Sprung aus dem 4. Stock: Leipziger Mehrfamilienhaus nach Treppenhausbrand ...
Sprung aus dem 4. Stock: Leipziger Mehrfamilienhaus nach Treppenhausbrand evakuiert
Leipzig – Drei Männer stehen an vor einem offenen Fenster. Rauchschwaden wabern um ihre Schultern. Plötzlich klettert einer der Männer aus dem Fenster und springt. Dramatische Szenen bei einem Feuer-Drama in Leipzig.

Sirenengeheul zerreißt die Stille der Nacht. Feuerwehren und Polizeifahrzeuge rasen am Montag, gegen 1.30 Uhr, zur Eisenbahnstraße. Doch diesmal ist es kein Polizeieinsatz in Ostdeutschlands erster Waffenverbotszone. Diesmal geht es tatsächlich um Menschenleben.

Alle verfügbaren Löschzüge der Feuerwehr stoppen vor der Hausnummer 115. 17 Mieter stehen an ihren offenen Fenstern. Das gesamte Treppenhaus ist durch ein Feuer unpassierbar. Wie in einem Kamin ziehen die Flammen aus den unteren in die oberen Etagen.

Die Menschen haben keine Chance, ins Freie zu flüchten. Einige machen mit Taschenlampen an den Fenstern auf sich aufmerksam. Insgesamt 100 Feuerwehrleute fahren Drehleitern aus, holen mit Steckleitern Bewohner aus unteren Etagen.

Seit zwei Wochen gilt auf einem etwa siebzig Fußballfelder großen Areal rund um die Eisenbahnstraße: Waffentragen verboten.

Wer höher wohnt, braucht Mut. Kameraden bauen ein Sprungtuch auf. Und tatsächlich: Mindestens zwei Männer springen aus dem vierten Stock aus einem Fenster. Sie landen zum Glück weich.

Alle 17 Bewohner werden schließlich in Sicherheit gebracht. Viele erleiden Rauchvergiftungen. Das Haus ist mittlerweile gelöscht aber unbewohnbar. Die Kripo ermittelt zur Brandursache.

Das Haus stand nicht zum ersten Mal in Flammen. Kurz vor Weihnachten 2017 hatte ein Brandstifter einen Kinderwagen im Flur angefackelt. Das Haus verrauchte und musste evakuiert werden. Zwölf Mieter wurden verletzt und mussten das Fest woanders verbringen.

Leipzig – Bei einem Treppenhausbrand in einem Mehrfamilienhaus auf der Leipziger Eisenbahnstraße haben mehrere Menschen vorerst ihr Zuhause verloren.

Das Feuer brach in der Nacht zum Montag gegen 1.30 Uhr in der Eisenbahnstraße 115 aus. Als die Kameraden der Leipziger Feuerwehr eintrafen, drängten sich die Hausbewohner bereits an den Fenstern, um nach Luft zu schnappen. Dichter Qualm drang aus den Fenstern. Die Männer und Frauen des fünfgeschossigen Hauses machten mit Taschenlampen auf sich aufmerksam, um von den Einsatzkräften gesehen zu werden.

Die Feuerwehrkameraden retteten die Bewohner über Drehleiter, Streckleitern und Sprungkissen. Vor Ort wurden sie ärztlich versorgt. Unverletzte Hausbewohner wurden in einem Bus, den die Leipziger Verkehrsbetriebe stellten, untergebracht. Das Haus ist unbewohnbar.

Die Kriminalpolizei nimmt noch am heutigen Tag die Ermittlungen zur Brandursache auf. Die Eisenbahnstraße wurde während der Rettungsarbeiten voll gesperrt.

UPDATE, 9.50 Uhr: Wie der Pressesprecher der Leipziger Feuerwehr mitteilte, wurden insgesamt 13 Personen aus dem brennenden Haus gerettet. Zwölf von ihnen kamen mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Einige Bewohner hatten sich zuvor eigenständig aus dem Wohnhaus gerettet.

Gebrannt hatte es im Treppenhaus. Das Feuer griff jedoch auf eine Wohnung in der zweiten Etage über. Die Bewohner können und dürfen momentan nicht zurück in ihre Wohnungen und werden in Ersatzunterkünften untergebracht. Zur Zeit dauern die Restlöscharbeiten noch an.

UPDATE, 10.25 Uhr: In dem selben Haus hatte es auch im vergangenen Dezember schon einmal gebrannt. Einen Tag vor Weihnachten hatte jemand ebenfalls das Treppenhaus angezündet (TAG24 berichtete). Polizeisprecher Andreas Loepki auf Anfrage von TAG24: “Die Tat des vergangenen Jahres ist noch ungeklärt, ein Tatverdächtiger noch nicht gefasst. Wir gehen auch in diesem Fall von mutwilliger Brandstiftung aus.”