Bundesliga: Leipzig siegt und siegt und siegt - tagesschau.de
Leipzig – Wolfsburg 2:0: Bundesliga im Live-Ticker
RB Leipzig zeigt im Kampf um die Champions-League-Plätze keine Schwäche. Das Team von Trainer Ralf Rangnick bezwang am 29. Spieltag den harmlosen VfL Wolfsburg mit 2:0 (2:0) und festigte mit dem vierten Sieg in Folge den dritten Tabellenplatz.

Kevin Kampl (17. Minute) brachte Leipzig mit einem sehenswerten Distanzschuss in Führung. Knapp zehn Minuten später erhöhte Nationalstürmer Timo Werner (28.) per Kopf auf 2:0. Die komfortable Halbzeitführung hätten die Hausherren in der zweiten Hälfte ausbauen können, doch vor allem Werner vergab Großchancen in Serie.

RB-Trainer Rangnick überraschte nach dem Ausfall seines gelbgesperrten Kapitäns Willi Orban mit zwei Dreierketten in der Defensive. Erstmals rückte Marcel Halstenberg aus der Viererkette eine Position nach vorne neben Kevin Kampl und Konrad Laimer. Mit dieser taktischen Ausrichtung beherrschten die Leipziger die Partie von Beginn an. Mit frühem Pressing setzten sie die Gäste unter Druck, waren zudem deutlich zweikampfstärker und sicherer in den Kombinationen.

Leipzig hatte die Partie im Griff, stand defensiv stabil und suchte immer wieder den Weg nach vorne. Nach einer Ecke setzte Klostermann die Kugel über den Querbalken (24.). Während Wolfsburg den Ball zu schnell wieder verlor, schlugen die Hausherren nach einem Konter ein zweites Mal zu: Laimer eroberte die Kugel tief in der eigenen Hälfte, anschließend ging es schnell. Am Ende hob Sabitzer das Leder aus dem Halbfeld an den zweiten Pfosten, wo Werner Knoche entwischte und aus kurzer Distanz gegen die Laufrichtig von Pervan zum 2:0 für RB einköpfte (28.).

Stürmer von RB Leipzig – Abschiedssignale von Timo Werner

Audio starten, abbrechen mit Escape Pervan: "Können jeder Mannschaft Probleme bereiten" Sportschau. 13.04.2019. 01:05 Min.. ARD. Von Thorsten Iffland.

Labbadia brachte zu Beginn des zweiten Durchgangs mit Ginczek einen zweiten Stürmer – und der Joker sorgte direkt für den ersten Abschluss nach der Pause: Eine Volleyabnahme des Stürmers parierte Gulacsi (52.). Auf der Gegenseite zielte Matheus Cunha bei einem Konter der Hausherren zu ungenau (54.). Ansonsten tat sich auf dem Spielfeld zunächst nicht viel. Wolfsburg hatte zwar mehr Ballbesitz, allerdings fehlte den Niedersachsen gegen die aufmerksame RB-Defensive die Durchschlagskraft. So hatte Leipzig keine Probleme, die Führung zu verwalten.

Die Führung nach knapp einer Viertelstunde war somit verdient. Nach einer abgewehrten Ecke setzte RB nach, Nordi Mukiele behauptete den Ball gegen drei Wolfsburger, passte dann kurz auf Kampl. Der Leipziger Taktgeber nutzte den freien Raum und schlenzte den Ball aus gut 18 Metern mit dem linken Fuß ins lange Eck. Die Hausherren drückten weiter. Als Laimer einen Konter der Wolfsburger stoppte, ging alles blitzschnell: drei, vier Stationen, Flanke von Marcel Sabitzer – am langen Pfosten musste Werner den Ball nur noch einnicken.

Die Partie begann eher verhalten. Leipzig, das defensiv mit einer Dreierkette agierte, hatte optische Vorteile, Forsberg gab nach einer knappen Viertelstunde einen ersten Warnschuss ab (14.). Kurz darauf zappelte der Ball schließlich im Netz der Gäste: Nach einer abgewehrten RB-Ecke blieben die Sachsen dran, Mukiele bediente Kampl, der kurz vor dem Strafraum nicht richtig angegriffen wurde. Der Kapitän bedankte sich und schlenzte den Ball aus halbrechter Position ins lange Eck zum 1:0 für die Hausherren (16.).

Erst als sich die Leipziger nach dem 0:2 etwas zurückzogen, kam Wolfsburg etwas besser ins Spiel und durch Admir Mehmedi (33.) und Wout Weghorst (40.) zu Möglichkeiten. Nach der Pause brachte Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia mit Daniel Ginczek für Renato Steffen zudem einen weiteren Stürmer. Doch kurz nach Wiederanpiff jubelte dann gleich wieder Werner – aber der 23-Jährige stand beim Abschluss aus kurzer Distanz im Abseits, der Treffer zählte nicht.

Die Gäste mussten also den nächsten Rückschlag verdauen – kamen nach etwas mehr als einer halben Stunde aber erstmals gefährlich vors RB-Tor. Arnold steckte bei einem Konter auf Mehmedi durch, der die Kugel frei vor Gulacsi allerdings am Kasten vorbeispitzelte (33.). Leipzig hatte mit der komfortablen Führung im Rücken einen Gang zurückgeschaltet, hielt Wolfsburg bis zur Pause aber gut vom eigenen Tor fern.

Video starten, abbrechen mit Escape Rangnick zuversichtlich: “Leistung weiter steigern”. Sportschau. 13.04.2019. 00:45 Min.. Das Erste.

RB Leipzig hat seine Erfolgsserie in der Bundesliga fortgesetzt. Gegen den VfL Wolfsburg gewannen die Sachsen nach einer souveränen Vorstellung völlig verdient mit 2:0 und sind damit seit elf Spielen ungeschlagen. Während Leipzig mit dem vierten Sieg in Folge Platz drei festigte, musste Wolfsburg im Kampf um die internationalen Plätze einen Rückschlag hinnehmen.

Der eingewechselte Ginczek verbreitete nur bei einem Seitfallzieher in der 52. Minute Torgefahr. Danach verwaltete Leipzig das Geschehen souverän und kam mit seinem schnellen Umschaltspiel immer wieder zu guten Chancen. Werner scheiterte gleich drei Mal (70./73./87.) nur knapp. Wolfsburg dagegen fehlten bis zuletzt die Ideen, um die gut gestaffelte RB-Defensive auszuhebeln.

Werners Kopfballtor zwölf Minuten später entlockte Ralf Rangnick dann auch einen kurzen Jubel, er streckte die Arme in die Höhe, als würde er eine Stange ohne Gewichte nach oben recken. Werner beförderte den Ball auch nach der Halbzeitpause ins Netz, stand dabei allerdings im Abseits. Da war er schon längst Gesprächsstoff der Fernsehzuschauer geworden, in der Halbzeit hatte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff ins Sky-Mikrofon gesprochen: “Wir wollen bekanntermaßen mit ihm verlängern. Aber er hat uns signalisiert, dass er eher nicht verlängern möchte.” Die Leipziger Fans sollten sich demnach damit abfinden, dass der 23-Jährige wohl gerade seine letzten Spiele für RB bestreitet. Sein Vertrag geht noch bis Sommer 2020, doch sollte er nicht verlängern, würden die Leipziger ihn gerne schon in diesem Jahr für eine hohe Ablösesumme an einen anderen Verein transferieren. “Wir müssen dann sehen, was das Richtige für uns ist und für Timo”, sagte Mintzlaff noch. Ralf Rangnick wollte dem Thema keine größere Bedeutung beimessen. “Für die mediale Öffentlichkeit ist das gerade wichtiger als für uns”, sagte er, “ich bin im Moment zu 100 Prozent in der Trainerrolle. Deswegen interessiert mich nicht, was in sechs, sieben Wochen mit seinem Vertrag passiert.”

Wolfsburgs Ginczek sparte in der Sportschau nicht mit Selbstkritik: “Man muss sagen: Wir waren von A bis Z die schlechtere Mannschaft heute; hochverdienter Sieg für Leipzig”, sagte der VfL-Angreifer und gab auch zu: “Am Ende musst du fünf, sechs Stück dann kriegen. Unsere Einstellung hat da nicht gepasst, das Zweikampfverhalten von allen.” Am kommenden Spieltag gegen Eintracht Frankfurt muss das wieder stimmen, sonst droht die nächste Pleite.

Leipzig wollte sich mit dem Spiel gegen Wolfsburg nicht lange befassen, Spieler und Trainer blickten lieber nach vorne – auf den nächsten Spieltag, an dem bei Borussia Mönchengladbach die Vorentscheidung um die Champions-League-Qualifikation fallen kann. “Ein riesengroßer Schritt wäre ein Auswärtssieg in Gladbach. Das streben wir natürlich an”, sagte RB-Trainer Rangnick in der Sportschau. “Wir haben jetzt, glaube ich, sieben Spiele hintereinander auswärts gewonnen, und fahren mit dem Bewusstsein und Selbstbewusstsein dahin, dass wir auch dort einen Dreier einfahren wollen.”

Aussagen, die Mittelfeldmotor Kampl bestätigte: “Wir sind bereit. Wir treten in den letzten Wochen super auf, als geschlossene Einheit und können auch in Gladbach bestehen. Da bin ich mir absolut sicher”, betonte der 28-Jährige. “Unser Ziel ist natürlich, den Sack für die Champions League so früh wie möglich zumachen.”

Was auf dem Rasen in der zweiten Halbzeit noch passierte, konnte sowohl Trainer als auch Sportdirektor interessieren: Die Leipziger ballerten munter weiter Richtung Wolfsburger Tor, brachten den Ball aber nicht mehr ins Netz, auch weil VfL-Keeper Pavao Pervan ein paar “fantastische” Paraden zeigte, wie Rangnick attestierte. Zur Ende der Partie brachten auch die Gäste den Ball nochmal in den Leipziger Strafraum, doch daran wollte sich Rangnick nicht aufhalten an diesem Nachmittag. Er geriet fast schon ins Schwärmen über seine eigene Mannschaft, was bei einem, der nie schwärmt, dann schon etwas Besonderes ist. Die Mischung aus Offensivkraft und Defensivleistung hatte es ihm angetan, bei der sehr attackierfreundlichen Aufstellung muss man das erst mal hinkriegen.

Gulacsi – Konaté, Mukiele, Klostermann – Laimer, Kampl (89. Demme), Halstenberg – Sabitzer, Forsberg (90.+1 Smith Rowe) – Matheus Cunha (69. Haidara), Werner

Pervan – Tisserand, Knoche, Brooks, Roussillon – Guilavogui – Rexhbecaj (69. Klaus), Arnold (86. Malli) – Steffen (46. Ginczek), Mehmedi – Weghorst

Mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg will RB Leipzig Rang drei festigen. Die Sachsen sind gut drauf und seit Januar ungeschlagen. Aber: Auch die Wolfsburger wollen noch nach Europa und den Favoriten ärgern.

/**/ Leserbrief schreiben Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.