glänzendes Comeback +++ RB Leipzig hätte sich im Olympiastadion den ersten Titel der noch kurzen Vereinsgeschichte gewünscht +++ Bei Bayern bestritten Franck Ribéry und Arjen Robben ihr letztes Spiel +++

Rangnick: Nur dann haben wir eine Chance

Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss für Titelerfolge garantieren diese Akteure freilich nicht. Das müssen künftig unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann die aktuellen Stammkräfte beisteuern, von denen wohl bis auf Timo Werner alle in Leipzig bleiben werden. Werner mochte übrigens wie seit über einem halben Jahr nichts öffentlich sagen und wünschte nur "schönen Abend". Auch er vergab eine große Möglichkeit, als Niklas Süle auf der Linie klärte (57.). Ein Empfehlungsschreiben für einen Transfer zum FC Bayern war Werners Leistung im Pokalfinale jedenfalls nicht.

Mit einem 3:0 gegen Leipzig sichern sich die Bayern das Double. Lewandowski trifft doppelt, Robben und Ribery dürfen noch mal spielen. Der Blog zum Nachlesen.

Internationale Pressestimmen zum DFB-Pokal-Sieg des FC Bayern: “Furiose Münchner Art”

Bayern-Trainer Niko Kovac (47) schreibt Geschichte, gewinnt als erster Coach zum zweiten Mal in Folge den DFB-Pokal – mit verschiedenen Teams! 2018 mit Frankfurt gegen die Bayern (3:1), 2019 mit den Bayern gegen Leipzig – 3:0!

Um 22.20 Uhr bekommt der Kroate von Fitness-Chef Broich den Pott, hält ihn kurz mit der rechten Hand in den Berliner Abendhimmel. 20 Minuten später feiern ihn die Fans in der Kurve mit Niko auf den Zaun-Rufen.

“Ich freue mich, Emotionen sind drin”, erklärte Kovac nach dem Spiel in der ARD. Der Kroate konnte als erster Trainer den Pokal mit einem anderen Klub verteidigt. Im Vorjahr stand Kovac mit Eintracht Frankfurt im Endspiel – und bezwang die Bayern in seinem letzten Spiel als SGE-Trainer. Anschließend weinte Kovac. “Letztes Jahr waren Tränen. Heute war es weniger emotional, ohne Tränen Ich bin aber schon froh.” Nach der Siegerehrung ließ sich der Doublesieger von den Münchner Fans feiern, laute “Kovac, Kovac”-Sprechchöre hallten durch das Berliner Olympiastadion.

Kovac bedankt sich bei den mitgereisten Bayern-Fans per Megafon: Ohne Euch wäre es nicht möglich gewesen. Ich kann Euch gar nicht sagen, wie stolz ich auf Euch bin!”

Niko Kovac hat es vollbracht! In seiner ersten Saison als Trainer des FC Bayern München hat der Kroate gleich das Double geholt – und quasi nebenbei Geschichte geschrieben. Mit dem Finalsieg im DFB-Pokal gegen RB Leipzig (3:0) wurde er zum FCB-Pionier: Kovac gewann sowohl als Spieler (2003) als auch als Trainer der Münchner das Double mit den Münchnern – das war zuvor noch niemandem gelungen. Entsprechend gelöst zeigte Kovac sich nach Schlusspfiff – sichtlich erleichtert nach einer strapaziösen Saison.

Kovac (Vertrag bis 2021) holt trotz Dauerkritik das Double. Kaum vorstellbar, dass er jetzt noch gehen muss. Boss Rummenigge hatte am Tag zuvor bei BILD100SPORT auf die Frage, ob er kommende Saison noch Trainer sei, vielsagend den Daumen gehoben.

Er ist der heimliche Held des Pokal-Triumphs des FC Bayern München gegen RB Leipzig: Trainer Niko Kovac hat es seinen Kritikern gezeigt und in seiner ersten Saison das Double geholt. Nach dem Spiel zeigte er sich sichtlich gelöst und wurde von den FCB-Fans gefeiert.

Der Bayern-Trainer bei Sky zur Kritik an seiner Person: Ich würde mir wünschen, dass es manchmal etwas anders läuft. Wir können das Rad nicht mehr zurückdrehen. Wir müssen daran arbeiten, sind alles Menschen. Kritik ist berechtigt. Die Art und Weise ist immer entscheidend.

Bayern holt zum 19. Mal den Pott! Weil Mr. Pokalfinale” Robert Lewandowski (30) wieder zuschlägt!► 29. Minute: Coman über links. Alaba hinterläuft und flankt. In der Mitte schaltet Lewandowski schneller als Orban. Im Rückwärtslaufen nickt der Pole die Kugel ins linke Eck – 1:0 für die Bayern!

Nach der Pause intensivierten die Leipziger ihre Bemühungen nach vorne noch einmal. Mit einen Schuss vom bis dahin unauffälligen Werner, für den es das letzte Spiel im RB-Trikot gewesen sein könnte, hatte Neuer keine Probleme (49.). Kurz darauf rettete Niklas Süle auf der Linie gegen einen Schuss von Werner (57.), danach waren wieder die Münchner am Drücker. Gulacsi parierte gegen Hummels, Thiago brachte einen Kopfball nicht im Tor unter und Müller schlenzte den Ball neben das Tor (64.). Die Partie war nun offen, beide Teams erspielten sich Chance um Chance.

Für Lewandowski ist es das fünfte Final-Tor im fünften Endspiel. Damit ist er jetzt alleiniger Rekordhalter!

Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick dagegen konnte in seinem letzten Spiel auf der Trainerbank nicht den erhofften ersten großen Titel mit RB zehn Jahre nach der Vereinsgründung feiern. Bei den Münchnern gab Neuer ein überragendes Comeback. Nach gut zehn Minuten bewahrte er sein Team vor dem frühen Rückstand, als er mit einem starken Reflex einen Kopfball von Yussuf Poulsen nach einer Ecke noch an die Latte lenkte (11.). Kurz nach der Halbzeit verhinderte er im Eins-gegen-Eins mit Emil Forsberg das 1:1.

Manuel Neuer nach dem Sieg bei Sky: Das ist ganz wichtig für uns alle, dass wir Doublesieger sind. Wir haben uns das einfach verdient. Der Kapitän in der ARD: Ich war hochmotiviert. Ich habe mir das Finale nicht ausgesucht, hätte gern schon eher gespielt. Aber es war eine Punktlandung. Besser hätte man das Drehbuch nicht schreiben können.

Niko Kovac hat mit dem FC Bayern den Angriff von RB Leipzig abgewehrt und sein erstes Jahr als Trainer in München mit dem Double gekrönt. Eine Woche nach der 29. deutschen Fußball-Meisterschaft gewannen die Bayern mit einem 3:0 (1:0) gegen die Sachsen auch zum 19. Mal den DFB-Pokal. Ein brillanter Kopfball (29. Minute) und ein Schuss von Torjäger Robert Lewandowski (85.) sowie eine starke Einzelaktion von Kingsley Coman (78.) entschieden ein packendes Finale zugunsten der Münchner.

DFB-Pokal-Finale – Leipzig oder Bayern: Wer hat ein HAPPY ENDspiel?

Der Reihe nach. Mit Anpfiff sorgen auch die rot-weißen Trikots für Gesprächsstoff.Sky-Experte Lothar Matthäus (58): Man sieht nur rot-weiß oder weiß-rot. Das ist nicht der Kontrast, den wir uns wünschen. Das irritiert natürlich.”

Beide Teams mit zwei Änderungen zum 0:0 in der Bundesliga zwei Wochen zuvor. Leipzig mit Adams und Kampl für Demme und Laimer. Bei den Bayern kehren Neuer und Martinez für Ulreich und Goretzka zurück. Für Neuer ist es das Comeback nach 41 Tagen Pause (Muskelfaserriss in der Wade).

Und der Kapitän gleich im Mittelpunkt: Ecke Forsberg, Kopfball Poulsen. Neuer reißt die rechte Hand hoch, lenkt die Kugel an die Latte (11.). Ein Wahnsinns-Reflex!

Plötzlich hat Schiri Stieler Kontakt zu Video-Assistent Welz. Auf den TV-Bildern zu sehen: Lewandowski hat beim Nachschuss die Hand auf der Schulter von Konaté. Elfer?BamS-Schiri Thorsten Kinhöfer (50): Nein! Das reicht nicht aus.”

Weiter gehts! Auf der Gegenseite machen die Bayern mit der ersten richtigen Chance das Tor. Und Leipzig im Glück, dass es zur Pause nicht schon höher zurückliegt. Comans (42.), Gnabry (44.) und Hummels (45.) mit Hoch­ka­rä­tern.Fifa-Präsident Gianni Infantino (49), der auf der Tribüne sitzt: Das ist e richtiges Finale! Beide wollen gewinnen.”

Die Bayern holen den Pokal gegen Leipzig. Jérôme Boateng saß in seinem Wohnzimmer (kommt aus Berlin) nur auf der Bank, schob Frust.

Und Leipzig mit DER Chance zum Ausgleich!► 48. Minute: Konaté schickt Forsberg. Der Schwede läuft allein auf Neuer zu, der den Ball erst mit dem Bein und dann mit dem Arm zur Ecke klärt. Eine Monster-Parade!Neun Minuten später ist er schon geschlagen, doch Süle rettet gegen Werner auf der Linie (57.). Leipzig drängt. Leipzig drückt. Doch der Pott geht wieder nach München.Coman (78.) nach toller Einzelleistung und Lewandowski (85.) nach Super-Solo machen den Deckel drauf.

Der FC Bayern München ist nach 3:0 gegen Leipzig DFB-Pokalsieger

Am Ende bekommen Robben (ab 73.) und Ribéry (ab 87.) ihren allerletzten Einsatz für die Bayern. Der Rest ist Jubel über das Double.

Robben: Besser geht es nicht. Super schön, aber auch ein komisches Gefühl. Jetzt ist es vorbei. Ich bin ein glücklicher Mensch und sehr dankbar.