0:0 in Leipzig. Meisterfeier vertagt. - Miasanrot.de
Leipzig – München 0:0: Bayern bisher nur 2-Minuten-Meister
Martin Schneider, Jahrgang 1988, kommt aus dem Saarland, lernte bei der Saarbrücker Zeitung und wanderte dann über Mannheim nach München an die Deutsche Journalistenschule. Seit 2012 lose, seit 2016 fest im SZ-Sport.

Am Ende waren es zweimal Zentimeter, die die vorzeitige Meisterschaft des FC Bayern verhinderten. In der 50. Minute war Robert Lewandowski einen halben Schuh im Abseits und kurz vor Schluss zog eben jener Lewandowski einen Freistoß wirklich sehr knapp am langen Pfosten vorbei. Das waren die beiden großen Was-wäre-wenn-Situationen gewesen – denn am Ende blieb es beim 0:0 gegen Leipzig.

RB Leipzig – FC Bayern München: Bundesliga im Ticker | FC Bayern

In der 93. Minute spielte zwar der eingewechselte Franck Ribéry noch auf den eingewechselten Arjen Robben – es wäre eine viel zu rührige Geschichte gewesen, wenn eine Kombination des ewigen Flügelduos die Schale nach München gebracht hätte. Aber es kam nicht so.

Damit wäre der erste Schritt auf dem Weg zum Double getan. Kovac hofft natürlich auf einen Dreier, gleichzeitig warnt er aber auch vor den Sachsen und deren gefährlichstem Stürmer: Timo Werner sei derzeit in einer guten Form, wie Kovac auf der Pressekonferenz erklärte. Aber schon im Hinspiel hätte man den Nationalspieler, der nach wie vor mit einem Wechsel zum FC Bayern in Verbindung gebracht wird, im Griff gehabt.

Dennoch ist das Ergebnis trotz des Dortmunder Sieges gegen Düsseldorf kein schlechtes für den FC Bayern. Wegen der sehr viel besseren Tordifferenz genügt kommende Woche zu Hause gegen Frankfurt ein Unentschieden. “Es war für die Zuschauer ein super Spiel, denke ich. Der Schiedsrichter hat gut laufen lassen. Wir haben zweimal die Chance, aber verpassen knapp”, analysierte Thomas Müller direkt nach dem Spiel. “Wir haben heute eines unserer besseren Bundesliga-Spiele gemacht. Leider haben wir uns nicht mit der Meisterschaft belohnt.”

Es sind jene Wochen, in denen ein Fußball-Highlight das nächste jagt. Nach den unglaublichen Siegen von Liverpool über Barcelona und Tottenham über Ajax gab es am Donnerstagabend in der Europa League die nächsten Aufreger. Am Samstag wollen nun die Bayern jubeln: Mit einem Sieg bei RB Leipzig ist die 29. Meisterschaft perfekt. 

Das 0:0 war ein insgesamt gerechtes Ergebnis nach einem sehr intensiven Spiel, das ein attraktives Pokalfinale in Berlin vermuten lässt. Der FC Bayern startete mit der besten Startelf minus Manuel Neuer. Lewandowski, von dem es hieß, er sei Freitag zum Bus gehumpelt, stand auf dem Platz, Robben und Ribéry saßen wie erwähnt auf der Bank, wie auch Jérôme Boateng. Auch Leipzig hatte alle Leistungsträger auf.

RB Leipzigs Ibrahima Konate in Aktion mit Bayerns Robert Lewandowski Quelle: AI Borussia Dortmund – Fortuna Düsseldorf 3:2 (1:0) Sprungmarkennavigation im Beitrag BVB-F95 RBL-FCB TSG-SVW Stimmen B04-S04 VFB-VFL FCA-BSC H96-SCF FCN-BMG Liveticker Dortmunds Manuel Akanji (r.) und Dodi Lukebakio Ngandoli von Düsseldorf versuchen an den Ball zu kommen. Quelle: dpa Borussia Dortmund kann weiter auf den neunten Meistertitel hoffen. Dank des 3:2 (1:0) über Fortuna Düsseldorf verkürzte der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga den Rückstand zu Spitzenreiter FC Bayern auf zwei Punkte und profitierte dabei vom zeitgleichen Remis der Münchner in Leipzig. Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park sorgten die Torschützen Christian Pulisic (41. Minute), Thomas Delaney (53.) und Mario Götze (90.+2) für den glücklichen Sieg der Borussia. Die Düsseldorfer, bei denen Adam Bodzek (82.) die Rote Karte sah, trafen durch Oliver Fink (47.) und Dawid Kownaki (90.+5). Damit kommt es am kommenden Samstag im Fernduell der beiden führenden Teams zu einem Showdown. Ein weiterer Ausrutscher der Bayern gegen Frankfurt könnte dem BVB bei einem Sieg in Mönchengladbach doch noch ein Happy End bescheren. Neben den gesperrten Profis Marco Reus und Marius Wolf musste die Borussia auf Torhüter Roman Bürki verzichten, der wegen muskulärer Probleme nicht zur Verfügung stand. Vor allem das erneute Fehlen von Kapitän Reus war spürbar.

Das Spiel begann nach 32 Sekunden mit einem Steilpass von Marcel Sabitzer auf Timo Werner – doch Bayern-Torhüter Sven Ulreich lief ihn ab. Werner ist ja zum Spekulationsobjekt zwischen den beiden Kontrahenten geworden. Nach allem, was man weiß, würde Werner gern zum FC Bayern, der FC Bayern würde aber gerne so um die 30 Millionen zahlen, Leipzig würde aber gern um die 60 Millionen bekommen.

Im Trikot der Leipziger fiel Werner jedenfalls in den ersten Minuten dadurch auf, dass er noch schneller und noch engagierter als gewöhnlich über den Platz sprintete und sich dabei mit seinem alten Leipziger Mitspieler Joshua Kimmich schöne Duelle lieferte. Leipzig startete mit durchgedrücktem Gaspedal in die Partie – die beste Chance hatte trotzdem der FC Bayern. Nach einem Lupfer von Thiago in der neunten Minute war Lewandowski frei vor Peter Gulacsi, aber auch knapp im Abseits.

Danach drückte Leipzig den FC Bayern hinten rein. Mats Hummels klärte unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw gleich dreimal stark in höchster Not. Erst nach 22 Minuten hörte der erste Leipziger Starkwind auf, weil das Team dieses Tempo auch niemals durchgehalten hätte. Aber Leipzig machte Druck und Bayern hatte die Chancen. In der 28. Minute steckte Lewandowski nach einem gewonnen Zweikampf gegen drei Leipziger auf Serge Gnabry durch, der aus kurzer Distanz Gulacsi tunnelte, der Ball aber nicht ins Tor trudelte.

Das Spiel wurde ruhiger. Kingsley Coman, der mit Gnabry die Seiten getauscht hatte und auf rechts spielte, wurde von Leipzig hart rangenommen. In der 35. Minute klärte Ibrahima Konaté eine Flanke vor Lewandowski, danach lag Kimmich auf dem Boden und Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic bearbeitete an der Seitenlinie den vierten Offiziellen. Vermutlich wegen der Leipziger Attacken. Schiedsrichter Manuel Gräfe legte tatsächlich einen sehr großzügigen Maßstab an, was erlaubten Körperkontakt anging. Vor der Pause scheiterte Gnabry mit einer starken Direktabnahme an Gulacsi, auf der anderen Seite schloss Werner einen Konter in die Arme von Ulreich ab. Die Stimmung wurde gereizter, Thomas Müller debattierte nach einem Zweikampf intensiv mit Willi Orban und Lewandowski prallte regelmäßig an Konaté ab wie zuletzt wahrscheinlich an Liverpools Virgil van Dijk.

Der VfL Wolfsburg muss zum VfB Stuttgart, die Wölfe befinden sich in einer guten Ausgangslage für das Erreichen der Europa League (Bundesliga: VfL Wolfsburg – VfB Stuttgart, ab 15.30 Uhr im LIVETICKER). Für die Schwaben gilt es, Nürnberg und Hannover hinter sich zu lassen und den Relegationsplatz zu behaupten. Die Mannschaft von Trainer-Neuling Nico Willig muss in den verbleibenden zwei Spielen aufpassen, denn sowohl der 1. FC Nürnberg als auch Hannover 96 können den VfB noch vom Relegationsplatz verdrängen. Mit einem Sieg hat Stuttgart die Relegation sicher.

Dann ging es in die Pause und als in Leipzig der zwischenzeitliche Ausgleich von Fortuna Düsseldorf bekannt wurde – da traf der FC Bayern zum Titelgewinn. Dachte man. Nach einem starken Spielzug schoss Goretzka die Fußspitze von Robert Lewandowski an, der fälscht auf Coman ab, der von der Grundlinie den Ball in den Strafraum löffelte. Konaté, der bis dahin eine überragende Partie lieferte, köpfte mitten in den Sechzehner, wo Goretzka per Sprung-Volleyschuss traf. Der FC Bayern jubelte aber der Kölner Keller, auch bekannt als Videoschiedsrichter, zog die Abseitslinie ganz genau und sah, dass Lewandowski bei seinem Kontakt einen halben Fuß – und mehr war es wirklich nicht – im Abseits stand. Kein Tor.

1899 Hoffenheim kann mit einem Sieg gegen Werder Bremen noch im Rennen um die internationalen Plätze mitmischen (SERVICE: Bundesliga-Tabelle). Die Hoffenheimer gewannen aber nur zwei der letzten 15 Duelle gegen Bremen. Auch die Hanseaten dürfen sich noch minimale Hoffnungen auf einen Europacup-Platz machen – Florian Kohfeldt und seine Mannschaft müssen dafür aber die verbleibenden beiden Spiele gewinnen und auf Schützenhilfe hoffen (Bundesliga: 1899 Hoffenheim – Werder Bremen, ab 15.30 Uhr im LIVETICKER).

Einzelkritik zum Bundesliga-Remis – Noten zum FC Bayern: Vier Mal die Zwei für Münchner, die weiter zittern

In der 65. Minute knallte Gnabry den Ball dann noch an die Latte – nach einer Abseitsstellung. Sekunden später lief Werner in den Bayern-Strafraum – nach einer Abseitsstellung. Es war eben insgesamt ein Spiel knapp jenseits der Abseitslinie.

Wie die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, sind sich die Verantwortlichen in München noch immer nicht sicher, ob Werner tatsächlich der richtige Spieler für den Rekordmeister ist. Demnach bestünden innerhalb der Gremien noch Zweifel daran, ob der als Sprinter bekannte Offensivspieler auch in einem System funktioniere, das nicht auf Umschaltspiel ausgelegt ist.

FC Bayern kann 29. Meistertitel feiern

Der FC Bayern spielte nach der erneuten Dortmunder Führung weiter um die Meisterschaft, aber ein sehr starker Gegner erlaubte es den Münchnern nicht, mehr zu riskieren. Es entstand ein wirklich schöner Schlagabtausch – ohne die ganz großen Chancen. Lewandowski setzte sich gegen drei Leipziger Verteidiger durch und scheiterte am vierten (72.), Halstenberg und Poulsen kamen zweimal in aussichtsreiche Positionen, verzogen aber beide ihre Schüsse.

Doch während die Verpflichtung von Werner zumindest noch diskutiert wird, sind andere Namen beim 28-maligen Meister schon gänzlich vom Tisch. Die “Sport Bild” vermeldet, dass der Tabellenführer entgegen anders lautender Gerüchte nicht an Gareth Bale von Real Madrid und Lilles Nicolas Pépé interessiert sein soll.  

Dann kam Ribéry. Gnabry ging und war darüber so wenig amüsiert wie Ribéry sonst, wenn er ausgewechselt wird. Kurze Zeit später musste Thiago verletzt raus, Rafinha kam für ihn und Kimmich rückte für die letzten zehn Minuten ins zentrale Mittelfeld. Ribéry hatte dann noch die Chance, mit der Hacke zu treffen, doch Gulacsi blockte ihn. Dann bekam Bayern den letzten Freistoß, Robben kam in die Partie und Lewandowski verpasste, wie erwähnt, haarscharf die letzte große Chance zum Titel.

Da der Vertrag von Werner 2020 ausläuft und die Verantwortlichen der Sachsen es vermeiden wollen, ihren Star ablösefrei zu verlieren, könnte RB sich dennoch kompromissbereit zeigen. Insbesondere, weil der ehemalige Stuttgarter angekündigt haben soll, dass für ihn nur ein Wechsel an die Isar in Frage komme.

Bayern und Leipzig werden sich im DFB-Pokalfinale in Berlin wiedersehen. Thiago wird wohl fit fürs Finale sein – und laut den ersten Diagnosen von Karl-Heinz Rummenigge (“Hat nur eine Knieprellung”) auch kommende Woche im dann entscheidenden Match gegen Frankfurt spielen können.

Timo Werner sei auf dem Sprung nach München. Das hört und liest man überall. Aber dafür, dass dieser Werner so sündhaft schnell ist, dauert der Wechsel ganz schön lange.   Von Christof Kneer

Die sächsischen Fans rollten das riesige Banner, das einen Astronauten zeigt, am Freitagabend zur Probe aus. Was sie dabei nicht ahnten: Jemand fotografierte die Aktion und postete es anschließend in den sozialen Netzwerken.

Der Rekordmeister kommt bei RB Leipzig nur zu einem 0:0. Da Dortmund zeitgleich mit 3:2 gegen Düsseldorf gewinnt, brauchen die Münchner am letzten Spieltag gegen Frankfurt noch einen Punkt, um die Schale zu holen.

UPS, die Choreo von @DieRotenBullen wurde heute schon mal kurz geprobt und dabei geknipst 😅 #RBLFCB @rb_live @rasenballisten @BILD_rbleipzig pic.twitter.com/No9rxBv211

49. Minute: Nach Coman-Flanke rutscht dem sonst überragende Konaté sein Kopfball ab, wird zur Vorlage für Goretzka. Der Ex-Schalker trifft mit überragender Technik volley mit rechts.

Bayern jubelt, hat den Sieg, der zum Titel reicht. Die Mannschaften stellen sich zum Anstoß auf, doch Schiedsrichter Manuel Gräfe hat Kontakt nach Köln. Dort sitzt Marco Fritz und hat gesehen, dass Robert Lewandowski Zentimeter im Abseits steht, als der Ball von ihm zu Coman prallt. Zwei Minuten später sind Tor, Führung und Titel weg!

Der VfB Stuttgart hat mit einem 3:0 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg den direkten Abstieg aus der Ersten Liga aus eigener Kraft verhindert und die Europapokalpläne der Gäste gefährdet. Gonzalo Castro (45.+1. Minute), Anastasios Donis (55.) und Daniel Didavi (83.) trafen für die Schwaben, die den Relegationsrang 16 damit schon vor dem 34. Spieltag sicher haben. Der VfB kann nach dieser Partie auf niedrigem Niveau nun für die Relegationsspiele gegen den Tabellendritten der Zweiten Liga planen und darf auf den Verbleib in der Bundesliga hoffen. Wolfsburg dagegen enttäuschte, kam nur zu Halbchancen aus der Distanz und muss vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg kommende Woche weiter um die Teilnahme an der Europa League bangen.

Allerdings: Wirklich überzeugt haben die Bayern nicht, ebensowenig wie RB. Richtig viel Lust auf das Pokalfinale zwischen den beiden am 25. Mai in Berlin macht das Spiel nicht. Nur Gnabry (28.) hat vor der Pause eine Riesenchance, am Ende schiebt Lewandowski einen Freistoß aus 17 Metern Zentimeter rechts vorbei (89.).

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